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    AW: Wie umgehen mit 'abtauchenden Menschen ' ?

    Sorry, Elwyn, was bringen Smilies, wenn Du einfach aus folgendem Zitat:

    Zitat Zitat von WhiteSnowflake Beitrag anzeigen
    Ich habe auch Mitgefühl mit dir Tory, das ist nicht einfach, und sicher heilt nur die Zeit die "Wunden" ..... irgendwann hört die Grübelspirale sicher auf.
    Dieses hier machst:

    "Eine Richtung wie Find ich mich halt ab oder Find dich ab...ist für mich keine Lösung, aber danke für deine Sichtweise............... "

    Das habe ich mit Sicherheit nicht gesagt! oder besser den hier ........

    Vielleicht sollte man in diesem Threat auch vermeiden aus einzelnen Aussagen auf die gesamte Persönlichkeit zu schließen ....

    Meine Lebenserfahrung (ich habe die 20 mehrfach hinter mir) sagt, dass die Zeit vieles heilt und man lernt vieles zu aktzeptieren oder loszulassen. Für mich ist das ein wichtiger Punkt im Umgang mit abtauchenden. Sich selber und dem anderen Freiraum und Abstand zu geben.

    Manchmal findet man nach Jahren wieder zueinander und oft ist es dann vielleicht einfacher, wenn nicht zu viel schmutzige Wäsche gewaschen wurde oder alles zerredet wurde.

    Ich kann auch nur "Optionen" aufzeigen und spekulieren.

    Sodele .... ich denke jetzt habe ich alles gesagt ....
    Schneeflocke

  2. Inaktiver User

    AW: Wie umgehen mit 'abtauchenden Menschen ' ?

    Hallo,

    @ Schneeflocke

    Ich finde es gut und interessant von der 'anderen Seite' zu lesen.
    Wie auch in dem u.g. Zitat.
    Frage mich selbst aber gerade, wie ich einzelne Beispiele sozusagen 'sortieren' soll.
    Es ist nicht so, dass ich nicht auch zB 'einschlafende' Freundschaften kenne.Wo sich Leben einfach auseinanderbewegt.Auch von meiner Seite.
    Das fällt mal leichter, mal schwerer, aber es ist kein riesiges Drama für mich.

    Dann der Fall, wo man wirklich aneinander gerät.Wo sich einer, beide in total unterschiedliche Richtung entwickelt.Hatte ich mit einer 13-jährigen und teils engen Freundschaft.Sie ist im Prinzip plötzlich auch abgetaucht, wurde kurz bissig, alles fühlte sich blöd an.Konkret einen 'Vorfall' gab es nicht.
    Aber wir haben immerhin zwei, dreimal längere Gespräche geführt,nachdem einige Zeit ins Land gegangen war.
    Die hatten es in sich, waren nicht nur ruhig.
    Es fiel mir schwer und tat verdammt weh, ich hätte sie nicht gänzlich verlieren wollen.Nur- es war mir selbst so klar, das da nichts mehr gemeinsam geht. Das zB hat mir sehr weh getan, aber gar keine Grübeleien nach sich gezogen.
    Und wir hatten eine schwierige Aussprache, nicht alles geklärt- aber genug.






    Zitat Zitat von Avalanche Beitrag anzeigen
    Aber oft ist es ja eben gerade nicht so, unter "Abtauchen" verstehe ich das langsame und bewusste Einschlafen-Lassen einer Freundschaft. Und da frage ich mich: Muss ich einem Menschen, der lange ein wichtiger Teil meines Lebens war, aber dessen Leben sich jetzt gänzlich anders entwickelt hat als meins - muss ich diesem Menschen unbedingt ins Gesicht sagen: "Du, ich hab nichts gegen dich, aber du bist mir einfach nicht mehr wichtig genug, um mir Zeit für dich zu nehmen?"
    Wie soll man sowas rüberbringen ohne dabei masssiv zu verletzen?
    Ist das wirklich nötig? Und ist es da nicht besser, ein langsames Einschlafen der Freundschaft zuzulassen, indem man sicher nicht mehr meldet, weniger oft anruft, etc.?
    Was ist grausamer? Ich habe kein Patentrezept, aber zu sagen dass das einfach nur bequemer ist, ist mir zu kurz gesprungen.

