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  1. Inaktiver User

    AW: ziemlich schnell auf 180 - wie werde ich gelassener?

    Liebe sieben, machdem ich dich hier gelesen habe, ist mein erster Impuls, dich gerne in den Arm nehmen zu wollen und zu wiegen. Ich sehe ein verzweifeltes und wütendes Kind, dass immer noch in der Dunkelheit wartet und eigentlich gerne mal alles zusammenhauen würde, weil es sich so verletzt fühlt und nicht wehren kann. Und hinter dieser ganzen Wut maßlos traurig ist. Und nach Aufmerksamkeit und Anerkennung sucht. Berechtigerweise. Es ist auch nicht schön, als Kind an dunklen Bahnhöfen zu warten. Mit dem Bewußtsein, dass eine Soap im Fernsehen der Mutter wichtiger ist.

    Meine Tochter musste auch häufig auf mich warten. Im Kindergarten, auch manchmal im Hort. Manchmal aus dem einzigen Grund, dass ich einen non-stop-Tag hatte und mir eine Zwischenpause von Job zu Kind fehlte. Es ging alles nahtlos. Und manchmal wollte ich mich davor drücken und kam deshalb zu spät. Manchmal allerdings auch einfach, weil es die berufliche Verantwortung nicht zuliess.

    Und ich wurde oft sogar noch wütend aus sie, wenn sie dann 'bockte', sogleich soviel Aufmerksamkeit wollte, weil ich mich so überfordert fühlte.

    Dies nur als eine andere Sichtweise auf deine Verletzung und die Hilfllosigkeit, aus der sie resultieren kann.

    Eine andere Seite zu betrachten wäre die, wie es in deiner Familie allgemein um das Thema Wut steht. Sind viele wütend? Zeigen sie es, oder zeigen sie es eher nicht. Wie wütend war/ist deine Mutter? Wir übernehmen nicth selten Gefühle stellvertretend. Oder werden damit überschüttet. So geschah es mir als Kind, ich bin in einem Klima großer Wut aufgewachsen, teilweise laut, teilweise unterdrückt und dennoch spürbar.

    Eine gute Weise Wut herauszulasen, ist ihr Raum zu geben. Den, den sie braucht. Brüllen, rennen, oder auch, wenn du Mut hast, wirklich unterstützt in einer Körpertherapie.

    Julifrau

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    AW: ziemlich schnell auf 180 - wie werde ich gelassener?

    Zitat Zitat von _sieben_ Beitrag anzeigen
    ...aber ich muss immer aufpassen, dass ich nicht in die Schiene des Emotionalen Erpresser abrutsche.
    Ja, und ehrlich gesagt finde ich deinen Auftritt bei der Bahn auch ziemlich bedenklich, wo die Frau nun ab-so-lut nichts dafür konnte und einfach versuchte, freundlich ihren Job zu machen.

    Schade, dass deine bisherige Therapie nicht gefruchtet hat.
    Liegt oft an der Person des Profis.
    Ich kenne schlechte und gute. Es muss ein guter sein, unbedingt, sonst bringt dir die Therapie nichts oder nur noch mehr Verdruss. Du kannst fünf Stunden zum "Ausprobieren" nehmen, es sollte jemand sein, bei dem du dich traust, dich fallenzulassen. Na okay: zumindest ansatzweise.
    Das Leben ist wie ein Duschvorhang. Kann schimmeln, muss aber nicht.

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    AW: ziemlich schnell auf 180 - wie werde ich gelassener?

    Zitat Zitat von _sieben_ Beitrag anzeigen
    So nach dem Motto sie möchte Hilfe und weil sie das nicht bekommt was sie möchte, beschwert sie sich auch noch.
    In einem Forum kannst du keine Hilfe finden hierfür.
    Meine Meinung.

    Und ich sitze nicht da und warte bis mir jemand den Weg zeigt
    Na, dann steh auf und such dir jemand (Realen), von dem du dir den Weg zeigen lassen kannst.

    Viel Glück.
    Das Leben ist wie ein Duschvorhang. Kann schimmeln, muss aber nicht.

  4. Inaktiver User

    AW: ziemlich schnell auf 180 - wie werde ich gelassener?

    Meinst Du damit einen Therapeuten? Denn nach welchen Kriterien sollte sie sich sonst diese reale Person suchen?

    Die Geschichte mit dem Therapeuten kann aber auch tricky sein. Ich glaube, sieben hat kein Problem, zu analysieren und zu rationalisieren. Nur können das Therapeuten eben auch am besten. Da müsste sie ihren mal draufstoßen und für sich darauf achten, dass die Gefühlsebene nicht zu kurz kommt.

