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12.12.2010, 16:44
AW: Wie umgehen mit 'abtauchenden Menschen ' ?
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12.12.2010, 16:56Inaktiver User
AW: Wie umgehen mit 'abtauchenden Menschen ' ?
Hallo Tory,
ich lese das schon heraus aus deinen Zeilen. Ohne dass es böse gemeint ist.
Du oder er?Einer von uns ist auch selbsternannt 'harmoniesüchtig'
Was ist deine Rolle in dem Theater? Was sagst du, wenn es mal zu einem solchen Ausbruch kommt? Wenn er mal was auf den Tisch legt? Wo gebt ihr euch die Klinke in die Hand?Es kommt über Jahre nichts gross an Disput heraus.Oberflächlich wird alles immer schön glatt gehalten.Bloss nicht in (könnte ja konstruktiv sein) Streit verfallen.Alles gut so, nee, ist alles bestens.
Und dann , eines Tages, den radikalen Rundumschlag, der gleich mehr oder minder in totalen Kontaktabbruch mündet.
Und zwischen den wenigen Zeilen kommt heftigste Wut hoch.
Eine Freundin von mir meinte, es wäre womöglich deshalb so schwer, weil da unglaublich viel Aggression im Spiel ist, die oft aber nur versteckt rüber kommt, oft im nicht-tun.
Das heisst, die message Aggression kommt schon an, inklusive Schuldvorwurf- aber man kann sich überhaupt nicht erwehren, weil offen nichts davon angesprochen wird.
Beschwichtigst du dann auch?
oder akzeptierst du seine Wut , die meinetwegen mit aller Unbeholfenheit zum Vorschein tritt?
Es hat irgendwas mit sehr 'verdecktem' zu tun.Nicht greifbar.
ja...solche geisterhaften Dinge sind gruselig...
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13.12.2010, 11:59Inaktiver User
AW: Wie umgehen mit 'abtauchenden Menschen ' ?
Hallo liebe Mitschreiberinnen,
Etwas zu meiner 'Zank'- Bemerkung.Ich fand und finde das gar nicht schlimm- ganz im Gegenteil und habe es auch eher als Schlagabtausch gesehen, jetzt aber auch erst gelesen.
Ich nehme aus vielen Beiträgen hier etwas für mich mit.Und bitte schreibt weiter, mit oder ohne 'Streit', Auseinandersetzung und was euch zu dem Thema auch immer noch einfallen mag.
Bei vielen Beiträgen und es wären zu viele, als sie jeweils zu zitieren, kann ich auch nur nicken.Ihr beschreibt , was ich auch teils denke und vieles ist für mich nachvollziehbar.
Ich finde es generell wohl nicht schön und besonders gelungen, das wortlose Abtauchen.Ich meide es auch selbst bei langjährigen und intensiveren Verbindungen bzw. versuche sehr wohl meinem Gegenüber zu erklären, gerade wenn ich merke, das ist erwünscht.Aber ich glaube gar nicht mehr, das es dies ist, was mich so beschäftigt.Nicht das allein.
Ich habe mich gefragt, welche Situationen mir denn einfielen, wo ich innerlich dermassen mit der Situation beschäftigt war, wie jetzt auch.
Erstaunlicherweise sind es gar nicht viele.
Nur diese wenigen haben mir so in den Knochen gehangen, das sie damit ganz schön 'gross' geworden sind.
Und ich kann dabei jetzt völlig bei meinem Bruder bleiben, denn diese Situation gleicht den anderen schon in vielem.
Es ist nicht nur das wortlose Abtauchen ohne Auseinandersetzung, es ist gleichzeitig kurzfristig dann eine riesige Wut und Aggression die dabei zu Tage tritt (welche vorher kaum in der Form erkennbar war) und ein mir Verantwortung für alles zuzuschieben und Schuld.
Das steht im Raum und dann bricht die Kommunikation fast endgültig ab, es findet keine Auseinandersetzung statt.
