Liebe sanskrit,
danke für deinen Beitrag! Das Buch, das du genannt hast, kenne ich nicht, werde mich aber mal danach umsehen. Vielleicht hast du ja auch noch andere konkrete Literaturtipps für mich?Ich könnte mir vorstellen, dass mich so eine Lektüre schon ein bisschen aufbauen könnte. Die philosophischen Werke, die hier angesprochen wurden, sind sicher auch interessant und hilfreich, aber im Moment würde ich lieber etwas Tröstliches lesen
Das stimmt natürlich und ist mir auch klar, aber letztlich ist es ja doch mein ganz eigenes Problem - ich hab hier schon mal dieses platte Beispiel gebracht, weil mir kein besseres einfiel: wenn ich mich in den Finger schneide, tut es mir ganz persönlich weh, auch wenn sich gleichzeitig noch 10 andere Leute schneidenAber ich weiß, was du meinst, und du hast auch recht damit
DankeDas Leben bejahen tue ich jetzt eigentlich auch, ich versuche ja auch, mich davon im Alltag nicht zu sehr runterziehen zu lassen, wenn ich daran denke, ist die Panik wieder da
Liebe Grüße zurück!![]()
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03.12.2010, 18:21
AW: Plötzlich Frage nach dem Sinn, Angst vor dem Ende (Vorsicht, lang!)
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03.12.2010, 18:45
AW: Plötzlich Frage nach dem Sinn, Angst vor dem Ende (Vorsicht, lang!)
Hallo Funke,
danke, dass du dir weiter Gedanken um mich machst
Was genau ist mein Anliegen? Tja - ich denke, es ging mir darum, einfach mal meine Gedanken, mit denen ich nicht so gut zurechtkomme, aufzuschreiben und hier zur Diskussion zu stellen - zu hören, ob andere diese Gedanken nachvollziehen können und wie sie damit umgehen. Dass hier niemand über absolute Wahrheiten verfügt, ist mir schon klar
ich brauchte wohl einfach ein bisschen Zuspruch, ein bisschen Trost, vielleicht auch konkrete Tipps, wie man mit solchen Gedanken umgehen kann. Das hat ja auch sehr gut geklappt
Ich habe schon ein bisschen abgewartet, nicht aus dem ersten Impuls heraus hier einen Strang aufgemacht, weil ich dachte, andere finden meine Ängste vielleicht albern oder nutzlos oder so. Also nach dem Motto was regst du dich auf, du kannst es sowieso nicht ändern. Aber weil mich das Thema weiterhin beschäftigt und belastet (obwohl ich inzwischen versuche, es auszublenden), habe ich dann doch hier geschrieben. Es tut ja auch manchmal gut, zu wissen, andere haben das gleiche Problem wie ich - dadurch wird es für mich nicht einfacher, aber immerhin bin ich nicht allein 
Das stimmt. Ich hatte bisher kaum mit Todesfällen zu tun, deshalb spielt dieses Thema in meinem persönlichen Leben bisher keine so große Rolle. Aber bei den Todesfällen, die mich betroffen haben, habe ich schon so gedacht, wie du es beschreibst und kann das auch für andere Leute nachvollziehen.
Was mich jetzt gerade so erschreckt, ist der Gedanke, wie es andersrum aussieht. Also dass ich nicht derjenige bin, der mit seiner Trauer zurückbleibt, sondern derjenige, der geht. Was wird dann aus meiner Familie, aus den Menschen, die mir etwas bedeuten, was wird aus meinen Sachen? (sorry, wenn das jetzt blöd klingt) Wie sollen, wie werden die anderen ohne mich zurechtkommen? Nein, nicht weil ich mich wichtig finde, aber einfach, weil die Rolle, die ich für andere spiele, dann unbesetzt bleibt. Wie kann es sein, dass das Leben einfach weitergeht, obwohl ich nicht mehr da bin? Aber natürlich - es ging ja vorher auch ohne mich. Das hat sicher viel mit Loslassenkönnen zu tun. Aber ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie es wäre, wenn ich morgen nicht mehr aufwachen würde, wie es dann ohne mich weitergehen würde, und ich würde es ja nicht mehr erfahren. Aber gut, das ist sicher ein Urproblem - man kennt sich selbst ja nicht anders als existent, deshalb kann man sich die eigene Nichtexistenz eben nicht vorstellen, mit dem Verstand nicht fassen.
