Das glaube ich, wenn es um das "Materielle" im Sinne von "Konsumrausch" geht, auch.
Wenn ich mir aber vorstelle, wie es wäre, ohne gewisse materielle Grundsicherung zu leben - und das war Jahrtausende lang der Falll für das Gros der menschlichen Bevölkerung - dann sehe ich das etwas differenzierter. Die Frage führt aber zu weit...
Auch darin kann Sinn liegen, das ist klar. Aber da Vergänglichkeit im Leben sehr häufig gerade darin liegt, auch andere Menschen zu verlieren, halte ich diesen Weg für eine sehr fragile Sinngebung.Mein Denken geht immer mehr in die Richtung, dass Sinn in menschlichen Beziehungen liegt.
Gerade Menschen, die Verlust ihrer zwischenmenschlichen Beziehungen erleben, brauchen etwas, was übergeordnete Stabilität gibt.
Es bietet sich wieder an: Immaterielles wie Glaube, Kreativität, Spiritualität, Natur.
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02.12.2010, 10:49
AW: Plötzlich Frage nach dem Sinn, Angst vor dem Ende (Vorsicht, lang!)
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02.12.2010, 14:23
AW: Plötzlich Frage nach dem Sinn, Angst vor dem Ende (Vorsicht, lang!)
Klar, ich meine damit über die grundlegenden Bedürfnisse hinausgehenden Konsum.
Der Weg ist fragil, aber: ich habe drastische Verluste zwischenmenschlicher Beziehungen erlebt, und bin mir dennoch heute sicherer, dass das (für mich) stimmt.
Glaube und Spiritualität sind nicht jedermanns Sache, und mein Weg wäre es nicht. Irdische Sinngebung scheint mir lebensnäher als transzendale Ankerpunkte.
Zur Natur: ich war im Sommer an der bretonischen Küste alleine wandern und habe fantastische Landschaften erlebt, mit den damit verbundenen Hochgefühlen. Was mir in besonderer Erinnerung bleibt sind zwei kurze Begegungen mit Einheimischen, die besondere Erlebnisse der Gastfreundschaft waren. Und das von eher älteren Menschen, die noch näher am deutschen Überfall sind.
Natürlich gibt es einen "Eigensinn", und dieser ist wichtig für die eigene Stabilität. Schreiben, Basteln, Fotografieren, Kochen oder was weiß ich - jeder braucht Hobbies, die einen erfüllen, befriedigen, Spaß machen, eben "Eigensinn", aber - ohne andere Menschen könnte ein Mensch emotional kaum überleben.
Ich habe einen Musik-Mix, der eine deutlich emotionalitätssteigernde Wirkung bei Schmuse- und Kuschelerlebnissen hat, so eine Art individueller Kuschelrock
Umgekehrt kann diese Musik in Ermangelung eines Partner, einer Partnerin eher bluesige Defizitgefühle hervorrufen. Das kreative, die Musik, ist der Katalysator, aber nicht das Sinngebende.
@wastun: mir ist noch etwas eingefallen. Vielleicht ist es schon mal im Strang vorgekommen, aber dennoch: Weiß dein Freund von deinen Gedanken? Falls nicht - ich würde ihm davon berichten. Ich betrachte das was in dir vorgeht als Entwicklung, und wenig ist tödlicher für Beziehungen als fehlende Kommunikation über Dinge, die einem der Partner sehr wichtig sind.
Liebe Grüße
TomGeändert von Susykuek (02.12.2010 um 17:00 Uhr) Grund: ähem... Rechtschreibung
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02.12.2010, 16:48
AW: Plötzlich Frage nach dem Sinn, Angst vor dem Ende (Vorsicht, lang!)
@Susykuek
ganz spontan fiel mir dazu der Film "Into the wild" ein.
Für viele der Inbegriff einer Suche nach grenzenloser Freiheit und Unabhängigkeit - ich sehe das anders! Am Schluss formuliert der Protagonist einen Satz:
Happiness is only real when shared!
Wie immer ist der Sinn des Lebens wohl eine gesunde Mischung aus vielem!
Mir geht es darum, auch in kleinen Dingen einen Sinn zu sehen, Dinge die man eventuell oft auf der Suche nach "Wasweissich" übersieht oder nicht mehr zu schätzen weiss. Gelegentlich, auch nach Verlusten, muss man sich daran wieder erinnern!