Und ich habe das Gefühl, ich kann machen was ich will- ich bleibe unumstösslich die Blöde.Inklusive Anhaften von Vorwürfen, die so nicht stimmen.Hier schrieb jemand, der andere würden einen selbst gar nicht sehen.Ja, so fühlt sich das an.
Und ich glaube sportsfrau schrieb von dem passiv- aggressivem Verhalten.Vielleicht ist das tatsächlich so.
Das ist dies 'versteckte', was ich vorher meinte.Ich hatte ja mit meinem Bruder ein Gespräch vor ca einem halben Jahr.Sogar auf seine Initiative hin.Ich habe ihm mitgeteilt, einige wenige Dinge, die ich zB so verletzend fand.Weil er mich u.a. beim Gesprächseinstieg danach fragte.
Die Tatsache zb, das er von der Geburt meiner ersten Nichte mir nur in einer Sammel-sms zwei Tage später berichtete.
Konfrontiert damit huschte ein verkniffenes Lächeln, spöttisches Grinsen über sein Gesicht.Befriedigung.Und einer der wenigen klaren Sätze: Jemand der sich so wenig darüber 'mitgefreut' hätte, tja.
Das ist es, was er eben auch mit dem Abtauchen, Kontakt einstellen erreichen will- es soll mich treffen.Eine Art Strafe.
Mir ist damals wirklich kurzfristig das Blut in den Adern gefroren.Für mich ist so ein Verhalten absolut unvorstellbar.Ich könnte das nie einem Menschen antun, der mir am Herzen liegt.Selbst wenn ich total zerstritten wäre.Ich käme gar nicht auf solche Gedanken.
Es gibt noch etliche weitere solcher Beispiele.
Ich hatte ihm auch am Telefon ein Jahr zuvor gebeten doch irgendwie das Gespräch damals nicht völlig abreissen zu lassen.
Ein Jahr später meinte er, was ich überhaupt wolle. Ich hätte ja gesagt, ich wolle erst mal völlig für lange meine Ruhe.Ich hatte gesagt, wir brauchen sicher viel Zeit und Geduld und ein bisschen Abstand.Aber eben keinen völligen Abbruch.War allerdings mein Vorschlag.
Ich kannte meinen Bruder so nicht.Das war eine Lüge und es war nicht die einzige.Einiges wurde da plötzlich total verdreht.
Ich hatte es versucht klarzustellen, unter anderem damit, wie er darauf kommt das würde doch zu mir gar nicht passen.Er kennt mich seid so vielen Jahren.Naja, das war dann wohl ein Missverständnis war seine Antwort.Schulterzucken und gut.
Und er kochte permanent bei dem Gespräch.Es brodelte wirklich in ihm.
So traurig ich das alles finde, das sei hier mal am Rande gesagt, so sehr denke ich andererseits - gut so.Ist doch gut, wenn sich endlich mal das zeigt, was da so lange schon gärt.Auch wenn ich es in der Art sehr schwer finde.
Es ist dies- das Abtauchen, Kontakt einstellen soll mir schon etwas vermitteln.Nicht nur eben vielleicht sein Selbstschutz, sein Unvermögen reden zu können oder wollen.Sich vielleicht erst mal zu sammeln.Sondern auch eine Übermittlung von Wut.
Wenig erstaunlich vielleicht, mein Vater war lange Zeit sehr ähnlich.Er hat sich nie mir mir auseinandersetzen können oder wollen.Als ich als ziemlich 'streitsüchtige', rebellierende Jugendliche in unserer Familie ihm zu arg wurde, hat er für viele Jahre das Reden mit mir völlig eingestellt.Ich war klar Schuld, trug die Verantwortung.Jahre später habe ich mal das Gespräch gesucht.Klar, ich war sicher nicht einfach damals.Aber ich habe ihn gefragt, ob er wirklich meint eine 13-jährige kann die Verantwortung tragen.In seinen Augen gabs da nix zu diskutieren.Mich hat das damals, als Jugendliche, total hilflos gemacht.