    Übrigens bin ich der Meinung, dass nahe Verwandte (besonders Geschwister) da eine ganz andere Verpflichtung haben als Freunde. Blut ist dicker als Wasser - es würde mich auch sehr verletzten, wenn mein Bruder sich so verhalten würde wie der der TE. Ich finde, das kann man nicht in einen Topf werfen.
    Mal die Verwandtschaft aussen vor.
    Ich befürchte ja, das von mir fett markierte trifft oft zu.
    Wenn es sich um langjährige, engere Beziehungen egal welcher couleur handelt, findet ich das verletztend, sorry.Das nützt alles nix.
    Du hast schon recht, es ist womöglich für den anderen per se verletzend.Aber noch nicht mal mehr ein paar Stunden Zeit für ein Abschliessen finde ich sehr dürftig und extrem egoistisch.
    Diese Wichtigkeit für den kurzen Moment finde ich kann man einem Menschen, wenn er das denn will,der einen lange Jahre seines Lebens begleitete aufbringen.
    Da finde ich es ehrlicher zu sagen- ich verletzte dich jetzt damit und mir ist es eigentlich egal.Das ist eine klare message an den anderen.

    Ob das im Zweifelsfall manchmal einfach nicht anders geht, sei mal dahingestellt.In vielen Fällen denke ich könnte man dies Minimum an Mühe noch aufbringen, man will nur nicht.
    Das es auch andere Fälle gibt, sicher.Ganz besondere Umstände sind aber eher nicht die Regel.

    @ beklamo



    Warum lässt man einen Menschen nicht los, für den man selber zum No go mutiert ist.
    Lässt man ja- es dauert nur manchmal.Wann explizit mir das genau schwer fällt, muss ich nochmal überdenken.
    Es gibt auch viele Fälle- da fällt mir das gar nicht schwer.
    Aber das es immer leicht sein soll- schwupps, der mag mich jetzt nicht mehr also geh ich auch mit Schulterzucken weiter- Das finde ich an einer Lebensrealität mit zb langjährigen Beziehungen etwas vorbei.So austauschbar sind Menschen doch nicht.

    @ Farmelli

    Manchmal denke ich, weil derjenige, der nicht loslassen möchte, eben so lange bereit wäre sich für den anderen zu verbiegen oder versuchen würde den anderen zu verbiegen bis einer von beiden nicht mehr existent ist.

    Es gibt allerdings ein Extrem, an das ich hier immer wieder denken muss. Diejenigen die in Diskussionen einfach nicht ihren wahren Standpunkt sagen. Damit meine ich weniger: Ich kann deine Nase jetzt nicht mehr sehen. Sondern einfach die Uneinsichtigkeit aus Harmoniesucht nicht zu sagen, was einen stört. Dann kann der andere entscheiden, ob er mit meinem Standpunkt noch was anfangen kann, oder z.B. ob der andere mich dann endlich mal richtig kennenlernt, eben auch die Ecken und kannten.
    Hm, das mit dem Verbiegen sehe ich da nicht so sehr.Wäre in dem Zusammenhang nicht mein Thema.

    Eher dann das zweite, was du schreibst.Das geht schon mehr in die Richtung, auch, wie ich es jetzt bei meinem Bruder erlebe.
    Einer von uns ist auch selbsternannt 'harmoniesüchtig'
    Es kommt über Jahre nichts gross an Disput heraus.Oberflächlich wird alles immer schön glatt gehalten.Bloss nicht in (könnte ja konstruktiv sein) Streit verfallen.Alles gut so, nee, ist alles bestens.
    Und dann , eines Tages, den radikalen Rundumschlag, der gleich mehr oder minder in totalen Kontaktabbruch mündet.
    Und zwischen den wenigen Zeilen kommt heftigste Wut hoch.
    Eine Freundin von mir meinte, es wäre womöglich deshalb so schwer, weil da unglaublich viel Aggression im Spiel ist, die oft aber nur versteckt rüber kommt, oft im nicht-tun.
    Das heisst, die message Aggression kommt schon an, inklusive Schuldvorwurf- aber man kann sich überhaupt nicht erwehren, weil offen nichts davon angesprochen wird.

    Irgendwo in solch einem Konstrukt liegt bei mir dann diese Form von Abtauchen, wo ich in die Total-Grübelei gerate.
    Es hat irgendwas mit sehr 'verdecktem' zu tun.Nicht greifbar.

    Ich werde mir die Tage mal die Zeit nehmen, das etwas genauer einzukreisen.In welchen Fällen ich in dieses 'Rad' gerate.Auch anhand der posts hier, hatte immer noch nicht die Zeit alles in Ruhe zu lesen.

    So und ein letztes

    @ Schneeflocke & Elwyn
    Jetzt zankt euch mal nicht so.So ganz habe ich euren Disput noch nicht nachlesen können, kann dazu jetzt nichts sagen.

