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09.12.2010, 17:26
AW: Plötzlich Frage nach dem Sinn, Angst vor dem Ende (Vorsicht, lang!)
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09.12.2010, 17:33
AW: Plötzlich Frage nach dem Sinn, Angst vor dem Ende (Vorsicht, lang!)
Hallo FriendOfAlwin,
Da möchte ich zustimmen, deshalb konnte ich auch nie was mit diesem "wenn ich 30 bin, möchte ich das und das erreicht haben" oder "wo sehen Sie sich in 5 Jahren" anfangen. Ich lasse auch gern Dinge auf mich zukommen und bin damit gut gefahren. Aber eben auch, weil ich bisher immer die (vermeintliche) Gewissheit hatte, ich habe noch viel Zeit und alles ist möglich. Und dass es irgendwann keine Zeit mehr gibt und nichts mehr kommt, das ist schon wieder ein anderes Paar Stiefel.
Für mich nicht. Freiheit wäre, wenn ich wüsste, dass ich es in der Hand habe, wie's weitergeht. Aber weil ich eben nicht weiß, ob's überhaupt weitergeht - Angst.
Ich nicht
weil ich so zufrieden bin mit meinem Leben und es von mir aus immer so weitergehen könnte.
Ja, das kann ich denken, solange es sich nur auf andere(s) bezieht, aber bei mir selbst...
Zu dieser Einstellung möchte ich (zurück)kommen.
Gratulation zum Säugling
und viel Glück auch beim Unternehmen Kita 
Liebe Grüße,
wastun
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09.12.2010, 17:36
AW: Plötzlich Frage nach dem Sinn, Angst vor dem Ende (Vorsicht, lang!)
Hallo sanskrit,
nur keine Hemmungen!
Das soll ja auch ein Austausch werden und ich find's auch toll, wie viele Antworten hier kommen, wie viel Tiefgang, ich hätte mit so viel Resonanz nicht gerechnet und freue mich über jeden, der sich hier einbringt und uns an seinen Gedanken teilhaben lässt. Weiter so und danke!
Liebe Grüße,
wastun
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10.12.2010, 11:25Inaktiver User
AW: Plötzlich Frage nach dem Sinn, Angst vor dem Ende (Vorsicht, lang!)
Hallo wastun,
Das ist ja witzig, anscheinend habe ich eine Kleinigkeit mit Woody Allen gemeinsam
. Ähnliche Gedanken habe ich mir als Kind auch gemacht, konkretisiert haben sie sich aber erst mit der beginnenden und fortschreitenden Pubertät. Trotzdem habe ich als Kind z.B. Dinge geglaubt wie „wir kommen aus dem Unbekannten und gehen irgendwann ins Unbekannte, davor sollte man keine Angst haben, es wird nur eine weitere Überraschung“. Oder wenn meine Eltern zu mir sagten „du lernst nicht für die Schule oder für uns, sondern für dein Leben“, sagte ich „eigentlich lerne ich für den Tod und das ist ziemlich schwachsinnig“. Ich empfand es als unsinnig, Teil eines Systems sein zu müssen, das Menschen sich ausgedacht haben, und in dem Menschen, die alle irgendwann einmal sterben müssen, in ihrer kurzen Zeit Dinge tun müssen, die ihnen keinen Spaß machen. Vielleicht wollte ich diese Dinge sogar tun, aber ich wollte dabei unbedingt das Gefühl der Wahl haben und die freien Entscheidung. (dass wir Menschen gar nicht so blöd sind, und dass diese Dinge teilweise schon die beste Wahl sind, auf die sich Menschen zusammen geeinigt haben, habe ich etwas später dann aber auch verstanden
).
Trotz dieser teilweise destruktiven Gedanken war ich aber ein sehr glückliches Kind. Nur für mein Umfeld war es vielleicht manchmal schwer (wegen dieser altklugen Haltung meine ich und weil ich den Leuten ständig erzählt habe, wie „blöd“ sie eigentlich sind).