Ich war so verzweifelt, aber dennoch eine starke Persönlichkeit.Klein beigeben wollte ich nicht, ich sah schon das, was nicht gut lief.Ich habe mich dann ins Hungern gestürzt, für eine ganze Weile.Ich wollte eigentlich damit nur zeigen- hey, ich bin gar nicht so stark.
Das ist zumindest jetzt was, was ich meinem Bruder wirklich übel nehme.Wir haben uns darüber immer mal wieder in den Jahren unterhalten.Ich habe ihm oft gesagt, wie sehr mich damals das Verhalten meines Vaters verletzt hat, wie nachhaltig.
Er macht jetzt genau das gleiche.Nur heute ist es viele Jahre später und wir sind alle erwachsen.
Und mein credo aus meiner Jugend war- Reden ist so wichtig.Und Jahre hat mein Bruder genau das ebenfalls behauptet.Ich habe ihm da über Jahre vertraut.Wenn mal was richtig schief läuft, werden wir darüber reden können .
Statt dessen laufen diese Winkelzüge ab, versteckte halb-offensiv Attacken, kein Reden, Abbruch.
Und ich fühle mich wie auf einem Schachbrett, nur sind alle möglichen Züge Schachmatt.
Selbst der, dem Abstand und dem Kontaktabbruch bzw der Riesen-Distanz einfach den Raum zu lassen, weil es ja eh nicht anders geht.
Liebe Farmelli,
Was deine Fragen anbelangt.Nein, er sagt von sich er sei 'harmoniesüchtig'.Wenn ich das wirklich von mir behaupten würde, hätte ich die Lacher auf meiner Seite.
Ich kann mit dem 'Verbiegen' hier wirklich nichts anfangen.Es geht mir nicht um 'Verbiegen'.Aber neulich schon dachte ich an etwas, was mein Bruder mir sagte.Als er seine jetztige Frau heiraten wollte und dann wusste ( ich hatte es offen in Worte gefasst ), das ich mit ihr ja nicht so toll harmoniere und einiges an ihr ziemlich schwierig finde- da hat er einige Zeit vorher, so empfinde ich es heute,sehr um mich wie 'geworben'.Ich sollte doch unbedingt mit ihr harmonisch sein und sie toll finden.Wörtlich sagte er später, er hätte mich 'zwingen' wollen und das ginge wohl selten gut.
Das Problem ist- ich kann mit sowas überhaupt nichts anfangen.Wieso zwingen ? Klar ist es doof und ein Problem, wenn sich zwei nicht mögen.Aber es findet sich dann vielleicht ein Rahmen, wo man sich dennoch begegnen kann.Man kann doch Sympathie nicht erzwingen ? Ich bin wirklich ganz anders , dafür kann doch keiner etwas.
Aber so etwas scheint für ihn schon ein unüberwindbarer Konflikt zu sein ? Da schon fühlt er sich nicht akzeptiert und kritisiert.
Nur darum geht es doch gar nicht.Es ist doch fatal, wenn man merkt- gut, da harmonisiert was nicht so dolle, darüber nur hinweg gehen zu wollen.Ist doch kein Weltuntergang.Dann lieber so nach Wegen suchen, wie alle am Besten damit umgehen können.Und zwar gemeinsam und halbwegs offen.Das ist nicht leicht, aber machbar.Ich finde das allein wirklich nicht schlimm.
Ich akzeptiere seine Wut.Dazu musste ich sie erst mal als solche Erkennen.Das ist mir über Jahre, weil sehr versteckt, sicher dann nicht gelungen.Ich bin kein Spürhund.Jetzt sehe ich sie und zwar eine gewaltige, kalte Wut.Und ich sehe seitdem auch nicht mehr über sie hinweg und spreche sie an.Was derzeit den Zustand von- dann halt (fast) totaler Abbruch zur Folge hat.Und so viele 'Ausbrüche' gab es da vorher nicht.