Ausserdem ist Kreativität für mich enorm wichtig, das erfordert Disziplin und Ausdauer, aber es entsteht auch etwas...das muss nicht einmal etwas "Tolles" sein, schon das Tun, ja sogar der Versuch, ist entscheidend.
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02.12.2010, 16:57
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02.12.2010, 18:27
AW: Plötzlich Frage nach dem Sinn, Angst vor dem Ende (Vorsicht, lang!)
Hallo ihr Lieben,
tut mir leid, dass ich mich nicht früher gemeldet habe, ich musste heute ziemlich viel arbeiten und habe vorhin erst mal einen schönen ausgiebigen Schneespaziergang gemacht
Vielen Dank, dass ihr hier weiter geschrieben habt!
@Susykuek:
Danke für den schönen Songtext, kannte ich auch noch nicht
Nihilistin möchte ich übrigens überhaupt nicht sein, bin ich normalerweise auch nicht, hab ich ja schon gesagt
Normalerweise bin ich viel optimistischer, als sich das hier jetzt anhört 
Du schreibst, "dass jede Form von materieller Sinngebung sinnlos ist" und das kann ich nachvollziehen, wobei ich andererseits auch nachvollziehen kann, dass man irgendwas Dingliches hinterlässt, etwas, das einem gehört oder das man selbst gemacht hat und das Leuten zur Erinnerung an einen dient, wenn man nicht mehr da ist. Aber die Reisen zum Beispiel haben ihren Sinn, denke ich, in den Eindrücken und Erlebnissen, die man mit nach Hause nimmt, in dem, was man dort erfahren und gelernt hat und von dem man dann zehren kann (so beschreibst du es ja auch in Bezug auf deine Wanderungen an der bretonischen Küste). Und bei Dingen, die man sich kaufen kann, ist es ja auch nicht der Kauf an sich (oder sollte es nicht sein
), der einem Freude macht, sondern man zieht den Sinn oder Gewinn ja im Gebrauch oder im Ansehen oder was auch immer. Deshalb ist bei Geschenken ja auch nicht der Preis wichtig, sondern dass sie von Herzen kommen 
Du schreibst: "Mein Denken geht immer mehr in die Richtung, dass Sinn in menschlichen Beziehungen liegt." und auch das kann ich nachvollziehen, natürlich! Und ich bin sehr froh und dankbar, dass sich hier so viele, wie du ja richtig sagst, wildfremde Leute Gedanken gemacht haben, mir zu helfen versuchen, obwohl sie ihre Zeit ja durchaus angenehmer zubringen könnten. Natürlich finde ich es wichtig und sinnvoll usw., dass man zwischenmenschliche Beziehungen pflegt, dass man mit anderen Leuten Kontakt hat, Gemeinschaft erlebt, anderen Gutes tut - sowas hab ich ja hier schon mehrmals gesagt, glaub ich, und dass, obwohl ich eher der einzelgängerische Typ bin und sehr gut alleine sein kann.
Es geht mir jetzt, glaube ich, auch gar nicht so sehr darum, sinnvolle Beschäftigungen zu finden, ich habe viele Interessen, Dinge, die ich gern tue, Hobbys halt - ich denke schon, dass ich meine Zeit sinnvoll nutze und Langeweile kenne ich seit x Jahren nicht mehr. Es ist mehr der Gedanke, dass z. B. die Mitmenschen, denen ich Gutes tue, trotzdem irgendwann sterben, genau wie ich auch, und dass es letztlich keinen Unterschied macht, ob man glücklich gewesen ist oder Gutes getan hat, sterben wird man ja sowieso. Das ist aber eben dieser negative Gedanke, der mich in diesen Tagen angefallen hat, normalerweise hätte ich schon (wie auch in meinem Eingangspost) gesagt: jeder sollte versuchen, so glücklich wie möglich zu sein und so viel Gutes wie möglich zu tun und andere glücklich zu machen, besonders weil man nie weiß, wann es zu Ende ist.