Außerdem habe ich diese Gedanken auch zu meinen Zwecken genutzt. Z.B. dachte ich, wenn mir etwas Schlimm passierte: „was kann dir hier in diesem Leben schon Schlimmes passieren, wenn du bedenkst, dass das ganze eh irgendwann vorbei ist?“ oder ich habe mir die Unendlichkeit vorgestellt oder mich ans Meer gestellt und meine Probleme ganz klein werden lassen. Die Gedanken an den Tod usw. haben alles relativiert, aber immer mehr das Schlechte als das Gute.
Das finde ich auch gut und nicht unvernünftig
.
Bei mir liegt es vielleicht daran, dass ich aus einem sehr erfolgreichen und erfolgsorientierten, ehrgeizigem Umfeld komme. Lauter erfolgreiche Menschen, die sich teilweise über ihre Erfolge definieren oder zumindest ihre Zufriedenheit auch davon abhängig machen (und bei mir immer die Frage, was von all dem bleibt dir zum Schluss?). Das habe ich nie verstanden und ich wollte es nicht auf mich übertragen lassen. Dass ich dann später trotzdem ein sehr gutes Abitur gemacht habe und schnell zwei Studiengänge erfolgreich abschloss, hatte ganz einfach pragmatische Gründe. (Das war sehr simpel: welcher Beruf interessiert mich, könnte mir Spaß machen und gibt mir gleichzeitig die finanziellen Mittel an die Hand, mich ein Stück weit „freizukaufen“? Und was muss ich dafür tun? Abi muss gut sein? Okay, dann mach ich das halt) Ich habe also letztlich getan, was sich mein Umfeld von mir erhoffte, aber die Motivation war eine andere und über die „Erfolge“ habe ich mich weniger gefreut als die anderen. Ich sah keine Kunst darin, für mich war es Mittel zum Zweck, aber kein Genugtuung und kein Beweis für irgendetwas, das mir eh nicht verständlich erschien.
Trotzdem sehe auch ich nichts Schlechtes daran, sich über berufliche Erfolge zu freuen. Aus welchen Gründen auch immer, Hauptsache man freut sich
.
Genau das ist die Gefahr, dass man träge und gleichgültig wird und ein Stück weit verwahrlost (aber das wäre dann ja auch „egal“
). Ich glaube aber, solange man einen guten Blick für das Schöne hat und Dinge genießen kann, passiert das eher nicht.

Ich danke dir für diesen Strang
. Das scheint mir alles sehr interessant zu sein. Leider bin ich noch nicht dazu gekommen ausführlicher zu lesen, aber ich finde die Diskussion sehr spannend. Es ist schade, dass dich deine Gedanken, dein menschliches Potenzial, im Moment belasten und in dir eher (oder auch) negative Gefühle wachsen lassen. Aber ich glaube, das ist ganz normal. Und es sind genau diese Dinge, die uns zum Menschen machen und die uns von allem anderen unterschieden. Wie man das auch immer bewerten will, aber es macht uns unter anderem aus. Wir gestalten uns das Leben schwer und leicht, weil wir auf diese Art denken können.
Liebe Grüße
Romy
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10.12.2010, 13:13
AW: Plötzlich Frage nach dem Sinn, Angst vor dem Ende (Vorsicht, lang!)
Hallo wastun,
ich kann Dir so gut nachfühlen. Ich hatte genau diese Sinnkrise mit 28. Ich habe auch eine tolle Familie, eine schöne Arbeit, genügend zum Leben. Aber ich hatte riesige Angst davor jeden Moment tot umzufallen. Noch größere Angst hatte ich davor was dann mit meinen 2 Kindern (damals 4 und 2 Jahre) wird. Was ist wenn ich jetzt umfalle und sie sind allein zu Hause oder im Auto oder irgendwo unterwegs, meine armen süßen kleinen Kinder wären dann ganz allein und ihnen könnte was passieren. Ich hatte an nichts mehr Freude, konnte mich nicht mehr entspannen und war mir ebenso wie du ganz sicher, dass alles vergeblich und sinnlos ist, da alles nur ein Ziel hat: den Tod. Ich habe als Kind auch immer große Angst vor dem Einschlafen gehabt weil ich dachte ich könnte dann sterben. Diese Angst kam mit 28 plötzlich wieder hoch. Als ich auch unseren Urlaub überhaupt nicht mehr genießen konnte, habe ich mich überwunden endlich zu einer Therapeutin zu gehen. Ich habe eine gefunden mit der ich auf gleicher Wellenlänge lag und sie hat mich sanft aus dieser Krise rausbegleitet. Nach ca 1,5 Jahren war ich wieder "normal".
