Tja, ich wusste nicht genau, wo ich mein Thema posten soll. Ich leg einfach mal los, sollte es nicht passen, kann es ja verschoben werden.
Ein kurzes Vorwort: ich bin weiblich, Anfang 30, Single, seit Jahren, attraktiv, intelligent...blablabla...
Ich habe immer mal wieder Männer, aber eine richtige Beziehung hatte ich seit Jahren nicht mehr und selbst die Letzte war nicht "normal". Ich war damals 24, er 40. Die Beziehung hat ein halbes Jahr gehalten.
Ich habe mich eigentlich immer für eine starke Frau gehalten, die sich nichts gefallen lässt, weiss was sie will, auch wenn es um Männer geht. Allerdings hat sich dann doch herauskristallisiert, dass ich Typ Arschloch bevorzugte. Dass wollte ich irgendwann nicht mehr und so fing ich an zu buddeln: Warum, wieso, weshalb? Warum suche ich mir solche Typen aus. Was habe ich für einen Selbstwert? Heraus kam ziemlich viel: vom Hang zur Co-Abhängigkeit bis hin zur Selbstaufgabe für den anderen...
Ich habe mittlerweile über die Jahre so viele Beziehungsratgeber gelesen, dass ich nicht mehr weiss, wo mir noch der Kopf stehen soll. Ich habe noch keinen einzigen gesunden, erwachsenen Mann getroffen, ich weiss auch, dass das mit meiner eigenen ausstehenden Entwicklung zusammen hängt. Ich frag mich aber ehrlich: wie machen das andere? Analysiert ihr auch so viel? Hinterfragt ihr euch, eure Beziehung, ob da erlernte Muster hinterstecken aus der Kindheit etc. pp.
Meine letzte große Erkenntnis betraf meinen besten Freund und mich: wir haben eine Mutter-Kind-Beziehung. Ich bemuttere ihn!!! Das hätte ich von mir nie gedacht. So und nun schwirrt mir echt der Kopf, weil ich nicht mehr weiss, gibt es ein richtig, ein falsch, bin ich die einzige, die sich anstrengt eine erwachsene Beziehung zu führen? Und wo bitte soll ich einen reflektierten Mann finden, der nicht das Muttersöhnchensymdrom hat? Wisst ihr, wie ich das meine? Ich habe das Gefühl, nichts mehr zu verstehen. Mich nicht, andere nicht, Beziehungen nicht.
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 23
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28.10.2010, 20:08Inaktiver User
Beziehungswirrwarr, Psychologie, Realität
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28.10.2010, 21:19Inaktiver User
AW: Beziehungswirrwarr, Psychologie, Realität
Manchmal ist es befreiend, einfach mal alle Beziehungsratgeber in die Tonne zu kloppen.
Und statt zu analysieren, einfach mal zu fühlen und zu leben.
Klar ist es sinnig, sich und eine Beziehung zu reflektieren. Aber Realität - wie in Deinem Strangtitel - ist eben auch, dass die wenigsten von uns ohne Narben durchs Leben kommen. Und eben auch mit dem ein oder anderen Spleen. Statt pausenlos zu analysieren, ist es manchmal einfach sinnig anzuerkennen, dass das Leben eben nun mal nicht den perfekten Partner, den perfekten Lebensweg für einen parat hält. Sondern dass es immer wieder darum geht, Schwierigkeiten zu bewältigen. Ohne gleich ein Beziehungs- oder Lebens-Legastheniker zu sein.
Hör mal auf Dich statt auf irgendwelche Ratgeber.
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29.10.2010, 02:22
AW: Beziehungswirrwarr, Psychologie, Realität
Hi Iwi!
Wenn du hier oder in anderen Foren liest, weißt du:
Du bist bei weitem nicht allein. Viele finden nicht den richtigen, andere haben einen, leider den falschen, aber leider Kinder mit ihm... andere haben die große Liebe gefunden und er ist eine Niete im Bett...
... und ganz ganz viele suchen trotzdem nach Mr.100% weils ja so schön ist im Kino!!
In meiner jetzt geendeten Studienzeit habe ich ein gutes Dutzend Frauen kennengelernt mit den gleichen Problemen. Reife, intelligente Frauen, die auf bindungsunwillige, dauerpubertierende Endzwanziger treffen... oder auf den Typ "Beziehungsmensch" dessen Gleichberechtigungsgeschwafel nur bis zum ersten Kind hält und sich dann als rheotirische Aufrüstung entpuppte.
