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    Drama-Dreieck - Opfer, Retter, Verfolger

    Hallo,

    wie steht ihr zum Model des Drama-Dreiecks? Habe mir ein Buch gekauft, und einiges darin darüber gelesen. Das Buch ist von Christel Petitcollin und heißt: Da mach ich nicht mehr mit! Psychospiele durchschauen.

    Also ich weiß noch nicht genau, wie ich zu diesem Model stehen soll. Dass man die Rollen von Opfer, Retter und Verfolger einnimmt.

    Verschiedene Streitereien die ich im Leben mit anderen hatte, hätte man auch als Psychospiel werten können, so wie es im besagten Buch steht, dem stimmte ich aber nicht zu. Da ich in besagten Situationen nicht gespielt habe, sondern es mir immer sehr ernst wahr.

    Vielleicht verstehe ich das Konzept des Drama-Dreiecks noch nicht so richtig.

    Vielleicht kann man auch nicht immer erkennen, wer in welcher Rolle ist. Ein Beispiel: Ich und noch ein anderer streiten uns. Die Person gibt mir die Schuld für etwas. Nach meinem Verständnis sieht diese Person sich als Opfer an, da die Fehler nach ihrer Meinung nicht bei ihr sondern bei mir liegen. Gleichzeitg wirft diese Person mir vor, dass ich mich als Opfer sehe, nachdem ich mich gegen sämtliche Schuldzuweisungen gewehrt habe. Was ja mein gute Recht sein kann, wenn besagte Person lieber die Schuld bei anderen sucht. Anstatt zu gucken wofür ist man selbst verantwortlich, wofür der andere. Wer ist jetzt wirklich in welcher Rolle?

    Genauso habe ich das Gefühl, als ob dieses Model unterstellt, dass man die Rollen aus eher Selbstsüchtigen gründen einnimmt.

    Der Opfer ist Opfer, weil es ihm in der Rolle eigentlich ganz gut geht. Dem stimme ich persönlich nicht zu. Viele werden zu Opfern und können nichts dafür. Beispiel: Mobbingopfer.
    Dem Retter unterstellt man gern mal nur Retter in diesem Spiel zu sein um sich persönliche Vorteile zu verschaffen und wenn es das höhere Ansehen ist. Das habe ich auch mal bei jemandem vermutet. Man muss aber zugeben, dass viele auch helfen, weil sie nun einfach mal wirklich nett sind, ohne spielerische Hintergedanken.
    Ok, zum Verfolger kann ich nicht viel schreiben, da mir bei ihn die Sympathien fehlen.

    Wie denkt ihr denn so über das Drama-Dreieck?

    LG Saphira-Marie
    Geändert von Saphira-Marie (27.10.2010 um 16:18 Uhr)

  2. Inaktiver User

    AW: Drama-Dreieck - Opfer, Retter, Verfolger

    Zitat Zitat von Saphira-Marie Beitrag anzeigen
    Wie denkt ihr denn so über das Drama-Dreieck?

    LG Saphira-Marie
    Hm kenne das Buch nicht aber was mir viel wichtiger wäre was zieht er für Rückschlüsse daraus?
    Jeder hat doch schonmal die Rolle des Retter, des Verfolgers oder des Opfers eingenommen, mal mehr mal weniger.

    Kommunikation und die damit verbundenen Missverständnisse wurde ja schon von von Thun beschrieben.

    Bei einer Auseinandersetzung kann man auch die Fey'sche Tasse als Mittel hernehmen. Je nachdem wo man steht hat man einen anderen Blickpunkt auf ein und dasselbe.

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    AW: Drama-Dreieck - Opfer, Retter, Verfolger

    Zitat Zitat von Saphira-Marie Beitrag anzeigen
    Hallo,


    Der Opfer ist Opfer, weil es ihm in der Rolle eigentlich ganz gut geht. Dem stimme ich persönlich nicht zu. Viele werden zu Opfern und können nichts dafür. Beispiel: Mobbingopfer.
    Das ich in der Realität ein echtes Opfer bin ist nicht die Voraussetzung dafür, mich als Opfer zu fühlen.

    Was dieses Grundgefühl ausmacht ist doch, sein Leben nicht aktiv gestalten zu können sondern immer wieder einfach nur Pech zu haben. (Ach ja, mir passieren immer so schlimme Sachen, kein Wunder dass ich nicht auf einen grünen Zweig komme!)

    Der vermeintliche Vorteil: Ich bin auch nicht Schuld, wenn etwas nicht gelingt. Das böse Schicksal, die Gesellschaft, der unfähige Chef, der meine wahren Talente nicht erkennt - DIE verhindern, dass ich groß raus komme. Nicht ich.