Heute, 3 Jahre später und ein Kinder mehr, sehe ich vieles anders. Ich habe letzten Sommer meine innig geliebte Mutti im Sterben begleitet. 4 Wochen nach einer plötzlichen Krebsdiagnose ist sie im Krankenhaus auf der Intensivstation gestorben. Sie war erst 58 und wurde mitten aus dem Leben gerissen. Hatte bis zur Diagnose voll gearbeitet und sich oft liebevoll um die Enkelkinder gekümmert. Ich habe viele Stunden an ihrem Bett gesessen, sie gestreichelt, geweint, ihre Hand gehalten, ihr noch einmal für alles gedankt bis ich sie loslassen musste, denn eine höhere Macht hatte entschieden sie mir fortzunehmen. Ich bin noch lange nicht darüber hinweg und verarbeitet es immer noch.
Um aber bei Deinem Thema zu bleiben: ihr Tod hat mich vieles gelehrt...schon komisch, dass eine Mutter selbst im Sterben noch für ihr Kind sorgt und ihrem Kind etwas lehren kann...meine Angst vorm Sterben ist nahezu verschwunden. Meine Mutter hatte keine Angst vor dem Tod und ich konnte das nie verstehen. Nun habe ich es miterleben müssen und erkannt dass es darum geht das Leben "zu leben". Wie das Motto der Hospizbewegung "Es geht nicht darum das Leben mit mehr Tagen zu füllen, sondern die Tage mit mehr Leben".
Ich habe erkannt, dass es sich absolut nicht lohnt sich Gedanken darüber zu machen ob man eventuell jetzt gleich tot umfallen könnte. Es ändert nichts an der Tatsache dass für alle eines Tages der Moment kommt an dem sie gehen müssen, ob man ständig daran denkt oder nicht. Wir haben keinen Einfluss darauf und wenn es soweit sein soll, helfen die besten Ärzte und die größte Liebe der Welt nichts.
Also können wir auch genau so gut "leben" und das Beste daraus machen. Wir können es genau so gut genießen und uns freuen über das Gute was uns zuteil wird.
Du kommst aus Deiner Krise wieder heraus, ganz sicher!
Meine Therapeutin meinte so was gibt es häufiger bei jungen Leuten um die 30. Es ist auch ein Stück Erkenntnis dabei, dass man nicht mehr so fit ist wie mit 16. Das man nicht mehr ohne Nachwehen die Nächte durchtanzen kann. Wir sind eben in der Mitte des Lebens angekommen, endgültig erwachsen sozusagen.
Liebe Grüße und nur zu, das Leben ist zum Leben da...
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10.12.2010, 14:11
AW: Plötzlich Frage nach dem Sinn, Angst vor dem Ende (Vorsicht, lang!)
Hallo zusammen,
ich glaube es läuft darauf hinaus, die Antwort auf den Tod ist das Leben im HIER und JETZT. Es liegt nur leider in der Natur des Menschen, in Gedanken entweder der Vergangenheit nachzuhängen (die wir nicht mehr ändern können) oder die Zukunft zu planen (die sich aber nicht 100% planen lässt). Was übrig bleibt, ist, den Moment zu leben und wertzuschätzen.
Klingt einfacher, als es ist, aber nicht umsonst ist ein zentraler Bestandteil vieler Religionen die Meditation, wo es im Wesentlichen um die Erfahrung geht, einfach nur zu sein. Auch im Yoga kann man das lernen. Habe diesbezüglich schon sehr schöne Erfahrungen machen dürfen ... die auch dazu führen können, dass man mit einem anderen Bewusstsein durchs Leben geht.
Wastun, wäre das vielleicht etwas für dich?
LG sanskrit
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12.12.2010, 17:18
AW: Plötzlich Frage nach dem Sinn, Angst vor dem Ende (Vorsicht, lang!)
Liebe wastun,
ich schulde Dir noch die Antwort auf eine Frage:
Ich war ein paar Tage nicht online, und dann musst eihc erst mal nachdenken, weniger was, als wie ich es schreibe.Kann man Glauben lernen?