  5. Inaktiver User

    AW: ziemlich schnell auf 180 - wie werde ich gelassener?

    Zitat Zitat von _sieben_ Beitrag anzeigen
    nicht gut, ich bin innerlich total aufgewühlt und es brodelt lange nach in mir. Manchmal schleicht sich dann noch schlechtes Gewissen ein, aber nur manchmal...
    Kann es vielleicht auch möglich sein das Du die Gelassenheit an der falschen Stelle suchst?

    Vielleicht solltest Du akzeptieren wie Du bist. Woher kommt der Wunsch an Deiner "Impulsivität" etwas ändern zu wollen?

    Kannst Du heraus finden was Dich genau so aufwühlt und was da brodelt?

  6. User Info Menu

    AW: ziemlich schnell auf 180 - wie werde ich gelassener?

    Das von Juli beschriebene Kind kommt mir auch vor Augen. Du bist oft allein und hängen gelassen worden als Du ein Kind warst und eigentlich Schutz und Wichtigsein gebraucht hättest. Oft hast Du dagestanden, die Welt nicht mehr kapiert, Ohnmacht, Hilflosigkeit und Wartenmüssen.... Das sind keine Kinkerlitzchen!

    Vielleicht kann es helfen mit dem Bild des inneren Kindes (oder der Kinder) zu arbeiten. Du kannst im Nachhinein dieses Kind trösten und es auf den Schoß nehmen. Du hast das alles überlebt, die Schatten kommen aber von früher in Momenten wo ähnliche Gefühle auftauchen. Dann preschen Hilflosigkeit, Wut und Ohnmacht an die Oberfläche.

    Dein inneres Kind übernimmt das Steuer, so war es am Bahnhof, so war Deine überzogene Reaktion ohne Milch am Morgen. Würdest Du beim Autofahren einem Kind das Steuer überlassen? Es hat viel mit eigener Wertschätzung und Anerkennung von alten Wunden zu tun wenn man es diesen Kindern abgewöhnen will bestimmende Funktionen zu übernehmen. Sperre sie nicht ein, ignoriere sie nicht, lasse ihnen ihren Raum aber niemals das Steuer.

    Mit diesen Bildern (die nicht von mir sind!) bekomme ich manche Situationen schneller in den Griff, Auseinandersetzungen passieren trotzdem aber laufen nicht mehr so schlimm aus dem Ruder. Seitdem ich weiß woher diese überstarken Gefühle kommen gelingt es besser mit zunächst bedrohlichen Situationen umzugehen.

    Woltera
    Das Leben hat keine Generalprobe, wir sind mitten im Auftritt!!

  7. Inaktiver User

    AW: ziemlich schnell auf 180 - wie werde ich gelassener?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Die Geschichte mit dem Therapeuten kann aber auch tricky sein.
    Ich glaube, man kriegt immer den, den man zu dem Zeitpunkt braucht. Für mich ist Therapie progressiv. Sie geschieht häufig in Schritten. Ich finde das Bild der Zwiebel sehr schön in diesem Zusammenhang. So habe ich meinen Weg bisher auch erlebt. Schälchen für Schälchen.
    Ich glaube, sieben hat kein Problem, zu analysieren und zu rationalisieren. Nur können das Therapeuten eben auch am besten. Da müsste sie ihren mal draufstoßen und für sich darauf achten, dass die Gefühlsebene nicht zu kurz kommt.
    Ja. Oder eben eine/n ander/en suchen. Ich glaube nicht, dass ein passender Therapeut gesagt bekommen muss, was er zu tun hat. Es ist ja eigentlich sein Job, genau das zu 'erspüren' und zu sehen.

  8. Inaktiver User

    AW: ziemlich schnell auf 180 - wie werde ich gelassener?

    Tut mir leid, meine eigenen ErfahrungEN sprechen dagegen.

  9. User Info Menu

    AW: ziemlich schnell auf 180 - wie werde ich gelassener?

    Julifrau und Woltera!

  10. User Info Menu

    AW: ziemlich schnell auf 180 - wie werde ich gelassener?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Vielleicht ist das auch das Problem - die Distanz kann man nämlich einfacher aufbauen, wenn man sich von seinen eigenen Gefühlen und Bedürfnissen distanziert, also auf der Kopfebene bleibt.
    Hallo Ehrensenff,

    das könnte ein guter Einsatz sein.

    Heute habe ich in der U-Bahn ganz hinten gesessen und konnte durch die Fahrerkabine nach draußen schauen. Als ich ein eher großes Gebäude gesehen habe und der Abstand immer größer wurde, habe ich gedacht, genauso schaust du auch auf dich herab. Mit einem großen Abstand.

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