Es tut mir sehr leid, dass dein Bruder gestorben ist
Und da fällt es mir ehrlich gesagt schwer, nachzuvollziehen, dass dir selbst dann der Tod keine Angst macht. Ich will dich nicht kritisieren oder so
aber ich kann mir für mich nicht vorstellen, dass es mir keine Angst machen würde.
Der Tod meines Vaters ist wieder eine andere Geschichte. Die Zeit mit ihm war nicht schön (ich hab hier schon mal von schwieriger Kindheit geschrieben, das lag an ihm), aber ich bin heute längst nicht mehr böse deswegen, eher traurig, dass es nicht besser war. Aber ich gebe ihm nicht (mehr) die Schuld, obwohl er sie objektiv hatte, sondern versuche, es von seiner Warte aus zu sehen.
Danke und liebe Grüße zurück
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03.12.2010, 19:04
AW: Plötzlich Frage nach dem Sinn, Angst vor dem Ende (Vorsicht, lang!)
Ich hab bis jetzt nur bis hier gelesen, aber
1) Gutes, was Du tust, positive Energien sind niemals wirklich weg. Alles Gute, was Menschen widerfährt, wird auf irgendeine Weise weitergegeben. Es kann sein, dass eine freundliche Tat von Dir einen anderen Menschen beeinflusst und verändert. Das ist sogar sehr wahrscheinlich, denn alles, was uns passiert, verändert uns, unsere Entscheidungen und unsere Art zu leben. Kann sein, dass es nur ganz kleine Veränderungen sind, aber die ziehen doch dann Kreise, gehen weiter und werden von anderen Menschen weitergegeben. Und das hört niemals auf! Etwas Gutes, was Du heute machst, zieht also Kreise, kleine und größere, und das geht natürlich weiter, auch in die Zukunft. Ich finde das eine schöne und ermutigende Vorstellung. Stell Dir mal vor, Du hast ein "Patenkind" in einem Entwicklungsland. Durch Deine Zuwendungen kann es sich ganz anders entwickeln, begegnet Menschen anders, lebt ein anderes Leben. Natürlich hat das Auswirkungen in die Zukunft! Auch ein Lächeln für einen Fremden verändert etwas zum Positiven. Nur, weil wir es nicht mitkriegen, heisst das nicht, dass es nicht so ist.
2) warum sind in Deiner Empfindung gute Energien, Erinnerungen usw. nur dann wertvoll, wenn sie überdauernd sind? Ewigkeit gibt doch diesen guten Dingen nicht mehr Wert. Wenn etwas jetzt gut ist, ist es gut, auch ganz unabhängig von der Zukunft.
Also, auf Deinen Einwand: Ja doch, gute Energien nützen auf jeden Fall, einmal nur so, für sich, für jetzt. Und sie wirken auch weiter, hin zu anderen Menschen und in die Zukunft.
Und letztlich hat alles den Wert, den Du ihm gibt.
Gestaltet doch euer Leben, hofft weniger, macht was ihr wollt.