Ja, ich bin überzeugt, dass man glauben lernen kann. Das ist ja nichts, was einigen Menschen angeboren ist und anderen zufällig nicht. Die, die ihr ganzes Leben lang glauben, so wie ich, haben das halt in der Kindheit vermittelt bekommen und beibehalten. Aber mir wurde auch schon relativ früh (so mit elf ungefähr) klar, dass es eine bewusste Entscheidung ist. Bis dahin hatte ich halt einfach mal geglaubt, was man mir erzählt. Aber dann habe ich gemerkt, dass es etwas ist, was ich tun kann, aber nicht tun muss. Ich habe mich relativ schnell entschieden, dabei zu bleiben und weiter zu glauben. Und auch in späteren Jahren, wenn die Frage wieder aufkam (und ich finde es wichtig, sich diese Frage von Zeit zu Zeit ganz bewusst zu stellen; oft stellt sie sich in Krisenzeiten auch von ganz allein), habe ich immer wieder Ja gesagt zum Glauben.
Letztlich ist die Basis für allen Glauben eine Entscheidung, worin man für sich selbst den Sinn des Lebens sieht. Viele sehen ihn einfach in ihrem Leben, in den Beziehungen zu anderen Menschen, zu ihrer Familie, in ihrem Job, ihren Hobbys, ihrem sozialen Engagement, etc. Oder einfach darin, ein guter Mensch zu sein, glücklich zu sein, was auch immer. Mir war und ist das zu wenig, weil ich mich dann zwangsläufig frage, was ist, wenn mir dieser Sinn abhanden kann. Ich denke dann an die Frau, die bei einem Unfall ihren Mann und ihre zwei Kinde verloren hat. Oder ganz aktuell an Kappu hier, die das Leben so sehr geliebt hat und es mit nur 45 Jahren hergeben musste. Um das nicht zu verstehen, aber zumindest annehmen zu können, komm ich mit so vordergründigen Sinnkonstrukten nicht mehr weiter. Dann brauche ich mehr, einen Sinn, der, egal was passiert, unzerstörbar ist. Den ich zwar nicht immer spüre und schon gar nicht immer verstehe, auf den ich aber vertraue. Die Alternative wäre, zu glauben, dass in allerletzter Konsequenz alles sinnlos ist.
Kappu schrieb hier mal, sie sehe das Leben als Spiel, in dem sie halt zufällig schlechte Karten erwischt habe. Sie konnte sich mit dieser Erklärung abfinden, ich könnte das nicht. Ich habe eine tiefe Sehnsucht in mir, dass am Ende alles sinnvoll ist, dass es einen großen verborgenen Sinn gibt, den ich irgendwann mal verstehen werde. Und aus dieser Sehnsucht resultiert meiner Entscheidung für den Glauben. Im Glauben kann ich darauf vertrauen, dass in Gott der Sinn meines Lebens liegt, egal, wie mein Leben auch verlaufen wird. Selbst wenn mir trotz alles Anstrengung alles misslingt, wird mein Leben nicht sinnlos sein. Das nimmt auch viel Druck von mir. Ansonsten könnte ich immer jemanden finden, dessen Leben ich als sinnvoller empfinde als meins und mir selbst womöglich ein Leben aufzwingen, das gar nicht meins ist.Und der Glaube nimmt mir auch die Angst vor dem Tod, weil ich darauf vertraue, dass ich in Gottes Liebe hineinsterbe. D.h. befreit mich nicht von vornherein von aller Angst im Sterben oder dem Abschiedsschmerz, sofern ich mein Sterben bewusst erleben werde und nicht etwa bei einem Unfall ums Leben komme oder so. Ich glaube, diesen Schmerze und diese Angst muss jeder ein Stück weit durchleben. Die gehören zum Leben dazu. Aber ich vertraue darauf, dass ich im Glauben, die Angst letztlich überwinden und gut loslassen kann, im Vertrauen darauf, aufgefangen zu werden.
Dass es nun der christliche Glaube geworden ist, das liegt sicher auch daran, dass es eben der erste Glaube war, mit dem ich konfrontiert worden bin. Und er scheint mir bis heute überzeugend. Ich habe nicht das Bedürfnis nach einem anderen, weil ich hier meine Fragen ausreichend beantwortet finde.Darauf kann ich mich einlassen, mit Verstand und Gefühl.