    Aber dies hier

    Meine Lebenserfahrung (ich habe die 20 mehrfach hinter mir) sagt, dass die Zeit vieles heilt und man lernt vieles zu aktzeptieren oder loszulassen. Für mich ist das ein wichtiger Punkt im Umgang mit abtauchenden. Sich selber und dem anderen Freiraum und Abstand zu geben.

    Manchmal findet man nach Jahren wieder zueinander und oft ist es dann vielleicht einfacher, wenn nicht zu viel schmutzige Wäsche gewaschen wurde oder alles zerredet wurde.
    Sehe ich nicht gänzlich anders ! Das ist ein Grund, warum ich bei meinem Bruder zb ( nach auch meinen Erfahrungen) ganz schnell meine Initiative nach Auseinandersetzung eingestellt habe.In dem letzten Funken Hoffnung, das irgendwann vielleicht der Zeitpunkt da ist, wo sich Wege wieder anders finden könnten.
    Und ich ihm allerdings auch auf seinen Pfaden des Umgangs so nicht mehr gänzlich folgen möchte.Da würde ich mich verleugnen, das was ich richtig und akzeptabel finde.
    Deshalb kostet es mich dennoch- echt in diesem Extrem und der Konstellation extrem viel Kraft.Und eben diese teils nächtlichen Grübeleien.




    Liebe Grüsse Tory

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    AW: Wie umgehen mit 'abtauchenden Menschen ' ?

    Liebe Tory,

    so meinte ich das auch nicht. Mir ist schon klar, dass man die Menschen nicht einfach so aus dem Gedächtnis streichen kann.

    Aber ich finde, dass mir die Fragestellung, warum man an ihnen festhält, obwohl sie einem nicht mehr gut tun, hilfreich, um abschließen zu können. Und um wieder zum eigenen Selbstwert zu finden.
    Man wandelt nur das, was man annimmt.

    C.G. Jung


    Nein ist ein ganzer Satz.


    Keine Ahnung von wem

  4. Inaktiver User

    AW: Wie umgehen mit 'abtauchenden Menschen ' ?

    Hallo Tori,

    auch ich bin ein Mensch, der schon "abgetaucht" ist- und das sowohl familiär als auch in Freundschaften.

    Warum??
    In meinem Verhalten lag IMMER viel Hilflosigkeit!

    Ich konnte mich nicht so erklären, daß es für den anderen richtig "angekommen" wäre....- und glaub mir- ich habe durchaus versucht zu reden und klarzumachen.
    Nicht immer in der letzten Instanz.....es gab nie ein "letztes Gespräch".....denn letztlich kann man gerade innigere Beziehungen doch gar nicht so "durchschneiden"!

    Natürlich tut es weh auf Deiner Position.....aber wenn jemand innig zugetan ist-- ist es beim Gegenüber genauso!

    Manchmal geht es einfach nicht.....
    Weil der Zeitpunkt nicht passt- weil man sich verändert hat oder der andere......- weil einfach die Ebenen zu einem wirklichen Verstehen nicht da sind.
    Und gerade in der Familie muss man dann manchmal auch schmerzhaft erkennen, daß diese auch so nie dasein werden!

    Eine gemeinsame Ebene- auf der man sich treffen kann......um wirklich verständig miteinander zu reden-- ist dafür einfach zutiefst notwendig.
    Dazu gehört dann aber auch dasselbe Reflektieren!

    Wenn Du jetzt hergehst und Deine Position in der Familie- zu Deinem Bruder- hinterfragst- analysierst.......dann denke ich, daß NUR DU das so machst udn er nicht!
    Er wird vielleicht wirklich angetriggert- kann aber nur fühlen und nicht wirklich sagen, was los ist...warum.

    Schon da- wird dann aber klar, wie unterschiedlich die Ebenen der Kommunikation sind.
    Wie soll er denn reden, wenn er gar nicht sagen kann, warum??

    Und der Mensch ist nunmal auch so, daß er Unangenehmen aus dem Weg gehen will- lieber wegsehen.....

    Noch dazu......tut es manchmal auch einfach gut ein Thema ruhen zu lassen......nicht zerreden....

    Ich habe bei dem einen oder anderen das Gefühl, daß es halt jetzt nicht geht......- und die Hoffnung, daß der Tag wieder kommt, wo es anders ist!
    Ich glaube übrigens auch, daß es durchaus immer Signale gibt, die einem klarmachen, wie es um die Beziehung steht.
    Aber- manchmal will man es nicht sehen oder wahrhaben......und übersieht somit die Zeichen!

