Hallo!
Ich bin ziemlich frustriert... Ich könnte ja doch noch ein bisschen was erreichen im Leben. Wenn ich bloß richtig wüsste, was ich will. Ständig bin ich zerrissen und weiß nicht so recht, was ist es, was ich selber wirklich will und was tue ich vielleicht nur, weil es von mir (allgemein) erwartet wird oder weil ich denke, dass es halt so sein muss???
Ich fange gleich mal mit ein großen Problem an. Den sozialen Kontakten... Bin ich irgendwie krank? Ich bin schon auf dem Trip, dass ich irgendwie vielleicht Autist bin oder so. Ich frage mich immerzu, wie andere das hinkriegen, die einige Kontakte pflegen: Mama, Papa, Geschwister, Freundeskreis, berufliche Kontakte. Dann noch ein Privatleben haben und im Beruf gute Leistungen bringen.
Also was ich schon mal sagen kann ist, dass mein komplettes Leben ziemlich desorganisiert ist und absolut ineffektiv. Ich kann mich nicht gut entscheiden für einen Job oder was auch immer. Denn ständig und überall hat man mit Menschen zu tun - und genau da komme ich einfach nicht weiter.
Ich fühle mich total fremdbestimmt, wenn ich mit anderen zu tun habe. Die sind sich meist ihrer selbst sicher, geben irgendwelche Themen an oder Dinge, die sie tun oder zeigen möchte. Ich habe mich leider so entwickelt, dass ich mich komplett zurücknehme. Nicht nur, weil ich vielleicht gar nicht so richtigen Antrieb habe, überhaupt irgendwas mit meinem Leben zu machen. Aber sicherlich auch das. Ich habe auch nicht viel Lust, das mit anderen zu teilen, mag es nicht, wenn jemand seine Nase in meine Angelegenheiten steckt.
Ich kann übers Internet mit Leuten schreiben, achte aber natürlich peinlich genau darauf, nicht zuviel von mir preiszugeben. Und auch mit Leuten, mit denen ich irgendwann mal persönlichen "Kontakt" hatte, weil wir mal zusammen in die Schule gingen, habe ich schon ein paar Mailwechsel geschafft. Doch sobald es heißt, man könne ja mal telefonieren oder nen Kaffee trinken geh'n - die hören nie mehr von mir...
Ich fühle mich total überfordert mit sozialen Bindungen, aber so richtig zufrieden bin ich da auch nicht mit.
Vor allem, wenn ich dann sehe, dass eine Promiparty steigt und jemand, der eben so richtig kontaktfähig ist dort mit dabei ist und sich unters Volk mischt, als gäbe es nichts natürlicheres. Irgendwie komme ich mir da gleich doppelt blöde vor. Also irgendwie hat es ja auch was mit persönlichem und beruflichem Erfolg zu tun, ob man gute Kontakte hat oder nicht.
Ich habe bisher auch eigentlich nie von mir aus Kontakte gesucht. Wenn, dann haben sie meist mich gefunden. Und oft war ich nicht so wirklich begeistert von der Entwicklung dieser Geschichten - eher im Gegenteil.
Wenn ich nun selber Kontakte suchen würde, ich hätte wohl auch Angst vor Ablehnung oder blöd rüberzukommen. An die tollen Typen traue ich mich nicht ran. Und die Loser kommen eh von selber zu mir. Mit denen will auch keiner und dann sind sie wenigstens nicht so allein. Meistens hänge ich mich dann auch automatisch an die, die eben offensichtlich nicht so gut in eine Gruppe passen und dann wenigstens noch ganz froh mit mir sind - aber meist wie gesagt, kommen die dann auch auf mich zu.
Probleme sind z. B. schon die Finanzen. Kontaktpflege kostet ja schon irgendwie Kohle: geh'n wir nen Kaffee trinken... Fahren wir da und da mal hin... Gehen wir einkaufen... Gehen wir aus... Der und die hat Geburtstag, wir wollen ihr doch was schenken... Naja und ich bin oft einfach unsicher, wann ich wieder definitiv dran bin, um was zu unternehmen oder dem anderen einen Gegengefallen zu erweisen. Soziale Fellpflege halt.
