hmmmm, ich finde es weise, wenn man sich in seiner Gesamtheit begreift und akzeptiert. In dem, was man ist und in dem was man nicht ist ...
Sich nicht nur in dem, was man NICHT ist, wieder zu finden ... sondern auch in dem, was man IST. (Sehr hilfreich, wie ich finde, wenn man ein etwas angeschlagenes Selbstwertgefühl mit sich herumträgt)
Kann sein, dass ich die Sätze ganz falsch interpretiert habe ... mir haben sie gesagt: da ist jemand, der sich nicht besonders mag. Für jemanden, der diese Sätze mit vollem Selbstwert heraus ruft, schienen sie mir viel zu nachdenklich, zögernd ... die ganze Art auch, die Farben ... außerdem käme, glaube ich, niemand auf die Idee, in ein öffentliches Forum zu gehen und sich hinstellen und schreiben:
Ich bin kein Baum,
Ich bin kein Bauherr,
Ich bin nicht die Sonne,
Ich bin kein Pferd ... ... schaut her, ich bin mit mir zufrieden ...
Das wäre dann m. E. ziemlich eigenartig.
Aber solange Isidor sich selbst nicht dazu äußert, bleibt das alles Spekulation ...
LG
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Thema: Ich bin nicht...
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13.02.2011, 14:46Inaktiver User
AW: Ich bin nicht...
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13.02.2011, 19:12Inaktiver User
AW: Ich bin nicht...
Für mich bedeutet Baum oder Fels eher das Gegenteil:
Mit beiden Beinen im Leben stehen, Bodenhaftung zu haben, Lebenserfahrung, die einen stärker machten, zu haben, Mut zu haben, Ängste überwunden zu haben und deswegen die Fähigkeit zu besitzen, auch anderen Halt geben zu können.
Trotzdem kann ein reißender Fluss an den Wurzeln des Baumes zerren oder den Felsenbrocken mit sich reißen.
Da ist dann auch ein Baum oder Fels mitunter auf Hilfe angewiesen.
Niemand, ich hab da nur grad an jemanden gedacht.
Gar nix.
Mit einem Fluss muss man immer rechnen. Ob das nun nur Veränderung bedeutet oder Naturgewalt, die entwurzeln kann.
Geändert von Inaktiver User (13.02.2011 um 19:17 Uhr)
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18.02.2011, 13:44
AW: Ich bin nicht...
Ich fand ihre Adresse im Internet. Nach Jahren, mit dem richtigen berufsbezogenen Stichwort ergoogelt.
Vor Jahren glaubte ich, ein paar Monate lang, sie sei meine Seelenschwester. Irgend etwas zwischen uns kam mir so vertraut vor. Immer wieder trafen wir einander, saßen wir nebeneinander, suchten einander... jedenfalls schien es mir so.
Der Schauplatz: eine Selbsterfahrungsgruppe. Geleitetes Experimentierfeld zur Selbstbeobachtung: Wie mache ich Kontakt?
Ich unterschätzte die Brisanz dieser Experimente, die wir „Übungen“ nannten. Hatte ich mir doch mein bisheriges Erwachsenenleben lang eine Strategie antrainiert, die mich von der Qual tiefer zwischenmenschlicher Beziehungen unabhängig ließ.
Und dann geschah es doch, daß ausgerechnet SIE mich rührte, - auf-, oder an-, oder be-rührte. Und indem SIE das spürte, reagierte sie heftig ablehnend.
Ich habe nie begriffen, welche Art Übertragung da vor sich ging, weshalb die Therapeutin ausgerechnet zwischen IHR und mir Dialoge inszenierte, in denen ich vor IHR beschimpft wurde.
Ich gab auf. Die Gruppe, die Therapie. Blieb der, der ich war, mit der hochgemauerten Sicherheitssperre um den inneren Bereich, in dessen Zentrum das Herz liegen soll. Aber es blieb auch die Ahnung einer schlimmen Einsamkeit innerhalb des Sperrbezirks.
Verschlossene 10 Jahre später machte ich mich also auf, um in einer der Nachbarstädte ihr Namensschild neben der Haustür zu lesen, einen Tag nachdem ich ihre Adresse herausgefunden hatte. Ein sonniger bunter Herbstnachmittag, an dem ich durch die Straßen eines gepflegten Stadtteils mit atmosphärischen Häusern aus der Gründerzeit husche. Ein paar Schritte vom Bürgersteig zur Haustür. Unter ihrem Namen auf dem Schildchen finde ich den ihres Freundes.
Einen imaginären Kragen hochschlagend mache ich mich unauffällig davon. Ich blicke nicht einmal zurück zu den Fenstern, die wahrscheinlich IHRE sind.
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21.02.2011, 11:58
AW: Ich bin nicht...