    Es geht dabei um stehen lassen.....einfach mal die Situation so lassen wie sie ist.
    Du bist den Menschen sicher nicht wertlos.......vielleicht auch zuviel wert als, daß man einen STreit nicht ertragen könnte....wollte.....- zuviel hängt dran, was man tief innen weiss, aber nicht packen kann....

    ES lässt sich leicht sagen " sei offen udn ehrlich".....um aber spätestens mit zunehmendem Alter zu wissen, daß das, was heute gilt- in einigen Tagen sich schon anders anfühlen kann......- und wie oft im Leben kann man es selber manchmal nicht genau erklären....sucht nur nach Ruhe.....
    Und wer einmal wirklich tief in Problemen gesteckt hat- wird da auch verstehen, daß es wahrhaftig nicht damit getan ist, dann zu reden!

    kenzia

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    AW: Wie umgehen mit 'abtauchenden Menschen ' ?

    Zitat Zitat von beklamo Beitrag anzeigen
    Die Frage ist ja auch:
    Warum lässt man einen Menschen nicht los, für den man selber zum No go mutiert ist.
    guter post, beklamo, finde ich. genau das dachte ich beim lesen anderer beiträge in diesem strang auch. nicht nur die andere seite ist die schwierige, komplizierte, sondern man sollte in einigen der fälle auch mal bei sich selber suchen, warum es einem in solchen situationen so wahnsinnig schwer fällt, die entscheidung der anderen seite (jetzt mal abgesehen davon, wie sie rübergebracht wird) zu akzeptieren. den anderen kann ich außerdem nicht ändern - aber mich selbst.

    ich habe selbst eine etwas schwierige ehemals freundschaft, jetzt vielleicht etwas weniger, zu einer ehemaligen kommilitonin aus dem studium. die erzählte mir übrigens vor kurzem in einer mail was über gewaltfreie kommunikation - ein thema, von dem sie ziemlich betroffen ist, da sie genau damit probleme hat.

    vor einiger zeit habe ich ihr - zum zweiten mal, das erste mal war kurz vor abschluss des studiums, als ich die nase voll hatte und ihr einen brief schrieb, warum bei mir das maß voll ist (ich kann nicht "abtauchen", weil ich den anderen immer wissen lassen muss, wenn das band intensiv genug ist, was mich gestochen hat. egal, wie oder ob es dann weitergeht) - gesagt, dass ich ihre art der kommunikation nicht schätze und mir das in zukunft auch nicht mehr bieten lassen werde. und was denkt ihr? diese rückmeldung mag vielleicht auch sie verletzt haben, aber ich habe (per mail, als erster aufhänger, damit man ruhig formulieren kann) ein verhalten angesprochen, was nicht in ordnung ist, und meine diesbezüglichen gefühle deutlich gemacht. es hat ihr geholfen, weil sie ihr eigenes verhalten teilweise gar nicht richtig wahrnimmt. und was soll ich sagen, ihre rückmeldung hat mir gezeigt, dass unsere verbindung diese offenen worte aushält.

    ich wage hier mal eine kühne behauptung: wenn im freundschaftlichen rahmen auf beiden seiten noch genug interesse da ist, dann hält das auch eine offene aussprache aus, dann muss die sogar sein. ich weiß gar nicht, wie es in einer reundschaft ohne das gehen sollte. dafür sind freundschaften doch freundschaften, das sie das aushalten. wenn nicht, war das eh schon was ganz anderes, und noch dazu gibt es dann ein ungleichgewicht, und dann muss sich vielleicht die person, die an der bindung noch festhalten will, fragen, was ihr vielleicht fehlt.
    ein bisschen anders sehe ich das bei familie, denn der kann man nicht entrinnen. es sind die leute, mit denen man laut literatur am stärksten verbunden sein soll - egal, in welcher qualität, ob im guten oder im schlechten. diese bindungen seien die intensivsten, heißt es, und diese menschen, die eigene familie, haben einen ja auch von anfang an geprägt und im zusammenleben ein stückweit zu der person gemacht, die man ist. es ist unser aller herkunft, das kann man nicht wegwischen oder "aufkündigen" wie vielleicht eine freundschaft.

    liebe tory, ich glaube auch, dass du in einer rolle gefangen bist. dein bruder sieht womöglich gar nicht dich. er sieht das, was deiner rolle in eurer familie entspricht. und sein verhalten, nichts zu tun, aber durch unterschwellig brodelnde aggression zu reagieren, hat für mich was vom symptom des passiv-aggressiven verhaltens, von dem ich in einem strang in der bricom in zusammenhang mit beziehungen gelesen hatte. wenn man wikipedia aufruft, strahlt einem gleich "persönlichkeitsstörung" entgegen - so weit muss es nicht gehen, es gibt ja sehr häufig abstufungen eines verhaltens, die erst in einer bestimmten zone / ausprägung als persönlichkeitsstörung gelten.

