na, du hast doch das Beste vergessen, lach.
Immer im Mittelpunkt stehen wollen.
Ich möchte mal ergänzen, gesetzt den Fall man geht von freier Wahl aus, so wollte ich kein Einzelkind. Weil ich zu harmoniebedürftig bin, keine Grenzen setzen könnte, das geht bei mehreren besser.
Und, last but not least, weil dieser Mensch eben mein absoluter Augenstern wäre.
War bei meiner Ältesten so - und ist es auch ein bisschen geblieben. Wir standen uns so nahe, eine gewisse Charakterähnlichkeit kommt noch dazu. Meine Älteste hatte bei dieser symbiotischen Beziehung Problem mit ihrer eigenen Identität bekommen - und grenzt sich heutzutage extrem ab.
Das habe ich lange nicht verstanden.
schönen Abend noch von wining-girl
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Ergebnis 21 bis 30 von 31
Thema: Allein sein - Einzelkind
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15.11.2010, 18:09Inaktiver User
AW: Allein sein - Einzelkind
Geändert von Inaktiver User (15.11.2010 um 18:11 Uhr) Grund: vertippt
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15.11.2010, 21:39
AW: Allein sein - Einzelkind
Hallo Gittiy,
ich bin auch so eine wie ich immer sage kontaktfreudige Einzelgängerin. Ich kann mich gut unter Menschen bewegen, bin auf der Arbeit sehr gut in ein Team integriert und genieße es auch, da unter Menschen zu sein (wir sitzen im Großraumbüro, da ist immer was los). Aber ich kann auch sehr gut allein sein und brauche diese Zeit auch, um wieder zu mir zu finden.
Ich war jetzt gerade zwei Wochen mit einer Gruppe von acht Frauen auf Reisen und fand das ganz wunderbar. Die Gespräche, die sich da ergaben, der gute Kontakt untereinander. Ich hab mir zwar hin und wieder auch mal Zeit für mich genommen und war auch froh über mein Einzelzimmer. Aber ich kann für eine begrenzte Zeit auch rund um die Uhr unter Menschen sein (ich hab vor Jahren mal eine Reise gemacht, wo wir wirklich Tag und Nacht zusammen waren und fand es ganz toll). Aber nach der Reise habe ich mir noch zwei Wochen für mich genommen. Und diese Zeit, wo ich ganz bewusst so gut wie keinen Kontakt gesucht habe, habe ich auch genossen. Ich habe gerade in der ersten Woche unheimlich viel geschlafen und daran gemerkt, wie viel ich zu verarbeiten hatte. Und ich habe viel gelesen, geträumt, einfach nichts getan und das jede Minute genossen.
Ich merke, dass ich einen Hang zum Einsiedlertum habe, weil mir Menschen so schnell nicht fehlen. Aber ich versuche auch bewusst dagegen anzugehen, weil ich glaube, dass es eine Sackgasse wäre, wenn ich zur Eremitin würde. Aber das Alleinsein ist mir natürlicher, das ist sozusagen der Zustand, der sich eh immer einstellt. Gesellschaft hingegen muss ich aktiv suchen, die ist nicht so selbstverständlich um mich, wie ich das bei anderen erlebe.
Ich bin übrigens auch Einzelkind, glaube aber auch nicht, dass es unbedingt damit zu tun hat. Ich glaube, Menschen mit einem Hang zum Alleinsein suchen sich ihren Raum schon, egal von wie vielen anderen Menschen sie umgeben sind. Nur steht Einzelkindern dieser Raum halt immer zur Verfügung. D.h. es wird ihnen leichter gemacht, dem Alleinsein zu frönen. Das mag vielleicht solche Tendenzen etwas verstärken.
Aber ich bin auch froh zu lesen, dass es anderen auch so geht.
Gruß,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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16.11.2010, 08:30Inaktiver User
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16.11.2010, 11:50Inaktiver User
AW: Allein sein - Einzelkind
Also, meine Einzelkind-Freundin hat schon auch ihre Eigenarten, ums mal wohwollend auszudrücken, die eindeutig auf ihren Einzelkind-Status zurückzuführen sind. Sie braucht eben ständig Aufmerksamkeit und nimmt es als selbstverständlich, daß sich alles um sie dreht oder drehen sollte. Und wo das nicht ist, versucht sie es so hinzukriegen oder sie ist nicht froh mit der Situation. In dem Punkt ist sie auch immer irgendwie Kind gebleiben. Das kann manchmal wirklich nerven. Und ich denke schon, wenn ich keine Geschwister hätte und dementsprechend auch so drauf wäre, könnten wir nicht befreundet sein.
