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  1. Inaktiver User

    AW: Bis zum rasenden Stillstand?

    Zitat Zitat von Susykuek Beitrag anzeigen
    da bist du eine ausnahme. ich finde schon sachen wie "mfg" zweifelhaft; auch ein beschleunigungelement. darf man auch schon "ild" sagen?
    Finde ich auch zweifelhaft, benutze es nie! Wenn ich mir nicht die Zeit nehmen kann, einen schönen Brief mit richtigen Wörtern drin zu schreiben, dann schreibe ich doch lieber gar keinen Brief.

  2. Inaktiver User

    AW: Bis zum rasenden Stillstand?

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Und was die elektronische Kommunikation angeht: Auch da hat man die Wahl. Ich habe ein Handy nur für Notfälle ausgeschaltet in der Tasche, Mails schreibe ich - wie Orlando - genauso sorgfältig wie Briefe und freue mich, dass der Versand schneller geht.
    Mein Mobiltelephon war, seit ich eines habe, noch nie ausgeschaltet. Also etwa seit 15 Jahren -- Akkuwechsel, Telephonwechsel und Flugzeugmodus natürlich ausgenommen. Beschleunigt oder unter Druck gesetzt fühlte ich mich dadurch jedoch noch nie. Ob ich abnehme, ist immer meine Entscheidung.

    Das ist natürlich bei einem Firmentelephon, wie Zeta ganz richtig beschrieb, völlig anders: bekomme ich eines, wird von mir erwartet, dass ich auch erreichbar bin.

  3. Inaktiver User

    AW: Bis zum rasenden Stillstand?

    Grundsätzlich sehe ich die Wahlmöglichkeiten, die wir heute haben, ähnlich positiv wie Malina. Wenn ich bedenke, was aus mir in einer früheren Form unserer Gesellschaft geworden wäre, lebe ich doch lieber hier und jetzt.

    Mag ja schwierig sein, sich zwischen zwei tollen Events oder Fernsehern zu entscheiden, aber das ist ein Luxusproblem, das sowieso ganz viele Leute nicht haben. Es leben immer noch viel zu viele Menschen - und besonders Frauen - in einer Welt ohne jede Wahlmöglichkeit, so viele, dass ich mir mit meinem bisschen Luxus (heißes Wasser, funktionierende Heizung, Dach über dem Kopf, etc.) regelrecht privilegiert vorkomme. Fiele mir niemals ein, darüber zu jammern.

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    AW: Bis zum rasenden Stillstand?

    ob man diese phänomene als randerscheinigungen betrachten kann liegt vielleicht daran ob man in einer groß- oder kleinstadt wohnt. partnerbörsen sind keine randerscheinung, burn-out (als euphemismus für eine depressive episode) ist es auch nicht, dass menschen über zeitmangel klagen auch nicht.
    die zahlen über krankmeldungen und frühpensionierungen wegen erschöpfung sind auch auf dem vormarsch. der burn-out ist auch eine zeitkrankheit, zwangsentschleunigte sozusagen.

    heute werden selbst gebäudereiniger an ihrer performanz gemessen. wie frei die große zahl an menschen mit niedrigem einkommen über hektik und stress in ihrem leben entscheiden können weiß ich nicht, aber großer spielraum wird da nicht sein. auch eine soziale gruppe wechselt man nicht so einfach.
    und wenn ich mal bei mir klagen darf: meine ehemaliger prof hat gesagt: wenn du weiter kommen musst, musst du dem alles unterordnen. und das ist bei anderen karrieren nicht anders, siehe bertrande .

  5. Inaktiver User

    AW: Bis zum rasenden Stillstand?

    Zitat Zitat von Susykuek Beitrag anzeigen
    ... auch eine soziale gruppe wechselt man nicht so einfach.
    Aber man kann es wenigstens. Auch wenn es das erfordert, was ich immer gern "die Ochsentour" nenne: absolute Disziplin, den Willen, es zu schaffen, ganz viel Arbeit. Dein Prof. hat recht, aber wo ist das Problem dabei?