    jedenfalls ist das ein verhalten, was wohl besonders gerne männer an den tag legen (aber nicht nur) und was sich durch unterschwellige aggression, verweigerung, distanz, rückzug, lauter solche feinen sachen auszeichnet. natürlich ist auch eine ordentliche portion manipulation der umwelt dabei. das blöde an solchem verhalten ist, dass man es nicht richtig greifen kann, der passiv-aggressive flutscht einem immer wieder durch die finger wie ein fisch.
    in wikipedia steht z. b. u. a. "(...) passiven Widerstandes gegenüber Anregungen und Leistungsanforderungen, die von anderen Menschen kommen. Sie fällt insbesondere durch passive Widerstände gegenüber Anforderungen im sozialen und beruflichen Bereich auf und durch die häufig ungerechtfertigte Annahme, missverstanden, ungerecht behandelt oder übermäßig in die Pflicht genommen zu werden."
    dein bruder entzieht sich doch auch. ich denke sogar gerade, würde er mit dir die offene aussprache suchen, müsste er vielleicht auch von einigen seiner eventuellen schutzmechanismen lassen. in seiner jetzigen position ist es für ihn doch recht bequem, entweder deiner mutter oder dir oder allen den schwarzen peter zuzuschieben und sich dahinter zu verschanzen. so muss er keine verantwortung für irgendwas übernehmen. außerdem kann er so seine ablehungshaltung aufrechterhalten, die vielleicht sein rückzugsgebiet darstellt. die offene konfrontation zu suchen, so wie du es machst, ist der viel bessere weg, aber dafür braucht an eine gewisse stärke, und vielleicht kann er es nicht, weil er dazu nicht stark genug ist. und diese rolle hast außerdem schon du inne. das ist auch viel anstrengender als der stille, vorwurfsvolle und schweigende rückzug, den er praktiziert.

    mein ex glänzt übrigens auch durch einige dieser charakterzüge. er kann ein wunderbarer freund sein, als so-freund, der er auch mal für mich war, aber manchmal reißt es ihn. und weil er sich an verschiedenen stellen selbst ein kartenhaus aus lügen zurechtgebaut hat, weil er offene stellen in seinem leben nicht angehen will, ist es sehr schwierig bis in diesem fall unmöglich, ihn zu einer anderen sicht der dinge zu bewegen - obwohl manches total offen auf der hand liegt. auch für andere. er lässt nicht davon ab, zu behaupten, alles sei ganz anders. und noch einen zug hat er, fällt mir ein: er ist auch ein "abtaucher". auch andere verschieden-geschlechtliche aus unserem freundeskreis kennen das von ihm (wir stammen aus demselben freundeskreis, allerdings unternimmt momentan jeder mit jeweils anderen personen was, wir skypen heute vorwiegend - ich kann mit ihm gut, er aber hat mit mir ein problem, weil er nach diversen vermurksten gegebenheiten damals, an denen er selber schuld war, erst ein halbes jahr nach dem endgültigen ende jetzt doch plötzlich meint, dass ich die frau seines lebens wäre - bin ja auch außer gefahr, ihn noch mal zurückzunehmen, genau deswegen wahrscheinlich. da passt auch die nähe-distanz-schei... ganz wunderbar!). erst kann man intensive gespräche mit ihm führen, am nächsten tag geht er plötzlich nicht mehr ans handy. der entzieht sich genauso. ein freund hat sich mir gegenüber mal über ihn beschwert und meinte, der könne doch sagen oder meinetwegen eine sms schreiben, dass er ruhe will. aber stattdessen kommt erst mal (lange) gar nichts. meine vermutung ist, dass er sich z. b. dann entzieht, wenn es ihm "zu eng" wird und er den druck sozialer verantwortung zu stark spürt. er pflegt auch seine freundschaften nicht. seine besten freunde sagen mir, sie kennten ihn nicht anders (das sind echte freunde ). aber im grunde ist es mir egal, ich muss darunter heute nicht mehr leiden. wollte eigentlich nur ein beispiel für passiv-aggressives verhalten anbringen...

    peinlicherweise habe ich noch nicht mal alle beiträge bis zum ende gelesen, ich musste meine senftube hier schon wieder ausdrücken *senftubenfurzgeräusch*.

    liebe grüße,
    sportsfrau.
    Jeder von uns hat etwas Unbehauenes, Unerlöstes in sich,
    daran unaufhörlich zu arbeiten seine heimlichste Lebensaufgabe bleibt.

