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  1. User Info Menu

    smile AW: Ich bin nicht...



    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Was Emmah schreibt "Ich bin für dich da, aber stehen musst du selber" drückt für mich am besten eine Balance zwischen Abhängigkeit und Selbstständigkeit aus.
    Finde ich auch

    Zitat Zitat von Ypsilon
    Demonstriert man vielleicht selbst im Alltagsleben so viel Stärke, dass "der Baum" erst gefällt werden müsste, damit seine sensiblen, gar nicht so belastbaren Verästlungen erkannt werden?
    (Schluck) Vielleicht nicht unbedingt Stärke – Widerstand eher... Der Baum kann seine fein verästelte schutz- und/oder schattenspendende Krone nur tragen, wenn er sich solide mit der Erde verbindet. Im Sommer führt ihm jedes einzelne Blatt Energie zu – umgesetzte Sonnenenergie. Der Gedanke, er müßte erst gefällt werden um ihn „zu verstehen“, schreckt mich auf. So habe ich das noch nicht gesehen. Dieses Gefühl von Bedrohtsein kommt mir bekannt vor. In deinem Bild steckt eine Menge drin, für mich .

    Der Bach...
    Zitat Zitat von Ypsilon
    (...) übernähme der auch wieder nur die "auffangende" Komponente in deinem Leben oder dürfte DER dann wenigstens mal überschwappen, wenn ihm alles zuviel wird?
    Nein, er darf nicht überschwappen. Würdest du dich zum Weinen an einen Bach setzen, der über seine Ufer getreten ist?

    Zitat Zitat von Ypsilon
    Ich denke, jeder kann nur das erkennen, was in ihm selbst steckt.
    Durch einen Spiegel, in einem dunklen Wort(?).

  2. Inaktiver User

    AW: Ich bin nicht...

    Zitat Zitat von IsidorIgel Beitrag anzeigen
    (...)
    Und bin ich wirklich verblüfft über die Resonanz! Ich hätte einfach nicht erwartet, daß ich mit diesen paar „statements“ so viel von mir verrate...

    ...und frage mich, wieviel ich sonst „preisgebe“, wenn ich den Mund aufmache und von mir rede .
    Was ist so schlimm daran, etwas von sich preiszugeben, wenn man den Mund aufmacht? Ist das nicht Sinn und Zweck jeglicher authentischer Kommunikation?

    Außerdem findet Kommunikation und das "Etwas - von-sich-preisgeben" nicht nur auf verbaler Ebene statt. Ein Großteil des "Sich-Mitteilens" geschieht auf nonverbaler Ebene. Du würdest staunen, was man schon alles über Dich an Information bekommt, nur aus der Art und Weise, wie Du Dich z. B. bewegst, wie Du gehst, stehst, etc.

    Man kann gar nicht "Nichts" von sich preisgeben.

    Und irgendwie finde ich das schön und sehr beruhigend!

  3. Inaktiver User

    AW: Ich bin nicht...

    Zitat Zitat von IsidorIgel Beitrag anzeigen
    Ich bin kein Baum, an dem du dich festhalten kannst, sondern ein Bach, an dem du dich ausweinen darfst.

    Ich bin kein Bauherr, der sich ein festes Haus bauen läßt, sondern ein Wanderer, der unter den Sternen schläft und keine Heimat hat.

    Ich bin keine Blume, die fröhlich auf deiner Fensterbank blüht, sondern nur ein buntes Herbstblatt, das vor deine Füße geweht wird.

    Ich bin nicht die Sonne, die dein Leben erhellt, sondern ein Stern am klaren Himmel, der dir eine Idee schenkt.

    Ich bin kein Pferd, das dich durch das Land trägt, sondern ein zwitschender Vogel, der dir Mut machen will.

    Ich hol nochmal die Sätze nach vorn.

    Also für mich schreit da jeder Satz: "Erwarte nichts von mir!"

    Ich sehe den Menschen als soziales Wesen und als solches ist es doch völlig klar, anderen in schwierigen Situationen Halt zu geben - natürlich solange das sie eigenen Kräfte nicht überschreitet.

    Die eigenen Kräfte sind aber meiner Meinung nach nicht überschritten, wenn man für den Hilfesuchenden/-brauchenden z.B. ein Spaßevent absagen müsste.

    Und das Haltgeben in schwierigen Situationen ist in meinen Augen für ein soziales Wesen auch dann selbstvertändlich, wenn der Haltgebende genau weiß, dass er nichts zurückbekommt.

    Ich lasse nur noch Menschen an mich nahe heran, die das ähnlich sehen - alles andere ist Zeitverschwendung.

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    smirk AW: Ich bin nicht...

    Zitat Zitat von Bruenette
    Was ist so schlimm daran, etwas von sich preiszugeben, wenn man den Mund aufmacht?
    Kommt darauf an, was man preisgibt. Siehe...
    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Also für mich schreit da jeder Satz: "Erwarte nichts von mir!"
    Zitat Zitat von Bruenette
    Ein Großteil des "Sich-Mitteilens" geschieht auf nonverbaler Ebene. Du würdest staunen (...)
    Ich staune ja jetzt schon. Wenn sich zum nonverbalen Ausdruck dann auch noch der verbale schlägt, hält jeder Abstand von mir .

  5. Inaktiver User

    AW: Ich bin nicht...