Also nein, du bist nicht allein oder irre oder sonst etwas. Solltest du Karriere machen, wird es sogar noch schwerer für dich werden, da Karrierefrauen überproportional Single sind.
Was kann Frau also tun?
Möglich sind Singlebörsen in denen du klar reinschreibst, was du willst, dann sortierst du schon mal viel aus.
Auch wenn es unbeliebt ist, die Zahlen sagen: es funktioniert ziemlich gut.
Oder du suchst dir Lokalitäten und Events die zu dir passen. Z.B. gibt es bei den Grünen eine Menge Männer, die keine Problem mit Frauenquoten und Gleichbereichtigung haben... wenn du also politisch interessiert bist. *hehe*
Reflektierte Männer findest du dort, wo Reflexion gewürdigt wird.
Gruß
Narai
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29.10.2010, 08:54
AW: Beziehungswirrwarr, Psychologie, Realität
Hallo Iwi
Klingt nach sehr gespaltenen Wegen. Deinen guten Freund dominierst du, willst mit ihm aber nichts anfangen. Männer, mit denen du was anfangen willst, dominieren dich. Klingt alles sehr nach Machtspielchen und gar nicht nach gleichberechtigten Beziehungen.
Wie wärs mal für den Anfang mit einer Klärung deiner Männerpräferenz? Kannst du mit einem "normalen", nicht übermäßig dominanten Mann überhaupt etwas anfangen? Kickt dich so einer überhaupt? Einer, der einfach morgens aufsteht, Frühstück macht, arbeiten geht und abends ein bißchen kuschelt und Hobby macht? Der dich aber nicht durch seinen wilden Lebenswandel reizt, der berechenbar ist und mit dir die nächsten 10-20 Jahre planen möchte mit Heirat, Kindern etc.? Kommst du damit klar?bin ich die einzige, die sich anstrengt eine erwachsene Beziehung zu führen? Und wo bitte soll ich einen reflektierten Mann finden, der nicht das Muttersöhnchensymdrom hat? Wisst ihr, wie ich das meine? Ich habe das Gefühl, nichts mehr zu verstehen. Mich nicht, andere nicht, Beziehungen nicht.
Gruß
BlauerHimmel
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29.10.2010, 09:06
AW: Beziehungswirrwarr, Psychologie, Realität
Wenn Du am wenigstens damit rechnest, findest du Deinen potenziellen Partner....
Mr. 100% Perfect gibt es nicht. Die Erfahrung hat mir gezeigt, dass das nicht realistisch ist.
Kopf hoch, du bist nicht "seltsam" oder "komisch", sondern einfach eine tiefgründige Frau. Allerdings musst du einfach auch mal den Kopf ausschalten und spüren...denn dann spürst du, ob du den Menschen mit seinen Macken auch liebst und ihn nicht ändern willst.
Setze nicht vorraus das andere Menschen, und gerade viele Männer, dieise Emotionalität und Sensibilität nachempfinden können und genau so handeln.kathilein-k
"Hobbys sind die Fenster im Haus des Alltags"
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29.10.2010, 09:11Inaktiver User
AW: Beziehungswirrwarr, Psychologie, Realität
Ich hatte ähnliche Muster.
War nach zwei Teenie-Beziehungen jahrelang mehr oder minder Single (nur Affairen und Kurzzeitbeziehungen).
Bis ich eine "Beziehung" hatte, mit der ich mich emotional so richtig tief in die Sch++++ geritten habe.
Also ich da raus kam und mich wieder gesammelt hatte, hatte ich wirklich was gelernt, hatten sich Muster wirklich geändert. Waren aufgebrochen ... wie man es auch immer nennen will.
Einzige Zeit später bin ich mit einem ganz anderen Typ Mann zusammen gekommen und erwarte jetzt ein Kind (das hatte ich eigentlich schon abgeschrieben).
Will sagen:
Ratgeber sind eben nur Theorie. Sie können Erklärungsansätze liefern.
Aber nichts geht über das gelebte Leben.
Ich weiss, das ist jetzt kein sinnvoller Rat (a la :Such dir ein Arschloch und treib dir das Muster entgültig aus), aber ich möchte dich ermutigen, dich nicht aus dem Leben zurückzuziehen und nur noch darüber zu brüten, was dein Problem ist.
