Ja, das möchte ich. Weil es für BEIDE leichter ist, den anderen mitsamt seinen Grenzen kennenzulernen und nicht einen Schatten, der immerzu seine Form verändert. Die Bedürfnisse spüre ich vielleicht schon, aber das klar kommunizieren, das ist das Problem. Wie gesagt, es ist einerseits das Bedürfnis da, andererseits aber die Angst, anzuecken, und das verhaut mir die Sprache....
Antworten
Ergebnis 31 bis 36 von 36
Thema: Wie ziehe ich die Notbremse?
-
21.02.2011, 19:51Inaktiver User
AW: Wie ziehe ich die Notbremse?
-
21.02.2011, 21:48
AW: Wie ziehe ich die Notbremse?
Ich kann den Mann, den du da beschreibst, noch nicht so ganz greifen.
Ein wenig kommt er mir vor, als ob er ein anderes Verständnis von Beziehung hat als du.
Schon verbindlich, aber eben nicht so eng aufeinander.
Mir ist noch nicht so klar, WO du Grenzen ziehen musst, an welche Situationen denkst du da?
Und: Ich war mal mit jemandem zusammen, der auch immer meckerte
- und dieser Mann hat mich sehr geliebt, das wusste ich - er konnte nur nicht anders und es war nicht persönlich gemeint. Er MUSSTE einfach kommentieren. Für mich war das irgendwann ein Trennungsgrund - ich kam mit damit nicht klar. Ist bei diesem Typen vielleicht genauso?
KittyCoat check girl: Goodness! What lovely diamonds!
Mae West: Goodness had nothing to do with it...
-
22.02.2011, 07:46Inaktiver User
AW: Wie ziehe ich die Notbremse?
Ein Zitat von Kathryn Hepburn, in Deiner Signatur ist ja auch eins zu finden:
Kathryn Hepburn war 26 Jahre mit Spence Tracy zusammen, aber keiner durfte das wissen.„Ich liebte Spencer Tracy. Nur seine Interessen und Bedürfnisse zählten. Das war nicht so einfach für mich, weil ich eine entschiedene Egozentrikerin war.“
Siehst Du Parallelen zu Deinem Leben?
Ich meine Du machst alles für Ihn und gibst Dir dann die Schuld wenn es nicht funktioniert. Du drehst Dich wie ein Satellit um ihn und um nichts anderes.
Bist Du beruflich ausgefüllt? Hast Du Freunde? Was machst Du mal alleine? Wann genießt Du Zeit mal alleine und wie?
Möchtest Du überhaupt etwas ändern oder gefällt es Dir eigentlich so wie es ist?
-
22.02.2011, 21:32Inaktiver User
AW: Wie ziehe ich die Notbremse?
Hm....wie erkläre ich ihn. Er ist verbindlich, das auf alle Fälle. Wobei ich mir aber auch lange nicht sicher war, weil wir auch nie darüber gesprochen hatten. Aber mittlerweile bin ich mir sicher, dass es so ist. Er (46) hat sich sein Leben eingerichtet, und das sehr strukturiert. Wo sehr viel geplant ist, wenig Platz für Spontaneität ist. Er war lange alleine, hat sich eingerichtet, und ich habe oft das Gefühl, als würde er seine Gewohnheiten, seine Strukturen, nur sehr schwer aufbrechen können. Wobei das ja nicht überall notwendig ist, aber ich bin ein sehr spontaner Mensch, plane schon, aber nicht permanent, wenn ich spät aus dem Bett komm, hetz ich und schon fliegen Klamotten, die dann eben liegen. Ihm passiert sowas nicht, und so kollidieren öfter unsere Lebensstile, und das ist nicht selten Grund für die erläuterten Situationen. Und dann reagiert er halt öfter gleich impulsiv - meckernd. Aber ich bin mir sicher, nicht aus bösem Willen, sondern einfach, weil ich dann seine klaren Strukturen, sein geordnetes Leben zumindest in Ansätzen durcheinanderbringe....
Grenzen ziehen muss ich im Sinne von mich abgrenzen, meine Bedürfnisse klar kommunizieren, und nicht immer auf seine Befindlichkeiten achten. Was ich bisher (auch in vorherigen Beziehungen) übermäßig betrieben habe. Eine Situation z.B. die Sonntag nachmittage. Er muss Dinge erledigen, möchte aber gern, dass ich bei ihm bin, und mich derweil beschäftige. So dass wir Zeit miteinander verbringen, er aber seine Dinge erledigen kann, Ablage und so'n Kram. Das habe ich letzten Sonntag versucht, war ne Weile ok, aber ich hatte das Gefühl, es findet dann kein Miteinander statt, sondern eher ein Nebeneinander, und das, wo wir uns eh oft nur am Wochenende sehen. Gut, er soll seinen Kram erledigen, aber ich möchte nicht daneben sitzen und "auf ihn warten", wenn ich die Nachmittage auch mit den Dingen verbringen könnte, die ich ohne ihn auch immer getan habe. Freunde getroffen, ins Cafe gegangen, im Sommer raus etc. Das habe ich ihm letztens auch gesagt, dass ich dann auch gerne meine Dinge tun möchte.
