Hallo!
Seit einiger Zeit fällt mir ein gewisses Verhaltensmuster bei mir auf, dass mich selbst sehr stört, ich aber bisher noch nicht durchbrechen konnte.Vielleicht habt ihr ein paar Anregungen, warum das so sein könnte, bzw wie ich das abstellen könnte.
Es ist schwer zu beschreiben, aber wenn mich jemand zu sich einlädt, habe ich schon im Vorfeld keine Lust darauf, irgendwie ist mir das alles zu anstrengend. Selbst wenn ich weiss, dass ich z.B. den ganzen nächsten Tag für mich hätte ist mir das zuviel. Wenn ich dann doch hingehe, ist es dann meistens doch sehr schön, aber immer diese negativen Gedanken im Vorfeld.
Genauso verhalte ich mich bei meinem Freund, erst mal reagiere ich auf viele seiner Vorschläge ablehnend, was er mir auch schon oft vorgeworfen hat. Meine erste spontane Antwort ist immer erst nein. Dazu kommt noch, dass ich selten eigene Vorschläge für gemeinsame Aktivitäten mache. Das ist doch nicht normal. Ich kann mich über nichts ernsthaft freuen.
Wenn er mir z.B. Musik zeigt, die er sich neu zugelegt hat, ich finde es scheinbar aus Prinzip schon blöd. Auch wenn das dann nicht so ist, bin ich nicht in der Lage, das zuzugeben. Warum mach ich das? Will ich, dass er sich schlecht fühlt?
Auf der Arbeit ist es nichts anderes.
Generell habe ich wenig Lust auf irgendetwas, ich bin sehr langweilig im Moment, und machnmal weiss ich nicht mehr, wie die Menschen es mit mir aushalten.
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 13
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31.01.2011, 20:13
Warum reagiere ich auf alles so negativ?
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31.01.2011, 20:45Inaktiver User
AW: Warum reagiere ich auf alles so negativ?
Hallo Mabthera,
ich schmeiße einfach mal ein paar Gedanken in die Runde. Vielleicht kannst Du was damit anfangen.
Ist das Verhaltensmuster neu bei Dir aufgetreten - oder hast Du es erst vor Kurzem bemerkt? Wenn ja, wie kam das?
Bist Du gerade sehr im Stress, mit wenig Zeit - und vor allem Freiheit - für Dich?
Fühlst Du Dich von Deinem Freund "überrannt", wenn er solche Vorschläge macht? Damit will ich erstmal gar nicht sagen, dass er das tut. Vielleicht brauchst Du einfach Deine Zeit, Dinge zu betrachten und abzuwägen. Auf jeden Fall hast Du einen Grund, warum Du so reagierst. Und den gilt es herauszufinden, wenn Dich Dein Verhalten selbst stört.
Und besonders interessieren würde mich Dein Gefühl, wenn ewas an Dich herangetragen wird (Freizeitgestaltung, Besuche etc.). Was springt Dir da in den Sinn? Wie fühlt sich das an?
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31.01.2011, 20:54
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31.01.2011, 21:12Inaktiver User
AW: Warum reagiere ich auf alles so negativ?
Das Verhalten erinnert ich im ersten Moment so an Kind- sein........alles ist doooof.....

Wie eine innere Blockade, die sich als Erstes mal aufbaut......
Bei einem Kind- würde man sagen.....es fühlt sich hilflos....und sucht Liebe und Aufmerksamkeit....da würde man doch dann auch sehr liebevoll versuchen zu überzeugen, wenn man einen Vorschlag bringt, der dem Kind doch gefallen müsste- würde.
Wie ernst nimmst Du Dich selber?
Ich finde es grundsätzlch nicht schlimm, wenn man hergeht und sich auch mal von allem was zurückzieht und mal NIX macht.
Man wird in so Vielem gezwungen- muss machen.......- mir könnte man manchmal auch den allerbesten Wunsch anbringen, dann will ich einfach nix mehr......ausser......Ruhe!
Schau also doch mal in Dein Leben- mit was geht es Dir wirklich gut?
Erst mit Ruhe.....innerer Ruhe- kommt auch der Raum für Gefühle auf......was man möchte, was gut tut oder nicht...
Nur Du kannst sagen, wonach Dir wäre.....und wertfrei könntest Du dem doch auch mal nachgehen.....seine Ruhe haben ist doch einfach nur normal und auch ok!!
kenzia
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31.01.2011, 21:25
AW: Warum reagiere ich auf alles so negativ?
Dass du dich über nichts ernsthaft freuen kannst (man beachte "ernsthaft" freuen
), macht mich stutzig.
Könnte eine depressive Verstimmung sein, oder sogar mehr.
Letztlich "ist" ja nie etwas blöd. Wir bewerten es nur so.
Fragt sich also, warum in deinem Fall das Glas halb leer ist, statt halb voll.
Man kann seine Einstellung zum Leben überdenken und eine neue Richtung einschlagen.
Sonja Kraus sagte es diese Tage so schön (was ich für mich auch festgelegt habe):
"Ich beabsichtige, dieses Leben gut gelaunt und mit Freude zu verbringen".
Das ist nämlich nicht nur "Schicksal".
Das ist vor allem die Entscheidung zum Glücklichsein.
Man kann immer an allem und jedem meckern. Kein Problem.
Aber das ist depressives oder auch ängstliches Verhalten, was hinterfragt werden kann (was du ja auch tust), ggfs auch mit Hilfe eines Profis.
Es ist normal, sich auch mal Ruhezeiten zu gönnen. Verabredungen nicht anzunehmen, sich zuhause einzumummeln, wenn einem danach ist.
Vielleicht brauchst du etwas mehr Ruhe in deinem Leben. Dann gönne sie dir auch. Vielleicht ist auch zuviel Unruhe durch deine Partnerschaft in deinem Leben und du bräuchtest mehr Raum für dich?
My 2 cents
LG KarlaThe original Karla
est. 2006