Aber macht!
ausgeborgt von Uli_F-2009
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03.12.2010, 21:01
AW: Plötzlich Frage nach dem Sinn, Angst vor dem Ende (Vorsicht, lang!)
hallo wastun,
mal provokant gefragt: wenn morgen nordkorea der meinung ist, es muss mal dem iran ein paar atombomben in den vorgarten schmeißen, und china und die usa machen fröhlich mit, und die welt ist dann quasi "nach dem großen glitch" - de facto nicht mehr existent...
was wär denn dann? wär dann alles menschliche leben sinnlos gewesen, posthum komplett "entwertet", weil dummerweise die welt nicht mehr existiert?
ich finde es auch schwierig, mir vorzustellen, wie die welt ohne mich aussähe... das kann ich also auf jeden fall nachvollziehen. aber angst... angst habe ich da keine. bin eher ratlos... wie fühlt sich diese angst denn an, kennst du das gefühl von irgendwoher?
irgendwie erinnert mich deine reflektion stark an gedanken, die ich mir als relativ "kleines" kind, da war ich bestimmt noch keine 10 jahre alt, gemacht habe, und die ich ganz schlecht in worte fassen kann: ich habe mir immer vorgestellt, wie die welt "von außen" aussieht. und da ist mir "immer ganz schwindelig geworden", weil ich mir das gar nicht vorstellen konnte, und weil ich dann nämlich versucht habe, mir "das universum" "von außen" vorzustellen - daraufhin habe ich dann kapituliert. heute würde ich sagen, das waren vorläufer konstruktivistischen denkens
aber mehr so im sinne von gedankenexperimenten wie der matrix oder so ähnlich... und klar, sie hatten letztendlich nichts mit mir als individuum zu tun...
lg von
der ratte
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03.12.2010, 22:12
AW: Plötzlich Frage nach dem Sinn, Angst vor dem Ende (Vorsicht, lang!)
Hallo Tabea57,
danke für dein Post, das sind wirklich sehr schöne Gedanken! Ich kann diese Vorstellung durchaus nachvollziehen, ich weiß, dass es so ist und handle auch danach, nur ändert das im Moment irgendwie nichts an meiner ganz persönlichen Angst. Aber du hast recht und es ist schon sehr tröstlich
Nein, sie sind nicht nur dann wertvoll, wenn sie überdauern. Natürlich sind Dinge (Taten, Erinnerungen...) an sich gut oder schlecht, nicht nur im Hinblick auf die zeitliche Wirkung. Ich hab nur eben jetzt diesen Gedanken, dass diese Dinge, so gut sie auch sein mögen, nicht anhalten und dass nichts davon bleibt. Was aber natürlich auch nicht richtig ist, wenn man es sich so überlegt - ich kann ja auch z. B. heute ein Buch lesen, das ein schon verstorbener Autor geschrieben hat, und kann Gewinn daraus ziehen, vielleicht auch dadurch meinem Leben mehr Sinn geben oder so - das Gleiche gilt für Erinnerungen an Menschen und das, was sie getan haben oder wie sie waren - insofern lebt man ja schon irgendwie in seinen "Hinterlassenschaften" fort oder in den Erinnerungen, die andere an einen haben. Es heißt ja auch, dass nur der wirklich tot ist, der vergessen wurde (oder so ähnlich
).
Ich hätte jetzt gesagt, es gibt wenig, was man tun kann und was einen überdauert - denke jetzt aber an dein Beispiel mit dem Patenkind und sehe, dass das so auch nicht stimmt.
Normalerweise denke ich ja auch (das hab ich ja hier schon ein paar Mal gesagt), dass man seine Zeit so gut wie möglich nutzen und so viel Gutes wie möglich tun sollte, sich selbst und anderen, und das ist sicher sinnvoll und richtig. Ich hätte nur im Moment dagegen gesagt, dass es unter dem Strich keinen Unterschied macht. Aber den macht es wahrscheinlich eben doch, wenn ich nochmal an dein Beispiel denke. Jedenfalls für die, die bleiben oder nachfolgen. Aber für denjenigen, der stirbt, macht es konkret keinen Unterschied. Aber da dreh ich mich jetzt im Kreis. Ich weiß schon, was du gemeint hast und ich stimme dir da auch zu, aber es fällt mir im Moment trotzdem schwer, von diesen negativen Gedanken wegzukommen.