Das ist z.B. so eine Situation... aber ich könnte nicht sagen, dass er ständig am Meckern ist, nur es wurde mit der Zeit einseitig, keine zärtlichen WORTE, und dann irgendwann wiegt halt jede Kritik immer mehr, wenn als Ausgleich nichts schönes kommt - weil er aber auch nicht ein Mensch ist, der viele Komplimente und Schönwörter verteilt... was auch meistens ok ist, ich brauch kein "ich liebe Dich" jeden Tag, aber gelegentlich wär es als Kontrast zu den Impuls-Meckerlis schon schön.
-
22.02.2011, 21:46Inaktiver User
AW: Wie ziehe ich die Notbremse?
Ja, das habe ich auch schon gehört, von einer mir sehr nahe stehenden Freundin. Dass ich der Nabel der Welt sei.... und gleich alles auf mich beziehe, was um mich geschieht, zumindest alles Negative. Ich bin beruflich ausgefüllt, aber nicht 100%ig zufrieden, Freunde habe ich, aber ich muss gestehen, dass die Zeit am Wochenende eher ihm gehört, als meinen Freunden, wobei ich sie nicht vernachlässige. Das habe ich früher gemacht, und daraus gelernt, aber ich halte so gut es geht Kontakt zu ihnen. Alleine verbringe ich gerne die Abendenen unter der Woche, entweder mit Sport oder einfach mit Gammeln, Lesen, Aufräumen, in der Wanne liegen. Oder ich treffe mich dann mit Freundinnen und wir gehen essen, ins Kino, was trinken etc.
Und das genieße ich wirklich, ich brauche dann nichts anderes, muss nicht unbedingt ihn auch noch sehen. Aber die Zeit für mich ist natürlich weniger geworden, weil ich die Wochenenden mit ihm verbringe, und hin und wieder würde ich gern ein bisschen schnecken, auch mal am Wochenende, aber ich glaube, er würde das als Ablehnung empfinden...
Ich möchte dahin gehend etwas ändern, dass ich gerne meine Bedürfnisse mehr wahrnehmen würde, aber da fängts halt schon an, das ist manchmal schon sehr schwer. Und wenn ich dann ein Bedürfnis spüre, dann trau ich's mir nicht kommunizieren, weil ich Angst hab, ihn zu verlieren...
Aber: gestern abend hatte ich ein schönes Gespräch mit ihm. Ich hatte ihm morgens ein Zettelchen hinterlassen, dass ich es schön finde, dass er mir die Gelegenheit gibt, dazuzulernen... er fragte mich dann abends, was ich denn meinte. So hab ich ihm sehr viel erzählt, dass ich Angst habe, Ärger oder Enttäuschung auszudrücken, weil ich Angst habe, er mag mich dann weniger, wenn ich "maulig" bin und nicht mehr lieb. Dass ich mit Konflikten nicht umgehen kann, bei Streits Panik bekomme, und deshalb manchmal überdreht reagiere. Seine Bitte an mich war dann nur, dass ich mich äußere, wenn ich ein Gefühl habe. Denn wer setzt den Maßstab, ob ein Gefühl berechtigt oder schlecht ist, es ist halt da und ich soll es äußern. Nur so sammelt sich nix an, was dann eines Tages explodiert...
das fand ich wirklich schön...
-
23.02.2011, 07:54Inaktiver User
AW: Wie ziehe ich die Notbremse?
Hallo Panamissy,
die Kommunikation zwischen Euch Beiden, auch zu diesem Thema ist wichtig und ich finde seine Reaktion gut.

Bei dem was Du sonst schreibst fällt mir allerdings auf, dass Du auf der einen Seite "klammerst", ihm alles "Recht" machst, nur um Ihn nicht zu verlieren. Auf der anderen Seite würdest Du aber am Wochenende mal gerne alleine entspannen, obwohl Ihr Euch die Woche über sowieso nicht seht???
Ich höre da Ambivalenzen raus, Du bist eigentlich mit keiner der Beiden Situationen zufrieden, oder? Eigentlich möchtest Du Nähe, aber irgendwas hält Dich auf Distanz ... mal so eine Überlegung.



Zitieren
