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    AW: ziemlich schnell auf 180 - wie werde ich gelassener?

    Hallo Sieben,

    ich denke auch, wie schon geschrieben wurde, dass es schon ein gewaltiger Schritt ist, dass Du ueberhaupt siehst, was los ist, und auch siehst, wo Dein Part ist. Ich kenne viele Menschen, die so reagieren, meinen Vater zum Beispiel, die verharren ihr Leben lang in der Haltung: Der andere ist schuld. das ist ein Schutz- und Abwehrmechanismus. Deshalb denke ich, dass Deine Therapie etwas gebracht haben MUSS, wenn Du die Gedanken zulassen kannst. Es geht vielleicht nicht in dem Tempo, das Du gern haettest. Aber ich denke, dass der Druck, unter den Du Dich selber setzt, etwas mit den Ausrastern zu tun haben koennte. druck, Wut, noch mehr Druck, noch mehr Wut.

    Was war das denn fuer eine Therapie? Verhalten? Tiefenpsychologisch? Hast Du Strategien erlernt, mit denen Du das fuer Dich unterbrechen kannst? Das ist eigentlich sehr einfach. Muss natuerlich ein bisschen geuebt werden.

    LG,
    Babette
    Geändert von Dieclou (09.11.2010 um 17:38 Uhr)
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    AW: ziemlich schnell auf 180 - wie werde ich gelassener?

    Hallo Babette,

    ich habe eine tiefenpsychologisch, fundierte Therapie gemacht. Die Wutanfälle habe ich bei der Therapie angesprochen und meine Therapeutin meinte, dass ist wieder die alte Schwester-Geschichte und ich hätte nicht gemerkt, dass ich abgerutscht bin. Und das nächste mal würde es mir nicht mehr passieren, da ich dann merken würde wenn ich wieder in die gleiche Bahn gerate.

    Strategien haben wir nicht errarbeitet.

    Ich habe der Therapeutin immer von den einzelnen Wutausprüchen erzählt, aber von ihr kam immer nur der Satz, dass es die alte Geschichte wieder sei. Nachgefragt, wie ich mich gefühlt habe bzw. an wen die Person, die Situation mich erinnert hat sie nicht.

    Auch bei einem anderen wichtigen Thema, habe ich zwar die Erkenntnis, schaffe aber auch hier den bogen nicht und drehe mich wieder und wieder im Kreis. Was die Therapeutin mir langsam auch vorwirft.

    Grüße
    sieben

  3. Inaktiver User

    AW: ziemlich schnell auf 180 - wie werde ich gelassener?

    Ich würde versuchen, in eine Verhaltenstherapie zu wechseln.
    Liebe Grüße, Ehrensenff

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    AW: ziemlich schnell auf 180 - wie werde ich gelassener?

    Liebe Sieben,

    wenn Dir die Therapeutin vorwirft, dass sich da nichts ändert, taugt sie nichts. Taugt SIE nichts. Denn es ist IHRE Aufgabe, mit Dir Wege zu erarbeiten, die zu DIR passen, und nicht Dir die Wege überzustülpen, die im Lehrbuch stehen. Den Satz: Das wird Ihnen nun nicht mehr passieren - den finde ich ausgesprochen dämlich. Da hat die gute Frau eine Erwartung produziert, der Du nun nicht gerecht wirst, was für Dich ein Scheitern ist, worauf Du mit Druck und Wut reagierst. Eigentlich nicht unlogisch, Dein Verhalten.Fühlst Du Dich denn insgesamt wohl mit der Therapeutin?

    Ich denke da wie Ehrensenff. Eine Verhaltenstherapie könnte hier besser sein, weil es Dir ja kurzfristig darum geht, mit den Ausbrüchen im Hier und Jetzt klar zu kommen. Woher die kommen, ist die zweite Frage. Eine Verhaltenstherapie würde da anders rangehen. Du würdest vermutlich eine Weile Dein Verhalten beobachten und analysieren. Also daraufhin: Gibt es Dinge oder Gefühle, die immer wieder kurz vor dem Ausbruch auftauchen und das Gefühl beeinflussen? Wie kündigen sich solche Ausbrüche an? Wie fühlen sich die letzten Punkte an, bevor der Point of no return kommt, an dem Du den Ausbruch nicht mehr verhindern kannst?

