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  1. Inaktiver User

    AW: Tipps im Umgang mit übergriffigen Mitmenschen

    Stimmt, auf jedes Weil kann man mit Warum fragen. Eine Kollegin sagte mir mal, dass sie generell keine Fragen mit Warum stellt, weil dass den anderen in eine verbale Ecke drängt und man damit dem anderen zu nahe kommt. Jetzt müssten das nur die Übergriffigen auch wissen und beherzigen.

    Danke Califlower, ich hoffe alle Betroffenen und ich haben Erfolg, zumindest soweit, dass man einfach damit umgehen kann ohne sich tagelang darüber zu ärgern, dass man sich schon wieder hat hinreißen lassen sich selbst zu rechtfertigen und dem anderen somit soviel Macht gab ins Innere der Gedanken und Gefühle einzudringen.

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    AW: Tipps im Umgang mit übergriffigen Mitmenschen

    Super Strang, eigentlich ist schon alles gesagt. Aber einen Tipp zum Üben: Man kann das gut üben, wenn man im Kopf Rollenspiele spielt. Man hatte aktuell so eine Situation? Später zu Hause in Ruhe überlegen, wie man antwortet (natürlich Richtung "weil ich es so will" oder "darum"), und dann die Situation mehrmals im Kopf durchspielen. Wenn man das eine Weile so macht, dann schleift sich das ein.

    Wenn man gar zu sehr Probleme damit hat, anderen alles Recht machen zu wollen, und das nicht alleine hinbekommt, dann auch mal an professionelle Hilfe denken (->Psychotherapie).

    Kloppos Antwort find ich klasse!

  3. Inaktiver User

    AW: Tipps im Umgang mit übergriffigen Mitmenschen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Eine Kollegin sagte mir mal, dass sie generell keine Fragen mit Warum stellt, weil dass den anderen in eine verbale Ecke drängt und man damit dem anderen zu nahe kommt. Jetzt müssten das nur die Übergriffigen auch wissen und beherzigen.
    Und genau das seh ich überhaupt nicht so.

    Ich denke, damit wird das Defizit - nämlich nicht ganz entspannt kommunizieren zu können und sich unter Gleichrangigen behaupten zu können - auf das Gegenüber verlagert. Für mich ist das eine fatale Opferhaltung die verhindert, dass man genau an diesem seinem Defizit arbeitet: nämlich die Verantwortung für sich übernehmen zu können.

    Wenn ich nach einem Warum frage dann aus Interesse am Gegenüber und weil ich davon ausgehe, dass psychisch gesunde und stabile Menschen sich eben davon nicht automatisch " in eine Ecke gedrängt" fühlen müssen. Wieso auch??

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    AW: Tipps im Umgang mit übergriffigen Mitmenschen

    Ein gesundes und vor allem selbstbewusstes und durchhaltestarkes Jahr 2011 wünsche ich euch allen

    Ist das schön, hier zu lesen. Seit Jahren wurschtle ich mich durch dieses Thema. Und ich muss sagen, ich schaffe es inzwischen immer öfters und immer besser, mich abzugrenzen.

    Hier sind ein paar gute Tipps, die ich mir unbedingt aufschreiben und immer wieder durchlesen muss. Kurz vor Weihnachten habe ich mich erst mit einem noch relativ neuen Bekannten total verkracht. Er mischt sich in alles ein. Weiß alles besser. Verplant jeden. Und lästert selbst über seine besten Freunde.
    Hätte ich diesen Strang früher gelesen, wäre ich vielleicht in der Lage gewesen ihn abprallen zu lassen.
    Es hatte sich in mir so hochgeschaukelt, dass ich explodiert bin. Per E-Mail - unschöne Sache - aber er schrieb ständig mit Vorwürfen versteckte Mails. Nun ist Ruhe, es kommt nichts mehr. Kontakt werden wir nur noch über eine gemeinsame Freundin haben.
    Im Nachhinein ist es gut, dass dieses ständige Einmischen unter dem Deckmantel "ich mache nur Vorschläge!!" ein Ende hat. Solche Menschen braucht niemand. Was mir nicht gefällt ist, dass ich immer wieder in das selbe Muster falle. Ich nehme solche Übergriffe persönlich. Kann sie nicht mit Abstand von außen sehen und reagiere entsprechend emotional.
    Ich versuche tatsächlich, meine Sicht der Dinge klarzulegen - bei solchen Menschen zwecklos!
    Ich lege dar, wie die Übergriffe bei mir ankommen - natürlich auch zwecklos! (Warum ich mich an dieser Stelle nicht komplett ausklinke ist mir noch unklar. Irgend eine nette Seite haben diese Menschen, etwas zieht mich an.)
    Nun beginnt es zu nerven!! Ich knalle zurück, es eskalliert und beende den Kontakt rigeros.