    Zitat Zitat von IsidorIgel Beitrag anzeigen
    Wenn sich zum nonverbalen Ausdruck dann auch noch der verbale schlägt, hält jeder Abstand von mir .
    Nein, nicht jeder:

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich finde das Gedicht schön.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich kann und will Deine (Alt-)Lasten nicht tragen. Ich will Dir ein Lied singen, damit Du selber tragen kannst und es Dir leichter fällt.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mich sprechen deine Zeilen erstmal positiv an, weil sie für mich (oberflächlich betrachtet) eine sehr gesunde Abgrenzung von ungesunden Ansprüchen sind.
    Ich bin da halt einfach entgegengesetzt empfindlich wie du/ihr.

    Wenn ich merke, dass sich jemand vorsorglich oder nach meinem Geschmack verfrüht abgrenzt - so zur Sicherheit -, dann geh ich ebenfalls sofort auf Abstand.

    Bei jemandem mit solchen Sätzen als Lebensleitmotiv - weiß ja gar nicht, ob das bei dir so ist - liegt der Verdacht schon nahe, dass das ein "Vorsorgeabgrenzer" ist, also einer, der ohne aktuellen Anlass gleich mal "den Spaten reinhaut".

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    smile AW: Ich bin nicht...


    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Bei jemandem mit solchen Sätzen als Lebensleitmotiv - weiß ja gar nicht, ob das bei dir so ist – (...)
    Diese Sätze stellen kein Lebensleitmotiv dar, sie sind ziemlich spontan bei einer „Übung“ in meiner Selbsterfahrungsgruppe entstanden – und stammen natürlich von mir. Die Aufgabe hieß ungefähr: Bilde Aussagen über dich selbst nach dem Muster „Ich bin kein ... sondern ...“. Einige „Verse“ allerdings hatte ich auf dem Nachhauseweg noch dazu „gedichtet“.

    Therapie und Selbsterfahrungsgruppe liefen zeitweise nebeneinander, d.h. Therapiestunden 1-2mal in der Woche, Selbsterfahrungsgruppe ca. alle 14 Tage. Ich wollte mich besser verstehen lernen, dahinter kommen, warum sich für mich der Umgang mit anderen Menschen irgendwie so problematisch gestaltet. Eine Sisyphusarbeit, die, wie ihr seht, immer noch nicht abgeschlosssen ist
    .

  7. Inaktiver User

    AW: Ich bin nicht...

    Zitat Zitat von IsidorIgel Beitrag anzeigen
    Ich bin kein Baum, an dem du dich festhalten kannst, sondern ein Bach, an dem du dich ausweinen darfst.

    Ich bin kein Bauherr, der sich ein festes Haus bauen läßt, sondern ein Wanderer, der unter den Sternen schläft und keine Heimat hat.

    Ich bin keine Blume, die fröhlich auf deiner Fensterbank blüht, sondern nur ein buntes Herbstblatt, das vor deine Füße geweht wird.

    Ich bin nicht die Sonne, die dein Leben erhellt, sondern ein Stern am klaren Himmel, der dir eine Idee schenkt.

    Ich bin kein Pferd, das dich durch das Land trägt, sondern ein zwitschender Vogel, der dir Mut machen will.

    Hallo Isidor
    ich erlaube mir, deine Sätze einmal ein wenig umzuschreiben ... (die Rechte bleiben natürlich bei dir ...

    Ich bin ein Baum, an dem du dich festhalten kannst und ein Bach, an dem du dich ausweinen darfst

    Ich bin ein Bauherr, der sich ein Haus baut und trotzdem ein Wanderer, der unter den Sternen schläft

    Ich bin eine Blume, die fröhlich auf deiner Fensterbank blüht und auch ein Herbstblatt, das vor deine Füße geweht wurde

    Ich bin die Sonne, die dein Leben erhellt und ein Stern am klaren Himmel, der dir eine Idee schenkt

    Ich bin ein Pferd, das dich trägt, und auch ein zwitschernder Vogel, der dir Mut machen möchte



    und es wäre die schönste Liebeserklärung, die ich je gelesen hätte ... und so wären diese Sätze eigentlich auch eine an dich selbst ...

    Liebe Grüße
    Fado

  8. User Info Menu

    smirk AW: Ich bin nicht...

    Hallo Fado53 ,

    danke für deine ahnungsvolle Umformung meiner „Ich bin nicht – sondern“ Sätze. Könnte ich deine Versionen auf mich beziehen, wahrheitsgemäß und mit innerer Überzeugung, wäre ich sicher „ein Fels in der Brandung des Lebens“. Bin ich aber nicht, muß trotzdem irgendwie klarkommen, und alle mir nahestehenden Menschen auch.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    und es wäre die schönste Liebeserklärung, die ich je gelesen hätte...
    Und so ist es „nur“ eine Liebeserklärung.

  9. Inaktiver User

    AW: Ich bin nicht...

    Zitat Zitat von IsidorIgel Beitrag anzeigen
    Könnte ich deine Versionen auf mich beziehen, wahrheitsgemäß und mit innerer Überzeugung, wäre ich sicher „ein Fels in der Brandung des Lebens“. Bin ich aber nicht, muß trotzdem irgendwie klarkommen, und alle mir nahestehenden Menschen auch.
    Ist nicht jeder manchmal der Fels in der Brandung und zu Weilen auch die Brandung selbst?

  10. Inaktiver User

    AW: Ich bin nicht...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ist nicht jeder manchmal der Fels in der Brandung und zu Weilen auch die Brandung selbst?
    Sehr poetisch

    Man kann sogar beides zugleich sein. Und man kann auch ein Fels sein, auch wenn einem das gerade gar nicht so vorkommt.

    Jede Art der Kategorisierung finde ich falsch. Nichts bleibt wie es ist. Kein Mensch bleibt ein Leben lang Fels oder Brandung.

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