Ausprobieren, leben ... das bringt am meisten für die eigene Entwicklung.
Ist zumindest meine persönliche Erfahrung
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29.10.2010, 09:26Inaktiver User
AW: Beziehungswirrwarr, Psychologie, Realität
Wenn´s dich sehr quält und du dich nur noch im Kreis drehst: Scheue dich nicht, mal einen Experten zu Rate zu ziehen. Eine neutrale zweite Meinung erhellt ungemein. Geh mal drei, vier Stunden zu einer Therapeutin. Das hilft auch, die Gedanken zu ordnen, weil man alles nacheinander berichten muss. So kann man das Gedanken-Wirrwarr ganz allmählich entknoten.

Psychologische Ratgeber sind im Vergleich dazu oft nichts wert, weil immer alles irgendwie ein bißchen stimmt. Nur eine geschulte Person kann dir tatsächlich sagen, wo deine Tendenzen liegen.
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29.10.2010, 10:27
AW: Beziehungswirrwarr, Psychologie, Realität
Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.
Antoine de Saint-Exupéry
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29.10.2010, 11:40
AW: Beziehungswirrwarr, Psychologie, Realität
Dem würde ich mich auch anschliessen!
Einfach so weitermachen wie bisher und das Denken komplett wieder ausschalten, davon halte ich aber nichts. Ich kenne einige Frauen, die das seit Anfang 30 bis heute (in den 40ern) immer wieder so machen, immer wieder davonlaufen und Muster wiederholen. Es ist nie ein Fehler, der Sache auf den Grund zu gehen.
Es ist aber dann, wenn man genug "gekurbelt" hat, so, wie Betty hier schreibt: Aus deinen bisherigen Erfahrungen könntest du zumindest schon mal real herausziehen, was du auf gar keinen Fall mehr willst. Und das solltest du dann versuchen, zu leben.
Weil das sehr schwer ist und man auch nur tendenziell in eine andere Richtung kommt, such dir eine fachliche Begleitung. Es kann auch sein, dass diese noch eine "Überraschung" für dich bereithält, die in keinem Ratgeber steht, weil es ganz allein etwas mit dir zu tun hat. In Ratgebern stehen Stereotypen.
Vor Enttäuschungen kann man sich nur in ganz kleinen Schritten und langsamen Erkenntnissen schützen!
Geändert von Elwyn (29.10.2010 um 11:44 Uhr)
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29.10.2010, 13:21Inaktiver User
AW: Beziehungswirrwarr, Psychologie, Realität
Danke für eure Antworten!
@ blauer Himmel: du hast den Nagel mitten auf den Kopf getroffen. Ich habe Beziehungen als Machtverhältnis kennengelernt, wo einer oben und der andere unten ist, manchmal sich abwechselnd. Ein gleichberechtigte Partnerschaft habe ich noch nicht miterlebt, kenne ich nicht.
Deine Frage, ob ich einen normalen Typen überhaupt anziehend finde kann ich verneinen. Daran finde ich nichts interessant, ich brauche jemanden mit Persönlichkeit, jemanden, der anders ist. So ein 9-5 Job, geregelte Arbeit, Spießbürgertum macht mir eher Angst und das ist keine Übertreibung. Heriaten und Kinder bekommen möchte ich nicht. Das ist für mich nicht erstrebenswert.
Ich glaube eine Beziehung zu führen bedeutet auch, einen gewissen Selbstwert zu haben. So ganz bin ich aus meinem Kindchenschema aber noch nicht raus. Eigentlich bräuchte ich einen Mann, der eher als Vaterfigur fungiert. Mir Aufmerksamkeit zukommen lässt, mich bedingungslos liebt, annimmt...und dann sehe ich mir den Partnermarkt an und treffe dort auf Männer, die bemuttert werden möchten, denen meine Persönlichkeit herzlich egal ist, hauptsache ich sehe gut aus. Alleine aus diesem Grund habe ich mich in den letzten 2 Jahren äußerlich unattraktiv gekleidet.
Was für mich bei allem hindurchscheint, wenn ich mir meine eigenen Argumtente, Begründungen und Fragen anschaue, dann merke ich, wie ich die Verantwortung für mein Leben immer noch von mir weg schieben.
Ich bin so fest davon überzeugt, nichts Gutes verdient zu haben, dass ich gerade gan zwunderbar daran arbeite, diese innere Einstellung auf allen erdenklichen Ebenen real werden zu lassen.


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