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  1. Inaktiver User

    AW: Ist man ohne Studium ein minderwertiger Mensch?

    Zitat Zitat von Lizzie64 Beitrag anzeigen
    ich finde, dass die gegenüberstellung von begrifflichkeiten, als seien sie gegensätze (und das passiert hier ganz schön häufig!) der diskussion hier in der sache schadet.

    ein arbeiter kann durchaus auch ein intellektueller sein! es gibt (na ja, früher gab es vermutlich mehr) auch arbeiter, die sehr belesen, gebildet, klug und reflektiert sind, und das macht doch einen intelektuellen aus, oder?

    es ist nicht erst intellektuell, wer studiert hat. und umgekehrt gibt es viele akademiker, die nicht besonders intellektuell sind, sondern höchstens fachidioten.
    dann war das falsch ausgedrückt, ich meine: Arbeiter versus Akademiker als soziale oder wie auch immer Schicht,
    und natürlich, ich sage auch, viele Intellektuelle haben nicht unbedingt einen akademischen Titel und auch umgekehrt

  2. User Info Menu

    AW: Ist man ohne Studium ein minderwertiger Mensch?

    Zitat Zitat von Lizzie64 Beitrag anzeigen
    ich finde, dass die gegenüberstellung von begrifflichkeiten, als seien sie gegensätze (und das passiert hier ganz schön häufig!) der diskussion hier in der sache schadet.

    ein arbeiter kann durchaus auch ein intellektueller sein! es gibt (na ja, früher gab es vermutlich mehr) auch arbeiter, die sehr belesen, gebildet, klug und reflektiert sind, und das macht doch einen intelektuellen aus, oder?
    ich denke, da verwechselst du was.

    diese intellektuellen kommen vielleicht aus arbeiterfamilien, wachsen aber in aller regel ueber das niveau ihrer herkunftsfamilie hinaus und nehmen schliesslich rollen ein, die ihrem geistigen niveau entsprechen.

    Zitat Zitat von Lizzie64 Beitrag anzeigen
    es ist nicht erst intellektuell, wer studiert hat. und umgekehrt gibt es viele akademiker, die nicht besonders intellektuell sind, sondern höchstens fachidioten.
    fachidiot kann jeder sein, der experte in einem gewissen gebiet ist. das hat mit der hochschulausbildung als solcher nichts zu tun.

  3. Inaktiver User

    AW: Ist man ohne Studium ein minderwertiger Mensch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ooh, so tolle Beiträge habe ich hier lange nicht mehr gelesen, ...

    Ich finde das total sexy, diese Unterschiede.
    Und es mag daher kommen, dass z.B. mein Vater alle erreichbaren akademischen Titel hat, aber nie etwas darauf gegeben hat, also seine besten Kumpels waren/ sind: Handwerker, glaube ich vor allem und dann die, mit denen er seine Hobbys teilt und das geht durch alle Schichten.
    Deshalb mag ich das auch in meinem Leben, die Vielfalt, ... und eben das, was wirklich zählt sind doch Gemeinsamkeiten z.B auch auf der Ebene der Toleranz, ....

    Ja Ost/west Unterschied gibt es auch, im Osten war und ist es nicht so wichtig ... meine ich. Was meinst du???
    ...ebent! es geht immer besser mit dem sowohl-als-auch anstatt entweder-oder.
    zwischen schwarz und weiß gibt es die ganze Palette der bunten Regenbogen farben - wie das Leben so ist...

  4. Inaktiver User

    AW: Ist man ohne Studium ein minderwertiger Mensch?

    @Sonderzeichen

    Zitat Zitat von Sonderzeichen Beitrag anzeigen
    es faellt nicht nur leichter, sondern es ist ganz normal. ich kenne diese situation selber nur zu gut. auch nach dem hochschulabschluss bleibt man der sozialen schicht, in der man grossgeworden ist, verhaftet.
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wie viele Schichten gibt es Deiner Meinung nach?
    Leider hast Du meine Frage nicht beantwortet, daher werde ich jetzt ohne weitere Informationen auf Deine Mutmaßungen antworten.

