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  1. Inaktiver User

    AW: Wenn die Fassade bröckelt...

    Liebe Mia,

    viele Deiner Themen kommen mir bekannt vor.

    Niemandem zur Last fallen - diese Einstellung kannst Du, wenn es Dir ein wenig besser geht, mal kritisch überprüfen.

    Du bist ja nicht doof, Du weißt, dass kein Mensch nur Stärken hat, sondern auch seine Schwächen, Schwachpunkte, schwache Zeiten. Mir ist es sehr lange sehr, sehr schwer gefallen, dies bei mir zu akzeptieren (Mensch, wie arrogant ist das eigentlich: ICH soll die einzige sein, die nicht schwach ist??? Puh...). Aber der Preis wäre: dauerhaft einen Teil von sich selbst zu leugnen. Der übrigens auch seine schönen Seiten hat: Sich anlehnen, mal getröstet werden, mal machen lassen - das kann sehr gut tun.

    Dass Du so schlechte Erfahrungen mit früheren Freunden gemacht hast, tut mir sehr leid. Aber ich behaupte mal: Sie waren nur mit einem Teil von Dir befreundet. Und haben entweder Deine Stärke aus-/be-/ genutzt oder wurden durch Dich auf ihre eigene schwache Seite gestossen, was sehr weh tun kann.

    Ich glaube, Du hast schon wirklich gute Ansätze. Nutze sie. Und nutze diese nicht einfache Zeit, um das von Dir kennen zu lernen, was Du noch nicht kennst. Es kann Dich nur bereichern.

  2. Inaktiver User

    AW: Wenn die Fassade bröckelt...

    Zitat Zitat von _MiaWallace_ Beitrag anzeigen


    Das war eine Erkenntnis, die ich aus meinem letzten Rückzug zog:
    Desinteresse AN mir kann nicht mit Interesse VON mir belohnt werden!

    Und zu langjährigen Freunden, denen ich das ruhig und sachlich mitteilte, denen ich sagte "ich kann jetzt einfach nicht mehr!", ... zu niemandem besteht heute noch Kontakt. Alle zogen sich zurück, kamen mit der kleinen, schwachen Mia nicht zurecht. Alle kannten nur die starke Mia, die, die alles alleine gestemmt bekommt.

    Das tat weh. Und tut es manchmal heute noch.

    Ich rede heute immer noch nicht gerne mit anderen über meine Ängste und Sorgen. Aber neu hierbei: Ich stehe auch nicht mehr jedem Hans und Franz für seine zur Verfügung.
    Mein eigener Speicher ist einfach voll, da wäre gar kein Platz mehr.

    Ja, ich denke darüber nach, mir professionelle Hilfe zu holen.
    Nicht, weil ich denke, da muss ein Profi ran , sondern einfach weil es sein/ihr Job wäre, mir zuzuhören.
    Hm...ja, das genau empfand ich auch sehr bitter.Diese Erkenntnis kam bei mir 'eigentlich' einmal zu einem Zeitpunkt, wo ich wirklich ganz schwierige Dinge verarbeiten musste...ohne dramatisch sein zu wollen lebensbedrohliche Ereignisse....
    und ich weiss auch nicht, ich bin wohl wirklich mit einem nahezu unerschöpflichem Potential Energie mal auf die Welt gekommen...ich kam Jahre gut mit meinem 'Stil' zu leben zurecht ( der deinem durchaus geglichen hat)...und als ich damals schon erkannte- huch...wo sind sie denn jetzt alle mal für mich da...habe ich diese Erkenntnis erstmal - leider!- weggeschoben...hatte auch immer noch so viel Kraft usw....
    ab da bröckelte es aber kontinuierlich.
    Bis ich definitv niemanden mehr aus meinem 'alten Kreis' als Freund/Freundin hatte...ich erlebte sogar eine 'Freundin'...die, als ich mich doch allmählich halt zu ändern begonnen hatte meinte- sie bräuchte jdm, der nur ihr zuhört, sie bewundert usw....für was anderes hätte sie keinen Platz. Heute kann ich drüber lachen, damals war ich lange wirklich fassungslos !

    Und ich habe gehadert mit der 'professionellen Hilfe'- kann vllt keiner verstehen- aber eben weil ich es noch schrecklicher fand jdm dafür zu bezahlen, nur weil er mir mal wirklich zuhört ! Das war mein Gefühl dazu.....leicht verschroben...dennoch.

    Und ja, das tut schrecklich weh.

    Ich wünsche dir mal alles gute für deinen Weg, Mia.Vllt tröstet es dich ein wenig...ich habe mittlerweile einige Menschen kennengelernt, die durchaus ähnliches erlebt haben.
    Und du wirst es auch bestimmt schaffen dir *neues* ...dich da auf neues einzulassen.Ob mit oder ohne professionelle Hilfe.

    Ich hatte vor kurzem den ultimativen knock-out...als ich erkennen musste, das einer der Menschen aus meiner Familie, von dem ich wirklich glaubte..er sei so nicht veranlagt...dem ich wirklich Jahre meines Lebens vollkommen vertraut hatte- genau in die Kerbe schlug.Sogar ganz heftig.
    Da habe ich mich angefangen zu fragen...ob da nicht in Wirklichkeit die Wurzel so mancher Geschichte liegt....insofern ist professionelle Hilfe sicher uU gut !

    Wünsche dir mal alles Gute

    Liebe Grüsse lara

  3. Inaktiver User

    AW: Wenn die Fassade bröckelt...