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31.01.2011, 22:41
AW: Warum reagiere ich auf alles so negativ?
Was ich mich frage ist, ob Du in letzter Zeit viel Stress hattest, beruflich oder auch emotional? Ist irgendetwas unerwartetes negatives passiert?
Interessant wäre eben auch, wie Du Dich fühlst und was Du denkst, sobald Du z.B. eingeladen wirst oder Du mit Deinem Partner irgendetwas unternehmen sollst? Fühlst Du Dich in diesen Momenten überfordert? Ist Dir das zuviel? Oder ist es einfach nur die Tatsache, dass Du vielleicht lieber gerne etwas Ruhe hättest?
So viele Fragen
Vielleicht bist Du zurzeit nur etwas ausgelaugt, was sich sicherlich in leichter Gereizbarkeit bzw. Verstimmung äußert.
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31.01.2011, 23:03
AW: Warum reagiere ich auf alles so negativ?
Ein paar Gedanken:
Ich habe dein Eindruck, du versuchst, dich vor Ansprüchen zu schützen: An deine Zeit, dein Interesse, deine Anteilnahme und deine Begeisterungsfähigkeit. Kann es sein, daß du dich gerade etwas groggy fühlst und zu viel um die Ohren hast? Oder daß du schlechte Erfahrungen damit gemacht hast, Zeit, Interesse, Anteilnahme und Begeisterung zu geben -- vielleicht weil du enttäuscht worden bist, oder weil du als naiv bezeichnet wurdest, weil du eine Enttäuschung riskiert hast? Oder bist du einfach nur eher introvertiert und versuchst, Kontakt und Gesprächen aus dem Weg zu gehen, weil du sie anstrengend findest? Oder glaubst du, du hättest nichts beizutragen und blockst deswegen im Vorfeld ab, um nicht als Langweilerin "enttarnt" zu werden?
Oder, eine ganz andere Richtung, bist du von Natur aus avantgardistisch und erwartest von dir immer, die erste zu sein, die etwas weiß, findet, kennt oder losmacht, und fühlst dich gekränkt (oder bedroht) wenn andere mit etwas Neuem ankommen?
Willst du die Verantwortung dafür, eine Meinung zu etwas zu haben, loswerden, in dem du dich bitten läßt?
Wie empfindest du die Sachen, die du spontan ablehnst, wenn du dich doch auf sie einläßt? Gut, schlecht, interessant, langweilig, anstrengend, zwiespältig? Wünschst du dir anschließend, deine ablehnende Haltung beibehalten zu haben? Umgekehrt, wie fühlst du dich, wenn du die Ablehnung beibehältst -- als wenn du etwas verpaßt, oder nur unglaublich erleichtert?
Kann es sein, daß die Leute, mit denen du hauptsächlich zu tun hast, irgendwelche Marotten haben, die dir auf den Wecker gehen? Ich finde immer daß die meisten Leute furchtbar umständlich sind, und die Aussicht darauf, mich mit Umständlichkeit auseinandersetzen zu müssen, verdirbt mir oft den Spaß an Unternehmungen.
Hast du das schon länger? Oder ist es etwas, das immer wiederkommt? Viele Leute haben im Winter Probleme, für irgendetwas Enthusiasmus aufzubringen.
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31.01.2011, 23:18Inaktiver User
AW: Warum reagiere ich auf alles so negativ?
Fühlst Du Dich gerade allgemein überfordert? Ist Dir momentan einfach alles zuviel?
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01.02.2011, 12:22
AW: Warum reagiere ich auf alles so negativ?
The original Karla
est. 2006











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01.02.2011, 20:20
AW: Warum reagiere ich auf alles so negativ?
Da sind schon einige Dinge dabei, die auf mich zutreffen. Ich fühle mich wirklich sehr müde und ausgebrannt. Wenn ich unter der Woche abends noch irdendetwas ausser der Reihe erledigen muss, stellt das im Vorfeld schon ein fast unüberwindbares Hindernis dar.
Ich brauche wirklich eine Menge Zeit für mich, ich bin nicht ungesellig, aber ich bin sehr gerne allein.
Wenn ich mich doch zu Aktivitäten bereit erkläre, ist es meistens doch ganz schön, nur es ist alles ziemlich anstrengend für mich, und ich verliere schnell die Lust an etwas. Wo sich manche Menschen 5 Stunden für etwas begeistern könne, habe ich schon nach einer genug. Und dann werde ich nörgelig.
Wenn jemand einen Vorschlag macht, und erwartet, dass ich dabei bin, ist mein erster Gedanke, dass ich dann noch weniger Zeit für mich habe, und dass es anstrengend wird. Dass es Spass machen könnte, kommt mir erst viel später in den Sinn.
Ich kann gar nicht genau sagen, seit wann ich so reagiere, ich glaube früher war ich anders. Ich hatte viele Bekannte, und eigentlich immer unterwegs.
Das Zitat von Sonja Kraus finde ich gut, das sollte ich mir mal zu Herzen nehmen.


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Manchmal nicht einfach, sich einzugestehen, dass man scheinbar irgendwie "anspruchsvoll" ist. 
