Hallo Kuddelwuddel,
genau das gleiche Problem habe ich auch! Ich bin auch auf der Suche nach dem ultimativen Trick für ein gutes Netzwerk.
Die Kategorien hat Cariad gut benannt - nur wo findet man diese Leute?
In den letzten Jahren mache ich die Erfahrung, dass sich alte Bekanntschaften/Freundschaften auflösen, aber keine neuen mehr dazukommen. Leider ist es so, dass mir viele Leute in "meinem Alter" nicht so viel zu sagen haben - die sind mir zu "erwachsen" und auch zu spießig. Und das, obwohl ich auch keine flippige Alternative bin. Viele auf unserem Dorf haben Familie und Haus und sind vielleicht im Sportverein, beim Pfarrgemeinderat oder bei der Feuerwehr. Erkennungszeichen der Familien sind die berühmten Tatzenjacken und Fahhradhelme. Ich habe mit den "Familien" auch gar keine Berührungspunkte, da ich weder im Mütter-Netzwerk (KiTa, Elternbeirat, etc.) bin, noch in einem der dörflichen Vereine.
Interessant ist jedoch, dass ich mich mit meinen Kolleginnen (teilweise auch Mütter mit Fahrradhelmen) gut verstehe - wir treffen uns auch in der Freizeit.
In der Großstadt neue Kontakte zu knüpfen ist auch schwierig. Habe es mal mit New-In-Town versucht, leider blieb es bei One-Evening-Kontakten.
Bei aller Kontaktsucherei: Man muss sich natürlich auch ganz ehrlich fragen: Wieviel Zeit und Energie habe ich denn neben Partner&Familie&Arbeit&Hobbies&Sport denn wirklich für NEUE Kontakte??
Mir geht es oft so, dass ich in einer ruhigen Minute gerne neue Kontakte hätte, aber in Wirklichkeit kaum dazu komme, die alten oft genug zu treffen. Schwierig Schwierig......
Ich finde deine Idee mit den Karteikästen übrigens genial! Sowas will ich auch unbedingt machen, denn oftmals hat man doch mehr Bekannte, als man meint. Fang' doch einfach mal an, alle Bekannten aufzuschreiben, samt Geburtstag, aktueller Mail- und Telefonnummer und Hobbies. Dann kannst du alle nacheinander runterkontakten (Mail, Telefon, etc). Schon ergeben sich wieder neue Treffen.
Wo wohnt ihr denn? Dorf - Kleinstadt - Großstadt? Was für (ausbaufähige) Hobbies hast du denn?
Chennai
Antworten
Ergebnis 11 bis 20 von 30
-
17.02.2011, 14:07
AW: Wie knüpfe ich ein gutes Beziehungsnetz? - Von 0 auf 100
-
17.02.2011, 14:22Inaktiver User
AW: Wie knüpfe ich ein gutes Beziehungsnetz? - Von 0 auf 100
@Chennai: Ich habe im Internet gute Erfahrungen gemacht, wenn man sehr konkret nach Hobbies oder Interessen sucht (zum Beispiel war es relativ einfach, Sportpartner in der Nähe zu finden). Mit dem Versuch, einfach nur "neue Freundinnen" zu finden, bin ich auch mehr oder minder gescheitert. Aber wenn man sich eine Zeit lang mit genügend Menschen zum Klettern, Tanzen, Stricken, Kochen, Joggen ... trifft - dann entsteht mit der Zeit auch die eine oder andere neue Freundschaft.

Grüße, Cariad
-
18.02.2011, 11:04Inaktiver User
AW: Wie knüpfe ich ein gutes Beziehungsnetz? - Von 0 auf 100
Geht es hier wirklich um Freunde, wie das Unterforum "Persönlichkeit" und der Buchtitel "Finde Freunde, bevor Du sie brauchst" nahelegen?
Oder um ein Netzwerk, in dem sich Geld verdienen oder sparen lässt?
Meines Erachtens ist dies ein erheblicher Unterschied.
Freundschaften folgen bei mir vollkommen anderen Regeln, entstehen, funktionieren und enden anders als Netzwerkverbindungen.
