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  1. Moderation

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    AW: Wenn die Fassade bröckelt...

    Hallo Mia,

    Ist das eine Situation, die du ändern kannst, ändern mußt, oder eine, wo es nichts sinnvolles zu tun gibt? Zwischen dem zu unterscheiden, was man ändern muß oder kann und dem, wo man einfach durch muß, ist meiner Erfahrung nach schon der Anfang davon, wieder Land zu sehen.

    Falls es nichts zu machen gibt: Das einzige, was ich in solchen Phasen erfolgreich gemacht habe, ist, zu versuchen, durchzukommen, ohne bleibenden Schaden anzurichten oder zu nehmen.

    Versuchen, genug zu Schlafen, anständig zu Essen, die Gelegenheiten offenhalten, mal mit Leuten zu reden, gelegentlich an die frische Luft kommen, und warten, daß Zeit vergeht.

    Ich denke mir dann, in einem Monat, im nächsten Frühjahr, in einem Jahr spätestens, wird alles wieder handhabbar sein, und stelle mir vor, was ich dann machen oder anders machen werde.

    Manchmal hilft es, die Menge an Sachen, die man zu tun hat, zu reduzieren, aber manchmal führt das nur dazu, daß man planlos herumsitzt und die Wand anstarrt und dann auch noch ein schlechtes Gewissen hat. Ich versuche eher, beschäftigt zu bleiben.

    Ich versuche, lange Spaziergänge zu machen, und entrümpele die Wohnung, um praktisch und symbolisch Platz für Neues zu schaffen. Und ich bringe meine Grübeleien zu Papier, damit sie aus meinem Kopf raus sind.

  2. Moderation

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    AW: Wenn die Fassade bröckelt...

    Zitat Zitat von _MiaWallace_ Beitrag anzeigen
    Kennt dazu jemand auch das andere Extrem?
    Dass man aus dem "Vertagen" gar nicht mehr rauskommt?
    Ja.

    Dann nehme ich mir entweder für jeden Tag eine (*eine*!) Sache zum Tun oder Abarbeiten vor, die wird in den Kalender eingetragen, gemacht, und dann abgestrichen. Das gibt zumindest das Gefühl, daß etwas vorangeht, hilft, daß einen nicht irgendwann eine Lawine von liegengebliebenem Kram überrollt, hält einen beschäftigt und fokussiert die Gedanken auf etwas anderes als das Elend.

    Schlecht ist natürlich, wenn man zu 120% mit Tätigkeiten ausgelastet ist, die jeden Tag wiederkommen und nie fertig werden...

    Dann vielleicht: *Alles* von sich werfen -- nichts muß getan werden, nichts drängt und macht ein schlechtes Gewissen, alles kann vergessen werden -- und für zwei Wochen auf die Insel, weg von allem. Das funktioniert nur, wenn man wirklich alles zurücklassen kann, auch das schlechte Gewissen, und eine Idee hat, was man auf der Insel tun wird. (Schlafen, Baden, Spazierengehen, und gut Essen sind klassisch.)

    Aber keine halben Sachen, die haben die Nachteile von beidem.

    Natürlich gibt es Tätikeiten, die kann man einfach mal bleiben lassen, weil sie stressen und nicht notwendig sind. Aber man sollte sich überlegen, wogegen man sie eintauscht.

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    AW: Wenn die Fassade bröckelt...

    hey,

    ich kenn so phasen auch. in gewissem maße gehören sie wohl zum leben dazu, da muss man durch. aber wenn es überhand nimmt und zum dauerzustand wird, wenn man im normalzustand schon so auf der letzten rille fährt, dass zusätzliche belastungen einen direkt übers limit schieben - dann muss man grundsätzlich was ändern.

    erste-hilfe-maßnahme wäre: auszeit nehmen (notfalls krank schreiben lassen), zur ruhe kommen, ausschlafen, dann wirklich wichtige dinge, die man vor sich her geschoben hat, erledigen, um den rücken frei zu bekommen. dann ein paar tage lang "tun" wozu man wirklich lust hat und wo man sich sonst vor lauter alltag keine zeit für nimmt: sport, wandern, shoppen, heimwerkern, kurzurlaub, freunde treffen ... ist ja bei jedem was anderes. ich glaube, "nichtstun" in form von abhängen aufm sofa bringt einen nicht wirklich weiter.

    und dann kommt die eigentlich aufgabe: klären, was im alltag falsch läuft, dass man an diesen punkt gekommen ist. passt der job zu mir? die arbeitszeiten? die pendelstrecke? bin ich mit meiner lebenssituation zufrieden? fühle ich mich in meiner wohnung wohl? habe ich freizeitstress, zu viele "freiwillige" verpflichtungen? bekomme ich in der familie (so vorhanden) die unterstützung, die ich brauche? je nach antwort dann ausmisten, veränderungen anpeilen, "nein" sagen lernen, hilfe anfordern.

    augen zu und durch geht nur ne zeitlang - auf dauer macht das krank.

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    AW: Wenn die Fassade bröckelt...

    Vielen Dank für Eure Antworten!
    Die vielen Zusprüche tun sehr gut!

    Ich stand vor einiger Zeit vor einem Zusammenbruch. Ich konnte nicht mehr essen, nicht mehr schlafen, bin aber immer noch emsig allen Verpflichtungen nachgegangen.

    Irgendwie habe ich das alles gepackt.

    Bis dann noch etwas geschah und ich einfach nur noch geheult habe. Stundenlang. Ich konnte gar nicht mehr aufhören.
    So blöd sich das jetzt vielleicht anhört, aber: Das kannte ich nicht von mir. SO kannte ich mich nicht.

    Ich bin zum Arzt gegangen.