    Wenn es Deiner Meinung nach 2 Schichten gibt, nämlich Akademiker und Nicht-Akademiker, dann bin ich in meiner Schicht geblieben. Soweit kann ich Dir zustimmen. Hast Du jedoch ein klassisches Muster gemeint, gehören zu einer sozialen Schicht 5 bis 6 Gruppen.

    Siehe z.B. hier: Soziale Schicht

    Unter diesem Voraussetzungen wäre ich mal in meiner Schicht geblieben und mal nicht.

    Wie Eurynnia so schön formuliert hat, kann man auch sehr gut leben, indem man sich die Menschen aussucht die mit einem selbst auf einer Wellenlänge schwimmen, egal welcher Herkunft sie sind oder welchen Beruf sie haben.

    Zitat Zitat von Eurynnia Beitrag anzeigen
    ....oder alle Menschen sind für einen eben gleich, egal ob Strassenfeger oder Nobelpreisräger und man sucht sich eben die Mitmenschen aus, die mit einen selbst einfach auf einer Wellenlänge schwimmen, völlig unabhängig von Job und Einkommen? (Ich persönlich mache es auf jeden Fall so!)

  5. Inaktiver User

    AW: Ist man ohne Studium ein minderwertiger Mensch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Viel "besser"...

    Meine Freundin bekam in ihrer Ausbildung zur Facharbeiterin für Datenkommunikation das DOPPELTE des Gehalts meiner studierten Mutter, die an einem Gericht Urteile sprach.


    ?, das erlaube ich mir mal in Zweifel zu ziehen, als normaler Lehrling bekam man 90 oder 210 vielleicht auch, was sich dann steigerte, aber bestimmt nicht 400 überstieg, genau weiß ich es nicht. Aber sicher gab es ein staatlich einheitliches Lehrgeld.
    dann hatte deine Freundin ein zweites Gehalt, entweder machte sie neben der Arbeit eine Lehre, oder bekam von der Stasi oder der Partei ein zweites Gehalt oder sie war eine Spitzensportlerin, oder hatte eine irgendwie geartete Rente, vielleicht war sie ein Nachkomme verfolgter des Naziregimes, letztere waren auch priveligiert und das sicher zurecht.
    Geändert von Inaktiver User (24.02.2011 um 10:08 Uhr) Grund: missverständliches Geschreibsel

  6. Inaktiver User

    AW: Ist man ohne Studium ein minderwertiger Mensch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    ?, das erlaube ich mir mal in Zweifel zu ziehen, als normaler Lehrling bekam man 90 oder 210 vielleicht auch, was sich dann steigerte, aber bestimmt nicht 400 überstieg, genau weiß ich es nicht. Aber sicher gab es ein staatlich einheitliches Lehrgeld.
    dann hatte deine Freundin ein zweites Gehalt, entweder machte sie neben der Arbeit eine Lehre, oder bekam von der Stasi oder der Partei ein zweites Gehalt oder sie war eine Spitzensportlerin, oder hatte eine irgendwie geartete Rente, vielleicht war sie ein Nachkomme verfolgter des Naziregimes, letztere waren auch priveligiert und das sicher zurecht.
    Nein, nichts dergleichen.

    Aber lies nochmal richtig nach: Facharbeiter für Datenkommunikation (!!!) Computer in den steinzeitlichen Anfängen sozusagen. Hinzu kamen: rollendes Vier-Schicht-System und Zulagen.

    Summa summarum 1.600 Mark

    Und das ziehe ich mir nicht aus den Fingern. Sie bekam sogar eine Ausnahmegenehmigung, damit sie als Minderjährige Nachtschichten arbeiten "durfte".


    Das Kranke an dem ganzen System (von seiner Grund-Krankheit mal abgesehen ) waren die Schwerpunkte, die gesetzt worden sind. Aber das muss man einfach selbst erlebt haben. Staatlich geregelt - ich lach' mich tot. Das hätte man in der DDR ja mal zur Anzeige bringen können! Ich stelle mir gerade die Gerichtsverhandlung dazu vor (sorry, ironie-modus-jetzt-mal-wieder-off)

  7. Inaktiver User

    AW: Ist man ohne Studium ein minderwertiger Mensch?

    Hallo!

