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    Nicht glauben können, dass andere einen mögen

    Ihr Lieben,

    nachdem einige von Euch mir schon so lieb im "Beziehung im Alltag"-Strang geholfen haben (wer mag kann da ja mal nachlesen) und mein Selbstwertgefühl derzeit etwas angeschlagen ist, möchte ich Euch um Rat zu einem Problem befragen, das mich, wenn ich es mir recht überlege, schon seit Jahren begleitet.

    Obwohl ich "objektiv" durchaus merke, dass ich bei anderen Menschen gut ankomme, eine freundliche und unkomplizierte Art habe, denke ich oft, dass die anderen mich doch eigentlich gar nicht gern haben KÖNNEN und lauere dann quasi regelrecht auf ein Anzeichen, dass jemand z. B. den Kontakt fallen lässt. Tut derjenige das nicht, bin ich ziemlich erstaunt und frage mich, was dieser "tolle Mensch" wohl an mir findet.

    Akutelles Beispiel: eine fröhliche, lustige und extrovertierte Kollegin aus einer anderen Abteilung, mit der ich geschäftlich keine Berührungspunkte habe, die ich aber zufällig über andere Kollegen mal kennen gelernt habe, bemüht sich gerade sehr um mich. Sie fragt, ob wir mal wieder gemeinsam Mittageessen gehen, hat mich jetzt auch schon privat zu einer Party eingeladen und gefragt, ob wir auch sonst mal was zusammen unternehmen wollen. Da die Kollegin der Typ "belieber Sonnenschein" ist, frage ich mich jetzt, warum sie ausgerechnet mit mir Kontakt sucht?!

    Auch bei Männern kann ich nie glauben, dass sich einer wirklich für mich interessiert und ersticke daher (laut Aussage meiner Freunde), oft schon jedes kleine Interesse im Keim weil ich mich dann distanziert und unnahbar gebe -> Grund: wirklich kann DER sich ja für mich nicht interessieren. Viel zu komisch, schüchtern und unattraktiv.

    Ohje, ich weiß echt nicht, woran das liegt. Meine Freunde können mir 1000 mal sagen, dass sie mich für eine liebenswerte
    und hübsche Frau halten, irgendwie dringt das bei mir nicht durch und ich fühle mich doch wieder minderwertiger als andere

    Vielleicht sollte ich noch dazusagen, dass ich mich oft etwas "anders als andere" fühle. Ich gehe nicht gern in laute Clubs oder auf Partys, sondern bin (wenn ich ganz ehrlich bin) lieber alleine mit einem schönen Buch oder Film oder mit einem einzelnen vertrauten Menschen, mit dem ich mich tiefergehend unterhalten kann. Ich kann mich bei Partys etc. aber durchaus anpassen, auch fröhlich und gesellig sein aber eigentlich macht mir sowas keinen Spaß und oft ertappe ich mich selbst dabei, wie ich auf die Uhr schiele und mir ausrechne, wann ich gehen kann, ohne dass es seltsam wirkt oder unhöflich wäre. Ich fühle mich dann ganz seltsam, leer und traurig weil ich sehe, wie die anderen Spaß haben und sich amüsieren und ich mir sonderbar vorkomme, weil ich das nicht auch genießen kann.

    Gerne würde ich dieses Problem angehen weil ich merke, dass es mich immer wieder belastet und behindert. Kennt jemand von Euch das bzw. konnte es vielleicht schon erfolgreich "angehen"?

    Vielen Dank und einen lieben Gruß vom
    Wassernixlein

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    AW: Nicht glauben können, dass andere einen mögen

    hi nixlein, kommt mir alles seeehr bekannt vor...

    so viel ich weiß, behandelt paul watzlawick das als eines seiner paradabeispiele in seiner "anleitung zum unglücklichsein": wer mich mag, mit dem kann etwas nicht in ordnnug sein.

    ich hoffe auf viele konstruktive antworten!


  3. Inaktiver User

    AW: Nicht glauben können, dass andere einen mögen

    Hallo Ihr Beiden! Auch mir kommt das alles so bekannt vor, dieses ewige Denken, dass die anderen eigentlich gar nichts mit mir zu tun haben wollen, sondern z.B. bloss grad nix besseres zu tun haben, sich aus Mitleid mit mir abgeben, weil sie eben Verabredungen zugesagt haben etc. etc.... oder dann ist eben mit den anderen irgendwas komisch, wenn sie sich dennoch mit mir abtun.

    Ich versuche gerade, dass Ganze von hinten auszudenken - solange er/sie keine eindeutigen Aussagen/Handlungen tätigt, die meine "Unzulänglichkeit" beweisen oder bestätigen, gehe ich davon aus, dass alles in Ordnung ist - ansonsten hat er/sie Pech gehabt, wenn er/sie sich nicht äußert Klappt immer besser, manchmal weniger gut, aber die Quelle ist wohl mangelndes Selbstwertgefühl...