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    AW: Bis zum rasenden Stillstand?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    PetitPois, sehr schöne und vorallem realistische Beiträge von Dir hier!

    Über Beiträge, daß man z.B. halt das Firmenhandy ausmachen soll am Wochenende, kann ich nur müde lächeln. In meiner jetzigen Firma ist ein enorm hoher Druck. Das Firmenhandy ein paar Mal nicht anhaben, sprich: nicht erreichbar sein, erlaubt man sich hier nur wenige Male. Auch am Wochenende. Und die Jobsuche heutzutage ist knüppelhart. Das wissen allerdings oft nur die Leute, die damit beruflich eng zu tun haben oder selbst grad auf Jobsuche sind. Von einem bequemen Bürostuhl aus, der einem seit 10 Jahren gehört, sagt es sich leicht: Dann such Dir halt einen neuen Job.
    nur damit keine missverständnisse aufkommen: mein bürosessel gehört mir keineswegs seit 10 jahren. daher kann ich mich auch noch sehr gut an die fährnisse der jobsuche erinnern. und ich weiß, dass in einigen branchen der druck enorm hoch ist. bloß: in der regel weiß man, worauf man sich da einlässt. und kann sich auch von vornherein anders entscheiden... vielleicht handelt es sich schlicht um die verkehrte firma? es gibt ja auch noch andere.

    ich habe das spielchen bereits einmal durch. tinnitus, burn-out, das ganze programm. weil ich mich nicht für meinen job aufgebe! erst die kündigung und die umorientierung in eine - keineswegs stressfreie - branche hat besserung gebracht. und ich habe daraus gelernt. ich werde nie wieder was tun, was mir gesundheitlich langfristig schadet, oder bei dem ich mich mehr als in angemessenem maß verbiegen muss. wenn der preis dafür ist, mit einem bescheidenen gehalt ein bescheidenes leben zu führen - ok. dann ist das eben so.

    es gibt ja nun auch strategien mit diesem druck umzugehen, oder? sie sind höchst individuell. und in einem job kann es mich (als individuum!) enorm belasten wenn ich 60-70h inkl. wochenende arbeiten muss. in einem anderen job macht es mir aber womöglich einfach nur spaß - weil ich meine persönlichkeit frei entfalten kann zum beispiel. ich unterstelle, dass auch das höhere management es nicht auf dauer aushalten würde, wenn es sich nicht strategien angeeignet hätte, wie damit umzugehen sei. gilt auch für die "niederen" chargen im unternehmen.

    und weil es vorhin irgendwo anklang: es muss doch niemand sein wohneigentum aufgeben! das könnte man auch vermieten. letzten endes ist doch die frage: was will man im leben, und welchen preis ist man dafür bereit zu "zahlen"? und, stichwort handy ausschalten: ich halte es da, arrogant, wie ich bin, mit der guten alten methode "destroy the system from within". und bin mir der inhärenten grenzen dieses ansatzes vollkommen bewusst.

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    AW: Bis zum rasenden Stillstand?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Aber man kann es wenigstens. Auch wenn es das erfordert, was ich immer gern "die Ochsentour" nenne: absolute Disziplin, den Willen, es zu schaffen, ganz viel Arbeit. Dein Prof. hat recht, aber wo ist das Problem dabei?
    das problem ist, dass viele wissenschaftliche mitarbeiter auf der strecke bleiben. es kann nicht jeder prof werden, was an sich kein problem wäre, aber darunter gibt es wenig stablile positionen, und die konkurrenz um karrieren bringt mit sich dass sich die leute überarbeiten.

  8. Inaktiver User

    AW: Bis zum rasenden Stillstand?

    Ach so, danke für die Erläuterung. Aber das ist in der freien Wirtschaft absolut genau so (es kann nicht jeder Chef werden). Ob ich mich überarbeite, um um so eine Position zu konkurrieren, ist immer meine Entscheidung.

