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  1. Inaktiver User

    Nicht alles so persönlich nehmen ...

    Hallo Ihr Lieben!

    Ich (35) lebe in einer Großstadt, und mir geht immer mehr das egoistische und rücksichtslose Verhalten meiner Mitmenschen auf den Keks. Dass jeder nur seinen Stiefel macht und drauf sch...., was links und rechts von ihm passiert, macht mich immer empfindlicher. Ich habe das Gefühl, wenn es so weiter geht, bin ich mit 40 eine verbitterte, nur moch meckernde Mutti ...

    Beispiele:

    Ich gehe die Straße runter, mir kommen zwei Mädchen auf Rollerblades entgegen. Ebenfalls entgegen kommt ein älterer Mann mit einem struppigen Hund, der ohne Leine weit voraus läuft. Die Mädchen verschnaufen an einer Hausecke, der Hund läuft hin, merklich aggressiv, kläfft und knurrt sie an, geifert immer mehr, sie dürfen sich nicht bewegen, kommen nicht weg, haben sichtbar Angst. Ich rufe den Mann an: "Hey, Sie, rufen Sie Ihren Hund zurück!" Er kuckt mich an, sagt keinen Ton, latscht weiter und ruft den Hund NICHT zurück. Ich rufe ihn wieder an, Reaktion null. Er geht an den Mädchen ohne einen Ton vorbei, der Hund läuft hinter ihm her. UNMÖGLICH!

    Ich habe an der Fußgängerampel grün. Eine Frau ist offensichtlich noch gefahren, als sie schon rot hatte, fährt mir fast über die Füße und blockiert meinen Übergang. Ich schlängele mich um ihr Auto herum und klopfe ihr hinten auf die Heckklappe zum Zeichen, dass sie wohl was übersehen hat. Sie kurbelt das Fenster runter und keift mich an: "Wollen Se ne ANZEIGE?!?!?!?!" UNFASSBAR!"

    Ich sitze mit einer Freudin im Eiscafé. Ihrer heiße Schokolade wird lauwarm serviert, der Kellner liefert eine merkwürdige Begründung, warum das IMMER so sei. Ich bekomme den falschen Eisbecher und lasse mir den richtigen bringen. Letztlich gebe ich trotzdem ein "Anstandstrinkgeld", weil ich denke, okay, der Laden ist megavoll und das Personal überfordert. Bedankt hat sich der Kellner mit keinem Wort. Meine Freundin war es dann, die ganz klar zu ihm sagte: "Ich finde Sie sehr unfreundlich!"

    Das sind nun nur drei kleine Geschichten, aber sowas passiert mir viel zu oft. Autofahrer, die mich entweder auf dem Zebrastreifen fast umbügeln oder auf dem Rad, wenn ich eine Ampel überquere. Leute, die zu dritt nebeneinander auf dem Gehweg gehen müssen, und ich quetsche mich an der Hauswand dran vorbei. Fußgänger, die seelenruhig auf dem Radweg vor mir herlatschen oder mich auf dem Bürgersteig mit dem Rad umheizen, während ich übelst angagangen werde, sollte ich es wagen, mich auch nur jemals 1 m weit auf dem Bürgersteig auf dem Rad fortzubewegen. Menschen, die mich auf Straße für Nichtigkeiten anpöbeln, sich am Bus oder an der Kasse vordrängeln. Ich trenne meinen Müll gewissenhaft, und die Studenten-WG unter mir donnert ALLES in die Tonne, Styropor und Tetrapacks auch gern in den Papiermüll, Zigarettenkippen und Kronkorken liegen im Blumenbeet, das ICH pflege.

    Ich bemühe mich, freundlich zu sein und rücksichtsvoll und mich möglichst korrekt zu verhalten, aber unglaublich vielen scheint das echt am A.... vorbei zu gehen! Sowas wie Respekt im Alltag Fremden gegenüber vermisse ich. Scheint nur noch Ellenbogenmentalität zu herrschen ...

    Wie schaffe ich es, nicht immer von jedem gleich das Schlechteste zu erwarten? Wie stelle ich es an, nicht alles so persönlich zu nehmen? Mich abzugrenzen? Soll ich gar nicht mehr auf sowas reagieren? Aber dann schlucke ich ja alles runter ...

    Wie macht ihr das???

  2. Inaktiver User

    AW: Nicht alles so persönlich nehmen ...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Wie macht ihr das???
    .... nur auf "gut erzogen" und "ich löffel alles auf" zu machen, hilft weder dir noch der Welt.