Ich empfinde Unbehagen angesichts der Ambivalenz, mit der beides hier (und nicht nur hier) vermischt wird.
Cheers,
NM
-
18.02.2011, 11:33
AW: Wie knüpfe ich ein gutes Beziehungsnetz? - Von 0 auf 100
Ich denke, dass die Bereiche privates Netzwerk und Freundschaft durchaus eine Schnittmenge bilden und Freundschaften meist aus Netzwerken (= Bekannte, Kollegen, Vereinsmitglieder) entstehen.
Zudem ist es schwierig, sich Freunde gezielt zu suchen. Strategisches Vorgehen ist eigentlich nur bei privaten Netzwerken möglich.
Ich unterscheide allerdings zwischen privaten Netzwerken und beruflichen Netzwerken. Ein potenzieller Kunde oder Auftraggeber dient natürlich materiellen Zwecken. Die Sportbekannte, oder die nette Frau aus dem Töpferkurs sehe ich nicht als materiell verwertbare Kontakte sondern als Kontakte für "die Seele". Auch wenn es keine tiefen Freundschaften sind, so geht es bei privaten Kontakten ja um gemeinsames Wohlbefinden.
Echte Freunde gibt es denke ich, selten.
Ich glaube, es fehlt im Deutschen so der Zwischenschritt zwischen losem Bekannten, mit dem man ein kurzes Schwätzchen hält und dem Blutsbruder-Freund. Und um diesen Zwischenschritt geht es aber den meisten, die "Freunde" suchen.
Chennai
-
18.02.2011, 12:00
AW: Wie knüpfe ich ein gutes Beziehungsnetz? - Von 0 auf 100
Danke, du hast mein anfängliches Unbehagen sehr genau auf den Punkt gebracht!

Zwischen Offenheit, echtem Interesse oder bewusst strategischem Vorgehen zur - sagen wir es offen, auch wenns nicht alle zugeben würden - Nutzenmaximierung liegt für mich eben auch ein gewaltiger Unterschied.
Beruflich und privat würde ich auch (fast) immer trennen - in manchen Positionen muss man das sogar, sonst kann man nicht mehr zwischen "Freunden" und "Nutzniessern" unterscheiden.
Letztendlich ist das aber natürlich eine Frage der richtigen Einschätzung.
-
18.02.2011, 12:07
AW: Wie knüpfe ich ein gutes Beziehungsnetz? - Von 0 auf 100
-
18.02.2011, 12:19Inaktiver User
AW: Wie knüpfe ich ein gutes Beziehungsnetz? - Von 0 auf 100
@Elwyn und NM: Mein berufliches Netzwerk besteht nicht aus potenziellen Kunden oder Auftraggebern, sondern aus Menschen, die sich mit den gleichen beruflichen Fragen auseinandersetzen: Menschen aus anderen Unternehmen mit ähnlichen Arbeitsgebieten, Frauen, die beruflich weiterkommen wollen, und so weiter. Nur zur Erklärung.
Die "Freundschaft auf den ersten Blick", bei der man sich zufällig begegnet und sofort über Gott und die Welt reden kann, gibt's leider nicht so oft. Ein gemeinsames Thema (sei es nun ein Beruf oder ein Hobby) ist eben eine gute Grundlage.
Grüße, Cariad
-
18.02.2011, 12:20
AW: Wie knüpfe ich ein gutes Beziehungsnetz? - Von 0 auf 100
Mir fehlt eben der Begriff zwischen Bekanntem und Freund.
Denn diese privaten Kontakte, die die meisten suchen - ich auch - liegen eben überhalb dem Bekanntschaftslevel und unter dem Busenfreundlevel.
Genau diese Art von privaten Kontakten die Cariad so gut beschrieben hat.
Und ich finde dass man sich diese schon "strategisch" suchen sollte - sie klopfen schließlich nicht an die Haustür. Ob nun aus der netten Joggingpartnerin mit der man im Anschluss einen Kaffee trinken geht, nun die beste Freundin wird, das weiß man vorher natürlich nicht.
Ich setze "strategisches Suchen" auch nicht mit "Ausnutzen" der Kontakte gleich.