Über meine Rolle schreibe ich jetzt erst mal nichts mehr.Ich würde dies post dann vollends sprengen
Liebe Grüsse und Danke,
Tory
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13.12.2010, 13:52
AW: Wie umgehen mit 'abtauchenden Menschen ' ?
Liebe Tory,
je länger ich mir mitlese, desto mehr ergibt sich für mich schon ein gewisses Bild, wie ich mir diese Familie vorstelle. Ich kann euch beide irgendwie sehr gut verstehen. Du schreibst, dass Du Dir den Kopf zermaterst, was da schiefgelaufen sein könnte. Aber ich glaube, dass Du das naheliegendste übersiehst. Kannst Du Dir vorstellen, dass Du Deinen Bruder wirklich zutiefst verletzt hast, als Du ihm Deine Meinung zu Deiner Schwägerin vor den Latz geknallt hast? Schalt mal den Kopf aus, und den Bauch an. Was wäre denn, wenn Dein Bruder sowas über Deinen Partner äußern würde? Versuch doch mal, das für Dich klarer zu sehen: Natürlich hast Du ein Recht auf Deine Meinung. Aber ist das wirklich zwangsläufig, sie ungefragt andern aufdrängen zu müssen? Warum hast Du das gesagt? Welchen Zweck hatte das? Weißt Du das wirklich klar für Dich? Was würdest Du Dir denn wünschen, wenn jemand aus der Familie Deines Partners ein solches Urteil über Dich fiele? Würdest Du nicht erwarten, dass der Mann, der sich für eine Partnerschaft mit Dir entschieden hat, dort hinter Dich stellt? Ich glaube, dass Du an der Stelle verdammt zu weit gegangen bist. Und dass das in der Konstellation Deiner Familie, die Du hier beschreibst, die so sehr darauf beruht, für Fehlverhalten mit Liebesentzug zu strafen, faktisch ein vor die Wahl stellen war. Und Du hast halt den Kürzeren gezogen. So einfach ist das im Grunde genommen.
Du schreibst, Du möchtest ihn nicht verbiegen, darum ginge es Dir ganz und gar nicht. Und drei Sätze später das:
Was ist das bitte, wenn nicht verbiegen, dass Du Deinem Bruder mal eben seine Gefühle bewertest und absprichst? Das steht Dir überhaupt nicht zu.Da schon fühlt er sich nicht akzeptiert und kritisiert.
Du beschreibst in den vielen kleinen Teilen eine Familie, die ich als hochgradig dysfunktional einstufen würde. Das was Du über das Verhalten Deines Vaters beschreibst, ist eine massive Verlusterfahrung, die das Mädchen an der Schwelle zur Pubertät vielleicht so ohne weiteres nicht verkraftet hat. Ich nehme Dich ehrlich gesagt als eine Person wahr, die sehr um sich selber kreist. Ich habe beim Lesen Deiner Beiträge das Gefühl, dass Du Dein Verhalten extrem kontrollierst, bis es so ist, wie Du meinst, dass man Dich dafür unmöglich verstoßen kann. Da sehe ich pure Angst.
Dein Verhalten möchtest Du bestätigt haben: Dein Verhalten ist jetzt okay. Die Maßstäbe für die Reaktionen, die Du als Bestätigung akzeptierst, legst Du aber auch noch selber fest und bist total irritiert, wenn jemand diese Erwartungen nicht erfüllt. Und ja, ich schließe mich denen an, die hier schon geäußert haben, dass sie Dein Verhalten als einen ziemlich hohen Druck auf Deinen Bruder empfinden. Der mag auch so seine Defizite haben - logisch, der kommt schließlich aus dem selben Stall. Aber ich kann das schon nachvollziehen, dass da einer sagt: Nö, hab ich jetzt keinen Bock drauf. Dein Bruder ist schlichtweg nicht in der Verantwortung, sich so zu verhalten, dass Du keine Angst haben musst. DU bist in der Verantwortung, einen besseren Umgang mit Deinen Ängsten zu finden.