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    AW: Nicht alles so persönlich nehmen ...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Ich bemühe mich, freundlich zu sein und rücksichtsvoll und mich möglichst korrekt zu verhalten, aber unglaublich vielen scheint das echt am A.... vorbei zu gehen! Sowas wie Respekt im Alltag Fremden gegenüber vermisse ich. Scheint nur noch Ellenbogenmentalität zu herrschen ...
    Freundlich und rücksichtsvoll zu sein bedeutet für mich auch, nicht wie Supernanny persönlich durch die Welt zu laufen. Mag sein, dass Du eine Vorstellung davon hast, was DU für korrekt hältst, aber muss sich jeder so verhalten??

    Ein bisschen Rücksicht und vor allem Nachsicht von DEINER Seite aus wäre vielleicht nicht verkehrt.

    Vielleicht nervt Dich aber tatsächlich die Großstadt zu sehr. Mal überlegt, aufs Land zu ziehen??

    Wo man allerdings auch nicht nur auf supererzogene, sich stetig korrekt verhaltende Zeitgenossen trifft

  4. Inaktiver User

    AW: Nicht alles so persönlich nehmen ...

    Yuggabubba

    hmm ... soviel "Schlechtes" erlebe ich nicht.
    Liegt es vielleicht auch daran, wie Du ins Leben guckst? Oder was du erwartest? Oder ist es "die Großstadt"? Oder der Landstrich?

    Mir kommt es jedenfalls vor, dass ich mit einem freundlichen und bestimmten Tonfall oder einer Haltung das meiste erreiche, ohne dass ich rufen, schreien oder pampen muss.

    Ich nehme mal dein Beispiel mit den 3 nebeneinander gehenden Leuten auf dem Bürgersteig ... das passiert, wenn man ganz vertieft miteinander ist ... so was erlebe ich auch, aber ich quetsche mich nicht an Hauswänden entlang. Oft machen sie einen Bogen um mich oder gucken irritiert , wenn sie plötzlich direkt vor mir stehen. Meist kommt dann ein irritierter Blick und eine Entschuldigung.

    Dein Beispiel mit der Fußgängerampel: mit einem Schlag auf die Hecklappe erreichst du nichts, das ist nur eine Aggression. eher damit, dich vor dem Fahrerfenster aufzubauen, und dem Fahrer in die Augen zu gucken und ihm direkt zu sagen, dass so eine Fahrverhalten nicht geht.

    Genauso mit den Studenten: direkt ansprechen wäre das beste.

    Achja: und ich überlege natürlich, ob ich mich überhaupt von anderen ärgern lassen möchte
    Geändert von Inaktiver User (20.02.2011 um 18:05 Uhr)

  5. Inaktiver User

    AW: Nicht alles so persönlich nehmen ...

    Du hast den Titel gut gewählt......denn ich denke, daß Du die Sachen viel zu persönlich nimmst!

    Ja- der Mensch an sich denkt an SICH!
    Jeder lebt in seiner Welt und nimmt davon immer alles mit.
    Was denkst Du - wieviele Menschen in tiefsten Gedanken Autofahren....nochmal Situationen durchgehen.....vielleicht traurig, verzweifelt oder auch glücklich sind??

    Die wenigsten Menschen werden durch die Aussenwelt laufen und den Blick auf ihre Umgebung haben.
    Wenn ich einkaufen gehe- hab ich schon im Geschäft...neben mir am Regal- Leute schlicht nicht gesehen-- erst bei Ansprache- weil ich total in Gedanken war und nicht rechts oder links gesehen.

    Ich glaube schon, daß Freundlichkeit gut bei den Menschen ankommt und man so manchem den Tag auch mti einem freundlichen Wort verschönern kann.

    Aber man sollte Verhalten nicht zu sehr auf sich beziehen.....wer ist man denn?? was sollte Herr X oder Y denn gegen MICH persönlich haben, wenn er mch überhaupt nicht kennt??

    Nein.....gesteh den Menschen zu, daß sie mit viel Lasten durchs Leben laufen und oft genug einen Blitzableiter suchen.
    Das ist nicht gut......das ist nicht richtig.......gar keine Frage!

    Aber es entbindet dich ja vielleicht aus dem Denken, daß alle zu Dir böse sind.....

    kenzia

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    AW: Nicht alles so persönlich nehmen ...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wie schaffe ich es, nicht immer von jedem gleich das Schlechteste zu erwarten? Wie stelle ich es an, nicht alles so persönlich zu nehmen? Mich abzugrenzen? Soll ich gar nicht mehr auf sowas reagieren? Aber dann schlucke ich ja alles runter ...