    Hier frage ich mich immer wieder, ob das immer sein muss. Ich möchte nicht so kopflos reagieren. Und auch mal gelassen damit umgehen können.
    Bei Kollegen, Nachbarn, flüchtigen Bekannten kann ich das problemlos. Das juckt mich kein bisschen mehr. Es ist ermüdend, ständig Wortgefechte ausüben zu müssen. Wenn ich merke, dass es in diese Schiene läuft, bin ich weg. Das wird sofort akzeptiert, der Gegenüber geht auf Abstand. Alsob eine Mauer herunter gefallen wäre. Vielleicht strahle ich das dann unbewusst aus oder man sieht es mir an, auch möglich.

    Bei meiner Mutter habe ich es geschafft (naja, zu 90 %). Ein wichtiger Tipp ist wirklich, einfach nicht viel über sich selbst erzählen. Wenn man weiß, dass das immer nur auf Widerstand stößt, dann lebt man ruhiger, wenn man keine eigenen Themen aufkommen lässt. Meine Mutter weiß so gut wie gar nichts mehr über mich. Und das, obwohl sie gar nicht weit weg wohnt. Es war ein langer Weg, bis sie aufgehört hat zu fragen, bohren und Vorwürfe zu machen. Nun hat sie es geschluckt. Ihre Themen beantworte ich oberflächlich, bloß nicht zu viel eigene Meinung, selbst wenn ich ihr Recht gebe, wird sie mir einen Strick daraus drehen. Es macht mich traurig, weil ich keine Nähe zu meiner Mutter zulassen kann. Aber ich weiß, dass sie es nur ausnützen würde. Nicht einfach, innerhalb der Familie auf Distanz zu gehen und überschlagende Emotionen abprallen zu lassen. Immer wieder schweigen, rigeros nein sagen, ich will nicht, sprich mit jemand anderen darüber, schweigen, auf Abstand gehen, weg gehen... Aber es geht! Immer wieder üben...
    Geändert von Schnullermaus (01.01.2011 um 11:18 Uhr)

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    AW: Tipps im Umgang mit übergriffigen Mitmenschen

    Ich möchte das Schweigen nicht schlecht machen, aber ein Aspekt des Schweigens kann eine Vermeidungstaktik sein. Je weniger ein übergriffiger Mensch Angriffspunkte findet – in Falle des Schweigens weil er sie schlichtweg nicht erfährt –, umso weniger wird er übergriffig werden können.

    Die Königsdisziplin, also das langfristige Ziel, ist, mit einem Übergriff klar zu kommen, ihn ohne emotionale Explosion zurückweisen zu können, und dabei das Gefühl zu haben, dass er nicht bei einem einschlägt.

    Natürlich plädiere ich nicht dazu, jedem alles zu erzählen, und auch nicht dazu, dem Übergriffigen mehr als nötig.

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    AW: Tipps im Umgang mit übergriffigen Mitmenschen

    Schweigen ist dann angebracht und nötig wenn man weiß, dass Reden keinen Sinn hätte und der Angesprochene sowieso nicht verstehen und zuhören kann oder will.

    Zitat Zitat von Quirin Beitrag anzeigen
    Die Königsdisziplin, also das langfristige Ziel, ist, mit einem Übergriff klar zu kommen, ihn ohne emotionale Explosion zurückweisen zu können, und dabei das Gefühl zu haben, dass er nicht bei einem einschlägt.
    Genau darum geht es
    Darin übe ich mich immer wieder aufs Neue. Mal mehr, mal weniger erfolgreich.

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