Ich würde daraus drei Ratschläge ableiten:
1. Wenn Du in Erwägung ziehen kannst, dass Du mit der Meinungsäußerung über Deine Schwägerin tatsächlich etwas sehr verletztendes getan hast: Entschuldige Dich. Ohne aufzurechnen, wer wen wann verletzt und sich wann wie sonst falsch verhalten hat: Signalisier ihm einfach, dass Du weißt, dass Du zu weit gegangen bist, und dass es Dir leid tut. Punkt. Und warte einfach mal ab.
2. Setz dich mal ein bisschen mit Dir und Deiner Weltsicht auseinander. Du hast, glaube ich, geschrieben, dass Du erwägst, eine Therapie zu machen. Ich halte das für eine gute Idee. Für Dich, aber auch deshalb, weil jedes Fokussieren auf Dich den Druck von Deinem Bruder nimmt.
3. Sei mal ein bisschen geduldig und vor allem: Mach Dir mal klar, was Du mit Deiner Familie haben kannst, und was einfach nicht. Du bist alt genug, um Dich mit der Tatsache abzufinden, dass Du aus einem so neurotischen Haufen beim besten Willen keine gute Familie schmieden wirst. Wenn Du das akzeptiert hast, kannst Du mit Deinem Bruder vielleicht einen realistischeren Umgang finden.
Beste Grüße,
BabetteGeändert von Dieclou (13.12.2010 um 13:59 Uhr)
Zurück ist ein Ort, den es nicht gibt.
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13.12.2010, 16:14Inaktiver User
AW: Wie umgehen mit 'abtauchenden Menschen ' ?
Liebe Babette,
Ja, genau über den Punkt könnte man diskutieren.Oder reden.Wenn man es denn wollte.Deinen Standpunkt dazu habe ich in etwa der Form auch schon von einer Freundin gehört.
Und ich selber habe schon gesagt, das es mehr als falsch gewesen ist mit dem Thema ,damals ,seiner Frau anzufangen.Ohne Fehler bin ich leider nicht und entschuldigt habe ich mich dafür auch schon.
Aber es war nicht vor den Latz geknallt.
Es gab lange Zeit gar kein Problem.Bis wir einmal ein paar Tage am Stück gemeinsam Urlaub gemacht haben.
Da war noch viel Familie, Bekannte drumherum dabei.Und dann waren wir kurz noch zu dritt zusammen.Und in der Zeit sind wir eben aneinander geraten, weil numal total unterschiedlich.
Darüber gab es aber kein Gespräch, zunächst.
Sondern Stillschweigen.
Es war nur dieses eine mal ein Aneinandergeraten.Daraufhin habe ich einen Monat später das Gespräch gesucht.
Woraufhin mein Bruder schon alles klar im Kopf hatte- ich war da nämlich das schwarze Schaf.Es kamen merkwürdige Vorwürfe, die so gar nicht stimmten.Das ich sie noch nie mochte usw.. Das stimmte aber bis zu dem Tag gar nicht.
Ich bin kein Mensch, der es gut verbergen kann, wenn ich mit jemandem nicht klar komme.Eine Schwäche, die habe ich aber.Allerdings hacke ich darauf nicht ewig rum.Muss man mit umgehen.
Ich kam mit ihrer Art nicht zurecht und das habe ich in dem Gespräch auch erzählt, ich bin ja auch gefragt worden.In dem Ansinnen es irgendwie gelöst zu bekommen.Und ich hätte auch mit beiden gemeinsam gesprochen.Das wollte da nur keiner mehr.
Da kam von Seiten meines Bruders damals der Vorschlag, wir sollten uns lieber nicht mehr gemeinsam treffen.
Zu dem Zeitpunkt 'kannten' wir uns zwei Jahre.Und es gab nie Stress.Ich hatte nie etwas gegen sie.