LG
Knuddelwuddel
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 12
-
07.02.2011, 13:35Inaktiver User
Wer bin ich? Was will ich? Hilfe!
-
07.02.2011, 16:41Inaktiver User
AW: Wer bin ich? Was will ich? Hilfe!
Magst du andere Menschen denn?
-
07.02.2011, 16:51Inaktiver User
AW: Wer bin ich? Was will ich? Hilfe!
Wie alt bist Du?
War das schon immer so?
-
08.02.2011, 12:54Inaktiver User
AW: Wer bin ich? Was will ich? Hilfe!
Tja, das ist wohl die Frage. Im Grunde vielleicht schon. Aber ich bin leider so erzogen, immer auf die schlechten Seiten zu gucken. Und ich komme mit den negativen Seiten nicht so wirklich klar, fürchte ich. Und man findet da wohl bei jedem was, wenn man es sucht...Magst du andere Menschen denn?
Es fühlt sich für mich aber immer so an, dass die anderen sich gewissermaßen so weit ausdehnen und ich keinen Platz mehr habe. Ich bin auch überzeugt, dass es was damit zu tun hat, dass ich mich selber immer noch nicht gefunden habe und mich zu sehr von anderen "leiten" und beeinflussen lasse?! Heißt, die anderen wissen wer sie sind, was sie wollen und handeln dementsprechend. Und meinereiner lässt sich da vielmehr etwas treiben und ist dann irgendwie unzufrieden. Und mangels Übung mit sozialen Kontakten weiß ich auch gar nicht so recht, wie das alles funktioniert. Und ich achte peinlich genau darauf, dass mir niemand zu nahe kommt. Also, es geht niemanden was an, was ich in meinem Privatleben tue undsoweiter. Zum großen Teil liegt das wohl daran, dass ich eben nur dahin lebe im Grunde, zwar immer irgendwas am Wurschdeln bin aber das eher peinlich wäre auch noch zu erzählen. Ich bin sehr passiv und erlebe quasi nicht viel in meinem Leben. Also eher weniger als Gesprächsstoff geeignet. Okay, wenn man ein wenig in Übung ist, kann man diese Themen eh geschickt umgehen. Ich weiß auch nicht... Bin rhetorisch total unbrauchbar...
Bin Mitte 30 und es war schon so seit dem Gymnasium. An vorher kann ich mich nicht so wirklich gut erinnern. Es gab zu Grundschulzeiten zumindest ein paar Kontakte. Immer jedoch gingen die von anderen aus. Und sie haben sich halt auch immer nach einiger Zeit wieder zerschlagen. Zum einen habe ich mich wohl nicht wirklich wohl gefühlt damit? Zum anderen war es möglicherweise auch einseitig mit der Pflege und als die anderen nichts mehr unternommen hatten, war's das eben auch.Wie alt bist Du?
War das schon immer so?
Als kleines Kind hatte ich wohl keine Probleme einfach fremde Menschen anzusprechen, war sehr lebhaft. Aber das hat sich dann mit der Zeit gegeben. In der Grundschule war ich auch schon mehr zurückhaltend. Und auf dem Gymnasium wurde es dann schlimmer. Der Beginn der Pubertät könnte auch damit zu tun haben.
Tja, ich weiß selber nicht, wie ich das jetzt so angehen soll, das Thema. Bin ja hier genauso verplant und ahnungslos wie in anderen Lebensbereichen auch. Ich sollte vielleicht dazu sagen, dass eine Art Sozialphobie schon bei meiner Oma exisitiert hat, sich bei meinem Vater fortsetzte und ich bin die nächste Glückliche, die sich damit rumärgern darf.
