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  1. Inaktiver User

    AW: Der Sinn hinter bzw. unter dem Alltag ...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen


    für mich liest sich dein erstes posting: voll im schwung, mit elan im beruf voll engagiert- auf dem besten weg zum burn-out.
    wie stecher schon schreibt- die balance hinkt.
    .

  2. Inaktiver User

    AW: Der Sinn hinter bzw. unter dem Alltag ...

    Gerade das Lehrerdasein hat keine festen Grenzen, was die Arbeitszeiten angeht. Das kann gefährlich sein *aus Erfahrung spreche*. Ich hab in der ersten Jahreshälfte locker 60 Stunden die Woche gearbeitet (ganz ohne Fachlektüre).
    Ich hab mich sehr in meiner Arbeit "verfangen" und steige gerade stückchenweise aus. Sprich ich erarbeite mir feste Zeiten in meinem Alltag, die ich mit mir und meinen Interessen fülle. Das war zu Anfang echt schwer, dieses, was will ich und wer bin ich? Es ist soviel einfacher sich in der Arbeit zu verkriechen.
    Ich hab für mich alte Interessen wieder hervorgeholt und neue Kontakte dahingehend geknüpft. Ich treffe mich alle 14 Tage zum Stricken und habe mittlerweile einen Bekanntenkreis außerhalb des Bildungswesens gefunden - was wirklich gut ist. Ich geh ins Studio für meinen Rücken und mache Bauchtanz. Einmal in der Woche mindestens treffe ich mich mit meinen Bekannten. mir war lange nicht klar, wie sehr mir das gefehlt hat. Dadurch hat mein Leben an Perspektive und Weite gewonnen.
    Ansonsten plane ich fest Erholungs- und Müßigkeitszeiten ein, damit der Kopf abschaltet. Ich hoffe, dass ich es bald schaffe wirklich nur die Zeit zu arbeiten, für die ich bezahlt werde, und dass ich mich besser abgrenzen kann.
    Vielleicht ist dir der eine oder andere Gedanke ja eine Anregung?

    Ergänzung:
    Den Sinn des Lebens habe ich noch nicht gefunden ;)
    Aber ich habe für mich herausgefunden, dass es mir gefällt zu leben (es gibt Menschen, die seeeehr verwundert wären, dies zu lesen). Und leben heißt für mich, auch Spaß zu haben, nicht nur eine Aufgabe (lehren, therapieren - ich bin Ergotherapeutin im Ursprungsberuf) zu erfüllen.
    Geändert von Inaktiver User (27.12.2010 um 11:52 Uhr)

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    AW: Der Sinn hinter bzw. unter dem Alltag ...

    Auch ich spreche aus Erfahrung...das Abschalten in den Ferien will gelernt werden.

    Ich liebe meinen Beruf, habe tatsächlich meine "Erfüllung" darin gefunden - und arbeite während der Schulzeit quasi ununterbrochen, da man ja doch viele Gedanken mit nach hause nimmt, ständig auf Ideensuche ist, ...
    Früher haben mich dann die eigenen Kinder in den Ferien auf Trapp gehalten; als sich nach und nach deren Unternehmungen ohne mich abspielten, war der "Ferienblues" richtig heftig. Nirgends war ich "notwendig", keine Aufgabenstapel warteten auf mich. Trotz Freundeskreis auch außerhalb des Kollegiums fühlte ich mich überflüssig, etwas fehlte. Ohne den üblichen Stress kam ich gar nicht zurecht, fühlte mich austauschbar, zweifelte an allem und jedem.

    Inzwischen genieße ich ganz bewußt die Ruhe, fast Langeweile -
    "Leere zu fühlen kann sich in eine sehr produktive Phase entwickeln." kann ich nur stärkstens unterstreichen. Alleinsein kann sehr bereichernd sein!
    Ich mache keine ausgeklügelten Pläne mehr, wie ich Zeit allein "totschlage", sondern genieße meine Freiheit und Freizeit- mit meist spontanen Unternehmungen, Freunden, Buch und Musik, selten mit Fernsehen. Die Zeit und Gelegenheit zum Nachdenken, zum tieferen Gespräch ("wer bin ich/ Was will ich?...) ergibt sich dann ganz allein.

    Wünsche Dir Gelassenheit
    kadewe

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    AW: Der Sinn hinter bzw. unter dem Alltag ...

    So viele Antworten - ich danke euch Ich bin gerade dabei, mein Arbeitszimmer umzustellen, denn ich habe mich in letzter Zeit nicht mehr gerne an meinen Schreibtisch gesetzt. Und gerade im Moment, muss ich mal raus, ich kaufe mir ein Buch, das ich schon lange wollte. Und dann: Premiere: werde ich mich einfach mal allein in ein Cafe setzen und es lesen. Das habe ich noch nie gemacht ...