    Von dort aus würdest Du mit dem Therapeuten zusammen schauen: Was tut Dir so richtig gut? Wäre es etwa in der Milch-Geschichte eine Option, den Raum zu verlassen und eine halbe Stunde so richtig schnell Fahrrad zu fahren? Oder in den Wald zu gehen, und laut zu schreien? Oder, oder, oder. In dem Ansatz ginge es also nicht darum, die WUT zu unterdrücken. Das geht nicht. Wut ist ein Gefühl. Es ginge hier darum, andere Strategien des Umgang damit zu erlernen, die für Dein Umfeld weniger belasten sind. Und damit auch für Dich, weil Du Dich dann nicht mehr so schämen müsstest, weil Du nicht mehr so viel Druck aushalten müsstest, weil Du Dich und Deine Wut besser akzeptieren könntest und Dich nicht mehr als Monster fühlen müsstest.Ich denke, dass dieses Empfinden ganz erheblich zu Eskalation der Wut beiträgt.

    Ich bin mir nicht mal sicher, ob Deine Wutausbrüche wirklich ihre URSACHE in Deiner Kindheit haben, oder ob Du durch die mangelnde Zuwendung Deiner Eltern schlicht nicht gelernt hast, mit ihr umzugehen. Wütend sind ja alle Menschen. Die meisten aber müssen das als Erwachsene nicht so eskalieren lassen. Das könntest Du durch gezieltes "Nachreifen" ausgleichen. Kein Problem.

    Glaubst Du, das könnte ein Weg für Dich sein?

    LG,
    Babette
    Zurück ist ein Ort, den es nicht gibt.

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    AW: ziemlich schnell auf 180 - wie werde ich gelassener?

    Hallo Ehrensenf,
    Hallo Babette,

    in meiner jetzigen Thereapie habe ich schon einiges erreicht, das habe ich leider nicht geschrieben. Ich habe während der Therapie mich von meinen Eltern eigentlich distanzieren können. Das Verhältnis ist zwar kein typisches Tochter-Eltern-Verhältnis aber trotzdem sehr gut. (Im Vergleich zu vor 2 Jahren).

    Ich habe akzeptiert, dass ich nie das Lieblingskind sein werde und auch vielleicht nicht die Aufmerksamkeit/Beachtung bekomme wie meine Geschwister. Seitdem ist das Verhältnis um einiges besser.

    Dies habe ich in der Therapie hin bekommen. Mein Gedanke ist jetzt folgender: Kann ich das in der Gegenwart so damit klarkommen und das in der Kindheit muss ich noch bearbeiten?


    oder ist es so wie Babette schreibt:

    Zitat Zitat von Dieclou Beitrag anzeigen
    Ich bin mir nicht mal sicher, ob Deine Wutausbrüche wirklich ihre URSACHE in Deiner Kindheit haben, oder ob Du durch die mangelnde Zuwendung Deiner Eltern schlicht nicht gelernt hast, mit ihr umzugehen. Wütend sind ja alle Menschen. Die meisten aber müssen das als Erwachsene nicht so eskalieren lassen. Das könntest Du durch gezieltes "Nachreifen" ausgleichen. Kein Problem.

    Glaubst Du, das könnte ein Weg für Dich sein?

    LG,
    Babette
    Das könnte auf mich auch zu treffen. Hier fallen mir auch Beispiele ein. Wenn z. B. eine Freundin mit einer anderen Freundin von ihr was ausmacht. Oder wenn man mich mal nicht fragt ob ich in der Mittagspause nicht in die Stadt gehe usw.

    Hier bekomme ich zwar keine Wutausbrüche aber ich ziehe mich beleidigt zurück und habe auch Angst, dass man mich nicht mehr mag und werde unsicher...