Wie baut man sich denn "unstrategisch" ein privates Netzwerk auf ?!?
Chennai
-
18.02.2011, 13:06Inaktiver User
AW: Wie knüpfe ich ein gutes Beziehungsnetz? - Von 0 auf 100
Hallo Elwyn!
Ich mag sowas auch nicht besonders, daher habe ich ja auch keine oberflächlichen Kontakte. Aber mittlerweile verstehe ich, warum sie nützlich sein können und dass eigentlich nichts Verwerfliches daran ist. Ganz wichtig ist wohl auch, dass beide sich der Oberflächlicheit bewusst sind und nicht zu viel vom anderen erwarten. Und vor allem ist wohl wichtig, dass man auch seine tiefergehenden Beziehungen hat, die natürlich am wichtigsten sind. Tja, und ein wenig investieren muss man da eben auch, um nicht selber als Schmarotzer wahrgenommen zu werden.Allerdings eher andersherum, denn ich bin derzeit von zweckgerichteten, oberflächlichen Bekanntschaften eher enttäuscht. Ich frage mich, ob das so schön ist, nur dann interessant zu sein, wenn und solange ich jemandem von "Nutzen" bin?
Jepp. Als ich den Titel des Buches zum ersten Mal gelesen hatte, dachte ich auch: oh je, wie oberflächlich und fies. Aber der Autor meint es tatsächlich nicht sooo oberflächlich wie angenommen. Er sagt auch lieber ein paar gute Beziehungen als viele allzu oberflächliche. Und ganz wichtig, dass man eben nicht nur darauf guckt, was einem der andere bringt sondern selber auch von Nutzen für andere sein. Also wenn ich jetzt jemanden wirklich gar nicht mag, dann würde ich wohl lieber auf seinen Nutzen verzichten, als mich mit ihm rumzuärgern. Aber letztlich sind auch solche Menschen wiederum Teil des Netzwerkes von Leuten, die vielleicht dann mal in meinem Netzwerk landen. Und irgendwie kann man sich manchen unangenehmen Zeitgenossen schwer ganz vom Hals halten. Und es gibt sicher viele Menschen, die man nicht unbedingt mögen kann, die man aber irgendwie respektiert und bei denen sich nicht gleich der Magen umstülpt, wenn man sie trifft, die einem aber auch ziemlich nützlich sein können.Der Autor ist mit Sicherheit ein Amerikaner, oder? Ich denke, in Amerika gehen die Leute mit dem Begriff "Freunde" ohnehin oberflächlicher und zweckgerichteter vor. Bis zu einem gewissen Mass finde ich das in Ordnung - zumal dann, wenn man sich wirklich gegenseitig helfen kann, Interessen ehrlich teilt und das auch von Herzen kommt.
Auch oberflächliche Beziehungen müssen gepflegt werden, was Zeit und Energie kostet. Also es gibt sooo viele Menschen, schließlich sind wir ja überbevölkert. Da kann man sicherlich auch ein bisschen auswählen, wen man nun in sein Beziehungsnetz wirklich einflechten möchte, wer einfach nur nebenbei mitläuft oder auf wen man gerne verzichten möchte.
Wichtig ist es nur noch herauszufinden, was möchte ich erreichen mit meinem Beziehungsnetz. Und dann gezielt auf die Suche gehen. Ich habe schon überlegt bei Facebook einfach Leute anzuschreiben. Bei dem ein oder anderen funktioniert's vielleicht. Und ich werde mich wohl eher auf die konzentrieren, die weiter weg wohnen, um nicht gleich Gefahr zu laufen, zum Kaffee trinken gehen zu müssen. Vielleicht auch aus dem Ausland, dann könnte ich endlich mal meine verschütteten Sprachkenntnisse wieder auffrischen. Ich weiß noch nicht genau, was ich will und was realistisch ist.
Das seh' ich genauso. Und ich denke und hoffe, dass es auch wirklich nicht unbedingt sein muss.Wenn es aber in Richtung "Sympathie vorspielen" geht, und zwar nur wenn und solange der Umworbene ja mal den eigenen Interessen nützen könnte, dann hat das für mich seine Grenzen. Das mag ich nicht, auch nicht im blossen Bekanntenkreis!
