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  1. Inaktiver User

    AW: Wenn die Fassade bröckelt...

    Liebe MiaWallace,

    Willkommen im Club
    Ich kann vieles von dem, was du schreibst sehr gut nachvollziehen !
    Und ich stecke in einer ...ähnlichen Phase.Wenngleich ich sagen muss...die geht schon etwas länger bzw meine ich, das der *höhepunkt* da überschritten ist...auch gerade in Bezug auf die äusseren Ereignisse bei mir...die mich gut mitgenommen haben.....und so ganz allmählich sehe ich wieder Licht...'volle Blüte' ist aber noch entfernt...naja....

    Hier stehen schon viele gute Anregungen....denen ich mich im Prinzip nur anschliessen kann.Einige davon habe ich auch beherzigt.
    Du musst nicht darauf antworten...aber wie sieht es bei dir im Leben aus mit Menschen, die in so einer dir schwierigen Phase mal NUR dir zuhören...für dich da sind ?
    Wo du selbst den düstersten Gedanken mal freien lauf lassen kannst ...sie dir wirklich von der Seele...ziehen ?
    Ich hatte solche Menschen kaum...weil so viele von mir das über Jahre ganz anders gewohnt waren- ich war immer stark und optimistisch und die macherin , Zuhörerin,etc.
    Bis halt akku ganz leer......
    Ich denke auch, versuche dir eine wirkliche Auszeit zu nehmen ..auf deine Bedürfnisse ausgerichtet.
    Und stelle keine hohen Erwartungen an dich...überhaupt nix mit Erwartung...sondern dein Gefühl des Wohlfühlens in den Mittelpunkt.
    Lass mal langsam das in dir einfach Hochkommen...was du Brauchst...um wieder Energie zu tanken....

    Und nimm dich dabei ernst .Es wird sicher wieder vorrübergehen und manchmal gehören solche Phasen einfach zum Leben.

    Und irgendwas scheint innerlich an dir sehr zu nagen ? Was auch immer das ist....ich würde da gerade vllt nicht um 'Erkenntnisse' ringen...mich dran abarbeiten.
    Das geht auch nicht mehr sinnvoll, wenn der Akku leer ist.Du tust dir sicher mehr einen Gefallen und was Gutes...wenn du dich erstmal mehr verwöhnst...auftankst usw...sonst zieht dich alles noch mehr runter.Das ist zumindest meine Erfahrung..ich habe das nämlich genau falsch gemacht...und mich gewundert, das der Akku noch leerer als leer werden konnte.

    Alles gute

    lara

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    AW: Wenn die Fassade bröckelt...

    Hallo Mia,

    wenn ich das richtig verstanden habe, dann ist Dein Problem nicht, dass Du einen 60+ Stunden Job hast und Dich daheim um die Kinder kümmerst und nebenbei noch die kranken (Schwieger-)Eltern pflegst o.ä., sondern dass Dein Leben in den letzten Monaten/Jahren einfach sch... war und eins zum anderen gekommen ist.
    Wenn das so ist, dann ist das Problem eigentlich nicht eine physische, sondern eine psychische/emotionale Überlastung, die sich über einen langen Zeitraum immer mehr gesteigert hat. Ich fürchte mit ein paar Tipps zum Energie tanken ist Dir dann nicht geholfen. So wie ich das verstanden habe schlägt das ja schon gar nicht mehr an, weil es Dir schon schwer fällt überhaupt noch was genießen zu können. Ich sehe hier, wie schon erwähnt wurde, ebenfalls die Gefahr einer Depression und das solltest Du nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern möglichst professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