Mit zu dem Thema gehört wohl, dass man zu Hause eigentlich immer nur kristisiert wurde und es viel Stress gab. Wenn über andere gesprochen wurde, wurden meist die negativen Seiten erklärt usw. Hat sich halt auch alles auf mich übertragen und ich habe dann natürlich auch immer wieder solche schlechten Erfahrungen machen müssen und eben auch die Erfahrung gemacht, dass man komischerweise das kriegt im Leben, was man am meisten fürchtet. Deshalb denke ich oft, da oben macht sich irgendjemand über mich lustig
Ich gehöre zu den Menschen, die eben nichts aus ihrem Leben machen und hübschere und erfolgreichere Menschen irgendwie beneiden um ihre Lebenskraft und -fähigkeit, Kontaktfähigkeit und die Zufriedenheit, die sie ausstrahlen. Ich gucke leider viel zu viel nach anderen und vergleiche mich zu viel mit ihnen. Ganz langsam lerne ich vielleicht mal, mich selber zu entdecken. Und ich bin frustriert, dass mir so viel Zeit im Leben für Sinnloses verloren gegangen ist. Ich kann das ganz schwer akzeptieren, dass mein Leben eben bisher so und so verlaufen ist.
Wenn ich quasi etwas habe, was ich gerne mal ausprobieren möchte, beruflich z. B. habe ich ein paar Ideen und jede wird gewissermaßen wieder auf Eis gelegt, weil: da habe ich ja wieder mit Menschen zu tun und das traue ich mir nicht wirklich zu, habe Angst an die Falschen zu geraten oder irgendwie unter die Räder zu kommen, abgelehnt zu werden oder mit deren Tempo und Energie nicht mithalten zu können.
Im Grunde müsste ich das wohl alles von Grund auf lernen. Wie man Kontakte herstellt, sie ausbaut, Small Talk hält etc. Aber die Zeit fehlt mir wieder, mich fachlich irgendwie zu bilden, was mir aber auch nichts bringen würde, wenn ich nicht mit anderen Menschen umzugehen weiß. Denn sooo toll bin ich fachlich ja auch nicht, dass sich so ein Mangel irgendwie ausgleichen ließe.
Mich beschleicht eben noch so der Verdacht, dass man vorher einfach eine gefestigte Persönlichkeit sein muss, die weiß, was sie im Leben will und ihren Weg nicht aus den Augen verliert, wenn sie in ein soziales Netz eingebunden ist mit vielen, vielen Menschen, denen ich teilweise auch wie gerufen komme, um sie bei ihren Lebenszielen zu unterstützen. Also: ich habe richtig Angst, mich selbst komplett zu verlieren, wenn ich voll im Treiben bin. Die anderen leben ihr Leben und ich lasse mich überall nur so mitziehen und lasse mich ausnutzen. Auch eine große Angst von mir.
Ich könnte jetzt sagen, man muss ja nicht viele Kontakte haben und so. Aber richtig zufrieden bin ich mit meinem Einsiedlerleben auch nicht wirklich. Und ich frage mich, ob ich das tatsächlich bin, jemand ohne Kontakte.
LG
Knuddelwuddel
-
08.02.2011, 14:06
AW: Wer bin ich? Was will ich? Hilfe!
Liebe Knuddelwuddel,
ich kann mich in das, was du sagst, sehr gut hineinversetzen, obwohl ich von Typ her diametral gegensätzlich bin. Einige Gedanken bzw. Aspekte:
Einerseits wirkst du so, als würdest du dich selbst unheimlich stark verurteilen. Die wenigsten deiner Urteile werden dir bewusst sein; sie laufen schon so automatisiert und nebenher ab, dass man das Sich-selbst-Fertigmachen garnicht mehr als solches erkennt oder spürt.
Deshalb kritisierst du vielleicht auch andere Menschen stark ("schaust auf ihre schlechten Seiten") - denn das sind die Momente, in denen nicht immer nur DU "die Schlechte" bist , sondern "wenigstens" die anderen auch. Da kannst du dich für eine Nanosekunde überlegen fühlen. (Die Selbstkritik kehrt natürlich postwendend zurück.) In deinem Elternhaus hat vermutlich eine Atmosphäre des Klassifizierens und Urteilens geherrscht? Davon kannst du dich heute lösen - auch weil sich selbst so schlecht zu behandeln, sehr viel Kraft kostet.