    Christian Morgenstern, (1871 - 1914),
    deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Journalist und Übersetzer

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    AW: Wie umgehen mit 'abtauchenden Menschen ' ?

    Zitat Zitat von Elwyn
    Nochmal zu dem eigentlichen

    "Wie umgehen mit abtauchenden Menschen?"

    Ja, wie die Diskussion hier zeigt, haben diese Menschen ihre Gründe, die sie erstmal nicht darlegen möchten, können, wollen - das zeigt ja ein Rückzug an.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Vielleicht haben diese Menschen auch Ihre Gründe ausreichend dargelegt, aber das Gegenüber "hört" die Gründe einfach nicht.
    auch ein sehr guter post. das kann z. b. eine facette dessen sein, was ich auch meinte. es gehören immer zwei seiten dazu. vielleicht klammert die eine seite, ohne es zu merken, und ignoriert die signale, die das gegenüber ggf. schon gesandt hat. oder irgendwas anderes. ist nur eine möglichkeit, natürlich gibt es auch sehr gern das feige sang- und klanglose abtauchen.
    ich frage mich allerdings, ob die beziehungen, bei denen das so lief, wirklich als freundschaften bezeichnet werden können. dass eine - teils sogar langjährige - freundschaft so beendet würde, habe ich noch nie erlebt, und ich kenne schon so einige leute. und ich gehe jetzt mal nicht von dem beiderseitigen einschlafen-lassen aus, weil man sich einfach nichts mehr zu sagen oder nichts gemeinsames mehr hat. hier geht es ja um andere fälle.

    p.s.: wie schafft ihr eigentlich zitate von verschachtelten beiträgen, also z. b. ein zitat von emmah zu einem zitat von elwyn, das ich zitieren möchte? ich habe das nur manuell hingekriegt *grmpf*
    Jeder von uns hat etwas Unbehauenes, Unerlöstes in sich,
    daran unaufhörlich zu arbeiten seine heimlichste Lebensaufgabe bleibt.

    Christian Morgenstern, (1871 - 1914),
    deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Journalist und Übersetzer

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    AW: Wie umgehen mit 'abtauchenden Menschen ' ?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Lässt man ja- es dauert nur manchmal.Wann explizit mir das genau schwer fällt, muss ich nochmal überdenken.
    das ist auf jeden fall ein guter ansatz. finde ich toll, dass du das auch machst, das ganz offen ansprichst und für dich da auch nicht viel dabei ist.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Alles gut so, nee, ist alles bestens.
    Und dann , eines Tages, den radikalen Rundumschlag, der gleich mehr oder minder in totalen Kontaktabbruch mündet.
    Und zwischen den wenigen Zeilen kommt heftigste Wut hoch.
    Eine Freundin von mir meinte, es wäre womöglich deshalb so schwer, weil da unglaublich viel Aggression im Spiel ist, die oft aber nur versteckt rüber kommt, oft im nicht-tun.
    Das heisst, die message Aggression kommt schon an, inklusive Schuldvorwurf- aber man kann sich überhaupt nicht erwehren, weil offen nichts davon angesprochen wird. (...)
    Es hat irgendwas mit sehr 'verdecktem' zu tun.Nicht greifbar.
    wow, lese ich jetzt. das ist passiv-aggressives verhalten in reinkultur. lies doch dazu mal ein bisschen im netz, wenn du magst, vielleict erkennst du ja was wieder am verhalten deines bruders.

    @ Schneeflocke & Elwyn
    Jetzt zankt euch mal nicht so.So ganz habe ich euren Disput noch nicht nachlesen können, kann dazu jetzt nichts sagen.
    herrlich! jetzt muss noch die thread-erstellerin selbst "aufräumen". wo sind eigentlich die ganzen bricom-admins hin, die schlichten sollten? sich über einzelne schimpfwörter beitragender aufzuregen (die im kern aber schon nachvollziehbar sind), ist da vielleicht doch etwas zu wenig, hier geht's lebhafter ab.
    Jeder von uns hat etwas Unbehauenes, Unerlöstes in sich,
    daran unaufhörlich zu arbeiten seine heimlichste Lebensaufgabe bleibt.

    Christian Morgenstern, (1871 - 1914),
    deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Journalist und Übersetzer

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    AW: Wie umgehen mit 'abtauchenden Menschen ' ?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich konnte mich nicht so erklären, daß es für den anderen richtig "angekommen" wäre....- und glaub mir- ich habe durchaus versucht zu reden und klarzumachen.
    Nicht immer in der letzten Instanz.....es gab nie ein "letztes Gespräch".....denn letztlich kann man gerade innigere Beziehungen doch gar nicht so "durchschneiden"!
    das verstehe ich nicht. genau das tust du doch in dem moment, in dem du wortlos abtauchst?!??

