Sehe ich ganz anders.
Das Scharmützel dreht sich darum, wofür die Steuergelder ausgegeben werden und wer was wie bestimmt.
Letztlich wird in Zukunft noch häufiger die Frage aufgeworfen werden, was vordringlicher ist: das herrschende Wirtschaftssystem (konkret: Unternehmen) zu stützen oder die in diesem Wirtschaftssystem kein Geld mehr Verdienenden mit durchzuziehen.
Kein Kleinkram, sondern ein Weichen stellender demokratischer Konflikt.
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Thema: Bis zum rasenden Stillstand?
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28.11.2010, 10:28
AW: Bis zum rasenden Stillstand?
Das Leben ist wie ein Duschvorhang. Kann schimmeln, muss aber nicht.
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28.11.2010, 11:00
AW: Bis zum rasenden Stillstand?
Natürlich wird die Zeit sehr viel schnelllebiger, die Anforderungen (egal wo) an jeden Einzelnen höher, alles wird unpersönlicher und jeder kämpft nur noch für sich.
So wären wir doch am leichtesten zu lenken...solange bis wir irgendwann mal nicht mehr können und dann kommt das viel besagte "burn out".
Ich wundere mich oft insgeheim, dass viele Leute sogar privat hier noch so "mitlaufen". Ich kenne Leute, die schlagen einen Terminkalender auf, wenn ich frage "gehen wir mal einen Kaffee trinken". Ehrlich, da reicht es mir schon und ich möchte sagen "lassen wir`s lieber".
Die Verantwortung sich etwas zu "entschleunigen", wieder ein bisschen seine Mitte zu finden und zu wissen, wann man sagt: so jetzt bin ich mal weg, jetzt schalte ich das Handy ab, die liegt bei einem selbst.
Ich möchte nicht von der Zeit getrieben werden. Es gibt tolle Dinge/Medien heute, die mir das Leben angenehmer machen, auf die will ich auch nicht verzichten, aber dass ich selbst mein Mittelpunkt bin und auf mich aufpassen muss, dass man nur dieses eine Leben hat und da gut für sich sorgen muss - diese Verantwortung kann man nur in seine eigenen Hände legen.
Wen sonst interessiert denn, wie es einem wirklich geht? Für andere sollte man möglichst funktionieren - und da muss man lernen sich abzugrenzen, auf die Gefahr hin, öfters mal als "etwas sonderlich" angesehen zu werden.viele Grüße
Mohnblume
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28.11.2010, 11:05
AW: Bis zum rasenden Stillstand?
ich meinte: hier leidet fast niemand hunger, frauen werden bei ehebruch nicht gesteinigt, männern bei diebstahl nicht die hand abgehackt, es gibt keine kindersoldaten oder massenvergewaltigungen, die lebenserwartung ist vergleichsweise hoch und man kann reisen usw.
über die politische und gesellschaftliche situation kann man diskutieren, und da bin ich unzufrieden mit der, die wir haben.
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28.11.2010, 11:27
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28.11.2010, 12:21Inaktiver User
AW: Bis zum rasenden Stillstand?
Das sehe ich anders: das war schon zu allen Zeiten so. Früher vielleicht sogar noch schlimmer als heute, aber verbrämt durch Kirche und andere "soziale" Erfindungen, die heute halt von der Gesellschaft nach und nach abfallen, so dass man das schäbige Gewebe durchsieht.
Das mache ich auch. Mit Beschleunigung oder gar Hektik hat das bei mir aber nichts zu tun, nur damit, dass ich Herrin über meine Zeit bleiben möchte. Ich sage nicht zu einem Kaffeetrinken zu, wenn ich zum Beispiel davor oder danach eine andere Verabredung hätte, wenn ich es "dazwischenquetschen" müsste. Mit Kalender habe ich das viel besser im Blick als ohne, und meine Verabredungen laufen enorm entspannt ab.
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28.11.2010, 12:24Inaktiver User
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28.11.2010, 12:45Inaktiver User
AW: Bis zum rasenden Stillstand?
Ist es denn wirklich so, dass die Menschen in ärmeren Ländern zufriedener sind und weniger Depressionen haben?
Ich kann mir das kaum vorstellen.
Stabile Bindungen sind sicherlich für die meisten Menschen ein wichter Baustein zur Zufriedenheit. Aber ich kenne auch genug Menschen, die trotz äußerlich stabiler Bindungen unglücklich sind. Das muss also noch andere Gründe haben.
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28.11.2010, 12:47Inaktiver User
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28.11.2010, 13:10
AW: Bis zum rasenden Stillstand?
Sagt man so oft, aber wird es dadurch wahrer?
Schnellebig, okay. Das stimmt.
Aber diese sogenannte Schnelllebigkeit basiert eben auch auf einer rasanten technischen Entwicklung, von der wir letztlich profitieren.
Früher musste Wäsche noch von Hand gewaschen werden, heute gibt es ziemlich sensationelle Maschinen, die eine fiese Hausfrauenarbeit erledigen. Ich stehe also nicht mehr vor der Anforderung, meine Wäsche von Hand zu waschen. Ist das schlimm? Ich finde nicht.
Wenn man genauer nachdenkt, sind es schon sehr spezielle Anforderungen, die wir heute zu erfüllen haben. Manche profitieren davon, andere nicht.
Jeder kämpft nur noch für sich, alles wird unpersönlicher...
War das früher anders?
Ich behaupte, dass früher viel dramatischer jeder für sich selbst und seinen Lebensunterhalt kämpfen und vor allem weitaus härter arbeiten musste und dass Solidargemeinschaften meist nur in Gruppen mit relativ gleicher Wirtschaftskraft bestanden.
Lasse ich mich lenken oder werde ich gelenkt? Sich heute zu solidarisieren oder auch nicht, das ist eine Privatentscheidung, die trifft jede/r für sich selbst. Das eine hat Folgen, das andere auch. Mit den Konsequenzen muss jede/r leben.So wären wir doch am leichtesten zu lenken...Das Leben ist wie ein Duschvorhang. Kann schimmeln, muss aber nicht.
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28.11.2010, 14:25Inaktiver User
AW: Bis zum rasenden Stillstand?
Die Vergleiche mit früher finde ich eigentlich recht schade, denn Technik entwickelt sich rasant weiter, doch was ist mit unserer Lebensqualität? Natürlich wieder eine individuelle Entscheidung, doch schaut man darauf was sich entwickelt:
- Fast Food.
- immer mehr Spiele (Playstation) die jeden isoliert in seiner Wohnung unterhält.
- Jeder kämpft für sich.
- Immer mehr Umweltverschmutzung.
In diesen Bereichen finden m.E. nach ein Rückschritt, keine Entwicklung statt. Das lässt bei mir den Eindruck entstehen, dass wir uns lediglich kommerziell weiterentwickeln, doch nicht persönlich.
Was hab ich von dem Argument, dass früher auch jeder für sich alleine verantwortlich war, jeder für sich kämpfte, alles unpersönlich war ? Ja früher hab ich auch noch mit dem Waschbrett gewaschen...die Waschmaschine gibt es jetzt doch was ist mit der anderen Entwicklung?



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