Man kann natürlich auch daran glauben, dass man mit dem Glück, das man selbst erlebt oder anderen spendet, mit den "guten Taten" sozusagen positive Energie erzeugt und dass die dann irgendwo - was weiß ich, gespeichert wird oder dazu beiträgt, dass die Welt im Großen und Ganzen besser wird, oder als Ausgleich zur negativen Energie dient oder so. In der Richtung hab ich aber noch nicht wirklich überlegt.
Und weil du gefragt hast: meinem Freund habe ich davon noch nicht erzählt. Zum einen ist es ja erst seit ein paar Tagen so, dass ich überhaupt über solche Dinge richtig nachdenke, und ich denke schon, dass es eher ein Stimmungstief ist, aus dem ich bald wieder rauskomme - deshalb habe ich ja im Eingangsposting gesagt, vielleicht versteh ich in drei Tagen selbst nicht mehr, was mit mir los war.
Zum anderen ist er kein religiöser Mensch und eher vom Schlag "wenn ich sterbe, ist alles aus und das war's dann, wie wenn man eine Maschine abschaltet". Von daher kann ich mir nicht gut vorstellen, mit ihm über sowas zu sprechen bzw. würde mich seine Sicht wahrscheinlich noch mehr runterziehen. Vielleicht brauche ich im Moment einfach ein bisschen positiven Input. Mir kommen auch immer wieder die Tränen in den letzten Tagen, wenn ich hier lese/schreibe oder über das Thema nachdenke, und normalerweise bin ich wirklich nicht so. Ich denke, es ist einfach eine Phase, in der ich ein bisschen down und traurig bin, nur dass ich mir jetzt Gedanken mache, die ich mir sonst noch nie gemacht habe. Falls es anhalten sollte, werde ich aber sicher mit ihm darüber sprechen (wenn er es nicht schon von selbst gemerkt hat)
@Elwyn:
Danke auch dir für deine Beiträge und Gedanken! Da hast du mir wirklich sehr viel gegeben und vielleicht sollte ich mich wirklich einmal genauer mit diesen philosophischen Systemen beschäftigen, die du ansprichst. Da warte ich aber lieber noch ein bisschen, im Moment bin ich dafür zu negativ drauf, jetzt suche ich eher was Tröstliches
Du sprichst "eine innere Leere aufgrund von Verlusterlebnissen" an - ich weiß nicht, ob das bei mir zutrifft, weil mir spontan keine solchen Erlebnisse einfallen. Generell kann da aber natürlich was dran sein, müsste ich mal genauer drüber nachdenken.
Du hast Susykuek zu der Frage "Sinn aus zwischenmenschlichen Beziehungen" zitiert:
Susykuek sagte: "Mein Denken geht immer mehr in die Richtung, dass Sinn in menschlichen Beziehungen liegt."
Und du daraufhin: "Auch darin kann Sinn liegen, das ist klar. Aber da Vergänglichkeit im Leben sehr häufig gerade darin liegt, auch andere Menschen zu verlieren, halte ich diesen Weg für eine sehr fragile Sinngebung.
Gerade Menschen, die Verlust ihrer zwischenmenschlichen Beziehungen erleben, brauchen etwas, was übergeordnete Stabilität gibt."
Ich denke, das ist wirklich ein bisschen ambivalent. Einerseits kann ich Sinn, Bestätigung, Positives aus zwischenmenschlichen Beziehungen ziehen - würde ich normalerweise sofort unterschreiben. Andererseits sind eben auch diese Beziehungen naturgemäß vergänglich - meine aktuellen schwarzen Gedanken.
Vielleicht müsste man da eine Art Kompromiss finden und sagen: ich weiß, dass meine Beziehung zur Person X oder zu anderen Menschen allgemein nicht von Dauer ist, weil Menschen sterben - oder auch, weil man sich ganz banal im Leben aus den Augen verliert oder sich zerstreitet oder was auch immer. Ich weiß also nie, wie lange diese Beziehung dauert und wie sie sich entwickelt. Aber da ist es eigentlich wie mit allem: ich kann versuchen, sinnvolle Beziehungen zu führen, anderen Zuwendung und Liebe zu schenken, ihnen damit zu helfen und auch selbst davon zu gewinnen. Ich kann versuchen, die Beziehung so positiv zu gestalten wie möglich, damit sie allen Beteiligten so gut wie möglich tut. Was dann passiert - muss man halt abwarten.
