Ich bin kein Baum, an dem du dich festhalten kannst, sondern ein Bach, an dem du dich ausweinen darfst.
Ich bin kein Bauherr, der sich ein festes Haus bauen läßt, sondern ein Wanderer, der unter den Sternen schläft und keine Heimat hat.
Ich bin keine Blume, die fröhlich auf deiner Fensterbank blüht, sondern nur ein buntes Herbstblatt, das vor deine Füße geweht wird.
Ich bin nicht die Sonne, die dein Leben erhellt, sondern ein Stern am klaren Himmel, der dir eine Idee schenkt.
Ich bin kein Pferd, das dich durch das Land trägt, sondern ein zwitschender Vogel, der dir Mut machen will.
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Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 103
Thema: Ich bin nicht...
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01.02.2011, 18:51
Ich bin nicht...
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01.02.2011, 18:55Inaktiver User
AW: Ich bin nicht...
Und ich bin ein Mensch
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01.02.2011, 19:55
AW: Ich bin nicht...
Wie stecher, du auch ?

Man wandelt nur das, was man annimmt.
C.G. Jung
Nein ist ein ganzer Satz.
Keine Ahnung von wem
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01.02.2011, 20:10Inaktiver User
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02.02.2011, 08:02Inaktiver User
AW: Ich bin nicht...
Ich finde das Gedicht schön.
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02.02.2011, 09:10Inaktiver User
AW: Ich bin nicht...
Ich finde das Gedicht eher bedenklich als schön und da wir hier im Persönlichkeitsforum sind und nicht in der Gedichteabteilung mache ich mir schon so Gedanken darüber was will uns der Igel darüber sagen:
Ich kann an dem Gedicht auch wenig positives erkennen und dem Leben zugewandt.
Das Gedicht spiegelt eine grosse Zerissenheit wieder, etwas Trennendes in jedem Satz, eine Bewertung des einen zuungusten des anderen - warum?
Wo ist das Verbindende? Warum diese Wertungen. Einer Rose ist es egal ob sie jemand schön findet, sie blüht einfach unabhängig davon ob jemand sie kritisiert oder nicht.
Warum muss man seine Persönlichkeit so aufspalten?
Weinen und ausheulen ist erlaubt aber festhalten nicht?Ich bin kein Baum, an dem du dich festhalten kannst, sondern ein Bach, an dem du dich ausweinen darfst.
Das feste (der Baum) wird abgelehnt während der Bach (das bewegliche) befürwortet wird?
Auch hier wieder wird das Feste beständige abgelehnt, das bewegende Element (Wanderer) wird hervorgehoben.Ich bin kein Bauherr, der sich ein festes Haus bauen läßt, sondern ein Wanderer, der unter den Sternen schläft und keine Heimat hat.
Und keine Heimat zu haben ist für mich kein erstrebenswertes Ziel. Anscheinend wurde derjenige entwurzelt, diese Menschen sind immer auf der Suche nach einer Heimat und finden sie nicht.
Wir haben es hier anscheinend mit einem älteren Semester zu tunIch bin keine Blume, die fröhlich auf deiner Fensterbank blüht, sondern nur ein buntes Herbstblatt, das vor deine Füße geweht wird.
welches sich bereits aufgegeben hat, resigniert, fallengelassen, ein winziger Glanz aus blühenden Zeiten ist noch ersichtlich (buntes Blatt) aber bereits am Verwelken.
Hm diese Textstelle ist ne Herausforderung, darin sind einige Bilder miteinander verwoben.Ich bin nicht die Sonne, die dein Leben erhellt, sondern ein Stern am klaren Himmel, der dir eine Idee schenkt.
Sonne assoziere ich vor allem mit Wärme und Sterne mit Kühle. Bei einer sternklaren Nacht wird diese auch erhellt aber das Sternenlicht ist im Gegensatz zum Sonnenlicht ein kaltes Licht.
Und jenachdem in welcher Jahreszeit der Himmel sternklar ist, ist auch die Temperatur demenstprechend, gehe ich vom Herbstblatt aus und der damit verbundenen Jahreszeit dann würde ich auf eine kalte Nacht schliessen.
Und wenn ich friere dann kommen mir die allerwenigsten Ideen
ausser der Wunsch nach einer Wärmflasche und heissem Tee.
Brauchts keinen Mut wenn man ein Pferd reitet? Was spricht dagegen auf einem Pferd durchs Land zu reiten und an der Seite den zwitschernden Vogel zu haben der einem Mut macht?Ich bin kein Pferd, das dich durch das Land trägt, sondern ein zwitschender Vogel, der dir Mut machen will
Warum muss man beide Anteile wiederum aufspalten in sich. Man könnte ja auch mal Pferd mal Vogel sein.
Bei diesem Gedicht sehe ich einen Menschen, der ruhelos ist, der alles beständige ablehnt und innerlich zerissen ist. Die weichen, kühlen beweglichen Dinge werden bevorzugt.
Bei erster Betrachtung ein positives Gedicht bei näherer Betrachtung ein zutiefst depressives Bild eines Menschen, der sich selbst nicht gefunden hat. Ein Wanderer zwischen den Welten wobei die Verbindung unterbrochen ist.
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02.02.2011, 09:19
AW: Ich bin nicht...
Vielleicht geht es aber auch um die eigene Grenzziehung, denn offenbar scheint es um die Ansprüche und Gefühle eines Gegenübers zu gehen.
Einiges klingt auch vorwärts gewandt - mit Blick auf einen möglichen Fortschritt und Aufbruch zu etwas Neuem. Das Gegenüber scheint festhalten zu wollen.