Meine längere Pause hängt damit zusammen, daß ich auch nicht recht weiß, was ich schreiben soll. Ich habe hier einen Scherbenhaufen aufgeschüttet und zugeschaut, ob jemand etwas sinnvolles daraus zusammensetzen kann. Und in diesem Sinne bin ich durchaus überrascht worden!
In dieses „Ich bin nicht – sondern“ ließ ich mich quasi leicht locken. Wer weiß nicht spontan, was sie/er nicht ist. Aber die Mutmaßung dessen, was ich denn wohl sein könnte, gerät zur „Offenbarung“. Von mir aus auch zur Spekulation, und zwar über mich selbst.
Und insofern kann ich auch keine Auflösung eines Rätsels präsentieren. Dennoch möchte ich selbstkritisch bemerken: Zu hoch angesetzte Selbsteinschätzung ist wohl nicht mein Ausgangspunkt. Eher, daß ich mich nicht mag, aber ob ich mich nun mag oder nicht, mir bleibt nichts anderes übrig, als mit mir klarzukommen.
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21.02.2011, 12:15Inaktiver User
AW: Ich bin nicht...
Wenn Du Dich nicht magst, dann wirst Du doch - für Dich - benennen können, was genau Du nicht an Dir magst.
Wenn Du das benennen kannst, dann hast Du doch einen ersten Fuß in der Tür, auf dem Weg zur Selbsterkenntnis, also auf dem Weg zu erkennen, "was" bzw., "wer" Du bist:
Wenn Du das, was Dir nicht an Dir gefällt, bennen kannst, bzw., es wagst, zu benennen, dann kann sich auch automatisch das offenbaren, was Du an Dir magst. So ungefähr nach dem Muster:was ich denn wohl sein könnte, gerät zur „Offenbarung“. Von mir aus auch zur Spekulation, und zwar über mich selbst.
"Ich mag zwar das und das nicht an mir, aber dafür mag ich XYZ."
Versuchs doch mal!
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21.02.2011, 12:41Inaktiver User
AW: Ich bin nicht...
PS:
Falls Dein "Ich mag mich nicht" grundsätzlicher Natur ist, dann verzerrt dies in der Tat Deine Selbstwahrnehmung. Denn eine "en bloque" - Ablehnung seiner Selbst vergrößert das, was man alles nicht an sich mag, wie ein Vergrößerungsglas und das andere, das Positive, nimmt man kaum mehr wahr. Und die "negativen Seiten", mit denen man tatsächlich behaftet ist, können auch nicht richtig, oder teilweise gar nicht, wahrgenommen werden. Das ist das Gemeine an der Sache.
Und dann ist es kein großer Schritt mehr, von dem "Nein" zu sich selbst, hin zum "Nein" zu den anderen, was ja aus deinem Gedicht "Ich bin nicht... " durchschimmerte.
Die Frage, die es m.E. für Dich zu lösen gälte, wäre: Wie kann ich ein grundsätzliches "JA" zu mir selbst aussprechen?" Denn, wenn Du das einmal gefunden hast, wirst Du auch ein grundsätzliches "JA" zu einem Gegenüber sprechen können.
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21.02.2011, 21:43
AW: Ich bin nicht...

Das stimmt grundsätzlich, aber weniger in Bezug auf meine Persönlichkeitsstruktur. Daß ich mich nicht mag bedeutet nicht unbedingt, daß ich besonders unzufrieden mit mir bin. Zutreffender wäre vielleicht, daß ich weder mich noch andere „ernst“ nehme. Das Leben kommt mir wie ein flüchtiges Phänomen vor, in dem sich ein Haus zu bauen nicht lohnt. Über das Leben philosophieren – herrlich. Aber jemandem als Reittier durchs Leben dienen – gräßlich. Schließlich trage ich mit mir schon genug.
Zitat von Inaktiver User
Nein, ich bin nicht depressiv, nicht pessimistisch, nicht ängstlich. Aber ich bin ziemlich sicher, daß ich mein Leben ganz anders deute als andere Menschen das ihre.
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27.02.2011, 17:40Inaktiver User
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27.02.2011, 21:34
AW: Ich bin nicht...
Fragen, die ziemlich in die Weite führen. Trotzdem ein knapper Darstellungsversuch: Ich sehe mein Leben in einem universellen Zusammenhang. Mich hat immer sehr interessiert, was hinter dem Sichtbaren erahnt werden kann. Deshalb war, ist mir Erkenntnis sehr viel wichtiger als Besitz. Finde z.B. Menschen ausgesprochen langweilig, die sich mit Vorliebe über Autos, Sport, Geldanlage, Essen usw. unterhalten.
Zitat von Inaktiver User

Was die meisten Menschen interessiert, was ihnen Spaß macht, zeigt ein Blick ins Fernsehprogramm. Gut, ich bin nach Bedarf anpassungsfähig und kann mit fast jedem über irgendwas reden. Das tue ich hauptsächlich wegen der sozialen Einbindung. Meine tiefe Sehnsucht nach einer Partnerin, die mein „Lebensgefühl“ teilen kann und möchte, ist z.B. unerfüllt geblieben. Obwohl ich eigentlich recht „erfolgreich“ verheiratet bin.
„Das Menschenleben“ ist nicht nur die Spanne zwischen Zeugung und Tod, in der zeitweise unser Bewußtsein aufleuchten darf. Viel zu schade also, seine Zeit nur mit Ackern und Raffen zu vertun.
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01.03.2011, 17:11Inaktiver User
AW: Ich bin nicht...
Du experimentierst hier also.
Ganz angenehm,wie du auf meine Fragen geantwortet hast. Ich befürchtete Wertungen - und wäre enttäuscht gewesen.
OK. Wie lange ist es her, dass du die Adresse dieser Frau in Erfahrung gebracht hast? Ach ja, du schriebst irgendetwas von Herbstlaub ... und einige Monate später stellst du hier einen Strang ein ...
Es geht dir also nach.
Ein Symptom. Wofür?



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