    Wie macht ihr das???
    kann es sein, dass du es gewohnt bist, in extremen zu denken?

    am entspanntesten ist es, möglichst ohne erwartungshaltung durch die welt zu gehen und in ruhe erst mal zu schauen, was passiert. denn: du kannst eh nur das allerwenigste beeinflussen. was andere tun, kannst du überhaupt nicht beeinflussen.

    das ist nicht von jetzt auf gleich umzusetzen, aber es funktioniert gut, wenn man's mal verinnerlicht hat.

    was grundsätzlich hilft ist: neutrale haltung UND: erstmal davon ausgehen, dass dein gegenüber seine aufgabe bestmöglich macht. achtung: nicht verlagen oder erwarten, dass er das tut, sondern es als gegeben voraussetzen. das sind nämlich durchaus unterschiedliche haltungen.

    üb' das mal, es hilft.


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    AW: Nicht alles so persönlich nehmen ...

    Hallo Yogbubba,

    ich kann mich gut in dich hineinversetzen. Vor längerer Zeit hatte ich manchmal das Gefühl, nur von bekloppten, rücksichtslosen, ätzenden Menschen umgeben zu sein, die mich alle nerven.
    Es war eine Zeit für mich, in der ich sehr angestrengt war - allein erziehend mit einem relativ kleinen Kind, Vollzeitjob, nebenbei Treppenhäuser geputzt und total ausgebrannt. Da hätte ich manchmal am liebsten um mich getreten.
    Mit der Zeit wurde mein Leben ruhiger, ich habe es mir selber so eingerichtet, weniger gearbeitet, dafür weniger Geld, aber mehr Ruhe für mich und meinen Sohn. Und dann hat mich alles viel weniger genervt.
    Die Idee von der Stadt aufs Land zu ziehen finde ich nicht schlecht - oder vielleicht zumindest in einen Bereich der Stadt, der ruhiger ist (ich weiß ja nicht wo du wohnst). Dass man, wenn man nach Hause kommt, ein bisschen zu sich findet und abschalten kann. Vielleicht kannst du mehr in Parks oder am Stadtrand spazieren gehen und Aufenthalte in der Innenstadt ein bisschen reduzieren. Die Städte sind so eng und die Leute hocken so dicht aufeinander, da ist die Atmosphäre auch manchmal ein wenig "aufgeladen".
    Insgesamt muss frau echt kucken wo sie bleibt - da hilft vielleicht ein bisschen ausgleichender Sport, Yoga, Pilates, Thai Chi, Joggen, Spaziergänge ... vielleicht kannst du so ein wenig Abstand zu dem "Moloch" finden, der dich so nervt.

    "Nicht alles so persönlich nehmen" finde ich schon einen guten Ansatz. Mich nervt zum Beispiel vieles an meinem Job und ich habe mir manches Mal die Nerven damit ruiniert. Mittlerweile sage ich mir manchmal mantraartig: "es ist nur ein Job" ... Ein bisschen hilft es schon

    Alles Gute wünsche ich dir!!
    Sevi

  8. User Info Menu

    AW: Nicht alles so persönlich nehmen ...

    HAllo Yogbubba,

    hm....ich glaube du müsstest was an dir ändern- du bist im Großen und Ganzen mit dir nicht zufrieden.
    Irgendwann verhaftst du dich noch selber

    Schaue dir mal meine Fußvers an.

    LG
    Habe die KRAFT,zu ändern, was nicht mehr länger zu ertragen ist;
    die GELASSENHEIT, alles dass hinzunehmen, was nicht zu ändern ist, und die WEISHEIT, das eine vom anderen zu unterscheiden

  9. Inaktiver User

    AW: Nicht alles so persönlich nehmen ...

    Danke euch für eure Gedanken!

    Nicht, dass hier ein falsches Bild entsteht: ICH schreie und pöbele niemanden zuerst an und provoziere irgendwelche Reaktionen. Den Mann mit Hund habe ich angeRUFEN, nachdem der sehr wohl registriert hatte, dass Struppi die Kinder übelst anbellt und -knurrt und trotzdem nicht reagierte. Der Frau auf dem Fußgängerüberweg habe ich nicht auf ihr Auto geschlagen, sondern mit den Fingerknöcheln auf die Heckklappe geKLOPFT - wo ist denn da bitte die Androhung einer Anzeige gerechtfertigt?!