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17.11.2010, 07:27Inaktiver User
AW: Allein sein - Einzelkind
Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Geschwisterkonstellationen derart prägend sind - bzw. Einzelkindschicksal.
Übers "Alleineseine" habe ich im Laufe der Jahre viele Voruteile abgebaut bzw. - sie haben sich überlebt.
Früher haben mir allein-lebende-Menschen regelrecht leid getan, ich fand sie aber nicht per se komisch.
Schrullig zu sein empfinde ich übrigens nicht als manko - und manchmal habe ich sogar den Eindruck, ich strebe es sogar an, baue meine Macken immer mehr in den Alltag ein.
Aber, der natürliche und erstrebenswerte Zustand erscheint mir immer noch der des in Gemeinschaft eingebetteteten Lebens.
Dazu bedarf es wahrscheinlich einiger Eigenschaften, die mir früher gefehlt haben bzw. abhanden gekommen sind. Spontan sagen was ich will und was mir gefällt bzw. nicht, sich abgrenzen können.
Und last but not least - die richtige Herde.
So wie die meisten Menschen fallen mir die falschen Kompromisse immer schwerer. Ich geh lieber allein ins Kino als mit nicht am Film interessierten bzw. überredeten.
Früher hätte ich gedacht, man sieht es dir an, dass du alleine hier bist und hätte mich deplatziert gefühlt. Heute lerne ich im Kino manchmal sogar Menschen kennen.
Je älter ich werde desto mehr brauche ich meine Freiheit, als mein Recht, als mein so sein.
Das schliesst aber hoffentlich nicht aus, wieder einen Menschen zu finden um den ich mich auch sorgen kann und darf, mit dem ich die alltäglichen Dinge erleben kann.
Ich kenne wirklich einige Personen die durch ihr Alleine-leben extrem empfindlich wurden. Sehr geräuschempfindlich z.B. oder so eigen...
Die finde ich genauso schlimm wie die "Mitläufer", nicht allein-sein-Könner. Da kenne ich einige bei denen kommt mir das Rennen und der Gedanke, lasst glückliche Menschen um mich sein.
Von Menschen, die in schlechten, unglücklichen Partnerschaften dahinvegetieren werde ich oft heimlich beneidet oder sogar angegriffen, besonders in der Familie.
Verzweifelt suchen tue ich nicht - aber offen fürs Leben - und das finde ich schön.
Schöne Grüße noch von
wining-girl
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17.11.2010, 07:39Inaktiver User
AW: Allein sein - Einzelkind
na, dann passt ihr doch gut zusammen, lach.
Kann es auch sein, dass du deine Freundin als individuellere Person als dich empfindest?
Was mich nämlich am meisten am Geschwisterdasein genervt hat ist dieses immer zusammen geschenkt bekommen. Da habt ihr, teilt euch. Das war vielleicht auch nur bei uns so. Eine meiner Freundinnen hat oft allein von Verwandten was zugesteckt bekommen, nur für sich, obwohl sie auch Geschwister hat. Ich hab sie glühend beneidet. Andererseits konnte die auch ohne mit der Wimper zu zucken vor mir ne ganze Schokolade verdrücken, ohne was anzubieten. So von der Fraktion selber essen macht fett finde ich auch nicht das gelbe vom Ei.
Aber trotzdem, so ein bisschen Individualismus entwickeln kann einem mit Geschwister aufgewachsen schwerer fallen als Einzelkindern.
schönen Tag noch von wining-girl
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17.11.2010, 10:08Inaktiver User
AW: Allein sein - Einzelkind
Nee, ganz im Gegenteil. Ich bin eindeutig die individuellere von uns beiden, was sogar schon zu Konflikten geführt hat. Ihr Ideal ist die ständige Gemeinschaftsbildung und ich brauche das nicht, hatte ich ja als Kind gerne, aber auch irgendwann zu genüge. Heute genieße ich das Alleinsein bzw. nur mit wirklich ausgewählten Menschen zusammen zu sein und kann mehr ich sein, weil ich keine -manchmal auch faulen- Kompromisse schließen muß, um nur ja nicht alleine dazu stehen. Sie steht da mehr unter Druck und nimmt den auch an, weil es ihr Ideal ist. Sie nennt es natürlich nur Kompromissbereitschaft
Geändert von Inaktiver User (17.11.2010 um 10:11 Uhr)
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17.11.2010, 10:45
AW: Allein sein - Einzelkind
Ich merke auch zunehmend, dass mich die Menschen am meisten beeindrucken, die beides können: allein ihr Ding machen und sich in eine Gemeinschaft einfügen. Ich finde, solche Menschen ruhen oft sehr in sich, was ich toll finde.