    Wenn Du jetzt hergehst und Deine Position in der Familie- zu Deinem Bruder- hinterfragst- analysierst.......dann denke ich, daß NUR DU das so machst udn er nicht!
    das ist natürlich möglich. bisher hat ja auch tory immer die kontaktaufnahme gesteuert und das versucht. die gefahr ist schon da, dass sich die eine seite abstrampelt und die andere vielleicht wiedermal nur "getriggert" wird. möglicherweise ist da einiges so eingefahren, dass irgendwie frischer wind von außen reingebracht werden muss. jede familie ist auch ein "system", und da ist alles eingespielt. und leider sehen die rolleninhaber gegenseitig oft nicht, was wirklich "gespielt" wird.

    Ich habe bei dem einen oder anderen das Gefühl, daß es halt jetzt nicht geht......- und die Hoffnung, daß der Tag wieder kommt, wo es anders ist!
    also, wenn bei mir ein "freund" so abtauchen würde, hätte er bei mir einiges an vertrauen verspielt. dieses verlorene land muss die andere seite erst mal wieder zurückerobern, vorher geht gar nichts. von alleine schon gar nicht. das sind schon dinge, die man sich merkt.

    Ich glaube übrigens auch, daß es durchaus immer Signale gibt, die einem klarmachen, wie es um die Beziehung steht.
    Aber- manchmal will man es nicht sehen oder wahrhaben......und übersieht somit die Zeichen!
    im grunde denke ich genau das auch, kenzia. zumindest dann, wenn man genug empathie hat, sich auch in andere hineinzufühlen und nicht völlig mit sich selbst beschäftigt ist. ich bin im grunde der überzeugung, dass in einer wie auch immer gearteten beziehung beide spüren, wenn die beziehung im ungleichgewicht ist. der eine fühlt sich bedrängt und der andere im regen stehengelassen. daraus kann sich dann wunderbare eigendynamik entwickeln...

    die letzten gedanken habe ich leider nicht verstanden. gerade, wenn man mal tief in problemen gesteckt hat, müsste einem doch eigentlich aufgefallen sein, dass sie sich durch z. b. abtauchen nicht lösen, dass sie sich nie von alleine lösen, dass man immer selbst und höchstpersönlich die verantwortung übernehmen und die ärmel hochkrempeln muss.
    Jeder von uns hat etwas Unbehauenes, Unerlöstes in sich,
    daran unaufhörlich zu arbeiten seine heimlichste Lebensaufgabe bleibt.

    Christian Morgenstern, (1871 - 1914),
    deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Journalist und Übersetzer

  9. Inaktiver User

    AW: Wie umgehen mit 'abtauchenden Menschen ' ?

    Zitat Zitat von sportsfrau74 Beitrag anzeigen
    das verstehe ich nicht. genau das tust du doch in dem moment, in dem du wortlos abtauchst?!??.

    Wir reden ja hier von einem Durchschneiden von Beziehung.
    Und ich glaube nicht, daß man eine Beziehung durchschneiden kann- nur weil das äussere BAnd gerade nicht "bedient" wird!
    Man kann noch sehr tief verbunden sein-- ohne Kontakt im Aussen zu haben!

    Zitat Zitat von sportsfrau74 Beitrag anzeigen
    also, wenn bei mir ein "freund" so abtauchen würde, hätte er bei mir einiges an vertrauen verspielt. dieses verlorene land muss die andere seite erst mal wieder zurückerobern, vorher geht gar nichts. von alleine schon gar nicht. das sind schon dinge, die man sich merkt..
    Da gebe ich Dir recht.......wobei dieses "von alleine" bedeutet für mich auch, daß es manchmal Zeiten gibt, bei denen eben kein Zusammenkommen stattfinden kann......aber sich das auch wieder ändern kann.
    Heute regt man sich unglaublich über etwas auf....ein halbes Jahr später fragt man sich, was da los war.......


    Zitat Zitat von sportsfrau74 Beitrag anzeigen
    die letzten gedanken habe ich leider nicht verstanden. gerade, wenn man mal tief in problemen gesteckt hat, müsste einem doch eigentlich aufgefallen sein, dass sie sich durch z. b. abtauchen nicht lösen, dass sie sich nie von alleine lösen, dass man immer selbst und höchstpersönlich die verantwortung übernehmen und die ärmel hochkrempeln muss.
    Ich meinte damit nicht Probleme direkt in der Beziehung- sondern wenn man durch anderweitige Probleme sehr belastet ist.
    Ich habe mich getrennt- und das war eine sehr schwere und harte Zeit.
    In der Zeit- war es mir beim besten Willen nciht möglich- mich um die Probleme von andern zu kümmern.....ich war bis zum Hals in meinen Problemen drin.
    Als ich dann einer Freundin sagte, daß ich so nun nicht für sie dasein kann- wie sonst........bekam ich die herben Vorwürfe, wie egoistisch ich doch wäre!!

