Liebe Wirrwarr,
ich kann Dich so gut verstehen, weil es mir genauso geht. Kommen Ideen von außen, bin ich dabei aber manchmal nur halbherzig.
Selbst die Initiative zu ergreifen, will ich zur Zeit nicht.
Ich bin seit fast 2 Jahren getrennt, viel emotionales Hin und Her aber auch begleitet von Therapie, da ich manchmal Angstzustände habe (aber auch schon während der Ehe).
Ich finde, wir haben oftmals ein falsches Bild von uns und wie wir sein sollten.
Vor 60 Jahren hättest Du diese Frage vielleicht nicht gestellt, weil man da nicht 10 Hobbies hatte und ständig ausging.
Da war man nicht mal abgelenkt von 100 Fernsehprogrammen und PC.
Wer bestimmt oder sagt, dass man ständig aktiv sein muss? Wer sagt, dass man sich ständig nach einem Partner sehnen muss?
Ich erlebe in meinem Umfeld einige Frauen, die noch während der Trennung in Single-Börsen unterwegs sind, um unbedingt einen neuen Mann kennenzulernen.
Für mich undenkbar, ich habe dieses Bedürfnis überhaupt nicht, zumal ich mich immer noch in der Bearbeitungsphase der letzten Trennung empfinde. Ich lerne auch Männer kennen, ich will jedoch keine Beziehung und keine verpflichtende Nähe. Noch nicht.
Frage mich manchmal auch, ob das normal ist, würde aber andererseits nicht gerne tauschen mit den bedürftigen Frauen aus meinem Umfeld, die immer auf der Suche sind. Und deren größtes Glück eine neue Beziehung ist, obwohl sie in der alten Beziehung wirklich unglücklich waren.
Ich erlebe da so wenig Reflexion, warum eine Beziehung gescheitert ist und welches der eigene Anteil war.
Mir geht es wie Dir. Ich habe meine Kinder, einen Hund, bin berufstätig und fühle mich deshalb schon gar nicht allein. Ich brauche unglaublich viel Zeit für mich, in der ich einfach sein und nachdenken kann.
Ich glaube daran, dass dies irgendwann einmal anders wird, ohne gleich wieder in Aktionismus zu verfallen. Wie lange dies dauern wird, keine Ahnung. Ich finde nicht, dass einige Wochen lange sind, schließlich gilt es viele Jahre der Beziehung zu verarbeiten.
Alles Gute für Dich
midway
Antworten
Ergebnis 21 bis 29 von 29
-
02.11.2010, 16:48
AW: Gott, werd ich ne schrullige Alte?
Ich habe keine Probleme mit der Rechtschreibung.
Meine Finger sind nur zu schnell für die Tastatur.
-
02.11.2010, 23:05
AW: Gott, werd ich ne schrullige Alte?
Hi midway: seit 2 Jahren???? Puuuhhh. Das is schon ganz schön lange. Auf der anderen Seite, um 16 J Beziehung/Ehe (in meinem Fall jetzt) zu verdauen und sich wieder selbst aufzurichten und Kraft aufzutanken, sicherlich nicht. Es gibt doch iwie so einen Spruch: Es braucht, solange es braucht oder so ähnlich?!
Eine neue Beziehung könnte ich mir jetzt im Mom auch noch nicht so wirklich vorstellen, vor ca. einem Jahr hab ich das auch noch anders gesehen, allerdings auch nicht, für den Rest meines Lebens alleine zu bleiben. Iwann sind die Kinder aus dem Haus. Das wär mir wahrscheinlich doch zuviel Einsamkeit/Ruhe?! Abwarten.
-
02.11.2010, 23:48
AW: Gott, werd ich ne schrullige Alte?
also, ich hab auch ganz viele decken und finde die wichtig im winter!
und in der nachbarschaft gibt's auch nen kamin :-)
-
03.11.2010, 07:59
AW: Gott, werd ich ne schrullige Alte?
Liebe wirrwarr,
ohne dich verunsichern zu wollen: mir geht es ähnlich wie midway, der Beitrag hätte so oder so ähnlich von mir sein können
Bei mir sind es jetzt gute vier Jahre, auch in Verbindung mit Therapie, viel "Arbeit" an mir selbst und sehr viel Ruhe.
Ich habe diese Zeit gebraucht und spüre jetzt: das Leben da draußen hat mich wieder. Ich habe wieder Interesse an Neuem, an neuen Menschen und Unternehmungen.
Alles hat seine Zeit im Leben. Und manchen Dingen und Entwicklungen muß man einfach Raum geben.
Alles Liebe für dich
wikiwiki"Wenn du eine Entscheidung treffen musst und triffst sie nicht, ist das auch eine Entscheidung."
William James
-
03.11.2010, 18:24
AW: Gott, werd ich ne schrullige Alte?
Ach, wie wir uns wieder unter Druck setzen. Auf der einen Seite, liebe Wirrwarr sagst Du, dass Dir nichts fehlt, auf der anderen Seite findest Du meine zwei Jahre unglaublich lange.
Lange im Bezug auf was? Auf unser gesamtes Leben? Auf eine fast 19-jährige Partnerschaft?
Verglichen mit den jungen, superaktiven mit ihren 8 Hobbies?