    Da das aber wohl eher (noch) nicht Dein Ding ist, noch ein paar andere Ideen, die vielleicht auch helfen könnten.
    Wie schon geschrieben wurde, ist Humor eine gute Sache, insbesondere wenn man ehrlich über sich selber lachen kann. (nicht sarkastisch oder zynisch). Dafür brauchts aber ein gutes Selbstwertgefühl und das geht eigentlich nur, wenn mans eh schon nicht mehr so schwer nimmt.
    Also wenn Humor nicht weiterhilft und das tut er ohnehin nicht immer, dann hilft es die Dinge so zu sehen wie sie wirklich sind, welchen Einfluss sie tatsächlich, ganz objektiv und nur an den Fakten orientiert, auf unser Leben haben. Vieles erscheint dann nicht mehr existenzbedrohend.
    Ich könnte mir vorstellen, dass Du eine sehr klare Vorstellung davon hast, wie die Dinge zu laufen haben und es Dir deshalb sehr zu schaffen macht, wenn es eben doch anders kommt. Dazu ist es auch nicht notwendig, dass man sich oder anderen schwere Verfehlungen vorwirft. Allein der Umstand, dass die Welt sich ganz anders darstellt, als sie sein "müsste" wirkt äußerst verstörend und kann zu Angstzuständen und irrationalem (vielleicht sogar aggressivem) Verhalten führen. In dem Zusammenhang ist auch ein starkes Bedürfnis alles im Griff zu haben kritisch, weil man sich dann leicht hilflos fühlt, was so ziemlich das Übelste ist, was einem passieren kann.

    Mir hilft es die Dinge klarer zu sehen, wenn ich darüber nachdenke, welchen Einfluss sie tatsächlich auf mein Leben haben. Also nicht brüten, wie es hätte sein müssen und was jetzt nicht wird (nach hinten sehen), sondern überlegen was wird und was man tun kann (nach vorne sehen). Dann fällt es auch leichter Chancen und nicht nur Fehlschläge zu erkennen. Eine kritische Reflexion des eigenen Verhaltens darf dabei ruhig auch vorkommen, aber nur um es zukünftig besser zu machen und nicht um sich selber zu zerfleischen. Und einiges kann man schlicht nicht beeinflussen, da hilft nur akzeptieren.

    Klar funktioniert das "nicht so schwer nehmen" nicht einfach so und schon gar nicht spontan im Augenblick des Ereignisses, aber mir hilft es dann zumindest im Nachhinein und nach 1-2 Stunden im Wald sehe ich vieles dann klarer und nicht mehr so tragisch.
    Aber ganz ehrlich, ich glaube nicht, dass Du da allein wieder raus kommst, auch nicht durch Aussitzen. Zumindest eine Vertrauensperson, mit der Du offen über alles reden kannst, weil Du Dich darauf verlassen kannst, dass sie Dich versteht und nicht verurteilt, egal was Du offenbarst, wirst Du wohl brauchen.

    Viel helfen wird das vermutlich jetzt auch nicht, aber in jedem Fall wünsch ich Dir alles Gute.

  3. User Info Menu

    AW: Wenn die Fassade bröckelt...

    Von Verpflichtungen habe ich mich vor einigen Wochen befreien müssen.
    Verpflichtungen, die mich an meine körperlichen Grenzen trieben.
    Verpflichtungen, denen ich einfach nicht mehr nachkommen konnte.

    Ganz egoistisch habe ich für mich gehandelt und mich distanziert von den Erwartungen meines Umfeldes. Habe mir dafür ärztliche Unterstützung eingeholt (ich dachte, dass mir das die Argumentation leichter machen würde).

    Ich wollte nicht krank gesagt werden, also versuchte ich es aus eigener Kraft (lediglich mit ein paar medizinischen Präparaten zur Unterstützung).

    Wer für mich da ist?
    Jeder in meinem direkten und sehr nahen Umfeld hat momentan Ängste und Sorgen. Wie soll man da Stütze für andere sein?

    Nichts von dem ist von mir nah rangeholt, wie ich es früher "gerne" gemacht habe - Du hast ein Problem? Gib es mir, damit es DIR besser geht! Davon hab ich mich bereits vor einiger Zeit gelöst.

    Alles, was jetzt da ist an Problemen, betrifft mich und/oder mein direktes (und geliebtes) Umfeld.

    Dem körperlichen Zustand musste ich irgendwann entgegenwirken.

    Dem psychischen müsste ich es. Und das schaff ich einfach nicht.
    Aktuell nicht.

    Lachen kann ich im Beruf, mit Kollegen. Ganz unbefangen. Sie wissen nichts von den meisten meiner Probleme (einige konnte ich nicht verbergen). Und das ist gut, denn so tritt mir niemand mit Mitgefühl oder gar Mitleid gegenüber. Das miteinander Lachen ist nicht aufgesetzt, sondern ehrlich.
    Und das tut gut.

    Ich bin eigentlich jemand, der Zufriedenheit und Glücklichsein zu schätzen weiß.
    Bin ich baustellenfrei, freue ich mich, statt neue Baustellen zu suchen oder gar aufzutun.

