Hm, Lesestoff, der versöhnlicher mit deinen "Fehlern" umgeht.
Was ein Fehler ist/sein kann, entscheidest letztendlich du.
Du kannst dich darüber ärgern, nicht 5 Sprachen fließend und perfekt zu können oder das Gute im Schlechten sehen:
Du hast gute bis sehr gute englische Sprachkenntnisse - die du leider als schnöde bezeichnest, was ich persönlich schade finde.
Wem genügst du nicht und warum?
Ist es dein persönlicher Anspruch an Perfektionismus?
Antworten
Ergebnis 11 bis 20 von 23
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07.12.2010, 12:12Inaktiver User
AW: Buchtipp zu persönlichen Grenzen gesucht
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07.12.2010, 17:36Inaktiver User
AW: Buchtipp zu persönlichen Grenzen gesucht
Da hast du Recht, was sehe ich als Fehler? In diesem Thread vielleicht undiszipliniert sein, doch nicht das durchzuziehen was ich mir vorgenommen habe. Deshalb suche ich auch nach etwas dass mir sagt: du bist okay so, man muss nicht 3 x die Woche zum Sport bsw. Oder man muss nicht ständig über den Bewerbungen brüten und schauen welche Kurse ich zusätzlich belegen kann um meine Soft Skills u. ä. zu verbessern, wenn ich das eigentlich garnicht will. Solche Dinge.
Es kann schon sein, dass da Perfektionismus mit schwingt. Eigentlich erreicht man so viel im Leben, wenn man sich immer mit den vermeintlich "besseren" vergleicht... ich könnte mir ja auch die Freunde aussuchen die nicht mit mehreren Sprachen aufwuchsen und die daher eine neue Sprache ebenso mühsam lernen wie ich.
Ich habe aber das Gefühl, die ganzen Positiven Denken /Inneren Schweinehund Ratgeber sagen mir: du schaffst das, gib dir einfach mehr Mühe, ein Lächeln aufsetzen und los gehts! Und langsam habe ich den Eindruck, so funktioniert vielleicht vieles aber eben nicht alles. Ich könnte z.B. in Frankreich wohnen, müsste mich täglich mit der Sprache auseinander setzen und Anwenden und trotzdem würde ich sie wahrscheinlich nie gut beherrschen. Deshalb denke ich mittlerweile: man kann eben wirklich nicht alles erreichen, auch wenn man es will. Das versuche ich gerade zu akzeptieren.
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07.12.2010, 17:49Inaktiver User
AW: Buchtipp zu persönlichen Grenzen gesucht
Im Bereich der lösungsorientierten Psychologie kann ein erster Schritt sein, anzuerkennen, was ist.
Um es pathetisch (ein wenig
) auszudrücken, sich bewusst machen, welchen "Reichtum" man hat, aus welchen Quellen man schöpfen kann - also weg vom Mangel, vom Gefühl der Minderwertigkeit.
Das ist in gewissem Sinne auch positiv denken, doch nicht nach dem "Chakka"-Prinzip, sondern eine Art innere Bestandsaufnahme.
Um bei deinem Frankreich-Beispiel zu bleiben: dir würden Menschen begegnen, die anerkennen und es wertschätzen, dass du versuchst, dich in einer Sprache, die nicht deine Muttersprache ist, verständlich zu machen.
Diese Menschen sehen dies als Wertschätzung ihnen gegenüber an.
Du misst dich jedoch an deiner "Unvollkommenheit" - die in deinem Denken etwas negatives ist.
"Unvollkommenheit" kann äußerst spannend sein, sie bietet dir Entwicklungsmöglichkeiten, wenn du einen spielerischen Umgang damit finden kannst.
Wieder ein wenig Kind sein, unbefangen und neugierig auf das zugehen, was in deinem erwachsenen Denken unperfekt ist.
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07.12.2010, 21:02
AW: Buchtipp zu persönlichen Grenzen gesucht
Marimekko.. was du beschreibsts ist der Unterschied zwischen negativem und positivem Perfektionismus.
Negativ: Ablehnung von negativen Gefuehlen, Grenzen, Widerspruch, Erfolg und Realititaet.
Positivem: Erkennen der Grenzen , Realitaet, Akzeptanz der negativen Gefuehle als Teil deiner Selbst, Freude ueber Erfolg und der Wunsch diese weiter zu entwickeln.
Perfektionismus ist per se nicht schlecht, negativer Perfektionismus ist allerdings vergiftend.
Das ist im uebrigen auch die Falle der Happy Clappy Generation. Sie fokussieren auf der Grenzerweiterung, ohne vorher zu ermutigen eine Selbstevaluirung der Grenzen ehrlich zu beachten.
Verkauft sich ja auch schlecht wenn du jeden erst ermunterst sich einzugestehen dass er faul oder unbegabt fuer Sprachen ist. Wer zahlt schon dafuer dass er sich selbst im Spiegel anschauen muss und festzustellen..man kann nur bis hierher und nicht viel weiter.
Das ist derselbe Krampf der heute Kindern beigebracht wird.Die grosse Kanne der gleichschaltenden Begabung..und damit geht das Indivium verloren. Und eigendlich auch die Foerderung des Individuums so wie es ist.
Du kannst deine Grenzen nur dann realistisch erweitern wenn du dir ueber deine Grenzen klarwirst und anhand deiner konkreten Fehler dich , im Rahmen des dir moeglichen, dies ein klein bisschen weiter setzt. Und dann noch ein bisschen mehr.