Du wirkst weiters so, als würdest du dich den allgemeinen oberflächlichen Werten zugleich unterwerfen und widersetzen. Überleg mal, guck mal HINTER die Fassaden der Menschen, die etwas "aus sich machen". Jaja, die haben alles im Griff, sind selbstbewusst, haben ein tolles aussehen, schicken Job, super Netzwerke, interessantes Hobby, süße Familie, ehrgeizige Sportziele... glaubst du das wirklich?
Das ist doch die Fassade, die jeder aufrecht erhält (oder derzeit NOCH sehr viele), das ist doch die FORM, nicht der INHALT, und meistens eine mühsam zusammengehaltene Rolle. Dahinter geht's vielen ganz anders, nur lassen sie das Gefühl nicht zu, und wenn, dann verdrängen sie es, und wenn auch das nicht klappt, dann sprechen sie zumindest nicht drüber.
Du brauchst aus deinem Leben nichts zu machen (was heißt das überhaupt?), es erfüllt sich darin, dass du lebst.
What's more: Du bist vielleicht ein sehr empathischer Mensch, d.h., du nimmst die Gefühle und Ausstrahlung anderer sehr stark wahr. Unter Leuten zu sein kann dich also deshalb vielleicht sehr schnell anstrengen und erschöpfen, weil du mit ihnen mitfühlst. Dazu kommt dann deine "Och-sind-die-alle-selbstbewusst..."-Brille und parallel dazu beginnt die Selbstkritik: Ach, ich bin so schwach und farblos und kann das nicht und bin überhaupt völlig lebensunfähig... - Puh, das hält ja kein Mensch aus...!
Geh dosiert vor. Vergiss die großen, lachenden, durcheinanderredenden Runden, und dich mittendrin. - Das ist vielleicht nix für dich. Triff dich mit einzelnen Menschen - vielleicht gibt es etwas, das dich sehr interessiert und worüber du ganz langsam Leute kennenlernen und ins Gespräch kommen kannst?
Es gibt Menschen, die haben 1, 2 Freunde und sondt wenig Kontakte. Es gibt Menschen, die haben ihr Leben lang mehr zu Natur/Dingen/Tieren eine Nähe und weniger zu Menschen. das ist kein Fehler, das ist einzigartig - und du darfst so sein! Und wenn es dich stört, dann ist der erst Schritt in Richtung Veränderung trotzdem, dass du dich annimmst und erkennst, dass du keinen Makel hast, sondern anders bist und unique - und dass es diese Knuddelwuddel verdient hat, dass du ihr deine ganze Aufmerksamkeit und Wertschätzung gibst und dich ihren Bedürfnissen gemäß langsam vortastest.
Alles Gute
-Lil-Geändert von -Lil- (08.02.2011 um 14:06 Uhr) Grund: Tippfehel ;-)
-
08.02.2011, 17:42
AW: Wer bin ich? Was will ich? Hilfe!
Ich finde das war ein sehr guter Beitrag von -Lil-.
Knuddelwuddel (fantastischer Nick), du solltest du dir die Sätze von -Lil- wirklich einzeln zu Gemüte führen und dir Zeit geben die dahinterliegende Wahrheit erkennen."Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
(John D. Rockefeller)
-
14.02.2011, 14:13Inaktiver User
AW: Wer bin ich? Was will ich? Hilfe!
Hallo!
Habe versucht, ein wenig nachzudenken. Leider gehen mir oft viel zu viele Gedanken im Kopf herum und alles ist irgendwie einfach durcheinander. Deine Gedanken, liebe Lil, fand ich wirklich überdenkenswert.
Du bist anders als ich, kannst dich jedoch in mich hineinversetzen? wow - das kommt wohl nicht allzu häufig vor...ich kann mich in das, was du sagst, sehr gut hineinversetzen, obwohl ich von Typ her diametral gegensätzlich bin.