    Farmelli, ich mache nicht auf "gut erzogen" und "ich löffel alles auf", sondern ich versuche, andere so zu behandeln, wie ich selbst gern behandelt werden möchte. Ich dachte immer, das sei eine gute Voraussetzung, mit seinen Mitmenschen auszukommen, bedeutet aber leider nicht, dass andere es auch so handhaben, und schon funktioniert diese Idee nicht mehr.

    amazone41, ich bin tatsächlich gerade dabei, eine Wohnung in der nächsten Kleinstadt (15.000 statt 250.000 Einwohner) klarzumachen und hoffe, das klappt. ;) Klar ist das kein Garant dafür, dass dort alles toll ist, aber vielleicht läuft das Leben dort doch etwas weniger stressig und komprimiert ab, so dass die Leute (und auch ich) hoffentlich weniger bissig reagieren.

    Fica- und kenzia, ihr habt recht, viele sind mit Sicherheit einfach in Gedanken, mit sich beschäftigt und meinen es nicht böse und schon gar nicht gezielt MICH. Und klar passiert es mir auch, dass ich mal wen anrempele oder mir jemand ausweichen muss. Will ich gar net behaupten, sowas passiert im Alltag.

    Lizzie64, upps, mit der Frage "kann es sein, dass du es gewohnt bist, in extremen zu denken?" hast du mich erwischt! Ja, ich bin immer schnell mit Schwarz-Weiß-Denken bei der Hand ... Und eine gewisse Erwartungshaltung habe ich auch, das stimmt. In Richtung, wenn ich mich bemühe, möchte ich, dass das andere auch tun. Ist natürlich insofern Quatsch, das kann ich nicht beeinflussen. Erst mal gar nichts zu erwarten wäre sicher zuträglicher. Werde mal versuchen, dass mantra-artig zu üben ...

    Servie65, dir ging es also auch schon mal so? Hm, verstehe, wenn man, wie du in dieser Zeit, allgemein ziemlich abgekämpft ist, wird man auch dünnhäutiger. Gut, deine Tipps, sich Ruheinseln und Abstand zu schaffen, darauf werde ich jetzt mehr achten. Und wie gesagt, vielleicht klappt es in den nächsten 3 Monaten mit der Wohnung in der Kleinstadt. :)

    silberpfeil, also, ich kann nicht sagen, dass ich unzufrieden mit mir selbst bin ...

    Insgesamt ist es auch nicht so, dass ich denke, ich bin was Besonderes und erwarte eine prinzessinnenhafte Behandlung. Es ist eher so, dass mir das alles manchmal Angst macht und auch zu viel ist. Zu schnell, zu laut, zu hektisch, zu lieblos. Oft fühle ich mich unter den vielen Menschen einfach verloren. Ich bin eine kleine, zierlich Frau, die im Gedränge schnell mal anderer Leute Ellenbogen ins Gesicht kriegt, und diejenigen schauen sich nicht mal um. Und wenn mich dann noch wer anpöbelt, fühle ich mich schutzlos und unfair behandelt. Ich frage mich auch, ob mir jemand Fremdes helfen würde, wenn mich wer angreift - muss nicht gleich körperlich sein, laut verbal reicht ja auch manchmal schon.

    In letzter Zeit denke ich manchmal: "Haltet die Welt an, ich will aussteigen!"

  10. Inaktiver User

    AW: Nicht alles so persönlich nehmen ...

    Unsere Stadt ist größer - mehr als 700000 Einwohner - Bremen. Und dennoch ist Bremen ein Dorf.

    Mir sind einige der von dir aufgezählten Dinge auch schon passiert aber ich reagiere anders.

    Der Autofahrer der mich fast anfährt an der Ampel - da bleibe ich vor seinem Auto stehen und gucke ich an... meist merkt er selbst was er falsch gemacht hat und ich bin selbst Autofahrer, mir ist das auch schon passiert. Gar nicht mit Absicht!

    Oder die Menschen die in Gruppen gehen und mich nicht sehen - ich gehe weiter, ich quetsche mich nicht an die Hauswand - wo ich bin ist vorne. Die gehen schon zur Seite

    Der Radfahrer der mich auf einem Fußweg anrempelt fliegt vom Rad. Ich gehe aber auch nicht zur Seite und mache Platz. Der Fußweg gehört den Fußgängern. Ein bestimmtes Auftreten und keine Opferhaltung machen da wirklich ne Menge aus.

    Und ich gebe kein Trinkgeld wenn ich nicht zufrieden bin mit dem Service!

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