Liebe Carmio,
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01.12.2010, 15:59Inaktiver User
AW: Ninjitsu im Diskussionsverhalten?
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01.12.2010, 17:39Inaktiver User
AW: Ninjitsu im Diskussionsverhalten?
Hallo,
ich sehe das mit der Rhetorik nur als bedingtes Problem- was man aber durch Kurse tatsächlich ändern könnte.
Ich glaube, daß ein Mensch so rüberkommt- wie er sich selber fühlt und damit darstellt.
Man muss nicht viel reden- schlagfertig reden- oder überzeugend- um auf Menschen überzeugend zu wirken.
Das- kommt doch ganz woanders her!
Wie sieht es denn mit Deinem Wert von Dir selber aus?
Wie siehst Du Dich selber?
Wieviel Selbst- bewusstsein hast Du??
Wer sich selber als minderwertiger empfindet-- als unterlegen....wertlos.....wird auch so beim Gegenüber ankommen- egal, welche Worte er verwendet.
Intuitiv spürt der Gegenüber, daß er Dich ganz leicht "besiegen" kann...wobei es da gar nicht um ein Kämpfen geht- sondern nur darum, daß der andere Recht hat- sein Recht locker durchsetzt.
Man darf nicht vergessen, daß der Mensch dazu neigt, sich über andere zu stellen und sich damit das Gefühl von "erhöhen" gibt.
DAs mag nun übertrieben klingen- und ich meine damit auch keine Boshaftigkeit oder Arroganz.
Ich rede von den dem Naturell, was viele Menschen haben-- sie fühlen sich besser, wenn sie im Recht sind!
Kurz- der Schlüssel liegt in meinen Augen weniger in der Art und Weise des Redens (was natürlich trotzdem noch unterstützen kann)- sondern vielmehr in einen tiefen Bewusstsein zu Dir selber.
kenzia
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01.12.2010, 18:26
AW: Ninjitsu im Diskussionsverhalten?
Liebe Carmio,
ich empfinde es ueberhaupt nicht als weglaufen, einem Menschen, der mir nicht guttut, aus dem Weg zu gehen.
LG
BabetteZurück ist ein Ort, den es nicht gibt.
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02.12.2010, 00:56
AW: Ninjitsu im Diskussionsverhalten?
Das klingt alles nicht, als würde besser reden dir helfen. Das ist ja kein Zuschauersport, wo es um Punkte geht. Beobachte mal, wie andere das machen. Wenn solche Ebenenwechsel kommen wie "du bist gemein", dann hast du nach Punkten gewonnen: Du hast dein Gegenüber in eine Situation gebracht, wo er oder sie die Diskussion nicht auf der gleichen Ebene weiterführen kann. Hilft dir das? Natürlich nicht. Willst du auf der Ebene weitermachen? Bringt das was?
Wenn du nicht aus Sport diskutierst, sondern mit einem Ziel in Sinn, ist die Diskussion nur ein Mittel, und eines, daß nur funktioniert, wenn du den anderen tatsächlich und bleibend überzeugst. Und das kannst du nur, wenn der sich überzeugen läßt -- wenn er für deine Argumente offen ist, es ihn interessiert, daß es dir gut geht, er bereit ist, sein eigenes Verhalten in Frage zu stellen. Wenn das nicht der Fall ist -- und das merkst du schnell, wenn du dich nicht auf das konzentrierst, was gesagt wird, sondern auf das, was passiert -- kannst du reden wie Cicero und es bringt dir überhaupt nichts.
Du fühlst dich, scheint es, verpflichtet, gute Argumente zu akzeptieren. Aber andere sehen das nicht so. Vielleicht gehst du davon aus, daß andere, wenn sie sich schon die Mühe machen, zu diskutieren, daran interessiert sind, Argumente zu hören und abzuwägen? Davon kann man aber nicht ausgehen.
Was hilft? Verwende Sprache nicht zum Überzeugen, sondern zum Informieren. Ich werde. Ich will. Liste deine Gründe maximal zwei Mal. Rechtfertige dich nicht. Laß dich nicht zurücktreiben. Komm nicht vom Hölzchen zum Stöckchen. Du mußt nicht alles erklären.
Such dir eine Position und bleibe da. Ein Punkt, drei Argumente in je einem Satz, das reicht. Verzichte auf Tiefschläge wie dein Chef sie abliefert -- das ist eine wirkungsvolle Strategie bei Leuten, die sich einschüchtern lassen, bei Leuten, die es nicht tun, eskaliert es die Situation. "Du bist unsachlich" ist eine bessere Gegenoffensive, wenn's denn sein muß. Eine Rückzugslinie ist "Ich denke darüber nach" (zwei Sekunden lang). "Ich habe kein Interesse an dieser Diskussion" (der Rest ist Schweigen).