Das stimmt natürlich auch
Das ist ein guter Ansatz, ich werde versuchen, es so zu sehen. Danke!
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03.12.2010, 22:50
AW: Plötzlich Frage nach dem Sinn, Angst vor dem Ende (Vorsicht, lang!)
Ich finde doch, dass es einen Unterschied macht. Etwas, was ich gemacht, initiiert habe, wird noch da sein, wenn ich nicht da bin. Ich habe etwas erreicht - ganz unabhängig davon, wie groß das nun ist. Egal, wie wenig es ist, es ist nie verloren oder vergebens.Aber für denjenigen, der stirbt, macht es konkret keinen Unterschied.
Das macht mich ... glücklich? Zufrieden?
Und es macht nichts, dass ich nicht nicht sehen kann, wie es weitergeht. Klar wäre es schön, wenn ich es könnte, aber ist es wirklich notwendig?
Gute Nacht!
Gestaltet doch euer Leben, hofft weniger, macht was ihr wollt.
Aber macht!
ausgeborgt von Uli_F-2009
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03.12.2010, 22:51
AW: Plötzlich Frage nach dem Sinn, Angst vor dem Ende (Vorsicht, lang!)
ich weiß, was du meinst - das wäre jetzt mal mein "was soll's, es bleibt sowieso nichts, blabla" konsequent zu Ende gedacht. Und wenn man auf meiner Schiene bleiben würde, müsste man wahrscheinlich sagen: ja, es wäre alles umsonst gewesen. Oder "es war gut, solange es dauerte", manche hatten ein schönes Leben und hatten Glück, andere eben nicht, aber jetzt ist es sowieso egal, jetzt ist alles vorbei und nichts davon bleibt. Aber das wäre dann wahrscheinlich wirklich Nihilismus pur
und wie gesagt, normalerweise würde ich das nicht so sehen.
Nein, eigentlich nicht. Es ist einfach eine Panik, die mich plötzlich angefallen hat, mir wurde ganz schlecht und plötzlich war da der Gedanke "was wird mit mir". Ich weiß nicht, ob ich schon mal irgendwann so eine Angst hatte, ich glaube nicht und ich bin auch normalerweise nicht der Typ dafür. Also eigentlich bin ich kein Pessimist oder Angsthase oder depressiv und ich grüble auch nicht ständig über das Leben nach
Ich hab z. B. heute versucht, mir vorzustellen, dass es ja auch vor mir schon jahrhunderte-, jahrtausendelang die Welt und die Menschen darauf gegeben hat und dass auch jetzt die Welt voll ist von Millionen Menschen, die gar nicht wissen, dass es mich gibt. - Das hört sich immer so an, als ob ich mich für den Nabel der Welt halte
tu ich wirklich nicht. Aber - irgendjemand hat das hier schon schön gesagt - man kennt die Welt ja nur durch seine eigene Wahrnehmung und kann sich deshalb schwer vorstellen, wie sie ohne einen aussieht. Dass es sie ohne einen selbst ganz genauso geben würde. Vielleicht ist es das.