Nun, wenn man jeden Tag seiner Jugend mitkriegt, dass man so wie man ist, nicht okay ist und sich das nicht ändert, egal, was man tut bzw. man dann vollkommen resigniert und dadurch auch sämtliche noch so kleinen Erfolgserlebniss auch noch weg bleiben... Egal, es automatisiert sich irgendwann einfach. Und es ist harte Arbeit, das wieder auf die Reihe zu kriegen. Nicht nur, dass ich mich um die schönsten Jahre meines Lebens betrogen fühle. Ich hinke den anderen ständig hinterher, weil die diese Hürde gar nicht erst nehmen müssen. Trotzdem möchte ich aus dem Rest meines Lebens noch was machen können und arbeite an mir. Aber ich bin eben oft frustriert, weil es leider nur langsam voran geht.Einerseits wirkst du so, als würdest du dich selbst unheimlich stark verurteilen. Die wenigsten deiner Urteile werden dir bewusst sein; sie laufen schon so automatisiert und nebenher ab, dass man das Sich-selbst-Fertigmachen garnicht mehr als solches erkennt oder spürt.
Der Prozess scheint auch etwas abhängig von meinem Umfeld zu sein. Auf der Arbeit bin ich mittlerweile schon wieder da angelangt, dass ich wieder mal für alles kritisiert werde und nichts gut genug ist. Meine Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit ist leider nur gering, da ich ständig nur alles vermieden habe (und immer noch tue), was mir irgendeine negative Kritik einbringen könnte und ich noch unsicherer bin, wenn mir jemand auf die Finger guckt.
Also ich denke, dass die Fortschritte in Richtung Selbstbewusstsein etwas wacklig sind, wenn eben von außen wieder mehr Druck oder Kritik kommt, ist alles wieder hinfällig...
Das Erkennen von solchen Mustern ist übrigens der erste Schritt. Ich denke, ich sehe mittlerweile schon mehr als früher. Denn wenn man es nicht erkennt, kann man einfach nichts ändern.
Ich denke, du hast vollkommen recht. Ich versuche auch das, abzulegen. Ist nicht einfach, da auch sowas viel automatisch angelegt ist.Deshalb kritisierst du vielleicht auch andere Menschen stark ("schaust auf ihre schlechten Seiten") - denn das sind die Momente, in denen nicht immer nur DU "die Schlechte" bist , sondern "wenigstens" die anderen auch. Da kannst du dich für eine Nanosekunde überlegen fühlen. (Die Selbstkritik kehrt natürlich postwendend zurück.)
Was mir selbst dazu noch eingefallen ist: wenn ich jemanden sofort als schlecht deklariere, baue ich eine Distanz zu ihm auf und verhindere ein engeres Verhältnis bzw. den Vertrauensaufbau. Ich habe nämlich auch lernen müssen, dass man sich selbst auf die engsten Familienangehörigen nicht unbedingt verlassen kann. Letztenendes bleiben mir mit dieser Methode richtig fiese Enttäuschungen erspart, da ich andere gar nicht erst soweit zu mir vordringen lasse, dass dies möglich wäre.
Letztenendes kommt der Pfeil früher oder später zu mir zurück. Nämlich dann, wenn andere sich von mir zurückgewiesen fühlen und dann alles nur noch kritisieren, was ich tue oder auch nicht. Und dann bin wieder da angelangt, wo ich zwar eigentlich nicht hin möchte, wo ich aber bereits damit vertraut bin.
Kann man so sagen. Auch da muss man erst mal mitkriegen, dass die Verhaltensweisen, die ich an den Tag lege, darauf hinaus laufen, dass ich mich wirklich mies behandele. Ich denke ja auch, dass ich es eben nicht anders verdient habe. Und ich muss mich dann schon nicht wundern, wo meine Kräfte abgeblieben sind.In deinem Elternhaus hat vermutlich eine Atmosphäre des Klassifizierens und Urteilens geherrscht? Davon kannst du dich heute lösen - auch weil sich selbst so schlecht zu behandeln, sehr viel Kraft kostet.