Wenn etwas zum dritten Mal gesagt wird, ist Zeit, sich zurückzuziehen, dann ist die Diskussion offiziell fruchtlos.
Das alles geht natürlich davon aus, daß du in einer Situation bist, wo du dir das leisten kannst. Wenn nicht, gibt es immer noch Schweigen, oder ein vages "Mal sehen" und dann tun, was du willst. Wenn das auch nicht hilft, dann ist nicht deine Diskussionsfähigkeit das Problem, sondern die Situation, und die einzige Lösung ist dann, die zu ändern.
Ein Rhetorikkurs macht Spaß und schadet nicht, aber die Kurse, auf denen ich war, waren stark auf öffentliches Auftreten, Strukturierung, klare Darstellung, und so weiter fokussiert. Das brauchst du nicht. Auf der Ebene gewinnst du schon. (Die "Haltung, Stimmgebung, Körpersprache"-Teile könnten trotzdem ganz interessant sein.) Wie wäre es statt dessen mit einem Kurs in Selbstbehauptung?
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02.12.2010, 08:47
AW: Ninjitsu im Diskussionsverhalten?
Guten Morgen
@kenzia und wildwusel
mir ist bewußt, dass mein Selbstwertgefühl nicht besonders ausgebildet ist.
gerade in der Vergangenheit habe ich oft nur gesehen, was ich alles nicht kann, u.a. auch meine Defizite in der Kommunikation mit anderen Menschen. Ich habe mich sehr oft selbst klein gemacht.
Seit fast 5 Jahren lebe ich (mit meinemSohn) allein. Es war anfangs schwer mit 43 Jahren das erste Mal allein für alles zuständig zu sein, keinen eigenen Freundeskreis, eines neues Wohnumfeld, mit nichts weiter als ein paar Tüten Klamotten und 2 Matratzen zum Schlafen, Anfeindungen.....
Aber ich habe es geschaft mir ein neues Leben aufzubauen.
Wenn ich jetzt auf das schaue , was ich mir geschaffen habe und die Anerkennung meiner Arbeitskollegen und der Menschen in dem Dorf höre, weiß ich dass ich mich heute nicht mehr schämen oder verstecken muß.
Ich habe einen Fehler gemacht - ok - aber ich will mich dagegen wappnen, nochmal in die gleiche Falle zu tappen.
Mir ist bewußt, dass ich leicht zu manipulieren bin. Nur bin ich davon ausgegangen, dass dies geschieht, weil ich meine Ansichten nicht rüberbringen kann, dass sie vom Anderen nicht anerkannt werden, weil sie falsch sind.
Ich denke so in der Art. Und wenn dann die Behauptung einer Autoritätsperson kam, "Du bist gemein" dann habe ich versucht mich zu rechtfertigen.Du fühlst dich, scheint es, verpflichtet, gute Argumente zu akzeptieren. Aber andere sehen das nicht so. Vielleicht gehst du davon aus, daß andere, wenn sie sich schon die Mühe machen, zu diskutieren, daran interessiert sind, Argumente zu hören und abzuwägen? Davon kann man aber nicht ausgehen.
So habe ich es noch gar nicht gesehen. Ich dachte immer, man kann jede Situation durch ein vernünftiges Gespräch lösen. Hier könnte ich bis zum getno diskutieren ohne etwas zu regeln.Wenn das auch nicht hilft, dann ist nicht deine Diskussionsfähigkeit das Problem, sondern die Situation, und die einzige Lösung ist dann, die zu ändern.
Ich muß also die Situation verlassen.
Ein neuer Job ist nicht in Sicht - bewerbe mich schon seit 2 Jahren.
Im letzten Vierteljahr war die Lage arg angespannt, weil meine Zimmerkollegin krank und ich allein war, so hat er die Hälfte seiner Arbeitszeit bei mir im Büro verbracht. Das änderte sich vor 3 Wochen als sie genesen ist und jetzt hat er 2 Wochen Urlaub. Diese ruhige Zeit ist entspannend für mich und diesen Zustand würde ich gern beibehalten.
Ich werde mich wie in den vergangenen Jahren zurückziehen, ihm aus dem Weg gehen wo es nur geht. Das erscheint mir als einzige Möglichkeit.
und ich habe mich bei dem Gedanken wegzulaufen immer klein und hilflos gefüht. So wie du es schreibst, klingt es eher wie ein "intelligentes aus dem Weg gehen".ich empfinde es ueberhaupt nicht als weglaufen, einem Menschen, der mir nicht guttut, aus dem Weg zu gehen.
LG
Babette
heute fühle ich mich schon wesentlich kraftvoller carmio(Ina Müller Der Grund aus Liebe macht taub)
Du brauchst keinen Grund um zu gehen,
wenn du keinen mehr hast um zu bleiben.
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02.12.2010, 09:19
AW: Ninjitsu im Diskussionsverhalten?