    Später antworte ich dann detailliert auf eure Postings, nur so viel erst einmal:
    ich glaube nicht, dass ich an Burnout leide. Wir wurden schon seit dem Referendariat so sensibilisert dafür ("Lehrer sind die am häufigsten vertretene Berufsgruppe bei Burn Out etc."), ich denke, ich würde es merken.

    Mein Hauptproblem ist wohl, dass mir einfach Freundschaften außerhalb der Schule fehlen. Nur während der Schulzeit wüsste ich nicht, wie ich die pflegen sollte. Ich habe dieses Schuljahr an 3 Nachmittagen Unterricht und pendle auch noch 1 1/2 Stunden einfache Wegstrecke. Wochenende ist dann meist was mit meinem Freund unternehmen, schlafen, putzen und korrigieren.

  5. Inaktiver User

    AW: Der Sinn hinter bzw. unter dem Alltag ...

    Zitat Zitat von EvaFee Beitrag anzeigen
    Mein Hauptproblem ist wohl, dass mir einfach Freundschaften außerhalb der Schule fehlen. Nur während der Schulzeit wüsste ich nicht, wie ich die pflegen sollte. Ich habe dieses Schuljahr an 3 Nachmittagen Unterricht und pendle auch noch 1 1/2 Stunden einfache Wegstrecke. Wochenende ist dann meist was mit meinem Freund unternehmen, schlafen, putzen und korrigieren.
    Die Antwort soll nicht arrogant klingen aber ich habe Arbeitskollegen, die sind zwar keine Lehrer aber die bringen auch ein Stundenpensum von 45+ zusammen und pendeln einfach 1-1,5h.
    Auch die haben Freunde und können diese Freundschaften pflegen. Nicht jeden Tag ist auch klar aber sie sind da.

    Ich habe eher das Gefühl, dass es bei Dir um ganz was anderes geht.

  6. Inaktiver User

    AW: Der Sinn hinter bzw. unter dem Alltag ...

    Ich finde dennoch Stechers und brighids Anregungen wichtig. Die Arbeit erfüllt Dich - das ist sehr schön. Wenn Du neben dem eigentlichen Einsatz für die Arbeit aber auch noch täglich 3 Std. Fahrt in Kauf nimmst, fließt da sehr, sehr viel Zeit+Energie für den Job. Von dem Du auf der anderen Seite sagst, dass Du "austauschbar" wärest. Unabhängig davon, dass ich Fenders Anregungen zu diesem Thema wichtig finde, kommt in Deinem Empfinden raus: Riesiger Energieeinsatz für etwas, was jederzeit jemand anderes machen könnte. Muss kein Burnout werden, kann es aber.

    Bei dieser Zeit- und Energieverteilung bleibt wenig übrig für das, was sonst wichtig ist. Warum musst Du pendeln? Lebst Du mit Deinem Partner zusammen? Wie erfüllend erlebst Du die Partnerschaft? Und ja, auf das Thema "Freundschaften" würde ich genauer hinschauen. Ich denke, dass ein Mensch allein (der Partner) bei weitem nicht alle Facetten teilen kann, die jeder mit sich bringt. Es ist gut, wenn man mit anderen Menschen (Freunden) andere Facetten ausleben kann.

    Was für Vorstellungen hast Du von der Zukunft? Möchtest Du selbst eine Familie gründen? Mit dem Partner, den Du aktuell hast?

    Und ganz profan: Bekommst Du Unterstützung im Alltag? Wieviel übernimmt Dein Partner im Haushalt?

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    smile AW: Der Sinn hinter bzw. unter dem Alltag ...

    Zitat Zitat von EvaFee Beitrag anzeigen
    Mein Hauptproblem ist wohl, dass mir einfach Freundschaften außerhalb der Schule fehlen. Nur während der Schulzeit wüsste ich nicht, wie ich die pflegen sollte. Ich habe dieses Schuljahr an 3 Nachmittagen Unterricht und pendle auch noch 1 1/2 Stunden einfache Wegstrecke. Wochenende ist dann meist was mit meinem Freund unternehmen, schlafen, putzen und korrigieren.
    Wie wäre es dann mit einer Stammkneipe? Ausprobieren, wo es einem gefällt, wo die Wellenlänge stimmt. In unserer Umgebung gibt es nette Kneipen mit teilweise sehrsehr netten Menschen. Auch das ist Sozialleben, zumal sich auch mehr aus so einer oberflächlichen Bekanntschaft entwickeln kann.

    Gleich nach der Arbeit hingehen, wenn man erstmal zuhause war, ist man doch meistens zu faul. Sagt eine, die auch wenig Freizeit hatte im Beruf und trotzdem dem Leben eine Menge Spaß abverlangt hat.

    Nur so eine Idee. Weil - man muss da nichts planen, kann kommen und gehen, wie man mag...völlig streßfrei!