    Ich würd da gern wieder hinkommen.

    Ich möchte mich nicht mehr unter Druck gesetzt fühlen, sobald jemand von mir etwas erwartet. Oder ich von mir etwas erwarte (morgen machst Du das und das). Möchte mich dann nicht mehr einigeln und das gesamte Elend der Welt beheulen.

    Das war einfach alles zu viel dieses Jahr.
    Es war keine Zeit, das eine zu verarbeiten und zu verdauen, weil direkt das nächste kam.
    Und nun scheint es, als wollte alles mit einem Mal verarbeitet und verkraftet werden. Und das geht nun mal nicht...

    *seufz*
    Alles ganz schön scheisse, wenn ich das mal so sagen darf.
    "Man weiß immer, dass man jemand ganz Besonderen gefunden hat, wenn man einfach mal für ’nen Augenblick die Schnauze halten und zusammen schweigen kann."
    (Mia Wallace)

  4. Inaktiver User

    AW: Wenn die Fassade bröckelt...

    Zitat Zitat von _MiaWallace_ Beitrag anzeigen
    *seufz*
    Alles ganz schön scheisse, wenn ich das mal so sagen darf.
    bitte!




  5. User Info Menu

    AW: Wenn die Fassade bröckelt...

    Liebe Mia

    von mir erst mal eine dicke und ein Tässchen heiße Schoki Mehr kann ich leider nicht für dich tun

    Hast du einen Menschen , bei dem du dich mal zwei Wochen "gehen" lassen kannst? Reden, wenn du magst, blöd vor der Glotze sitzen, wenn du nicht reden magst, dich in eine Decke einkuscheln kannst und dumpf aus dem Fenster schauen, kichern, wo es eigentlich nichts zu kichern gibt?

    Dann lass dich krank schreiben, "miete" dich dort ein und gönne deiner Seele mal freien Lauf...

    Ich wünsche mir für dich, du hast solch einen Menschen...
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm

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    AW: Wenn die Fassade bröckelt...

    Vielen Dank auch Dir, Lilith!

    Nein, einen solchen Menschen habe ich nicht.
    Also, sicher gäbe es da jemanden.
    Aber kannst Du verstehen wenn ich sage, dass ich mir beim besten Willen gerade nicht vorstellen kann, mit einem Menschen 2 Wochen eng auf eng zusammen zu sein?

    Ich habe darüber nachgedacht.
    Vor allem über eine Auszeit.
    Ich hätte eine Rückzugsmöglichkeit, aber... ich hab irgendwie Sorge davor, was mich "da" erwartet.

    Nach meinem letzten (es war auch mein erster) Rückzug aus allem habe ich viele Konsequenzen gezogen.
    Noch mehr Veränderungen packe ich nicht.

    Ich merke gerade, dass ich eine von den TE bin, bei denen ich sonst selber gerne mal seufze.
    Alles, was gesagt wird, schmetter ich ab.
    Sorry, das soll so nicht rüberkommen. Ich bin euch dankbar für die Tipps. Ich denke viel darüber nach!

    Aber jetzt für eine Weile aus dem Job raus... er ist doch mein einziges festes Standbein zur Zeit.
    Ich glaube, das möchte ich gar nicht.

    Natürlich habe ich Angst davor, dass ich das nicht in den Griff bekomme.
    Davor, dass ich wirklich durchdrehe. Aber irgendwas wehrt sich dagegen. Mit aller Macht.

    Wäre ich nur nicht so müde...

    Ach, ich schaff das schon. Wird schon wieder!
    "Man weiß immer, dass man jemand ganz Besonderen gefunden hat, wenn man einfach mal für ’nen Augenblick die Schnauze halten und zusammen schweigen kann."
    (Mia Wallace)

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    AW: Wenn die Fassade bröckelt...

    MIA

    Ohne Hilfe schafft man es manchmal eben NICHT...

    Gut, ich will auf meiner Idee nicht rumreiten, aber du musst ja nicht zu jemandem, der dir 24 Stunden Rundumbetreuung anbietet...

    Aber reden, wenn man will, sich ein BISSCHEN betüdeln lassen, und den Alltagsmüll hinter sich lassen, tut schon mal unendlich gut...

    Also um deine Arbeit brauchst du dir keine Sorgen machen, wenn du krank wärst?