Und das ist ja auch wieder irgendwie das Gleiche wie mit allem anderen, was ich tun kann - ich kann mich immer und auf allen Gebieten anstrengen, dass das, was ich tue, für mich und für andere am besten ist. Davon sind die Menschen, die Beziehungen, die Dinge zwar nicht weniger vergänglich, aber es hat immerhin positive Gefühle gegeben und keine negativen
@all: Vielen lieben Dank euch allen, dass ihr euch so viele Gedanken gemacht und hier geschrieben habt. Das hilft!
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02.12.2010, 21:50
AW: Plötzlich Frage nach dem Sinn, Angst vor dem Ende (Vorsicht, lang!)
Hallo du,
dass du keine Nihilistin sein möchtest glaube ich dir gerne, es war auch nicht ganz ernst, aber eben nur "nicht ganz", denn die Art deiner Gedanken sind nihilistisch, ohne Zweifel. Ich habe eine Sympathie für diese Denkrichtung, und ich kann auch aus meiner Lebensgeschichte erkennen, warum das so ist. Nur, warum kommst du auf diese Gedanken? Einfach so geschieht nichts, das ist zumindest meine Meinung.
Und was deinen Freund betrifft - ich glaube nicht an Übersinnliches oder tranzendentales. Trotzdem erlebe ich Gefühle, Emotionen, Liebe, Sexualität sehr intensiv. Mir ist es egal, ob das chemische Prozesse, Nullen und Einser sind.
Habt ihr eine sehr enge Beziehung? Du schreibst, dass du eher der einzelgängerische Typ bist und sehr gut alleine sein kannst.
Verzeih mir, für mich klingt es so, als sei dein Leben bisher einfach gut bis schön gewesen, ohne besondere Tiefen, keine dramatischen Einbrüche, also in gewisser Weise flach? Von Anfang an?
Ich wollte dir keine Hobbys vorschlagen, ich halte wenig davon, hier Diagnosen und Ratschläge zu erteilen. Ich wollte nur sagen, dass man sinngebende Beschäftigungen für sich braucht, aber der letztendliche Sinn in zwischenmenschlichen Beziehungen liegt.
Zu den Dingen: ja klar, das gibt es. Die Brosche der Ur-Oma, so etwas. Aber das ist kein Luxus, der Gegenstand bekommt die Bedeutung durch die Person. Weil Oma X die Brosche so geliebt hat sie für die Nachkommen diese Bedeutung.
Die Zeit angenehmer verbringen? Am Fernseher?
Ich sehe mich hier nicht als Ratgeber oder gar Helfer; es macht Spaß, es ist Kontakt, Gemeinschaft, eine Unterhaltung.
Lieben Gruß, TomGeändert von Susykuek (02.12.2010 um 23:23 Uhr)
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02.12.2010, 23:29
AW: Plötzlich Frage nach dem Sinn, Angst vor dem Ende (Vorsicht, lang!)
Hallo Tom,
Tja, woher kommen diese Gedanken - weiß ich auch nicht. Ich habe in letzter Zeit nichts Schlimmes erlebt, ich habe auch noch nie philosophische Werke gelesen (die mir jetzt wieder einfallen) - ich weiß es nicht. Deshalb bin ich ja so erschrocken, weil eben solche Gedanken auf einmal und dann noch so heftig da sind. Gerade weil ich sie nicht kenne und nicht wirklich verstehe, woher sie kommen.