Extreme Einzelgänger, die sich jeder Gemeinschaftsaktion verweigern, sind mir genauso suspekt, wie solche, die jeden Kompromiss eingehen, um bloß nicht allein zu sein.
Der Idealzustand sieht für mich so aus, dass ich mir überlege, was ich gerne machen möchte, dann schaue, ob sonst noch jemand Interesse daran hat und wenn nicht, die Sache allein durchziehe.
Immer gelingt mir das noch nicht, aber immer öfter. Und ich sehe es als Zeichen von innerer Stärke an, auf andere Menschen nicht angewiesen zu sein, ihre Nähe aber gleichwohl zu schätzen.
Früher fand ich Leute, die sich allein irgendwo hingetraut haben, immer sehr cool, und gleichzeitig dachte ich, dass man mich in so einer Situation als einsam und unglücklich wahrnehmen würde (die hat niemanden, der mitkommt). Heute ist mir klar, dass das totaler Käse ist, und ich finde mich selbst dann auch cool
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Gruß,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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17.11.2010, 16:49
AW: Allein sein - Einzelkind
Bin quasi als Einzelkind aufgewachsen, der Altersunterschied zu meiner Schwester ist ziemlich groß. Ich habe immer gerne allein gespielt, hätte aber auch gerne ein immer verfügbares Geschwisterchen als Spielkamerad gehabt. Als das Geschwisterchen kam, war es als Spielgefährte völlig uninteressant, weil zu klein.
Früher dachte ich immer, ich müsse viel unter Menschen sein, ich wollte mir über Beliebtheit und Umtriebigkeit mehr Selbstwert beweisen. Hat natürlich nicht geklappt.
Ich brauche allerdings meine Zeiten allein, ich kann nicht den ganzen Tag unter vielen Menschen sein, mich nerven die ständigen Anforderungen, die andere an einen stellen. Irgendwann will ich dann meine Ruhe und nur noch mit wenigen ausgewählten Menschen zu tun haben oder was für mich alleine machen.
Ich beschäftigte mich auch heute immer noch gerne allein.
Ich glaube jedoch nicht an einen Zusammenhang zwischen Geschwisterkonstellation und der Frage, wie gut man allein sein kann. Ob man gut allein sein kann, hängt wesentlich mehr vom Selbstwert ab, ob man in der Lage ist, die eigene Gesellschaft als Bereicherung und nicht in erster Linie als Notstand zu sehen, dem es so schnell wie möglich zu entrinnen gilt.Geändert von Latona (17.11.2010 um 16:52 Uhr)
Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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18.11.2010, 09:07Inaktiver User
AW: Allein sein - Einzelkind
@Malina70
Menschen die in sich ruhen und der Welt nicht nur vorgaukeln sie tun es, sind mir auch sehr sympathisch, aber leider findet man nicht viele davon und es braucht Zeit sie von den anderen zu unterscheiden.
Bei mir selber bin ich mir ja nicht mal sicher ob ich wirklich in mir Ruhe oder ob ich mir selbst was vormache. Soll ja auch vorkommen.

Ich denke aber es ist sowohl, als auch. In sehr vielen Phasen ruhe ich mittlerweile in mir und je älter ich werde desto länger werden diese Phasen auch.
Die Mitte in allem zu erreichen ist wohl die größte Kunst des Lebens!
Für mich ist es auch wichtig Dinge zu tun die ich gut finde und die mir Spaß machen und wenn keiner Lust dazu hat, dann mache ich es auch alleine oder suche mir Gruppen in denen ich z.B. einem Hobby nachgehen kann was sonst keinen Anklang in meinem näheren Umfeld findet.
Auch Ausgehen alleine ist für mich kein Problem mehr, beim ersten Mal war ich total nervös und dachte: "Dir steht auf der Stirn tätowiert: ALLEINE!" und habe das negativ gesehen. Bis mich dann mal jemand fragte: "Bist Du alleine hier." Und als ich das bejahte, war derjenige total angetan und sagte: "Cool, Du traust Dich was. Ich könnte das nicht, aber Du wirkst so sicher dabei."
Seit dem ist es gar kein Problem mehr und nachher bin ich immer ganz stolz auf mich.



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