Es ist doch nicht so, dass das Leben an mir vorbeigeht. Ich bin durch meine Arbeit mit der "Außenwelt" verbunden, muss dort sehr aktiv sein. Ich bin im ständigen Austausch mit meinen Kindern, die mich für Ihre Probleme auch sehr brauchen. Und ich liebe Filme, das Kinogehen ist weniger geworden aber immer noch vorhanden :-). Aber dann brauche ich wieder Ruhe und einfach nur rumgammeln undmeine Couch durchsitzen
Ich war auch schon "verknallt", aber nur sehr kurz und eine Beziehung mit z.B. gemeinsamem Haushalt hätte ich nie gewollt. Warum sollte ich meine neue Freiheit nicht genießen, ich habe schließlich das, was sich viele andere wünschen hinter mir gelassen, weil ich in der Beziehhung nicht mehr glücklich war.
Wie soll ich innerhalb von ein paar Monaten wissen, welche Art von Beziehung mich glücklich machen würde? Nee, soweit bin ich noch nicht, so gut habe ich mich noch nicht kennengelernt.
Vielleicht ist es an der Zeit, die alte Wirrwarr zu verabschieden? Vielleicht ist es Zeit für die neue etwas ruhigere Wirrwarr.
Mir sagte vor Jahren eine Freundin mal: Auf dem Weg zu Dir selbst wirst Du manchmal alleiner, aber nie einsamer.
Liebe Grüße midway
PS: Die fast 2 Jahre sind übrigens ruckzuck vorbeigegangen.Ich habe keine Probleme mit der Rechtschreibung.
Meine Finger sind nur zu schnell für die Tastatur.
-
03.11.2010, 18:52Inaktiver User
AW: Gott, werd ich ne schrullige Alte?
Bei mir waren's vier Jahre - und ich habe in der Zeit viel ueber mich herausgefunden und erreicht, was ich mit Mann an meiner Seite nicht geschafft haette. Ohne diese "Selbstfindungszeit" koennte ich meine jetzige Beziehung zu meinem Mann gar nicht richtig wuerdigen.
-
03.11.2010, 22:37
AW: Gott, werd ich ne schrullige Alte?
Sorry midway falls das jetzt so rüberkam. Ich glaube nix, dass das Leben an dir vorbei geht. Auch für mich habe ich nicht dieses Gefühl.
Wahrscheinlich war meine Vorstellung vom Ausleben neu gewonnener Freiheit "falsch". So nach dem Motto, jetzt steht mir die Welt offen und ich kann nochmal richtig auf die Pauke hauen und all die Sachen tun, die vorher nicht möglich waren. Und dann verlässt mich meine Energie und ich klebe auf meinem Sofa fest und finde das irgendwie auch noch toll.
Dass dieser Lebensabschnitt etwas wichtiges ist und mich weiterentwickelt, merke ich mittlerweile selber.
-
04.11.2010, 11:08
AW: Gott, werd ich ne schrullige Alte?
Liebe Wirrwarr,
ich will hier auch noch meinen Senf dazugeben, nur weil mich dein Thema gerade so angesprochen hat aus eigener Erfahrung. Wie meine Vorschreiberinnen finde ich auch,
hör auf deinen Körper,
hör auf deine innere Stimme,
und genieße es - ohne schlechtes Gewissen.
Für mich hört es sich an, als ginge es dir gut beim Einigeln (wenn das schlechte Gewissen nicht wäre). Anderes würde ich dir raten, wenn eine Depression oder Ängste im Spiel wären, aber das scheint mir bei dir nicht so zu sein.
Nach meiner letzten Trennung, nachdem ich vorher ein paar Jahre durch eine frustrierende Beziehung und viel zu viel Arbeit alle Energie aufgebraucht hatte, bin ich ca. 9 Monate lang nach der Arbeit nur zu Hause gesessen und habe Krimis/Romane gelesen und bin früh schlafen gegangen. Das hat sooo gutgetan. Und danach war's ok, dann hat es mich plötzlich wieder rausgezogen. Wenn ich jetzt so eine Phase habe, dann lebe ich sie richtig extrem aus, umso schneller vergeht sie dann wieder
Gruß
ZoeliGeändert von zoeli72 (04.11.2010 um 11:09 Uhr) Grund: Grammatik
The universe conspires to make your dreams come true.
Paulo Coelho
-
07.11.2010, 00:25
AW: Gott, werd ich ne schrullige Alte?
Jetzt hab ich mir gerade alles durchgelesen und bin kurz vorm heulen, denn dann werde ich auch ne schrullige Alte.
Befinde mich gerade in der Trennungsphase von meinem Mann und einige der Dinge, die im Ausgangspost standen, sind für mich Trennungsgrund. Nicht weil mir alles zu viel wird, sondern weil ich einfach so fühle. Möchte auch allein sein und keine Erwartungen (mehr) erfüllen müssen, auch ich kümmere mich um meine Kinder, habe einen nervenaufreibenden Job und "eigentlich" Hobbys und Freunde, die im Moment völlig auf der Strecke bleiben. Weil ich gern für mich allein bin.
Oft werde ich gefragt, was ich mir vorstelle, was besser ist wenn ich ausgezogen bin. Nur will keiner die Antwort hören, ich sehe mich meine Entscheidungen frei treffen, mich nicht rechtfertigen dass ich schon oder erst ins Bett will, sehe mich mit einem Buch und einem Tee auf dem Sofa ... Einfach nur ich mit mir allein ...
Verwirrend für mich als absolut aktiven und quirligen Menschen, aber ich kann Euch plötzlich verstehen, als ob irgendwas in mir die Notbremse gezogen hat und beschlossen hat, Halt zu machen und zur Ruhe zu kommen. Und 2 oder 4 Jahre klingen für mich gar nicht lang, kann mir auch gar keine neue Beziehung vorstellen.
LG
ConscienceEs gibt zwei Wege aus der Dunkelheit:
Entweder Du machst Licht dort wo Du jetzt bist,
oder Du gehst in die Sonne.
- mir unbekannt -


Zitieren