Das einzige, was mir in dieser Richtung einfällt - abgesehen von Winter, Dunkelheit oder vorweihnachtlicher/vorjahresendlicher Stimmung, was ja hier auch schon angeklungen ist -, wäre, dass sich in wenigen Tagen der Todestag meines Vaters jährt. Das hat mich aber in den letzten Jahren auch nicht so beeinflusst und es ist auch nicht so, dass ich dauernd dieses Datum im Kopf hätte "noch so und so viele Tage" oder so. Ich weiß nicht, vielleicht liegt es ja doch irgendwie daran. Die Episoden, in denen ich in der Vergangenheit mal sehr traurig war, die dann einige Tage angehalten haben und dann weg waren, waren jedenfalls damit verbunden. Da hab ich aber nicht an Vergänglichkeit in dem Sinne gedacht, also nicht auf mich bezogen. Aber das ist vielleicht einfach eine Frage des Alters
Haben wir
Mit einzelgängerischer Typ meinte ich, dass ich gut allein klarkomme, in ganz praktischen Alltagsdingen beispielsweise. Also ich kann gut allein irgendwohin gehen oder Entscheidungen treffen, da muss mich nicht immer jemand "ans Händchen nehmen". Und ich bin zwar gern unter Leuten und treffe mich auch gern mit Freunden, aber eben lieber mit 1-2 Personen als mit der großen Gruppe. Und ich bin auch froh, wenn ich dann wieder zu Hause bin und meine Ruhe habe
Da sehe ich aber kein Problem, ich finde es immer schade, wenn Leute nichts mit sich anzufangen wissen oder immer andere um sich rum brauchen. Mein Freund ist mir in der Hinsicht übrigens sehr ähnlich, es ist also für uns beide genau richtig so. Also daran liegt es nicht. Und es liegt auch nicht an womöglich verborgenen Beziehungsproblemen (und auch nicht daran, dass ich nicht verheiratet bin und noch keine Kinder habe)
geht nicht gegen dich, aber der Gedanke kam ja hier auch schon mal auf, deshalb sag ich's noch mal ganz deutlich
Nein. Das wurde hier auch schon mal missverstanden. Ich habe das in meinem Eingangspost so gesagt, damit niemand denkt, ich habe irgendwelche Dinge in der Vergangenheit nicht verwunden oder so. Ich wollte nicht, dass die Suche in die falsche Richtung geht. Was ich sagen wollte (hab ich inzwischen auch noch mal irgendwo hier geschrieben), ist nur: ich hab bisher immer ziemliches Glück gehabt und es geht mir materiell gut und es geht hier nicht um womöglich nicht verheilte Wunden. Es sollte eher heißen: ich weiß nicht, warum ich plötzlich so negativ denke, denn eigentlich habe ich dafür gar keinen Grund. Und es sollte eben auch nicht nach "Jammern auf hohem Niveau" klingen. Ich habe auch schon Schlimmes erlebt, Enttäuschen, Verlust, Schmerzen... aber eben nicht soooo schlimm wie andere Leute, die vielleicht mit chronischen Krankheiten geschlagen sind oder deren Kind gestorben ist oder sowas. Das sollte eher eine Erklärung sein, um Kommentaren nach dem Motto "hör auf zu jammern, anderen geht es viel schlechter als dir" vorzubeugen
Wenn du allerdings sagst: "ohne besondere Tiefen, keine dramatischen Einbrüche, also in gewisser Weise flach? Von Anfang an?" (wobei ich ja jetzt schon gesagt habe, dass es keineswegs so ist) - was genau meinst du damit? Welche besonderen Tiefen oder dramatischen Einbrüche könnte es denn da geben? Wäre das nicht alles etwas Negatives, bei dem man froh sein muss, dass es einem eben nicht passiert ist?
Und ich freue mich, dass du das so siehst und wir uns hier "unterhalten" können
Liebe Grüße zurück
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03.12.2010, 12:37
AW: Plötzlich Frage nach dem Sinn, Angst vor dem Ende (Vorsicht, lang!)
Liebe wastun,
ich kennen diese Art von Gedanken sehr gut, auch wenn die Ausgangssituation bzw. die Auslöser bei mir anders gelagert sind.
Ich habe nicht den ganzen Strang gelesen, weiß also nicht ob mein Tipp neu ist, aber mich hat das Lesen spiritueller Literatur sehr weitergebracht, wie z. B. Gespräche mit Gott von Neale Donald Walsch. Das ist überhaupt nicht abgehoben oder so, und sehr nah an unserem modernen Alltag.
Wenn ich mal ein Tief habe, reicht es meist schon, ein paar Seiten zu lesen, und mir wird warm ums Herz ...
Aber es gibt natürlich noch viele andere gute Ansätze wie z. B. den Buddhismus.
Ja die Auseinandersetzung mit dem Tod macht erstmal Angst, weil man vermeintlich so allein dasteht, aber letztlich sind es Fragen, die die Menschheit seit sie existiert beschäftigen. Du bist also alles andere als allein!