Diese Gedanken an die Welt "von außen", die du beschrieben hast, kenne ich so nicht. Also ich habe schon irgendwann mal überlegt, wie das mit dem Universum ist, ob es immer so weitergeht und wenn nicht, was ist dahinter. Aber gut, solche Themen sind eine Nummer zu groß für mich, ich hab von Physik und Astronomie keine Ahnung
und das sind nun wirklich ganz große Fragen, an denen sich schon ganz andere vergeblich versucht haben. So weit will ich gar nicht gehen, sonst wird mir noch ganz schwindelig 
@all:
Also wie gesagt - ich bin normalerweise wirklich fröhlich, optimistisch, nicht so grüblerisch und depressiv, wie ich jetzt hier rüberkommen muss. Deshalb versteh ich auch nicht, woher diese Gedanken plötzlich kommen, deshalb bin ich wohl auch so erschrocken darüber und musste mich hier mal mitteilen in der Hoffnung, dass ihr mich versteht und ein bisschen mit mir nachdenkt und mich vielleicht ein bisschen tröstet. Und das habt ihr ja auch sehr gut getan und dafür bin ich wirklich dankbar

Ich versteh mich im Moment selber nicht so ganz - ich bin so ganz normal
arbeite, tue Dinge, die mir Spaß machen (wobei auch da jetzt immer irgendwo dieser Gedanke an die Endlichkeit und was-kommt-danach ist). Andererseits fange ich immer wieder an zu heulen, wenn ich hier lese und schreibe. Und das kenne ich von mir eigentlich nur im Zusammenhang mit den Zeiten, in denen ich um meinen Vater getrauert habe. Ich hab ja schon gesagt, dass sich sein Todestag bald jährt. Jetzt könnt ihr natürlich sagen Mädel, worüber denkst du dann überhaupt noch nach, dann ist doch ganz klar, woher deine Gedanken kommen! Das glaube ich aber eigentlich nicht - denn zum einen habe ich keine schönen Erinnerungen an ihn und muss überlegen, um was Positives über ihn sagen zu können (hört sich jetzt übel an, ist aber so). Obwohl das alles jetzt schon so lange her ist und ich ihm nicht mehr böse bin. Zum anderen denke ich aber bei dem ganzen Thema überhaupt nicht an ihn und würde das mit dem Todestag daher für Zufall halten. Muss aber nicht sein - vielleicht ist es doch im Grunde das und ich seh's nur nicht?! Keine Ahnung - wie gesagt, ich versteh mich grad selber nicht.
Jemand (ich glaube, Funke) hat gesagt, dass mir hier niemand allgemeingültige, absolute Antworten geben können wird und das stimmt natürlich. Und sorry, wenn's jetzt albern wird, aber - vielleicht würde ich im Moment wirklich jemanden brauchen, der mir sagt, hab keine Angst, es geht irgendwie weiter - Seelenwanderung, Himmel, Reinkarnation, whatever - einfach das Gefühl, da kommt noch was und ich bin nicht plötzlich weg. Dieses ich-bin-irgendwann-weg-und-die-Welt-geht-einfach-weiter - das ist vielleicht das, was mich im Moment so runterzieht. Wenn ich mir vorstelle, ich kann irgendwann nicht mehr den Himmel sehen, die Bäume, die Sonne, kann nicht mehr sprechen, andere umarmen - das find ich im Moment unheimlich hart. Dieses Verschwinden, dieses Wegsein, dass ich nicht mehr bin, ich war doch schließlich schon immer, solange ich denken kann - das kann ich mir einfach nicht vorstellen. Vielleicht macht es mir deshalb solche Angst, weil ich absolut nicht weiß, wie das sein könnte. Sein wird.
Da fällt mir schon wieder ein Zitat ein, aus Judith Kerrs "Als Hitler das rosa Kaninchen stahl", kennt ihr das? Da erzählt die Protagonistin, dass sie als Kind mal ihre Mutter gefragt hat, wie das ist, wenn man stirbt. Und dann hat die Mutter (ungefähr) gesagt: das weiß niemand, aber wenn du groß bist, wirst du vielleicht der erste Mensch, der es erfährt. Danach hatte sie dann keine Angst mehr vor dem Tod
Also tut mir leid, wenn ich hier gerade so depressiv drauf bin und nicht mal weiß, woher es eigentlich kommt - danke, dass ihr mir trotzdem zuhört und euch hier so viele Gedanken macht
Ich muss mal versuchen, da wieder rauszukommen.
Liebe Grüße an alle,
wastun
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03.12.2010, 22:54
AW: Plötzlich Frage nach dem Sinn, Angst vor dem Ende (Vorsicht, lang!)