Ich mag auch den Buddhismus, aber er bleibt mir letztlich fremd. Ich bin von unserer abendländischen Kultur geprägt, die immer auch christliche Kultur ist. Das ist meine Heimat, und der Dalai Lama fordert die Menschen aus dem Westen ja auch ausdrücklich auf, in ihrer Religion nach Antworten zu suchen.
Mir selbst einen Glauben aus dem Supermarkt zusammenzustoppeln, hätte mich schon rein intellektuell nicht befriedigt. Ich nehme lieber was, was in Jahrtausenden durchdacht und interpretiert wurde. Da kann ich sicher sein, dass ich Ansätze finde, die für mich stimmig sind. Christentum ist ja nicht nur Papst, Zölibat, Kindesmissbrauch, etc. Das ist so ein reicher Schatz, auf den man sich einlassen kann. Aber das ist halt mein Zugang, da muss jeder letztlich seinen eigenen Weg finden.
Viele Grüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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12.12.2010, 19:48
AW: Plötzlich Frage nach dem Sinn, Angst vor dem Ende (Vorsicht, lang!)
Malina,
Gestaltet doch euer Leben, hofft weniger, macht was ihr wollt.
Aber macht!
ausgeborgt von Uli_F-2009
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13.12.2010, 20:13
AW: Plötzlich Frage nach dem Sinn, Angst vor dem Ende (Vorsicht, lang!)
Liebe Malina,
das ist auch für mich genau der Punkt. Entweder oder - entweder es halt alles einen Sinn oder die Welt ist einfach nur ein grausamer, absolut sinnloser Ort- und das kann und will ich nicht glauben.
Liebe Wastun,
Deine Gedanken sind vollkommen normal und nicht ungewöhnlich für Dein Alter. Mich begleiten Sie schon seit meiner Kindheit - sie kommen und gehen. Vergänglichkeit ist unser Alltag - auf einmal wird Dir klar, was schon die ganze Zeit da war. Wir können nichts festhalten und trotzdem glaube ich es hat alles einen Sinn. Wenn Du heute jemanden etwas Gutes tust, dann ist das eine Tatsache - Geschichte für immer. Wer könnte es rückgängig machen?
Ich denke alles "Echte" ist unvergänglich in einer gewissen Weise.
Liebe Grüße
mimilette
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15.12.2010, 09:23
AW: Plötzlich Frage nach dem Sinn, Angst vor dem Ende (Vorsicht, lang!)
Hallo wastun,
ich hab keine Zeit, die 11 Seiten Antworten zu lesen, aber möchte dir auf deinen ursprünglichen Beitrag kurz antworten:
Du hast eine neue Stufe der Erkenntnis erreicht, die manche nie erreichen. Die Erkenntnis ist philosophisch und am Anfang frustrierend, verquer, desillusionierend. Aber man sieht klarer danach. Man darf sich davon nicht dominieren lassen, weil man sonst den Lebensmut verliert. Anfangs kann man schwer umgehen mit der neu gewonnenen Erkenntnis, das merkst du gerade. Man muss sich daran gewöhnen, damit leben lernen, dass man diese Einsicht hatte. Dich hat sie erschlagen, weil du dir vorher wenig Gedanken in dieser Richtung machen musstest, du warst also relativ wenig vorbereitet auf die Wucht der Erkenntnis.
So, und jetzt sage ich dir was wichtiges: Diese Einsicht ist ganz, ganz wichtig und kann zum Positiven gewendet werden. Nämlich so: Gerade WEIL wir alle sterben müssen, WEIL wir allen Besitz sowieso nicht mitnehmen können, WEIL wir eine begrenzte Zeit haben, sollten wir die Zeit nutzen und Gutes bewirken. Deshalb sollten wir anderen helfen (Menschen und Tieren), deshalb sollten wir dafür sorgen, dass die Welt besser wird. Deshalb sollten wir kleine Schritte tun, damit andere, die auch "in das Leben geworfen" sind, es besser haben als wir selbst.
Ich wünsche dir, dass du den Weg weitergehst und nicht in der Depression deiner jetzigen Erkenntnis verharrst!
Viele Grüße
BlauerHimmel




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