Nun, ich frage mich, warum eigentlich nicht? Vielleicht möchten sich solche Menschen wie ich einfach nur darin suhlen, dass garantiert da auch die Leute unglücklich sind, weil ich das sowieso nie erreichen könnte, was die erreicht haben. Der Arme sagt sich halt, Geld macht nicht glücklich. Das mag sein, aber es hilft bei vielem und arm sein ist auch nicht wirklich der Bringer.Du wirkst weiters so, als würdest du dich den allgemeinen oberflächlichen Werten zugleich unterwerfen und widersetzen. Überleg mal, guck mal HINTER die Fassaden der Menschen, die etwas "aus sich machen". Jaja, die haben alles im Griff, sind selbstbewusst, haben ein tolles aussehen, schicken Job, super Netzwerke, interessantes Hobby, süße Familie, ehrgeizige Sportziele... glaubst du das wirklich?
Ich kann es auch gar nicht wissen, wie es wirklich ist bei den anderen, da ich ja immer zu Hause hocke und keine Kontakte habe. Zumindest nicht zu denen, die ich bewundere. Denn da sehe ich natürlich sowieso zu, dass ich sie ignoriere usw. Denn wenn ich selber an einem Kontakt interessiert bin, werde ich den Teufel tun und mich darum bemühen. Ganz einfach, weil ich es nicht ertragen könnte, abgewiesen zu werden oder als Penner "entlarvt" zu werden. Dann leide ich lieber still vor mich und zehre davon, dass die, zu denen ich mich hingezogen fühle, vielleicht einen guten Eindruck von mir haben, wunderst denken was dahinter ist, als versuchen, ihnen näher zu kommen, um dann wieder als nicht gut genug befunden zu werden und dann für andere stehen gelassen werde...
Und die ANDEREN haben halt auch keine Sozialphobie und keine Konzentrationsprobleme usw. und somit eben mehr Kraft und Energie an ihrem Leben herumzubasteln. Warum soll es denen tatsächlich nicht besser gehen als mir?
Ich bin voll von Konflikten. Zum einen bewundere ich die Menschen, die eben viele Kontakte haben, beruflich erfolgreich sind. Zum anderen habe ich diese Fähigkeiten und vor allem die Kraft und Energie nicht, um gleichartiges zu erreichen.
Ich fühle mich schon irgendwie gebauchpinselt, wenn mich wer kennen lernen möchte, der rangmäßig ziemlich weit oben steht und auch noch sehr attraktiv daher kommt. Wobei ich eher jemand bin, der keine Lust dazu hat, sich durch irgendwelche Promis aufzuwerten, da ich lieber selbst jemand sein möchte, der interessiert. Etwas natürlich ist es wohl schon, sich lieber nach oben zu orientieren als nach unten. Aber ich bin schon eher der Typ, der sich für den Menschen selbst interessiert. Glaube ich jedenfalls...
Und oberflächlich heißt doch auch oft, beruflich erfolgreich oder nicht bzw. eigenes Leben oder Hartz IV Kandidat? Den ganzen Tag schwer plotzen und dann grad mal die Miete davon zahlen können oder gut bezahlten Job, mit dem man sich auch sehen lassen kann?! *grübel grübel*
Nun, sie haben wohl zumindest kaum Zeit, um über ihr Leben so richtig nachzudenken. Für mich ist das nix, den ganzen Tag hetzen und tun und das war's. Ich brauche extrem viel Zeit zum Nachdenken, zum Entspannen und Abschalten, zum Erholen. Das ist ja auch alles schön und gut. Doch leider muss man ja auch für das bisschen, was man sich zum Leben gönnt ordentlich ranklotzen zum Geld verdienen. Und da liegt für mich der Hase im Pfeffer. Da hapert's bei mir einfach. Ich brauch' ja schon fast zwei komplette Tage, um mich von drei Stündchen Akkordplotzerei zu erholen. Und das macht mir eben sehr zu schaffen. Dass ich nicht leistungsfähig bin.Das ist doch die Fassade, die jeder aufrecht erhält (oder derzeit NOCH sehr viele), das ist doch die FORM, nicht der INHALT, und meistens eine mühsam zusammengehaltene Rolle. Dahinter geht's vielen ganz anders, nur lassen sie das Gefühl nicht zu, und wenn, dann verdrängen sie es, und wenn auch das nicht klappt, dann sprechen sie zumindest nicht drüber.