  9. Inaktiver User

    AW: Bis zum rasenden Stillstand?

    Die Frage an jeden einzelnen wäre doch- "was stresst Dich?"

    Und ich vermute, daß viele hier aufgeschriebenen Faktoren dazu zählen!

    Es ist doch schon ein Kuriosum, daß man sich für RUHE anstrengen muss um sie zu haben!!!

    Ja- unsere Zeit hat immense Ansprüche und ist sehr schnell geworden.
    Sieht man sich alte Filme an- kommen die einem träge und langsam vor, weil heutzutage Einstellungen, Bilder nur noch zackzack durchlaufen, daß einem manchmal schlecht werden kann.....

    Ob man alles mitmachen muss?? sicher nicht!- aber sich komplett abschotten ist unmöglich- bringt einem auch mal einen Nachteil-- man muss sich also erst mal ansehen, abwägen....dann entscheiden...und oft genug kann man es gar nicht frei.

    Wie man einen Brief schreibt- ob per Hand oder per mail ( ist es denn nicht auch schön, daß man zeitnah erzählen und erzählt bekommen kann??)....ist doch da noch das kleinste Dingen!

    Sicherlich bietet heutzutage sehr viel auch Möglichkeiten, die es damals nicht gab.
    Andersrum- muss man sich zurechtfinden, was für das mittlere Alter sicher schwerer ist als für unsere Kinder, die damit gross werden.

    Wir haben immerhin den Vorteil, daß wir uns noch an Das erinnern können, was mal war.
    In einer Welt, in der es sehr nach den Massstäben von aussen geht und diese einen im Wohnzimmer per Mail oder TV erreichen-- braucht es wirklich Rückzug und BESINNUNG.....worum es im Leben geht!

    Und doch.......bei allem Wissen darum kann man sich nicht wirklich raushalten-- man muss tatsächlich wie bei einem immer kreisenden Riesenrad nur immer wieder den Punkt finden, wo man mal aussteigt.

    kenzia

  10. Inaktiver User

    AW: Bis zum rasenden Stillstand?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Über Beiträge, daß man z.B. halt das Firmenhandy ausmachen soll am Wochenende, kann ich nur müde lächeln. In meiner jetzigen Firma ist ein enorm hoher Druck. Das Firmenhandy ein paar Mal nicht anhaben, sprich: nicht erreichbar sein, erlaubt man sich hier nur wenige Male. Auch am Wochenende. Und die Jobsuche heutzutage ist knüppelhart. Das wissen allerdings oft nur die Leute, die damit beruflich eng zu tun haben oder selbst grad auf Jobsuche sind. Von einem bequemen Bürostuhl aus, der einem seit 10 Jahren gehört, sagt es sich leicht: Dann such Dir halt einen neuen Job.
    Aber Härte am Arbeitsmarkt ist doch keine Erfindung der Neuzeit. Auch wenn die Lage sich in Deutschland, im Vergleich zu den letzten Jahrzehnten, gerade wieder verschlechtert.

    Es ist ja nicht allzulange her, dass der Großteil der Menschen auch in unseren Breitengraden schwere körperliche Arbeit für miesen Lohn und unter zum Teil unwürdigsten Bedingungen leisten mußte, um überhaupt über die Runden zu kommen. Von irgendwelchen Luxusgütern oder sozialen Leistungen (Krankenversicherung, ALG) ganz zu schweigen.

    Von daher bin ich ziemlich froh, in einer Zeit zu leben, in der ich einen großen Freiheitsgrad habe und in der ich mir nur wenig existentielle Sorgen machen muß.

    Privat habe ich doch Vieles selber in der Hand: ich kann mein Handy ausschalten, nicht ans Telefon gehen (wozu gibt es den AB?), ich kann auf Facebook etc. verzichten, ich muss nicht zum Speed-Dating, kann in den Buchladen statt zu Amazon gehen...

    Ich glaube, viele Leute machen sich selber massiv Stress - und wollen es wohl auch nicht anders.

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