    Wirklich interessant diese Diskussion. Naja, und sooo weit weg vom Thema eigentlich nicht, wie ich finde... Denn hier wird doch deutlich hinter die Fassaden geblickt und ein System deutlich, warum ein Akademiker mal hoch angesehen ist und mal ein normaler Arbeitnehmer wie jeder andere auch. Ist nicht immer die öffentliche Meinung irgendwie wichtig.

    Vor allem ist doch wichtig, wer wird im Staat gebraucht und wer nicht? Richtet sich die Bezahlung nicht auch nach Angebot und Nachfrage bzw. nach dem, was die Arbeitsleistung an Geld wieder reinbringt oder wie viele Zwischenstationen es noch gibt, die ebenfalls mitverdienen wollen?

    Egal: ich kann mir jedenfalls gut vorstellen, dass in der DDR bereits gut erkannt wurde, dass die Datenkommunikation der STASI mal sehr wertvolle Dienste leisten kann. Natürlich wird sowas dann gefördert.

    Achja, und eine Frau im Westen wird heute auch diskriminiert, wenn sie nur halbtags arbeitet zu Hause aber weder einen Pflegefall noch mindestens ein Kind hocken hat. Die kann sich auch blöde Sprüche ihrer Kolleginnen anhören, wenn sie etwas früher ins Feierabendhorn stößt. Soviel dazu... In der DDR schätze ich mal war es nicht gern gesehen, wenn eine Frau zu Hause bleibt, weil das System zu wenig Einfluss auf sie ausüben konnte. Genauso hatte sie sicher zu viel Zeit zum Nachdenken

    Allgemein ist es aber wohl auch so gewesen, dass in der DDR die Arbeitsplätze sicher waren. Da musste man sich nicht unbedingt in eine "gute" Position schaffen, um seine Existenz zu sichern. Naja, eh klar, der Kapitalismus lässt natürlich grüßen: haste was, biste was. In den Niederlanden soll die Schere zwischen Arm und Reich auch sehr klein sein - und die Menschen dort sind mit die glücklichsten in Europa.

    LG



    Knuddelwuddel

  8. Inaktiver User

    AW: Ist man ohne Studium ein minderwertiger Mensch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ..ich meine, wenn du verheiratet warst, musstest du nicht arbeiten. Ich kenne den Osten, habe ihn selbst bis zum jungen Erwachsensein erleben "müssen". Mich macht es sauer, wenn ich von Westfrauen höre, na die mussten doch arbeiten, so ist es nun auch nicht gewesen, obwohl ich den "assozialen" Paragraphen auch kenne und ihn für einen Beweis der Unmenschlichkeit halte, .... Heißt: Ich will nichts schönreden! Ich weiß von Fällen in meiner Familie, in der die Frau zu Hause bleiben sollte, der Mann wollte das so und sie wollte arbeiten und dies war der Scheidungsgrund. Es heißt:
    Das Bedürfnis nach Emanzipation gab es bei einigen Menschen unabhängig vom verordneten, verlogener Gleichberechtigungspolitik der DDR, ebenso feministische Forderungen , wie gegen die Doppelbelastung, die Frauen als Mutter und engagierte Wissenschaftlerin, z.B. hatten.




    Auch das hatte seine Kehrseite, ..., ich meine z.B. gesundheitliche Aspekte. Aber ja, zumindest für die Kinder, also meine Generation, war es selbstverständlich, dass ihre Mütter arbeiten gingen. Und alle Konsequenzen daraus, auch eine Scheidung war nicht dasselbe, was es im Westen war usw.






    Die DDR hatte keine ehrliche Lösung dafür, das ist m.M. nach falsch. Sonst hätte sich niemals der Unabhängige Frauenverband gegründet, z.B., der politisch verfolgt wurde. Es gab kaum Entscheidungsfreiheiten. Und war keine Lösung, ich meine sogar, dass wir heute weiter sind, von den Umständen, aber nicht unbedingt in den Köpfen. Das Denken hat der Osten nicht gefördert, und so sehnten sich einfach viele an den Herd, ... so etwa

    trotzdem ich bin begeistert, welche Spannweiten dieser Thread eröffnet.