Ungefragt habe ich nichts dazu gesagt.Es war dennoch ein Fehler.
Denn das Problem, was ich mit meinem Bruder hatte bzw. jetzt hier schildere- bestand schon zuvor.Nur nicht in der Schärfe.
Diese ganze Geschichte hat es aber ans Tageslicht gebracht.
Und es bestand unabhängig von seiner Frau.Sie ist ihm in seiner Art aber sehr ähnlich und dadurch wurde es so deutlich, vielleicht.
Da kann ich im Prinzip auch nur sagen- vielleicht gut so.
Ich weiss auch nicht, wo ich meinem Bruder Gefühle abspreche ? Oder bewerte ?
Ich habe ihm alles Glück für seine Ehe gewünscht und denke, es ist gut, wenn er glücklich mit einer Frau ist, die gut zu ihm passt.
Das ist das , was man jedem nur wünschen kann.
Das ich demnächst heirate interessiert ihn übrigens wenig.Mein Lebenspartner im Prinzip auch nicht.Gut, den kennt er nicht, weil wir mehr oder minder zusammen kamen, als wir den Stress hatten.Aber fragen oder ähnliches- jetzt natürlich völlig Fehlanzeige.
Ich frage mich aber, wieso er daraus so einen Konflikt hergestellt hat nach dem Motto- seine Frau oder ich.
Da fühle ich mich Unwohl.So 'eng' waren wir dann ja nun auch nicht und haben noch nie aufeinander 'geklebt'.
Ich weiss auch nicht, was da ein vor die Wahl stellen sein soll ?
Sie ist seine Frau und Lebenspartnerin, ich seine Schwester.
Wir sind beide sehr verschieden.Ja und ? Ist das so schlimm ?
Wir teilen ja gar keinen Lebensalltag stets miteinander.
Das ich dabei jetzt 'den kürzeren' gezogen haben soll finde ich komisch.In der 'Konkurrenz' sehe ich mich gar nicht .
Aber vielleicht ist es so.
Ich schreibe später nochmal zu dem Rest.
Liebe Grüsse Tory
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13.12.2010, 22:03Inaktiver User
AW: Wie umgehen mit 'abtauchenden Menschen ' ?
Liebe Babette,
Ich hatte einen viel zu ausufernden Beitrag geschrieben, den nehme ich zurück, weil ich selbst merke ich komme vom Stöckchen aufs Hölzchen.
Ich kann mit einigem , was du schreibst nicht so viel anfangen, aber es bringt wenig und ist auch uninteressant mich da jetzt in ellenlanger Familiengeschichte weiter zu bewegen und zu erklären ( habe ich eh schon zu viel getan ).Ich hatte bei deinem Beitrag das Gefühl, das müsste ich tun,da war mir zu vieles fremd.Das was ich im vorigem Beitrag schrieb ist dazu schon alles, was ich sagen kann und ich danke dir für deine Mühe und deinen Input dazu.
Ich merke selbst, das ich sehr wohl kreisele.Ich suche hier im Prinzip das Gespräch, was ich an anderer Stelle nicht habe.
Das ist unsinnig, denn das Gegenüber, mit welchem ich reden müsste, um die wirklichen Beweggründe zu verstehen- distanziert sich davon.
Mir ist klar geworden, wie verletzt ich bin.Und mein Bruder wahrscheinlich auch.Das wird sicher lange dauern zu heilen.Wie das ohne Reden, ohne Kommunikation gehen soll weiss ich nicht.Vielleicht gibt es auch andere Wege oder neue, die ich heute noch nicht sehe.Oder es gibt irgendwann die richtige Zeit dafür.
Ich habe gemerkt, das ich offensichtlich in der Vergangenheit einiges nicht richtig interpretiert habe.Weil es eben nicht offen und klar kommuniziert wurde .Wie lange das schon zurückliegt weiss ich nicht, ich denke schon lange.