    Aber ich bin ebenso gespannt auf viele Posts hier!

  4. Inaktiver User

    AW: Nicht glauben können, dass andere einen mögen

    Zitat Zitat von wassernixlein Beitrag anzeigen
    Vielleicht sollte ich noch dazusagen, dass ich mich oft etwas "anders als andere" fühle. Ich gehe nicht gern in laute Clubs oder auf Partys, sondern bin (wenn ich ganz ehrlich bin) lieber alleine mit einem schönen Buch oder Film oder mit einem einzelnen vertrauten Menschen, mit dem ich mich tiefergehend unterhalten kann. Ich kann mich bei Partys etc. aber durchaus anpassen, auch fröhlich und gesellig sein aber eigentlich macht mir sowas keinen Spaß und oft ertappe ich mich selbst dabei, wie ich auf die Uhr schiele und mir ausrechne, wann ich gehen kann, ohne dass es seltsam wirkt oder unhöflich wäre. Ich fühle mich dann ganz seltsam, leer und traurig weil ich sehe, wie die anderen Spaß haben und sich amüsieren und ich mir sonderbar vorkomme, weil ich das nicht auch genießen kann.
    Auch das kommt mir so bekannt vor! Ich habe einen relativ großen Bekanntenkreis, der aber nicht aus "BecksWerbung" Menschen besteht, sondern eher aus den "Leisen"... aber mittlerweile macht mir das nichts mehr aus. Auch nicht, dass ich wie Du keine Lust hab, nachts um eins in den Club zu gehen, weil ich genau weiß, dass ich um drei total müde bin und vieeeeeeel lieber in meinem Bett liege, als zu tanzen Und Du hast doch auch Spaß, oder? Halt nicht an den "spaßigen" Sachen, die so überschwenglich in der Werbung celebriert werden. Ist etwas wunderbares finde ich.

    P.S. Die Werbung erwähne ich deshalb zweimal, weil die Medien einen "Normalsein" und "volles Leben" allzu gerne verfälscht präsentieren, womit man sich dann oft krampfhaft zu identifizieren versucht, und daher ein Grund für dieses Unnormalsein-Gefühl sein könnte...

  5. Inaktiver User

    AW: Nicht glauben können, dass andere einen mögen

    Ich kenne solche Denkmuster bei mir von früher, kommt heute nur noch selten vor.

    Es ist so eine Art Selbstschutz für mich gewesen, um den Kontakt zu Menschen, die ich gerne mag und interessant finde, selbst zu verhindern: wo nix ist, kann auch nix schief gehen.

    Eigentlich hab ich die anderen damit innerlich abgewiesen, bevor sie mich abweisen konnten (weil sie ja eh über kurz oder lang bemerken müssten, wie doof und hässlich ich bin).
    Und das würde dann doppelt weh tun: weil mich jemand nicht mag, den ich mag - und weil ich dann wieder die Bestätigung für meine Unzulänglichkeit hätte.
    Was für 'ne Logik, aber so hab ich echt gedacht!

    Das teuflische an solch einer Strategie: sie funktioniert!
    Aber nicht aus den zuvor genannten Gründen, sondern weil es den meisten Menschen schlicht viel zu blöd und zu anstrengend ist, eine Mauer aus Selbstzweifel und Schüchternheit zu überwinden.

    Ich weiss nicht, ob du dich da wiedererkennst, aber in das Rom des Selbstzweifels führen ja bekanntlich viele Wege...

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    AW: Nicht glauben können, dass andere einen mögen

    Ich schätze mal, so eine Annahme kommt, wie alles Gute , aus der Kindheit.

    Hast du dich von deinen Eltern geliebt und angenommen gefühlt. Oder hakte es da? Oder musstest du vielleicht immer erst Leistung zeigen, bevor man dir zeigte, dass man dich liebt?

    Was haben deine Eltern in Kindertagen über dich gesagt? Waren es warmherzige, positive "Beurteilungen" oder waren sie eher abwertend?
    Man wandelt nur das, was man annimmt.

    C.G. Jung


    Nein ist ein ganzer Satz.


    Keine Ahnung von wem

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    AW: Nicht glauben können, dass andere einen mögen

    Oh ja, das kenne ich auch nur zu gerne obwohl ich inzwischen weniger Probleme davon habe, vor allem wegen meinem Partner der seine Positivitaet in Tueten packen und verkaufen sollte :) Ich wuerde auch lieber mit einer Person zusammensitzen und intensiv reden oder alleine ein Buch lesen als auf eine Party zu gehen. Ist einfach so, da werde ich mich wohl nicht mehr veraendern.

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