    Ich habe das ja nun live miterlebt im Osten: Also die meisten Frauen mussten arbeiten, damit die Familien überhaupt finanziell über die Runden kamen. Meine Mutter hatte schon das Privileg, teilzeit arbeiten zu dürfen, weil mein Vater sehr gut verdient hat. Meine Schwiegermutter hingegen musste trotz ihrer 5 Kinder!!! Vollzeit arbeiten und hatte den gesamten Haushalt alleine an der Backe!
    Ja, viele Frauen waren nicht emanzipiert, sondern eher Maschinen, die funktionieren mussten.
    Das war verlogen.
    Aber heute ist auch vieles verlogen (aktuell am Beispiel zu Guttenberg zu erkennen).
    Ich selber konnte nicht studieren, habe keine Minderwertigkeistprobleme deswegen, weil ich in meinem Job gut bin.
    Aber ich lerne leider des öfteren Menschen kennen, die sich wichtig fühlen und das raushängen lassen, dass sie superklug sind. Ich finde das nicht angenehm und kann mir nunmal beim Kennenlernen nicht aussuchen, mit wem ich rede. Und es sind sehr viele Menschen, die so denken und mir ist das einfach zu viel und es nervt eben einfach.
    Dass der Schein heute das Wichtigste ist (wie schon vor 500 Jahen, also wohl eher keine Weiterentwicklung erfolgt...), zeigt die aktuelle Situation in der Politik mehr als deutlich.

  9. Inaktiver User

    AW: Ist man ohne Studium ein minderwertiger Mensch?

    Die Quintessenz ist dann wohl, dass wir alle rein intellektuell sehr wohl wissen, dass ein Mensch ohne Studium nicht minderwertig ist. Auch nicht per se! Im Kontext dazu steht aber der Mensch in seiner Eigenart, sich ständig gegen die Umwelt messen zu müssen. Er will wissen, wer er ist, wo er steht. Und die ganz defizitären Schlaumeier haben herausgefunden, dass das sogar geht, indem man seinen Mitmenschen einfach mal herabsetzt, ohne sich selbst durch irgendeine besondere Leistung hervorgetan zu haben.

    Ich würde sagen: So ist es nun mal und so wird es immer bleiben

  10. User Info Menu

    AW: Ist man ohne Studium ein minderwertiger Mensch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    @Sonderzeichen
    Leider hast Du meine Frage nicht beantwortet, daher werde ich jetzt ohne weitere Informationen auf Deine Mutmaßungen antworten.
    ich dachte, dass workingheart diese frage sehr gut und ganz in meinem sinne beantwortet hat. wieviele schichten es gibt, haengt davon ab, wie man sie definiert.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wenn es Deiner Meinung nach 2 Schichten gibt, nämlich Akademiker und Nicht-Akademiker, dann bin ich in meiner Schicht geblieben. Soweit kann ich Dir zustimmen. Hast Du jedoch ein klassisches Muster gemeint, gehören zu einer sozialen Schicht 5 bis 6 Gruppen.
    ich weiss nicht, ob man 5 oder 6 gruppen braucht, aber 2 ist definitiv zu wenig.

    ich wuerde die fuehrungselite, hochrangige politiker, wirtschaftsbosse, prominente usw. am einen ende des spektrums sehen und das "prekariat" am anderen.

    dazwischen wuerde ich mindestens zwei schichten unterscheiden: untere mittelschicht - arbeiter, facharbeiter, kleine angestellte, im grunde das gros der lehrberufe. dazu auch kleinunternehmer.

    zur gehobenen mittelschicht gehoert dann eher das bildungsbuergertum, das gros der akademiker, aerzte, rechtsanwaelte usw. das sind leute, fuer die das abitur immer schon eine selbstverstaendlichkeit war, die auch immer wussten, dass sie sich vom durchschnitt abhoben.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wie Eurynnia so schön formuliert hat, kann man auch sehr gut leben, indem man sich die Menschen aussucht die mit einem selbst auf einer Wellenlänge schwimmen, egal welcher Herkunft sie sind oder welchen Beruf sie haben.
    das ist schon richtig, aber die gleiche wellenlaenge ergibt sich meist aus gemeinsamkeiten, und diese entstehen nicht selten durch zumindest annaehernd gleiche schichtzugehoerigkeit.

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