    Du "doktorst" jetzt selber schon mind. ein paar Wochen allein ( mit ein paar Pillen ) rum, geholfen hat es dir nicht ein bisschen...

    Also musst du eine Alternative finden....

    Klar, darfst du hier jammern und Vorschläge erst mal nicht annehmen ( machen die anderen doch nicht anders )
    aber drüber nachdenken, was für Altenativen es zu dem Jetzt Zustand gibt, kann nicht schaden
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm

  8. User Info Menu

    AW: Wenn die Fassade bröckelt...

    Ach ja, und was mir auch in solchen Situationen hilft, ist schlicht mir immer wieder zu sagen, daß das Leben in einem halben Jahr schon wieder ganz anders aussieht. Klar, die Trauer wird noch da sein, aber viele andere Dinge sind bis dahin schon Geschichte...
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm

  9. Inaktiver User

    AW: Wenn die Fassade bröckelt...

    Zitat Zitat von _MiaWallace_ Beitrag anzeigen
    Nach meinem letzten (es war auch mein erster) Rückzug aus allem habe ich viele Konsequenzen gezogen.
    Noch mehr Veränderungen packe ich nicht.
    Ich denke, das schätzt Du richtig ein, Mia. Das würde ich jetzt auch nicht machen.

    Rückzug, das wäre jetzt eher etwas, um erst mal wieder ein wenig zu Kräften zu kommen. Genug schlafen, Zeit haben, sich etwas Gutes zu kochen, leichten Sport zu treiben.

    Und ja, ich denke, Du solltest wirklich über professionelle Hilfe nachdenken. Nein, Du bist nicht Gaga, aber wenn aktuell niemand im privaten Umfeld da ist, auf den Du Dich stützen kannst, dann lass das von jemanden machen, der dafür bezahlt wird. Auch hier würde es weniger darum gehen, die großen Veränderungen anzustreben, als vielmehr erst mal eine Entlastung für Dich hinzubekommen.

    Und vielleicht ist es jetzt gerade auch die Zeit, wo Du ein wenig Ausheulen brauchst. Ohne gleich über Lösungen nachzudenken. Einfach mal das rausjammern, was Dich belastet. Ist nämlich echt ne ganz schöne Kante, die Du verarbeiten musst...

    Ach Mensch...

  10. User Info Menu

    AW: Wenn die Fassade bröckelt...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nein, Du bist nicht Gaga, ...
    Ich musste grad lachen.

    Aber ja, ihr alle habt Recht!
    Und ich danke euch wirklich sehr für all eure lieben Antworten, die ich nun schon sehr oft gelesen habe und über die ich viel nachdenke.

    Ich weiß nicht, ob das mein eigentliches Problem ist, aber...
    Ich war noch nie jemand, der "gerne" anderen zur Last gefallen ist. Ausheulen bei jemandem war wirklich nie meins.
    Im Gegenteil - ich konnte in dem tiefsten Dreck stecken, ich war immer noch für die anderen da, statt ihnen von meiner Krise zu erzählen.

    Das war eine Erkenntnis, die ich aus meinem letzten Rückzug zog:
    Desinteresse AN mir kann nicht mit Interesse VON mir belohnt werden!

    Und zu langjährigen Freunden, denen ich das ruhig und sachlich mitteilte, denen ich sagte "ich kann jetzt einfach nicht mehr!", ... zu niemandem besteht heute noch Kontakt. Alle zogen sich zurück, kamen mit der kleinen, schwachen Mia nicht zurecht. Alle kannten nur die starke Mia, die, die alles alleine gestemmt bekommt.

    Das tat weh. Und tut es manchmal heute noch.

    Ich rede heute immer noch nicht gerne mit anderen über meine Ängste und Sorgen. Aber neu hierbei: Ich stehe auch nicht mehr jedem Hans und Franz für seine zur Verfügung.
    Mein eigener Speicher ist einfach voll, da wäre gar kein Platz mehr.

    Ja, ich denke darüber nach, mir professionelle Hilfe zu holen.
    Nicht, weil ich denke, da muss ein Profi ran , sondern einfach weil es sein/ihr Job wäre, mir zuzuhören.

    Euch allen lieben Dank!!!!
    "Man weiß immer, dass man jemand ganz Besonderen gefunden hat, wenn man einfach mal für ’nen Augenblick die Schnauze halten und zusammen schweigen kann."
    (Mia Wallace)

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