Nun, das denke ich mir dann auch. Doch womit soll ich mein Geld verdienen? Jemand sagte mir mal, wenn ich nach der Arbeit nach Hause komme, habe ich doch noch genug Zeit für andere Dinge. Ich sehe das eher anders. Ich bin nach der Arbeit so vollkommen fertig, dass ich eigentlich für nichts anderes mehr Energie und Lust habe. Wenn ich einen Vollzeitjob hätte, hätte ich in meinem Leben exakt nur für diesen Energie und Platz, wenn überhaupt. Das ist ja das dumme. Außerdem habe ich immer noch keine Ahnung, was ich beruflich machen könnte und wollte, da mir ja zu allem die Energie fehlt und die Fähigkeit/Energie, Kontakte zu pflegen.Du brauchst aus deinem Leben nichts zu machen (was heißt das überhaupt?), es erfüllt sich darin, dass du lebst.
Du triffst den Nagel auf den Kopf. Mir ist das oft einfach alles zu viel. Der ganze Schmerz, der da in einem Menschen schlummert, die Ängst usw. Oft habe ich das Gefühl, dass mich das gradezu anspringt. Ja, und ich habe definitiv das Gefühl, dass ich mich von gesellschaftlichen Ereignissen oder überhaupt von zwischenmenschlichen Kontakten erstmal erholen muss. Woher soll ich die Zeit dazu nehmen, wenn ich z. B. auch noch voll berufstätig bin, abends nach Hause komme und da geht's dann grad weiter mit dem Ehepartner oder irgendwelchen Anrufen von Verwandten oder Freunden. Ich schätze, das ist mit ein Grund, warum ich nur auf 400 Euro-Basis arbeite.What's more: Du bist vielleicht ein sehr empathischer Mensch, d.h., du nimmst die Gefühle und Ausstrahlung anderer sehr stark wahr. Unter Leuten zu sein kann dich also deshalb vielleicht sehr schnell anstrengen und erschöpfen, weil du mit ihnen mitfühlst. Dazu kommt dann deine "Och-sind-die-alle-selbstbewusst..."-Brille und parallel dazu beginnt die Selbstkritik: Ach, ich bin so schwach und farblos und kann das nicht und bin überhaupt völlig lebensunfähig... - Puh, das hält ja kein Mensch aus...!
Ich habe auch mit dem Blickkontakt so meine Probleme. Irgendwie ist mir das zu nah, zu viel, lenkt mich ab.
Man sagt mir öfter, dass ich eine warme Ausstrahlung habe. Damit scheine ich leider Menschen anzuziehen, die sich mal eben an mir wärmen möchten, was ich auch schön finde. Leider habe ich das Gefühl, dass sie mir nur meine Energie abziehen oder mich gar ausnutzen. Das finde ich dann doof.
Ja, und mir fehlt das irgendwie, dass ich auch mal zu jemandem Kontakt herstellen könnte, der mich wirklich interessiert, der mich emotional wirklich berührt. Aber das scheint bei mir auch nur ein dummer Trugschluss zu sein, denn es gibt kaum jemanden, bei dem ich das Bedürfnis habe. Zur Zeit handelt es sich um zwei Männer, aber das hat wohl noch einen anderen Hintergrund, auf den ich dann auch nicht so stolz bin.
LG
Knuddelwuddel
-
14.02.2011, 19:05Inaktiver User
AW: Wer bin ich? Was will ich? Hilfe!
hallo Knuddel,
ich kann gut nachvollziehen, das diese Empfindung, zu niemandem eigentlich wirklich Kontakt aufnehmen zu wollen, einen von einem gewissen Punkt an regelrecht "beklemmen" kann. Mir geht es ähnlich, wobei ich eigentlich um die Ursache weiß, meine "Umwelt" eigentlich auch, ich mich im Moment sehr abgrenze, weil ich einfach nicht mehr verletzt werden möchte.