    Ich habe übrigens von einigen Leuten gehört, dass man bei mir merkt dass ich mich verändert habe. z. B. nicht mehr soviel jammere, selbstbewusster- und sicherer geworden bin. Meine Versagensängste sind auch auch weitgehend weg. Ich habe also einiges in der Therapie erreicht.

    Nur an dem Wutthema und einem Anderen komme ich einfach nicht weiter. Vielleicht würde ein Therapeutenwechsel ja gut tun.

    Ich bin auch immer sehr angespannt und baue mir den Druck auch gerne selber auf. Deshalb möchte ich auch wieder mit Yoga anfangen.

    Liebe Grüße
    sieben

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    AW: ziemlich schnell auf 180 - wie werde ich gelassener?

    Hallo,

    so jetzt schreibe ich doch noch was....

    Mir ist aufgefallen, dass ich mich in meine Wut immer richtig hochschaukle. Manchmal ist es so, dass mich irgendetwas nur ein klein wenig stört und anstatt es abzuhacken schaukle ich mich nach und nach höher.

    Manchmal kommt es mir so vor dass ich mir (unter-)bewußt etwas suche, auf dass ich wütend sein kann. Und wenn dann ein kleines Ärgernis kommt, ich es gerne hernehme um meinen Ärger Luft zu machen.

    Kann es sein, dass diese Wut tief in mir steckt und ich auf Irgendetwas sehr wütend bin. Dies aber nicht greifen kann und deswegen ich mir Ersatz-Ärgernisse (hört sich blöd an) suche, damit ich wenigstens so etwas Luft ablassen kann?

    Vielleicht sitzt bei mir ja noch etwas ganz tief, an dass ich noch nicht herangekommen bin. Ich denke auch, dass ich hier auch noch etwas machen muss. Mir ist auch in den letzten Tagen wieder ein ungutes Verhaltensmusster aus meiner Kindheit aufgefallen, dass ich zwar gegenüber meinen Eltern ablegen konnte, ich es aber in meiner Beziehung fortgesetzt habe.

    Liebe Grüße
    sieben

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    AW: ziemlich schnell auf 180 - wie werde ich gelassener?

    Kann es sein, dass diese Wut tief in mir steckt und ich auf Irgendetwas sehr wütend bin. Dies aber nicht greifen kann und deswegen ich mir Ersatz-Ärgernisse (hört sich blöd an) suche, damit ich wenigstens so etwas Luft ablassen kann?
    Ja, das kann sogar sehr gut so sein. Es hängt davon ab, wie Du Deine Gefühle bewertest, wie Du mit "unerwünschten" Gefühlen umgehst. Ich habe meine Versagensängste zum Beispiel lange Zeit so kompensiert, dass ich mich im Zusammenhang mit z.B. Prüfungssituationen, also zu Zeiten, wo die fast greifbar waren, mit desaströsen Männergeschichten "abgelenkt" habe. Um die Angst nicht spüren zu müssen. Erschöpft sein, war nicht okay. Unglücklich verliebt sein, war okay.

    Für strittig halte ich die Annahme, dass man das nur ändern kann, wenn man ganz tief an die Ursache geht. Ich denke, es geht mehr darum, aufmerksam sich selbst gegenüber zu sein und einen besseren Umgang mit seinen Gefühlen zu finden. Die Psyche funktioniert da, wie alles in der Natur, sehr klug. Alle Erkenntnisse, mit denen Du nicht umgehen könntest, alle Dinge, die Dein "Überleben" im Hier und Jetzt gefährden könnten, blockt sie ab. Deswegen fände ich es wichtiger, konkrete Verhaltensstrategien zu entwickeln, mit Enttäuschung, Wut, Ärger besser umgehen zu können. Dann kommen die Erkenntnisse über Ursachen und Verbindungen zu früheren Erlebnissen einfacher.
    Geändert von Dieclou (17.11.2010 um 09:39 Uhr)
    Zurück ist ein Ort, den es nicht gibt.

