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15.01.2011, 00:10Inaktiver User
AW: ... du kannst alles machen was du willst ...
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15.01.2011, 12:10
AW: ... du kannst alles machen was du willst ...
Jesus Sirach ist aber nicht Jesus von Nazareth, das würde doch auch gar nicht passen, oder findest du dass kluges und zielorientiertes Handeln eine christliche Empfehlung ist?
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15.01.2011, 12:36
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25.01.2011, 14:18
AW: ... du kannst alles machen was du willst ...
Nachdem von der ethischen bis zur erkenntnistheoretischen Schiene alle möglichen Aspekte genannt wurden könnte man noch anfügen, dass ein sogenannter "starker Wille" die Kehrseite davon ist, etwas anderes strikt zu vermeiden.
Das sind meist die Gefühle, Bedürfnisse und Verhaltensweisen, die einem gar nicht in den Kram passen, die aber der eigenen Persönlichkeit einige Facetten hinzufügen und sie rund machen.
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25.01.2011, 14:40Inaktiver User
AW: ... du kannst alles machen was du willst ...
Ein interessanter Aspekt! Bei der abwertenden Bezeichnung "Sturheit" schwingt er bereits mit.

Es gibt in beide Richtungen Extremvarianten: das eine ist eine Dickköpfigkeit, die keine andere Sicht als die eigene zulässt, die andere ist eine extreme Flexibilität, die keine eigene Meinung hat und sich stets nach den anderen richtet.
Vielleicht muss man von Fall zu Fall entscheiden, wann man besser dickköpfig ist (wenn es beispielsweise um die Durchsetzung beruflicher Ziele geht) und wann der Verzicht auf den eigenen "starken Willen" eine Bereicherung ist (im Privaten).
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25.01.2011, 15:02
AW: ... du kannst alles machen was du willst ...
Ja, es ist eine schwierige Angelegenheit und man muss m.E. schon sehr ehrlich sich selbst gegenüber sein, um zu merken, wo die blinden Flecken sind.
Irgendwie hängt da manchmal das gesamte Leben drann, wenn man entdeckt, dass andere Seiten nicht gelebt werden.
Ein krasses Beispiel ist der Künstler Gauguin
"Im Jahr 1871 begann Paul Gauguin mit Malen als Hobby. Er hatte eine Ausstellung von Gemälden der Impressionisten gesehen und war beeindruckt. Die Leidenschaft fürs Malen sollte sein weiteres Leben zum Guten und zum Schlechten dominieren. Aber noch war er fest im bürgerlichen Leben verwurzelt und hatte seinen soliden Job als Banker. Im Jahr 1873 heiratete Paul Gauguin Mette Gad, eine Dänin aus Kopenhagen. Er hatte mit ihr 5 Kinder.
Mit seinem guten Einkommen als Börsenmakler konnte es sich Gauguin leisten, mehrere Gemälde von Manet, Claude Monet, Auguste Renoir und anderen Impressionisten zu kaufen. Seine eigenen künstlerischen Aktivitäten waren auf das Malen am Wochenende beschränkt. Später besuchte er Abendkurse im Malen an der Colarossi Akademie. Er wurde zuerst von Pissarro and später von Paul Cezanne beeinflusst und unterstützt. Im Jahr 1876 wurde ein Landschaftsgemälde von Gauguin für den Salon d'Automne, dem Herbstsalon angenommen. Paul Gauguin war jetzt 28 Jahre alt.
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Im Jahr 1883/1984 änderte sich Gauguins Leben dramatisch. Im Alter von 35 Jahren gab er sein bürgerliches Leben als Aktienhändler auf und zog von Paris nach Rouen. Finanzielle Schwierigkeiten der Firma für die er arbeitete, dürften diesen Schritt unterstützt haben. Seine Frau Mette, aufgebracht über die Pläne ihres Ehemanns, ging zu ihren Eltern nach Dänemark zurück. Im Jahr 1884 besuchte er sie und die Kinder in Kopenhagen aber kehrte bald nach Frankreich zurück.
Im Jahr 1885 trennte sich Paul Gauguin von seiner Frau und seinen 5 Kindern für immer. Die letzten Brücken zu einem bürgerlichen Leben waren jetzt abgebrochen und von jetzt ab lebte er das unstete Leben eines Malers und Grafikers."
Der Auszug stammt von artelino.com
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25.01.2011, 15:27Inaktiver User
AW: ... du kannst alles machen was du willst ...
Gauguin scheint ein ziemlich spezieller Fall gewesen zu sein
Ich mag seine Bilder, der Mann konnte wirklich was.
Aber privat scheint er ein ausgesprochen unsteter Charakter gewesen zu sein. Mit 17 wurde er Seemann, dann Börsenmakler. Dass man von der Malerei nicht fünf Kinder ernähren kann, hätte er an seinem Kumpel van Gogh sehen können, mit dem er bis zur Besinnungslosigkeit Absith trank (man weiss bis heute nicht, ob es nicht er es war, der van Gogh das Ohr abschnitt).
Dass ihn seine Frau verließ, scheint nachvollziehbar, wenn man von seiner "Launenhaftigkeit und Streitlust" liest...die Biografie auf Wikipedia scheint mir glaubwürdiger als die üblichen Künstlerlegenden, die so gut wie immer frisiert sind
Der Mann scheint so ziemlich alle Seiten von sich ausgelebt zu haben, zumeist auf Kosten anderer.
Ich bin mir nicht sicher, ob es generell Sinn macht, alle Seiten von sich auszuleben. Üblicherweise sind die "unterdrückten Seiten" auch ziemlich inferior - dh. man kann noch weniger damit umgehen als mit den bewussten Seiten.
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25.01.2011, 16:06
AW: ... du kannst alles machen was du willst ...
"inferior" !
Ja, sie werden - da unbewusst - in die Entscheidungsprozesse nicht einbezogen und bleiben deshalb undifferenziert.
Man sagt diesen Seiten deshalb nach, unkontrolliert in den Lebenslauf einwirken zu können.
Ein anderes Beispiel als Gauguin wäre da ein irgendein erfolgreicher Geschäftsmann, der eine grosse Firma aufbaut und - sagen wir mal im Alter zwischen 50 und 60 - plötzlich das Bedürfnis hat, seine Aufmerksamkeit auf ein anderes Geschäftsfeld zu verlegen, das in reizt, in welchem er sich aber nicht auskennt.
Beispiel: er handelt erfolgreich mit Kaffee und kauft dann die Spielzeugfirma Märklin dazu. Das kann sein ganzes Lebenswerk kaputt machen.
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25.01.2011, 16:53Inaktiver User
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25.01.2011, 18:11
AW: ... du kannst alles machen was du willst ...
Ja, der Brillen-Fielmann hat zum Beispiel einen grossen Bio-Hof aufgebaut und ein anderer prominenter Geschäftsmann finanziert eine Notunterkunft für notleidende Tiere (vor allem für grosse Tiere wie Pferde).
Das ist jeweils ein anderes Thema und erfordert ein anderes Verhalten und Fühlen als es in der harten Geschäftswelt gelebt wird.


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