Oder akzeptierst du dass bei einer bestimmten Grenze, eben genau dies erreicht hast. Ohne Akzeptanz deiner Misserfolge oder Grenzen.. gibt es jedoch keine Freude wenn du diese ueberwindest.
Wenn Englisch fuer dich kein Problem ist, schau dir das Video an und ueberleg dir ob dich das Buch interessiert:
YouTube - The Pursuit of Perfect - Episode #7
Es ist ein Einstieg, der dich davon abhaelt dich in der "comfort zone" deiner eigenen Grenzen zu wohl zu fuehlen und zu statisch zu werden.Denn damit waerst du wohl auch nicht gluecklich
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08.12.2010, 07:51Inaktiver User
AW: Buchtipp zu persönlichen Grenzen gesucht
Vielen Dank euch Zweien,
ihr bringt mich schon sehr viel weiter
Den Postiven sowie den Negativen Perfektionismus kannte ich noch garnicht, danke, werde hier Ansetzen und weiter stöbern.
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08.12.2010, 11:19
AW: Buchtipp zu persönlichen Grenzen gesucht
stichwort "anerkennen, was ist": schnupper doch mal bei den stoikern vorbei? antike philosophie... vielleicht hilft das auch schon?
die hatten die - völlig unmoderne - einsicht, dass es eben durchaus zur zufriedenheit beiträgt, "anzuerkennen, was ist" - weil man eben nicht alles können/ändern/erreichen kann. sorry, ist jetzt arg verkürzt, habe das auch nicht mehr so total im kopf, aber vielleicht findest du da ja auch noch was hilfreiches...
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08.12.2010, 11:53
AW: Buchtipp zu persönlichen Grenzen gesucht
schnupper doch mal bei den stoikern vorbei? antike philosophie... vielleicht hilft das auch schon?
Deshalb habe ich obiges Video gewaehlt..der Buchbesprecher nennt sich
"PhilosophersNotes"
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08.12.2010, 16:39
AW: Buchtipp zu persönlichen Grenzen gesucht
Jeder hat eine Persönlichkeit mit ganz bestimmten Facetten und Fähigkeiten. Die einen Dinge liegen einem, die anderen nicht. Das ist völlig normal. Also sollte man sich von dem perfektionistischen Anspruch verabschieden, alles supertoll hinzukriegen.
Oft hat man auch die Zeit und die Energie nicht dafür, dann sollte man akzeptieren, dass man andere Prioritäten setzt: Bevor man sich unter viel Zeitverschwendung als perfekt profiliert, weil man das in einem bestimmten Bereich zusätzlich noch gerne sein möchte, verzichtet man auf diese Profilierung und wendet die Zeit und Energie auf Bereiche, wo man mit weniger Aufwand glänzen kann.
Diese „Jede/r kann alles, wenn er/sie sich nur genügend anstrengt“ stimmt einfach nicht.
Jeder soll das am besten machen, was er am besten kann, und den Rest weniger perfekt oder ihn anderen überlassen.
Zum einen ist diese You can to it-Ideologie schuld daran, dass wir uns immer wieder überfordern, zum anderen sind es innere Antreiber, die nie mit einem Ergebnis zufrieden sind, oft internalisiert von nörglerischen, überfordernden Eltern(teilen), denen man es nie recht machen konnte. Davon kann und sollte man sich emanzpieren.Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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08.12.2010, 17:41Inaktiver User
AW: Buchtipp zu persönlichen Grenzen gesucht
Schaue ich, danke. Ein Buch in der ähnlichen Richtung habe ich schon "Die Sinndiät" und die philospohischen Ansätze haben mir ganz gut getan, ich werde da suchen,
Schaue ich auch, merci ebenfalls
Hallo Latona,
genau das meine ich. Und wenn man dann "versagt" ich schreibe es mal hart ausgedrückt unterstellt man sich selbst: "Hätte ich mich nur noch mehr angestrengt/ nicht so gehen gelassen ect" denn dann hätte es doch geklappt. So unter Druck setzen möchte ich mich wirklich nicht mehr.
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10.12.2010, 11:54Inaktiver User
AW: Buchtipp zu persönlichen Grenzen gesucht
.... bemühst du dich tatsächlich um Perfektion?
Schließt sich Mensch sein und Perfektion nicht aus? Ist es nicht eher so, dass es einem daran gelegen sein sollte, seine vermeindlichen Schwächen anzuerkennen und mit ihnen Frieden zu schließen?
Ich suche, während ich schreibe nach Beispielen für Perfektion in der Natur --- ja, da gibt es viele, wie ich jetzt feststelle, aber nimm z. B. ein Ei. Perfekt in seiner Form, in seiner Funktion. Aber es ist eben ein Ei. Stell dir vor, ein Ei würde sich darum bemühen, ein .... Stein zu sein....
Es kann kein Stein werden ---- allenfalls in Millionen Jahren.
Ich glaube, das Streben nach Perfektion schließt Selbstakzeptanz aus.
Ich kenne jemanden, die alles, kann oder zumindest können will, alles ist perfekt, alles schön, und wenn irgendetwas hakt, dann wird hart daran gearbeitet, den perfekten Zustand wieder herzustellen, ---- damit die Oberfläche glatt und unangreifbar bleibt. Weil niemand auf die Idee kommt, etwas Vollkommenes, nämlich sie, in Frage zu stellen.
Tja. Auch eine Lebensstrategie, aber in meinen Augen Selbstbetrug
Beste Grüße
Funke


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