Ja, du hast ja recht
unter normalen Umständen würde ich es ja auch so sehen und ich finde es wirklich richtig. Zu sagen, ich habe etwas angefangen, das andere fortsetzen - ich habe für irgendwas oder irgendwen den Weg bereitet (meine Kinder z.B.) oder wie auch immer - mit dem Kopf weiß ich, dass es richtig ist. Aber im Moment kann ich irgendwie nicht so fühlen, ich hab da gerade die Leichtigkeit dafür verloren, den Abstand - keine Ahnung. Im Moment macht es mich einfach nur traurig und ängstlich. Aber ich hoffe, dass ich wieder dahinkomme, es genauso zu sehen, wie du sagst und wie ich normalerweise auch denken würde. Danke dir und gute Nacht!
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03.12.2010, 23:16
AW: Plötzlich Frage nach dem Sinn, Angst vor dem Ende (Vorsicht, lang!)
Übrigens kenne ich die Angst vor dem Tod. Nicht, dass Du denkst, ich stünde da drüber oder so. Ich finde es auch nur ganz schwer vorstellbar, wie es ist, wenn ich nicht mehr hier bin. Aber es ging ja auch ohne mich vor meiner Geburt. Allerdings kannte mich da ja auch niemand. Jetzt schon. Und jetzt wird man mich vermissen, wenn ich tot bin (hoffe ich mal).
Ich hatte sehr viel Angst, als ich ganz konkret nah an dieser Situation - zu sterben - war. Und vermutlich werde ich wieder Angst haben, wenn es wirklich so weit ist. Aber das Jetzt, das Leben, möchte ich nicht mit Angst verbringen. Diese Angst wird mir mein Sterben nicht leichter machen und mein Leben jetzt auch nicht.
Und jetzt wirklich gute Nacht!Gestaltet doch euer Leben, hofft weniger, macht was ihr wollt.
Aber macht!
ausgeborgt von Uli_F-2009
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03.12.2010, 23:55
AW: Plötzlich Frage nach dem Sinn, Angst vor dem Ende (Vorsicht, lang!)
zu später stunde muss die bisamratte nochmal was nachfragen, und ein kompliment muss sie auch machen: ich finde es total klasse, dass du, obwohl du, wie du schreibst, sonst so wenig grüblerisch bist, hier unglaublich tief einsteigst!
finde ich toll!
und: du bist auch weiterhin "so normal", nur jetzt halt mit etwas dollerer reflexionstiefe
was ich mich, oder vielmehr dich, frage: was du beschreibst, wenn du "die welt ohne dich" beschreibst, klingt für mich in deinem letzten post eigentlich gar nicht mehr so sehr nach angst oder panik. für mich klingt das eher nach trauer... weißt du, was dich daran so traurig macht?
oder ist es mehr so ein "anrühren" an die großen dinge des lebens/seins, was dafür sorgt, dass du anfängst zu heulen, wie du selbst schreibst?
ich hab da ein ganz banales beispiel: jetzt, wo soviel schnee liegt, was ja für unsereins mittlerweile echt nichts besonderes mehr ist - ich kriege regelmäßig einen kloß im hals. weil die welt so wunderbar verzaubert ist, und mir, wie im nachbarstrang bereits ausgeführt, wieder so unglaublich kindlich und unbeschwert zumute wird...
du hast es selbst schon mal angesprochen: schwingt da doch irgendwie auch bei dir die trauer um eine "verlorene kindheit" mit? nicht im sinne von "kindheit war totaaaaal scheiße" (auch wenn du sagst, es war nicht einfach), sondern was ich meine, ist eher so ein "unwiederbringlich vorbei, verloren"...?
lg von
der ratte
und: mach dir nicht so viele gedanken darüber, ob es nun normal ist, dass man sich solche gedanken macht oder nicht... such dir vielleicht auch ein paar menschen im realen leben, mit denen du dich darüber austauschen kannst! manchmal überraschen einen auch lang vertraute...



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