Es scheint manchmal so, als ob andere Menschen IMMER besser wüssten, was für einen gut ist und einen pausenlos mit guten Ratschlägen zu kippen und beleidigt sind, wenn man die Ratschläge nicht annimmt, weil man ja seinen eigenen Weg finden möchte ... und irgendwann ist es soweit, dass man anderen Menschen eher aus dem Weg geht ...
Da man ja aber nun hier in Mitteleuropa lebt, ein sogenanntes soziales Wesen ist, braucht man aber andererseits ein Feedback, eine Resonanz. Und, was m. E. ganz wichtig ist, man verliert so auch irgendwie "den Anschluss", man möchte ja nicht einsam sein, werden ...
Ich werde mir, soweit es mir finanziell möglich ist, einen "Personal Coach" suchen. Keine Therapie machen, in der mir der Kopf aufgedröselt wird, sondern jemanden, der mir dabei hilft, quasi wieder laufen zu lernen ..
Das wäre vielleicht auch für dich eine Idee?
Lg
Fado
-
16.02.2011, 14:27Inaktiver User
AW: Wer bin ich? Was will ich? Hilfe!
Hallo!
Ja, das kenne ich sehr gut, dass andere meinen, sie wissen besser, was gut für mich ist und dann alles in die Hand nehmen.
Teilweise bin ich aber leider auch so, dass ich so ängstlich und auch teilweise bequem bin, dass ich das dann auch schön finde, wenn sich jemand anderes kümmert. Dann tauchen wieder Probleme auf, wenn ich plötzlich sage, ich möchte das jetzt mal alleine erledigen. Dann ist mein Partner total vor den Kopf gestoßen. Mir ist auch klar geworden, dass das auch viel damit zu tun hat, dass man mir nicht zutraut, dass ich das alleine schaffe.
So ist's. Und ich schiebe nun schon seit drei Tagen einen Anruf beim Arzt vor mir her, nur um einen Termin zu vereinbaren. Mein Mann hält sich schwer zurück, hat nur mal zart nachgefragt, ob ich schon mal angerufen hätte
*seufz*
Tja, ja die Rückmeldungen, klar, die fehlen dann. Aber ich bin auch überempfindlich gegen solche "Rückmeldungen". Zum einen kapiere ich es ziemlich schlecht, wenn mir es jemand nicht genau auseinanderklamüsert. Zum anderen entziehe ich mich diesem Lernsystem, weil ich in meinem Leben ständig kritisiert worden bin, und ich es irgendwie schlecht ertragen kann. Dass dann jemand anderes das in die Hand nimmt und für mich erledigt, das geht dann eigentlich oft in einem hin.
Ja, und oft sind die Menschen, die einem ja nur helfen wollen richtig beleidigt und halten einem dann die kalte Schulter hin. Man ist am Schluss wieder der Dumme.
Personal Coach ist sicher nicht ganz günstig. Weiß jemand, ob sowas hilft. Therapie - naja, das lief im Endeffekt bei mir am Schluss darauf hinaus, dass sie mich Coachen wollte. Aber irgendwie glaube ich nicht, dass das mir was gebracht hätte. Unter coachen verstehe ich, wenn man aus dem Haus gehen möchte, es aber nicht schafft, dass der Coach einem diverse Kniffs und Tricks beibringt, wie das funktioniert. Dass man die Tür öffnen muss, sich vorher warm anzieht etc. Aber was hilft mir das, wenn ich mich am Schluss mit Händen und Füßen am Türrahmen festhalte vor lauter Angst und der Coach von hinten nur schiebt und drückt?
LG
KnuddelwuddelGeändert von Inaktiver User (16.02.2011 um 14:34 Uhr)
-
17.02.2011, 10:48Inaktiver User


Zitieren