Vielleicht bekommen wir ja noch eine Deutung?
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02.02.2011, 09:35Inaktiver User
AW: Ich bin nicht...
Ich bin für Dich da, aber ich kann Dich nicht halten. Stehen musst Du selber.
Weinen darfst Du an meiner Schulter, ich werde Dich dabei sanft umschmeicheln.
Ich möchte mich nicht festlegen, ich möchte frei sein.Ich bin kein Bauherr, der sich ein festes Haus bauen läßt, sondern ein Wanderer, der unter den Sternen schläft und keine Heimat hat.
Ich bin rastlos.
Nur kurz bei Dir. Kein schwerfälliger Blumentopf an meinem Fuß, sondern vom Wind getragen.Ich bin keine Blume, die fröhlich auf deiner Fensterbank blüht, sondern nur ein buntes Herbstblatt, das vor deine Füße geweht wird.
Verbindlichkeit ist das nicht.
Ich bin nicht für Dein Glück, die Wärme in Deinem Leben zuständig, aber ich kann Dir Anregungen geben wie es weiter gehen soll. Laufen musst Du selber.Ich bin nicht die Sonne, die dein Leben erhellt, sondern ein Stern am klaren Himmel, der dir eine Idee schenkt.
Ich kann und will Deine (Alt-)Lasten nicht tragen. Ich will Dir ein Lied singen, damit Du selber tragen kannst und es Dir leichter fällt.Ich bin kein Pferd, das dich durch das Land trägt, sondern ein zwitschender Vogel, der dir Mut machen will.
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02.02.2011, 09:43Inaktiver User
AW: Ich bin nicht...
Ich interpretier auch mal

Sehe ich auch so- nur das Adjektiv weich verstehe ich nicht ("weich" passt meiner Meinung nach eher nicht zu "kühl")
Ich sehe eher das Bild eines Menschen, der niemandem Halt geben möchte, allenfalls so ein bisschen Inspiration aber nichts Verbindliches.
Ob das daran liegt, dass der Verfasser des Gedichtes sich selbst nicht gefunden hat oder dass er einfach nur daran glaubt, dass er - wie alle anderen Menschen auch - letztlich allein ist und die Lebensbahnen der Menschen sich nur ab und zu kreuzen.
Wer weiß?
In mir ruft das Gedicht auch eher negative Emotionen hervor - da fehlt die Geborgenheit.
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02.02.2011, 09:58
AW: Ich bin nicht...
Wirkt auf mich ganz persönlich auch so (wäre es an mich gerichtet
) - da grenzt sich jemand deutlich ab!
Mich irritiert die "Herbstblatt"-Passage. Im Unterschied zu Wanderer, Stern oder Vogel, die noch ein Ziel, einen Bezugspunkt haben und ihre Freiheit bewusst leben, ist ein Herbstblatt, das herumgeweht wird, dem anderen vor die Füsse geweht wird, eher...
...ja, verbraucht, zerrissen, vielleicht auch bescheiden, auf jeden Fall eher hilflos umhergetrieben...
das passt nicht zu den anderen Bildern.Geändert von Elwyn (02.02.2011 um 10:05 Uhr)


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