    Da gabs kein Entgegenkommen......ich wurde ja sozusagen noch stehen gelassen, weil es mir nciht gut geht und ich nur nicht in der LAge war ihr nun grossartig zuzuhören......

    Du wirst nun sagen- was ist das dann für eine Freundschaft??
    Damti hast Du recht.......-- und in dieser Zeit- haben sich die Freundschaften wahrhaftig auf eine harte Probe gestellt.....- andere Umstände bringen oft andere Sichtweisen- Handlungen.......und Wahrheiten ans Licht, die hart sein können....

    kenzia

  10. User Info Menu

    AW: Wie umgehen mit 'abtauchenden Menschen ' ?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    @ Schneeflocke & Elwyn
    Jetzt zankt euch mal nicht so.So ganz habe ich euren Disput noch nicht nachlesen können, kann dazu jetzt nichts sagen.
    Zank ist nicht beabsichtigt, bei den zwei Posts "Schlagabtausch" sehe ich eher eine missglückte Wortwahl, die aus emotionaler Betroffenheit entsteht, die ich auch schon meinerseits eingestanden habe.

    ***Punkt***

    Demgegenüber stehen hier mindestens fünf rationale Posts von mir, die nichts mit Schneeflockes Situation zu tun haben und in denen ich auf das Kernproblem von Tory eingegangen bin.

    Ich habe grundsätzlich natürlich Verständnis für "abtauchende" Menschen. Ich verstehe ihre Beweggründe, die Kommunikation aus Hilflosigkeit, Betroffenheit, Wut, Aggression oder Verlagerung der Interessen einzustellen. Das ist jedermanns gutes Recht, Grenzen zu setzen und weiterem Konflikt aus dem Weg zu gehen.

    Aber es ist und bleibt ein einseitiges Einstellen der Kommunikation und das ist erstmal faktisch das Ende für weitere Kommunikationsversuche.

    Aus dem, wie es (beidseitig) vollzogen wird, kann man ja auch wiederum seine Schlüsse ziehen.

    Für den Verlassenen geht es dann darum, mit einem angekratzten Selbstwertgefühl (das ist immer betroffen, wenn man keine Handlungsmöglichkeiten mehr hat), Kontrollverlust, Verlustängsten, Enttäuschung, Verunsicherung usw. umzugehen. Und das muss man dann in jedem Fal mit sich ausmachen, denn der andere wird einem zunächst wohl nicht dabei helfen können oder wollen. Das kann man dann weder erwarten, erzwingen oder einfordern.

    Das würde alles nur noch schlimmer machen.

    Mir hilft am ehesten eine Analyse dessen, was vorgefallen ist, dann auch die Erkenntnis, dass möglicherweise zwei Persönlichkeitsstile aufeinanderprallen, die miteinander nicht unbedingt klarkommen (das deutet Sportsfrau an und damit beschäftige ich mich gerade aus aktuellem Anlass auch sehr), Hilfe anderer und letztlich das Selbstwertgefühl auf anderen Ebenen im Leben zu stärken.

    Kann ich die "Wichtigkeit" dieser Person relativieren? Kann ich die Grenzen und faktischen Möglichkeiten dieser Person erkennen und akzeptieren? Kann ich meine eigenen Grenzen akzeptieren, nämlich die, dass ein solches Verhalten mir wehtut, ein weiteres Agieren aber nicht gut für mich und den anderen ist? Haben diese Personen einen Verhaltensstil, der sich wiederholt und mit dem ich grundsätzlich meine (berechtigten) Schwierigkeiten habe? Gibt es andere Menschen, die mir gut tun und warum? Kann ich mich zukünftig auf solches Verhalten besser einstellen, es früher erkennen und mich schützen?

    Das wären für mich die Kernfragen!

    Auch wenn "abtauchende" Menschen ihre guten Gründe (meist bewusster oder unterbewusster Selbstschutz im positiven wie vermeidendem Sinne) haben, derjenige, der verlassen wird, muss ab einem bestimmten Moment sicherlich auch zu Selbstschutz-Massnahmen greifen.

    Geändert von Elwyn (12.12.2010 um 13:37 Uhr)

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