    Krankschreiben lassen wollte ich mich nicht.
    Richtig - WOLLTE! Denn die Arbeit ist das einzige, was ich derzeit beeinflussen kann. Irgendwie meine ich, dass sie mir gut tut.
    Erst wenn ich Feierabend mache beginnen meine Sorgen.
    Dann muss ich mich mit Dingen beschäftigen, die ich nicht beeinflussen kann. Sie sind da, die Sorgen, Ängste, Gedanken.

    Ja, das sind Phasen, die zum Leben vermutlich dazu gehören.
    Vermutlich muss da jeder mal durch.
    Nur SO VIEL zusammen? Ich meine, ändern kann ich es ja nicht. Kann niemand.
    Nur, wie soll man das alles verpacken?

    Es ging dann eine Weile.
    Geblieben ist diese Antriebslosigkeit. Diese unendliche Müdigkeit.
    Dieses null Bock auf gar nix.

    Ich habe heute Nägel mit Köpfen gemacht und mir einen Tag frei genommen. Ich werde mir dann in Kürze ein schönes Wochenende gönnen, an dem ich wegfahren werde.

    Vielleicht hilft das ja schon.

    An das "und wenn nicht?" denk ich dann jetzt mal gar nicht...
    "Man weiß immer, dass man jemand ganz Besonderen gefunden hat, wenn man einfach mal für ’nen Augenblick die Schnauze halten und zusammen schweigen kann."
    (Mia Wallace)

  5. Inaktiver User

    AW: Wenn die Fassade bröckelt...

    Mia,

    ich kenne das auch. Deine Arbeit ist die vermeintlich letzte Struktur, die dir deiner Meinung nach geblieben ist bei all dem Chaos, dem Zusammenbruch um dich herum.

    Vielleicht kannst du ja mal alles auf Eis legen, was NICHT Arbeit ist und die Zeit zwischen Feierabend und Dienstbeginn mit Nichtstun füllen?

    Manchmal hilft bei absoluter Müdigkeit nur noch Schlafen Schlafen, bis du nicht mehr kannst. Hol dich raus aus allem, schalte um auf Sparflamme und sei einfach mal weg!

    Den Rest besorgt die Zeit



    Schlaflos

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    AW: Wenn die Fassade bröckelt...

    Ja, Mia - das kenn ich auch: immer fröhlich, gut gelaunt, den Anderen immer ein guter Ratgeber, verlässlich, pünktlich (naja - eigentlich ÜBERPÜNKTLICH), verantwortungsvoll, immer arbeiten gehen (auch mit Kopf unterm Arm), den Haushalt mit links schmeissen, ein liebes Wort für jeden, immer aus dem Ei gepellt, farblich abgestimmt...alles picobello eben.

    Und ich kenne auch die "Durststrecken" - fast depressiv. Akku völlig leer. "ich schaff das nicht mehr" "ich kann nicht mehr" "war das alles?" "wieviel muss ich noch ertragen" "keiner hat mich lieb" "immer muss ich blablabla" "die ärmste Sau auf Erden" - hach, ich könnt immer weiter machen

    Wie ich damit umgehe?

    Phase 1: mich im Selbstmitleid suuuuhlen EINEN TAG - NICHT MEHR!!!!
    Phase 2: beim Partner oder einer Freundin Luft machen
    Phase 3: gut zu mir selbst sein - mir was schönes, was verrücktes gönnen.
    Phase 4: und manchmal auch genau DAS machen, was gegen meine Prinzipien verstösst

    Besonders Phase 4 hilft mir immer ungemein - aber es darf halt niemand aus meinem Umfeld mitbekommen. Derjenige könnte ja merken, dass ich doch nicht perfekt bin
    Let´s go!

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    AW: Wenn die Fassade bröckelt...

    Zitat Zitat von gezzodanie Beitrag anzeigen
    Phase 3: gut zu mir selbst sein - mir was schönes, was verrücktes gönnen.
    Egal, was ich mir in letzter Zeit gegönnt habe, alles war VERRÜCKT!
    Immer im Hinterkopf "Mir doch egal...!" - egal, was die anderen denken; egal, ob es die Umstände jetzt gerade erlauben; alles egal.

    Denn: Schließlich bin ich gerade down und dann darf man sowas.

    Bis der Verstand wieder einsetzte (i. d. R. war es dann natürlich schon zu spät) und ein "Bist Du eigentlich bekloppt?"! folgte.

    Also, was das betrifft - so laß ich das lieber.
    "Man weiß immer, dass man jemand ganz Besonderen gefunden hat, wenn man einfach mal für ’nen Augenblick die Schnauze halten und zusammen schweigen kann."
    (Mia Wallace)

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    AW: Wenn die Fassade bröckelt...

    Du kannst Dir wohl selber sehr schlecht verzeihen?
    Let´s go!

  9. User Info Menu

    AW: Wenn die Fassade bröckelt...

    Ach, das würde so klingen, als ginge ich zu hart mit mir selber ins Gericht.

    Ich sag mal so...
    Ich kann stark anzweifeln, ob das 5. Paar Stiefel diesen Herbst nun wirklich sein musste, trage es dann aber dennoch.

    Andere Dinge... ja, da frage ich mich schon:
    Wärste jetzt bei klarem Verstand gewesen, hätteste das sicher nich gemacht, oder?

    Ich bin nicht böse.
    Zu anderen nicht, zu mir aber auch nicht wirklich.
    "Man weiß immer, dass man jemand ganz Besonderen gefunden hat, wenn man einfach mal für ’nen Augenblick die Schnauze halten und zusammen schweigen kann."
    (Mia Wallace)

  10. User Info Menu

    AW: Wenn die Fassade bröckelt...

    Aber Du gehst mir DIR schärfer ins Gericht, als dass Du es mit anderen tust - oder?
    Let´s go!

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