Wenn einem jemand nicht gut tut, dann sollte man Abstand zwischen sich und denjenigen bringen. In jeder möglichen Form. Mit weglaufen hat das überhaupt nichts zu tun, es ist reines sich-distanzieren.
Oder - wie es immer so schön heißt: Wenn du ein Problem nicht lösen kannst, dann löse dich von dem Problem!
Außerdem hat man die Möglichkeit, sich Hilfe zu holen, wenn einem jemand schadet. Fragt sich, in welcher Form du das aktuell tun könntest (über die Gespräche hier im Forum hinaus). Da würde ich ansetzen. Man muss das Rad nicht allein erfinden.
Es ist erschreckend, zu lesen, was so ein Chef sich herausnimmt. Und es macht mich richtig traurig, zu lesen, wie hilflos dich das macht. Du hast Angst davor, zu explodieren...nun, ich meine, das wäre doch eine völlig legitime und normale Sache ! Gesund!
LG KarlaThe original Karla
est. 2006











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02.12.2010, 09:36
AW: Ninjitsu im Diskussionsverhalten?
Carmio, ich denke, dass du viele Ansätze hast, um an deiner Situation etwas zu ändern. Aber an einem Punkt drehst du dich im Kreis - meine Meinung.
Du beharrst regelrecht drauf, dass die Welt eingeteilt ist in Leute, die sch durchsetzen können (die "Dominanten") und die, die das nicht können (du).
Kuck mal:
Das ist Quatsch. Echt.
Du gießt mit solchen Behauptungen einfach immer weiter Öl auf dein eigenes Feuer.
Das ist lediglich deine Annahme, dass du garantiert verlieren wirst.
Bisher hast du eben einfach kein anderes Verhalten ausprobiert.
Und: wenn du jemanden als "dominant" empfindest, dann ist genauso richtig zu sagen, du lässt dich von diesem Menschen dominieren. Aber warum eigentlich? Warum gibst du immer sofort auf?
Es kann dich niemand dominieren, von dem du dich nicht dominieren lässt.
Oh Mann, ja....Ich kann doch nicht immernur weglaufen oder mich dem Willen der anderen beugen.
Deshalb möchte ich lernen mich zu behaupten, lernen meinen Willen durchzusetzen.
Deshalb suche ich kraftvolle Unterstützung.
Ich sag das jetzt mal krass: Klar kann man immer weiter weglaufen und sich von anderen dominieren lassen, weil man ihnen nichts entgegensetzt.
Ich finde gut, dass du dich behaupten willst.
Aber.... die kraftvolle Unterstützung, die du so gerne an deiner Seite ast, pass mal auf, dass du die nicht dominieren lässt....
Such dir Unterstützung, die dich stark macht.Das Leben ist wie ein Duschvorhang. Kann schimmeln, muss aber nicht.
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02.12.2010, 10:29Inaktiver User
AW: Ninjitsu im Diskussionsverhalten?
Probiere es mal mit dem einfachen Satz:
WAS am Wort NEIN verstehst Du nicht?
Und dann rede kein Wort mehr mit ihm über das Thema. Kein Wort. Schweige.
Zu einer Diskussion gehören 2 Menschen. Wenn Du die Diskussion nicht mehr möchtest, dann höre auf zu reden. Laß ihn einen Monolog führen.
Du bist Herr über alles was Du willst. Du ganz alleine!
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02.12.2010, 13:25Inaktiver User
AW: Ninjitsu im Diskussionsverhalten?
Dann sag das. Genau das.du bist egoistisch, du bist gemein, du bist herzlos....
Bin ich nicht, ich will nur nicht so wie er. Aber so wie er kann ich nicht kommunizieren.
"Ich beende diese Diskussion hier, denn so will ich nicht diskutieren."
Und geh.
Jemandem, der sehr viel Selbstbewusstsein hat, würd ich allerdings raten, auf den Vorwurf, egoistisch oder gemein zu sein, einfach zu sagen: "Na und? Ist mir egal." Schulterzucken und die Anschuldigung abprallen lassen.
*unterkritzel*Probiere es mal mit dem einfachen Satz:
WAS am Wort "NEIN" verstehst Du nicht?
Und dann rede kein Wort mehr mit ihm über das Thema. Kein Wort. Schweige
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02.12.2010, 13:50Inaktiver User
AW: Ninjitsu im Diskussionsverhalten?
Ach, noch etwas - da du im Titel deines Strangs einen Vergleich zu einer japanischen Kampfkunst machst, bringe ich noch einen Spruch aus diesem Bereich:
"Der beste Kampf ist derjenige, den man gar nicht kämpft."
Will heissen: Lass dich nicht drauf ein. Lass die anderen ins Leere laufen, indem du schulterzuckend weiter eines Weges gehst, ohne dich um ihr Herumgefuchtel mit dem Schwert ( = ihre Worte) zu kümmern.


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