  8. User Info Menu

    AW: ziemlich schnell auf 180 - wie werde ich gelassener?

    Hallo Dieclou,

    danke für deine Antwort.

    Zitat Zitat von Dieclou Beitrag anzeigen
    Für strittig halte ich die Annahme, dass man das nur ändern kann, wenn man ganz tief an die Ursache geht. Ich denke, es geht mehr darum, aufmerksam sich selbst gegenüber zu sein und einen besseren Umgang mit seinen Gefühlen zu finden. Die Psyche funktioniert da, wie alles in der Natur, sehr klug. Alle Erkenntnisse, mit denen Du nicht umgehen könntest, alle Dinge, die Dein "Überleben" im Hier und Jetzt gefährden könnten, blockt sie ab. Deswegen fände ich es wichtiger, konkrete Verhaltensstrategien zu entwickeln, mit Enttäuschung, Wut, Ärger besser umgehen zu können. Dann kommen die Erkenntnisse über Ursachen und Verbindungen zu früheren Erlebnissen einfacher.
    diese Aussage kann ich sehr gut nachvollziehen und ich selbst möchte auch eine Therapie machen, in der ich an ein paar Punkten an mir arbeiten kann ohne mich großartig mich in der Vergangenheit zu beschäftigen. Wenn irgendwas von selbst hochkommt, kann man ja immer noch daran arbeiten.

    Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben. A. Einstein


    Vor ein paar Wochen war ich bei einem Therapeuten, der meinte, dass man mir ansehen würde, dass ich ein sehr tief sitzendes Problem, Trauma oder eine Enttäuschung erlebt habe und ich da nur mit einer Analyse ran kommen würde, da andere Therapien hierfür zu kurz wären. Das ganze hat mich etwas verunsichert

    Ja, das kann sogar sehr gut so sein. Es hängt davon ab, wie Du Deine Gefühle bewertest, wie Du mit "unerwünschten" Gefühlen umgehst.
    Ich setze mich wenig mit meinen Gefühlen auseinander. Ich habe in den letzten Tag versucht mich zu hinterfragen. Nachzugehen warum ich gerade wütend oder traurig bin. Und manchmal steckt wirklich etwas anderes dahinter.
    Geändert von Lizzie64 (19.11.2010 um 00:13 Uhr) Grund: zi

  9. Inaktiver User

    AW: ziemlich schnell auf 180 - wie werde ich gelassener?

    sieben,
    eventuell wäre eine lösungsorientierte Kurzzeittherapie eine Sache, die dich weiterbringen kann.

    Die positiven Dinge/Verhaltensweisen in deinem Leben werden bei dieser Arbeit verstärkt - um es einmal vereinfacht auszudrücken, ohne die von dir negativ empfundenen auszublenden oder zu "bekämpfen" sondern den Umgang mit ihnen zu üben.

    Du suchst nach Lösungen und nicht nach "Ausgrabungen", die Altlasten werden sich ohnehin bemerkbar machen, wenn du es zulassen kannst.

  10. User Info Menu

    AW: ziemlich schnell auf 180 - wie werde ich gelassener?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Meinst Du damit einen Therapeuten?
    Ja, meinte ich. Genauer gesagt: einen guten (!) Therapeuten bzw. eine gute (!) Therapeutin.

    Ich glaube, sieben hat kein Problem, zu analysieren und zu rationalisieren. Nur können das Therapeuten eben auch am besten. Da müsste sie ihren mal draufstoßen und für sich darauf achten, dass die Gefühlsebene nicht zu kurz kommt.
    Ein Therapeut, der in erster Linie rationalisiert, ist schlecht und hat seinen Beruf verfehlt. Meine Meinung.

    Ich schließe mich übrigens an: Ich kann mir im konkreten Fall ebensogut eine Verhaltenstherapie vorstellen.
    Das Leben ist wie ein Duschvorhang. Kann schimmeln, muss aber nicht.

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