  4. Inaktiver User

    AW: Drama-Dreieck - Opfer, Retter, Verfolger

    Zitat Zitat von Saphira-Marie Beitrag anzeigen
    Verschiedene Streitereien die ich im Leben mit anderen hatte, hätte man auch als Psychospiel werten können, so wie es im besagten Buch steht, dem stimmte ich aber nicht zu. Da ich in besagten Situationen nicht gespielt habe, sondern es mir immer sehr ernst wahr.
    Den Begriff Spiele hast Du missverstanden. Es geht nicht darum, dass es nicht ernst ist, sondern um das Interaktionsmuster, das dafür sorgt, dass keiner der Beteiligten sich verantwortlich fühlen muss. Gleichzeitig wird der Begriff Schuld extrem wichtig und die Beziehung wird einer Bewertung unterzogen.

    Ich und noch ein anderer streiten uns. Die Person gibt mir die Schuld für etwas. Nach meinem Verständnis sieht diese Person sich als Opfer an, da die Fehler nach ihrer Meinung nicht bei ihr sondern bei mir liegen. Gleichzeitg wirft diese Person mir vor, dass ich mich als Opfer sehe, nachdem ich mich gegen sämtliche Schuldzuweisungen gewehrt habe. Was ja mein gute Recht sein kann, wenn besagte Person lieber die Schuld bei anderen sucht. Anstatt zu gucken wofür ist man selbst verantwortlich, wofür der andere. Wer ist jetzt wirklich in welcher Rolle?
    Wechselseitig sieht sich jeder als Opfer des Anderen, keiner hinterfragt de eigene Rolle oder Verantwortung.
    Bei Deinem Beispiel fehlt der Helfer. das wäre z.B. eine Person, die ungefragt vermitteln will und in die Interaktion hineingezogen wird.

    Wenn der Helfer von einem der beiden angegriffen wird, wird er zum Opfer, der Angreifer ist Täter und der Dritte fühlt sich eventuell berufen als Helfer einzuschreiten. So wechseln die Rollen ständig die Besetzung, alle drei verharren behaglich in der Situation und es kann keine Änderung eintreten.

    Für mehr Klarheit empfehle ich Dir Eric Berne Spiele der Erwachsenen, das ist verständlich geschrieben und da wird der Spielbegriff deutlicher herausgearbeitet.

    Genauso habe ich das Gefühl, als ob dieses Model unterstellt, dass man die Rollen aus eher Selbstsüchtigen gründen einnimmt.
    Gut erkannt. Man muss nichts ändern, denn wie jaara schreibt, die anderen sind schuld.

    Sympathisch ist keine der 3 Rollen, denn Weiterentwicklung und Übernahme der Verantwortung wird von allen 3 Rollen boykottiert.

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    AW: Drama-Dreieck - Opfer, Retter, Verfolger

    hm, gehört dieses drama-dreieck-modell zur allgemeinen bildung?

    mir ist das bisher noch nicht untergekommen, auch in etlichen kommunikations-seminaren nicht. (was nicht heißen soll, dass es nicht trotzdem ziemlich gut bekannt ist ;-) )


  6. Inaktiver User

    AW: Drama-Dreieck - Opfer, Retter, Verfolger

    Lizzie, in Kommunikationsseminaren wird das eher nicht thematisiert, dazu ist es zu speziell. Es gehört zur Transaktionsanalyse, ein psychotherapeutisches Verfahren. Wenn Du unter Eric Berne suchst, findest Du mehr Informationen.

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    AW: Drama-Dreieck - Opfer, Retter, Verfolger

    ok :-)

    transaktionsanalyse sagt mir was *imgedächtniskram*


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    AW: Drama-Dreieck - Opfer, Retter, Verfolger

    @Nathalie

    Beschäftigt sich Eric Berne de facto mit der sogenannten Spieltheorie, oder ist es ein Ratgeber?

    Ich wäre sehr interessiert an verständlichen Büchern zur Spieltheorie, im weitesten Sinne auch Sozialpsychologie, in denen auch diese entsprechenden psychologischen Experimente gut dargestellt sind. Hast du einen Tipp?

  9. Inaktiver User

    AW: Drama-Dreieck - Opfer, Retter, Verfolger

    Elwyn, Eric Berne hat das Konzept entwickelt. In Spiele der Erwachsenen stellt er diverse Spiele vor, in Erinnerung ist mir WaNJa, ein Spiel, in dem der Retter Vorschläge macht (Warum nicht) und der zu Rettende Gründe vorbringt, warum die Vorschläge nicht funktionieren können (Ja aber). Es werden noch mehr Spiele vorgestellt, aber an die kann ich mich leider nicht mehr erinnern.

    Ich bin interessierter Laie, nicht vom Fach, und komme eigentlich aus dem Bereich Kommunikation, daher kann ich Dir keine weiterführenden Tipps geben.

  10. User Info Menu

    AW: Drama-Dreieck - Opfer, Retter, Verfolger

    @Nathalie

    Trotzdem ganz herzlichen Dank - ich werd mir das Buch von Eric Berne mal besorgen!

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