Mit liegt viel an meinem Bruder, ich habe das Gefühl ihn verloren zu haben und das tut mir weh.Und das wird es noch eine weitere Zeit lang tun.
Das läuft in Wellen , meine Verarbeitung.Mal komme ich besser damit klar, mal weniger.
Wegen meiner eigenen Hochzeitsplanung war bei mir das ganze jetzt richtig hochgekommen.Da wusste ich nicht mehr mit umzugehen.
Aber dazu habe ich jetzt eine Lösung gefunden.Immerhin.
Vielleicht auch Dank des Austauschs hier :-)
Liebe Grüsse ToryGeändert von Inaktiver User (14.12.2010 um 07:56 Uhr)
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14.12.2010, 10:31
AW: Wie umgehen mit 'abtauchenden Menschen ' ?
Liebe Tory,
es ist schwer, die verfahrene Familiensituation aus der Ferne zu beurteilen.
Natürlich klingt das, was du beschreibst, nach Problemen, die sich über Jahre anhand weniger Signale aller mit der Zeit aufgeschaukelt haben.
Aus deinen Zeilen lese ich ebenfalls heraus, dass in eurer Familie bestimmte Konstellationen und Muster entstanden sind, innerhalb derer jeder seine eingefahrene "Rolle" einnimmt.
Nur ansatzweise habe ich jedenfalls den Eindruck, dass Vater und Bruder eher eine vermeidende, passive bis "aussitzende" Rolle einnehmen/einnahmen, wobei dein Vater früher die Rolle des autoritären Familienoberhauptes innehatte und dein Bruder ihm möglicherweise speziell im Verhalten bei Konflikten folgt. Offenbar hast du die Rolle des "Rebellen" teils freiwillig, teils unfreiwillig "übernommen", das reicht von aktiv gezeigter kritischer Offenheit bis hin zu kritischer Distanz, sowie dem Wunsch nach Wahrnehmung über diverse Aktionen und Gespräche, wenn du ignoriert wirst.
Die Frau deines Bruders kam wiederum als Aussenstehende hinzu und stiess auf Integrationsprobleme, was für Neuankömmlinge immer schwierig ist.
Gibts noch andere Familienmitglieder (Mutter, Schwester)?
Wie dem auch sei im Detail - das möchte ich alles nicht aufdröseln und werten wollen, das führt hier schlicht zu weit.
Tatsache ist, dass solche Familienstrukturen und Rollen nur sehr schwer wieder aufgeweicht werden können. Da kommt es zu meist zu Streit und Konflikt, bei dem jeder sich im Grunde selbst schützen will. Es ist wichtig zu sehen, dass jedes Verhalten, was die anderen dir zeigen und du ihnen zeigst, mehr oder weniger gelungene persönliche Lösungsstrategien sind. Durch die Konstellationen prallen sie dabei aufeinander.
Hilfreich wäre hier wirklich eine Therapie, damit du deinen verborgenen Mustern auf die Spur kommst, deine unfreiwillige oder freiwillige Rolle erkennst und dir dabei helfen lässt, bessere persönliche Strategien zu finden. In Ergänzung dazu sind Familienaufstellungen hilfreich.
Du darfst dir sicher sein, dass das so gut wie jeder schon erfahren hat. Ich habe selbst mit diesen eingefahrenen Rollen in meiner, vor allem in meiner Stieffamilie zu kämpfen. Davon ist leider jeder geprägt, das setzt sich ein ganzes Leben lang mehr oder weniger fort.
Ich wünsche dir viel Geduld und die richtige Hilfe von aussen, um mit diesem Thema so weiterzukommen, dass dein Verhältnis zur Familie und auch der anderen Familienmitglieder untereinander sich bessert.
Geändert von Elwyn (14.12.2010 um 13:16 Uhr)
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14.12.2010, 15:32Inaktiver User
AW: Wie umgehen mit 'abtauchenden Menschen ' ?