Ich finde es übrigens toll, dass du dich dich dem so bewusst stellst und wünsche dir, dass du bald den Sinn hinter allem erkennst und das Leben wieder bejahen kannst.
Der Weg ist das Ziel. (Der Spruch ist zwar recht abgedroschen, aber es stimmt!)
Liebe Grüße
sanskrit
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03.12.2010, 16:21Inaktiver User
AW: Plötzlich Frage nach dem Sinn, Angst vor dem Ende (Vorsicht, lang!)
Hallo Leonie,
leider ist dein Beitrag sehr wenig einfühlsam. Eher so, bekomme Kinder, hilf anderen (wie auch immer) und du hast einen Lebenssinn.
Man sollte z. B. Kinder nur bekommen, wenn man wirklich wünscht, daß die Nachkommen ein erfülltes und damit ihren Begabungen und Neigungen ensprechendes Leben führen können.
Ansonsten sollte man Abstand vom Kinderwunsch nehmen. Kinder sind sicherlich nicht dazu da, den Eltern einen Sinn im Leben zu geben.
Dein Beitrag ist nicht nur in dieser Hinsicht übergriffig, sondern auch bzgl. Engagement für andere.
Engagement behinhaltet Verständnis, wofür man sich engangiert.
Das ist nicht wirklich aus deinen Beiträgen in diesem Thread ersichtlich.Geändert von Inaktiver User (03.12.2010 um 16:32 Uhr)
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03.12.2010, 17:58Inaktiver User
AW: Plötzlich Frage nach dem Sinn, Angst vor dem Ende (Vorsicht, lang!)
Hallo wastun,
irgendwie geht mir dein Anliegen nicht aus dem Kopf … aber ich tappe eigentlich ziemlich im Dunkeln, was genau dein Anliegen ist.
Du schriebst, du hättest plötzlich ein massives Angstgefühl gehabt, das du auf deine Gedanken über die Endlichkeit des Lebens zurückführst. Des Lebens im Allgemeinen oder jetzt speziell deines Lebens?
Was erwartest du hier in diesem Forum? Bitte nicht als Angriff werten, es ist eine interessierte Frage… Jeder hier Schreibende kann dir nur seine Gedanken, Gefühle, Erfahrungen schildern, niemand verfügt über die Möglichkeit, allgemeingültige, absolute Wahrheiten zu verkünden und niemand kann dir sagen, ob und wie es für jemanden nach dem Tod weitergeht.
Erklärungen gibt es in den unterschiedlichen Religionen, Esoteriker haben eigene Ideen und Vorstellungen, aber alle haben eins gemeinsam: es sind Theorien, die von LEBENDEN Menschen entwickelt worden sind… vielleicht um einem die Angst vor dem Ungewissen zu nehmen oder zu mildern.
Das, was wir Lebenden fürchten, basiert auf diesem enormen Verlustgefühl, die Trauer darüber, dass wir diesen Menschen nie wieder sehen werden, nie mehr mit ihm reden können, nie mehr berühren, nie mehr seine Stimme hören werden, ja, wir können uns nicht einmal mehr an ihm reiben, über ihn ärgern. Und UNSER Leben hat sich von einer Minute zu anderen geändert…
Du könntest im Internet Seiten aufrufen, auf denen Menschen „Nah-Tod“ Erlebnisse beschreiben, aber dort wird meistens der physische Zustand beschrieben --- wenn es dir wirklich nur darum geht, das Phänomen „Tod und was kommt danach“ zu erfassen.
Mein Bruder ist vor einem Jahr gestorben und ich habe mir seither viele Gedanken über den Tod gemacht. Aber eigenartigerweise hatte ich nie Angst. Vielleicht, weil ich diesen Tod als so unfassbar Fundamentales empfunden habe und weil er mir schier den Boden unter den Füßen weggezogen hat, aber Angst hat er in mir nicht ausgelöst.
Du hast geschrieben, dass dein Vater gestorben ist. Hast du diesen Tod verarbeitet? Hast du Frieden mit deinem Vater schließen können? Mit seinem Tod?
…. ein bisschen „Gedankenfutter“ …
Liebe Grüße
Funke



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