Ja, da hast du sicher recht. Deshalb fragen die Leute einen ja auch gleich im zweiten Satz, was man beruflich so macht. Dann können Sie sich nämlich jede weitere Energieinvestition sparen, wenn es eine Putzfrau oder Hausfrau o. ä. sein sollte. Eine gute Putzfrau könnte sicher auch irgendwie von Nutzen seinAusserdem ist mein Job eiiiigentlich niemandem direkt von Nutzen, weshalb ich in dieser Hinsicht auch nicht "umworben" werde. Meine Dienstleistung ist kostenlos. Was soll ich dann wem gross anbieten oder gar vorspielen. Ich kenne aber Leute, die bewusst Ärzte, Anwälte und sonstwen um sich scharen...die Putzfrau oder Verkäuferin von nebenan ist dagegen nicht so interessant.
Aber man orientiert sich doch schon nach oben oder zumindest eben schon in beruflich höhere und nützlichere Sphären. Ja, diese Leute gibt's, die jede Menge Hochkaräter um sich zu scharen wissen 
Sei nicht so traurig, wenn du nicht umworben wirst. Ist auch nicht immer so toll, wenn einem die Leute auf den Pelz rücken, weil sie sich etwas davon versprechen.
Wenn man berufliches anzubieten hat, so möchte man ja doch ein wenig Geld dafür sehen. Wovon soll man sonst leben? Wir haben halt oft den Fehler gemacht, dass wir's dann nicht übers Herz gebracht haben, den Leuten, die man doch nun so schön kennen gelernt hat, auch noch so viel Geld abzunehmen. Das muss man wohl auch lernen. Vor allem eben abzugrenzen, welche Bekannten in welche Kategorie gehören. Und das Tauschverhältnis muss irgendwie ausgewogen sein, sonst kommt einer sich immer benutzt vor. Also müsste man noch etwas anderes haben, was man ins Beziehungsnetz einwerfen kann. Gefälligkeiten halt, wie z. B. Korrekturlesen oder sowas. Ich überlege noch, was das für mich sein könnte.
LG
Knuddelwuddel
-
18.02.2011, 13:09
AW: Wie knüpfe ich ein gutes Beziehungsnetz? - Von 0 auf 100
Jaja, das sehe ich genauso, klar!
(Bei den amerikanischen Büchern bin ich trotzdem skeptisch, aber ich muss mich ja nicht wiederholen!)
Im allerweitesten Sinne ist das sicherlich immer irgendwie "strategisch", wenn du es so meinst!Und ich finde dass man sich diese schon "strategisch" suchen sollte - sie klopfen schließlich nicht an die Haustür. Ob nun aus der netten Joggingpartnerin mit der man im Anschluss einen Kaffee trinken geht, nun die beste Freundin wird, das weiß man vorher natürlich nicht.
Ich setze "strategisches Suchen" auch nicht mit "Ausnutzen" der Kontakte gleich.
Klar hört man auf gemeinsame Interessen, macht Vorschläge zu Unternehmungen, die den anderen vielleicht auch gefallen könnten, teilt gemeinsame Themen. Und das muss niciht gleich die beste und tiefste Freundschaft sein. Ist das schon Strategie im Sinne des Buches? Ich find das so in dieser Form einfach normal, auch ohne Karteikasten.
Es mag aber Leute geben, die so etwas wie Sympathie auch sehr geschickt vorspielen können, um "Leute" zu haben, auf die sie zurückgreifen können. Scheint aber nur mir so zu gehen (und immerhin vielen Prominenten), dass ich auch schon auf Blender oder Schleimer reingefallen bin. Wenn man solchen Leuten nichts mehr nützt, sind sie schnell weg. Und die klagen selten über ein zu kleines Netzwerk, weils für sie austauschbar ist.
Für sowas hätte ich gerne eine bessere Antenne, ohne gleich das Netzwerken aufzugeben!


) gut verstehe - wir treffen uns auch in der Freizeit.
Zitieren