Liebe Elwyn,
Ich verstehe mich mit meinen Eltern heute bzw seid über zehn, fünfzehn Jahren ziemlich gut.Was ich schrieb ist teils über zwanzig, fünfundzwanzig Jahre her und es hat seitdem einiges an Entwicklung stattgefunden.Mehr Familie gibt es im Prinzip nicht mehr.
Ich bin da weit in letzter Zeit in die Vergangeheit abgetaucht, eben auf dieser blöden Suche nach Erklärungen für das Jetzt mit meinem Bruder.
Mein Vater und Bruder gleichen sich schon in einigem.Ich hatte mit meinem Vater ja auch lange Schwierigkeiten, heute und das hätte ich mir so lange nicht vorstellen können, verstehen wir uns recht gut und können sogar gute und tiefere Gespräche führen.
Irgendwie denke ich im Moment, vielleicht klappt das eines Tages mit meinem Bruder auch wieder bzw. bekommt alles ein anderes , neues Fundament.So ist es mit meinem Vater gelaufen, hat lange gedauert, in den letzten Jahren sind wir so nah wie nie zuvor in meinem Leben.
Allerdings hatten wir den Kontakt nie gänzlich gekappt, es gab lediglich längere Zeiten von grosser Distanz.Aber vielleicht bekomme ich das mit meinem Bruder auch noch einmal hin.
Ich ärgere mich manchmal darüber, das er gerne so nach 'aussen' alles glatt erscheinen lassen will, wie zB bei Treffen, Feiern im Grossem Rahmen.Man sieht sich, aber es bleibt eben alles oberflächlich.Er liebt da sehr den 'öffentlichen Rahmen'.
Jetzt denke ich mir- was soll's , er ist so.Und ich bin so.
Das bleibt für die nächste Zeit wohl der einzige Rahmen für Begegnung und ich will den tatsächlich nutzen, statt mich weiter zu ärgern.Die Distanz war ja schon zuvor immer mal wieder da, nur eben nie dies drastische Abtauchen.Und diese ganze heftige Wut, woher sie auch immer kommt.Zumindest war sie nie so offensichtlich.
Ich konnte mit keinem gutem Gefühl an meine Hochzeit denken, wusste nicht, ob ich meinen Bruder dabei haben wollte.Ich war da total im Zwiespalt.Jetzt , wo das ganze konkret Form angenommen hat, weiss ich, das ich ihn mit seiner Familie einladen werde und fühle mich das erste Mal dabei auch den Umständen nach gut.Erwarten tue ich da nicht viel, aber ich kann es mir jetzt einfach vorstellen.Ging zuvor nicht.
Ich danke allen für die posts hier
Neben der Hochzeit bekommen wir hier gerade noch weitere Aufregung- kleinen Nachwuchs.
Ich hoffe, das dies jetzt alles gut geht,
Daran hatte ich auch eigentlich nicht mehr recht geglaubt.
In diesem Sinne
Liebe Grüsse Tory
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14.12.2010, 17:50
AW: Wie umgehen mit 'abtauchenden Menschen ' ?
tory,
da freu ich mich, dass du der hochzeit gelassen entgegensehen kannst!
und nachwuchs? wow!
vielleicht kannst du dich mit deinem bruder ueber die kids irgendwie annaehern. ich wuensche es dir!
alles liebe
und halt uns auf dem laufenden!
luciernago
LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH
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14.12.2010, 18:24Inaktiver User
AW: Wie umgehen mit 'abtauchenden Menschen ' ?
Liebe luciernago,
Mache ich
Ich bin ehrlich gesagt über die Neuigkeit heute so dermassen durch den Wind.Ich freue mich so sehr und heule abwechselnd.
Hoffentlich wird alles gut, so jung bin ich ja nicht mehr und ich hatte damit nicht mehr ernsthaft gerechnet.
Und ich muss noch zwei Tage warten, bis mein Freund wieder hier ist.
Sorry, bin wirklich durcheinander.
Liebe Grüsse
Tory




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