    Mia,

    meines Erachtens brauchst Du DRINGEND professionelle Unterstützung, und ich frage mich (mal wieder) warum es das Letzte ist, woran Menschen in Krisen denken. Wer Zahnschmerzen hat, findet nichts dabei, damit zum Zahnarzt zu gehen. Nur wenn die Psyche am Stock geht, und das Leben um einen herum zerbröselt, wenn nichts mehr geht, obwohl es nicht gehen darf, dass nichts mehr geht, dann laboriert man trotz allem ewig allein herum, statt sich auch hier ganz normal Hilfe zu suchen.

    Ich lese in Deinen Beiträgen viele Signale, die auf eine Depression deuten. Das ist eine Erkrankung, die behandlungsbedürftig ist.

    Trauer, aus welchen Gründen auch immer, ist keine einfache Sache, und sie geht auch nicht innerhalb kurzer Zeit vorbei. Sie wirft uns auf uns zurück, und wir müssen oft ganz unten wieder anfangen, uns langsam wieder, und neu zu finden. Das muss niemand allein schaffen - es ist, im Gegenteil, eine kluge Entscheidung, sich therapeutische Hilfe zu holen, denn viele Prozesse laufen so weit zielgerichteter, begleiteter, umrahmter, gehaltener und gehaltvoller, bewusster ab.

    Ich werde nie begreifen, warum man die Löcher der Psyche mit Sekundenkleber und Kaugummi zukleben möchte, und sich wundert, warum es darunter weiter pocht.

    Ich wünsche Dir, dass Du Dir selbst wichtiger bist, und Deine Probleme ernst nimmst. Du hast Recht - niemand ausser Dir kann Dich da heraus holen. Das ist harte Arbeit. Man muss sie sich nicht unnötig erschweren.

  4. User Info Menu

    AW: Wenn die Fassade bröckelt...

    Puh, Seewespe, jetzt musste ich tatsächlich ein paar mal schlucken.

    Auch Du hast absolut Recht!
    Ich denke weiter darüber nach und werde das Thema nächste Woche mal in Ruhe mit meinem Hausarzt besprechen (habe eh einen Termin bei ihm).

    Gestern hatte ich einen schönen Tag.
    Ich war bei meinem Bruder, dessen neues Wohnzimmer gerade fertig wurde. Ich hab also den ganzen Nachmittag/Abend die Couch ausprobiert (liegend) und für bequem befunden.

    Für heute habe ich mir ein paar Aufgaben vorgenommen, später bekomme ich Besuch.

    Kleine Lichtblicke.
    "Man weiß immer, dass man jemand ganz Besonderen gefunden hat, wenn man einfach mal für ’nen Augenblick die Schnauze halten und zusammen schweigen kann."
    (Mia Wallace)

  5. Inaktiver User

    AW: Wenn die Fassade bröckelt...

    Liebe Mia,

    die Strategie der kleinen Lichtblicke finde ich persönlich hervorragend. Sie half mir schon durch so manches schlimme Tief, und ist für mich zu einen echten Lebenskonzept geworden. Wie schlimm es auch immer gerade mal sein mag - ich schaue auf meine ganz persönlichen Lichtblicke, und kultiviere sie im Moment. Das kann eine gute Tasse Tee sein, bei der ich für 5 Minuten nur bei mir bin, durchatme, und vielleicht die leuchtend gefärbten Blätter an den Bäumen draussen betrachte, die Gewissheit, dass ich am Abend auf mein Sofa, und zu meinem Buch zurück kehren, und bis dahin aus einem schwierigen Termin eben das Beste machen werde, oder die bewusste kleine Einheit Hundeglück, die mein Vierpfoter jederzeit bereitwillig für mich übrig hat - mich stärkt das ungemein, und die vielen, kleinen, alltäglichen Lichtblicke machen meinen Tag hell.

    Ich wünsche Dir für Dein Gespräch mit Deinem Hausarzt alles Gute, und drücke Dir die Daumen, dass Du in ihm einen Partner hast, der Dich ernst nimmt, und mit Dir gemeinsam mögliche weitere Schritte einleitet.

    Manchmal sind Hausärzte allerdings mit diesen Themen überfordert, oder wollen davon nichts wissen. Das meinen sie gar nicht böse - es gibt einfach immer noch viele, die im Geiste rein theoretischer Dichotomien aufgewachsen sind, und nicht verinnerlicht haben, dass Physis und Psyche gemeinsam einen Organismus bilden, in dem sie auf komplexeste Weise miteinander interagieren und sich gegenseitig bedingen. Sie konzentrieren sich daher rein auf "ihren" Teil des Körpers, und wissen wenig über Gesamtzusammenhänge. Manchmal verschreiben sie auch vorschnell und ohne ausreichend tiefe Kenntnis der Materie Medikamente wie Antidepressiva.

    Man kann dann trotzdem darum bitten, zu einem Facharzt für Psychiatrie überwiesen zu werden, und dort die Problematik besprechen, oder sich an seine Krankenversicherung wenden, und nach einer Liste mit niedergelassenen Therapeuten, die mit der Kasse zusammen arbeiten, fragen, und dort Termine für ein Erstgespräch vereinbaren.

    Alles Gute und Schöne wünscht Dir
    die Seewespe
    Geändert von Inaktiver User (07.11.2010 um 09:08 Uhr)

  6. User Info Menu

    AW: Wenn die Fassade bröckelt...

    Ich danke Dir sehr!!!
    "Man weiß immer, dass man jemand ganz Besonderen gefunden hat, wenn man einfach mal für ’nen Augenblick die Schnauze halten und zusammen schweigen kann."
    (Mia Wallace)

  7. User Info Menu

    AW: Wenn die Fassade bröckelt...

    Hallo Mia,

    wünsche dir nur rasch einen schönen Tag
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm

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