    LG Karla
    The original Karla
    est. 2006


  8. Inaktiver User

    AW: Der Sinn hinter bzw. unter dem Alltag ...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    . Muss kein Burnout werden, kann es aber.


    Und ganz profan: Bekommst Du Unterstützung im Alltag? Wieviel übernimmt Dein Partner im Haushalt?

  9. Inaktiver User

    AW: Der Sinn hinter bzw. unter dem Alltag ...

    Zitat Zitat von EvaFee Beitrag anzeigen
    Mein Hauptproblem ist wohl, dass mir einfach Freundschaften außerhalb der Schule fehlen. Nur während der Schulzeit wüsste ich nicht, wie ich die pflegen sollte. Ich habe dieses Schuljahr an 3 Nachmittagen Unterricht und pendle auch noch 1 1/2 Stunden einfache Wegstrecke. Wochenende ist dann meist was mit meinem Freund unternehmen, schlafen, putzen und korrigieren.
    Wenn du merkst, wie gut dir das tut, dann schaffst du es auch, dir Zeit frei zu schaufeln. Ich hab selber immer gesagt, ich hab keine Energie, keine Kraft mehr abends noch wegzugehen. Hab ich doch und ich ZIEHE Energie daraus. Der Anfang, nämlich losgehen und Menschen aufsuchen, der hat mich Kraft gekostet, weil ich meinen eingefahrenen Trott überwinden musste.

    Ich finds übrigens toll, dass du dich mit einem Buch ins Café setzt - ein guter Anfang!

    Zum Thema Burnout: Ich glaube, dass man es selber als letztes merkt, sensibilisiert oder nicht. Das Hamsterrad dreht sich halt und man ist so im Trott, dass man selber nicht merkt, wie ausgelutscht man ist. (Das soll keine Unterstellung sein - du selbst kennst dich am Besten)

  10. User Info Menu

    AW: Der Sinn hinter bzw. unter dem Alltag ...

    Hallo EvaFee,

    Oje, dein Beitrag klingt ja ziemlich trübsinnig. Ich erinnere mich an eine Phase, wo ich von null Freizeit auf Normalfreizeit wechselte (Vorher: Überstundenjob; Nachher: Normalarbeitszeitjob), da ging es mir ähnlich. Grund: Ich hatte vor lauter Arbeiten ganz vergessen, was ich gerne mache!
    Ich musste also von Neuem herausfinden, womit ich mich gerne beschäftige. Nach und nach kamen mir diese Beschäftigungen in den Sinn, und irgendwann gab ich mir einen Tritt und tat es einfach. (In meinem Fall: Freunde anrufen und sie treffen; ein Buch, das mich anspricht, kaufen und es von vorne bis hinten lesen).

    Ob dies einen Sinn ergibt, hatte ich mich allerdings nie gefragt. Ich war nach einer gewissen Gewöhnungsphase einfach froh, diese Dinge wieder tun zu können!

    Das "Gebraucht werden" als Lebenssinn (Ich bin mir nicht sicher, ob du das warst, die das erwähnt hat) kenne ich so nicht. Ich bin, ganz im Gegenteil, ganz froh, wenn ich austauschbar bin und nicht gebraucht werde. Konkretes Beispiel: Wenn eine Freundin Kummer hat, bin ich natürlich für sie da und habe ein offenes Ohr für sie. Ich bin da auch sehr geduldig. Mein Endziel ist es allerdings, ihr beim Lösen ihres Problems zu helfen, so dass sie mich nicht mehr "braucht". Wahre Freunde melden sich nämlich auch, wenn sie nix von mir brauchen, sondern einfach, weil sie gern mit mir reden oder was unternehmen. Dafür brauche ich nicht gebraucht zu werden.

    Villeicht hat die Sache mit dem "Gebraucht werden wollen als Lebenssinn" auch etwas mit deinem Beruf zu tun? (Ich habe einen sehr technischen Beruf. Wenn ich mal nicht da bin oder Quatsch mache, kostet's vielleicht Zeit und Geld, aber menschliches Leid löse ich damit nicht aus) Einer Freundin (sie ist Kindergärtnerin) ging es eine Zeitlang so. Seit sie sich vermehrt mit Dingen beschäftigt, die nichts mit ihrem Beruf zu tun haben (dazu gehören auch Freunde, die was ganz Anderes arbeiten), kann sie damit viel besser umgehen.

    Was hast du denn für einen Freundeskreis, EvaFee? Sind das Berufskollegen oder auch Menschen, die was ganz Anderes arbeiten, die auch einen ganz anderen Lebenssinn haben? Wenn letzteres der Fall ist, könnten diese Menschen dir helfen, eine andere Sichtweise zu gewinnen; andere mögliche Lebenssinne zu sehen und vielleicht den einen oder anderen für dich zu entdecken.
    Danke, dass du noch da bist, liebe Daisy. Nun hast du die magische 20 erreicht, und das macht mich glücklich.

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