Hallo an alle,
ich hatte ja hier in letzter Zeit im Kennenlernen-Strang geschrieben, da ich (mal wieder) tierischen Liebeskummer hatte, in ein Flirt / ein Kennen lernen mehr hinein interpretiert habe....Was mir selbst fast Angst macht: in solchen Situationen reagiere ich völlig über, kann kaum arbeiten und mich auf nichts konzentrieren. Voriges Jahr hatte ich bereits eine schwierige Trennung und habe fast 8 Monate nur durchgehangen, Kette geraucht und auch das eine oder andere Glas zuviel getrunken. Mit nicht gerade angenehmen Konsequenzen beruflicher Natur, da ich selbständig bin und kaum Auftrage generieren konnte.
Nun, das war eine "richtige" Trennung, aber meine Reaktion darauf ist - auch für meine Freunde - wohl ziemlich extrem. In der letzten Situation, einen Monat her, wo ich mich unglücklich und unerwidert verliebt hatte, war es auch wieder extrem. Obwohl es beruflich besser nicht laufen könnte, bin ich dann nicht in der Lage, auch nur einen Handgriff zu machen, ich grübele rum, rauche Kette und der Tag vergeht. Sport, Aktivitäten - alles lege ich dann in der Zeit auf Eis.
Ich bin Ende 30, kein Teenie mehr und reagiere doch immer und immer wieder so. In den letzten fünf Jahren waren es fast nur solche Geschichten, meine Freunde stehen zu mir und hören auch zu, aber natürlich sagen sie mir auch, dass meine Reaktionen bei Liebeskummer nicht normal sind. Die Frage ist, ob es Leute hier gibt, denen es ähnlich geht, was habt ihr dagegen unternommen? Einmal habe ich auch eine Gesprächstherapie gemacht, mir ging es aber immer nur besser direkt nach den Stunden aber sobald ich in eine Situation komme, wo ich mich verknalle / mir mehr vorstellen könnte und der andere nicht, gerate ich in so einen Ausnahmezustand. Meist hält der so lange an, bis ich eine Klärung mit dem jenigen geradezu erzwinge.
Dann kann ich akzeptieren und langsam, langsam, langsam wieder zum Alltag übergehen. In der Zwischenzeit aber hänge ich rum, ruiniere meine Gesundheit und bin nur am Grübeln. Sonst kann ich mich (s. meine Stränge hier) eher als im Leben stehende Frau bezeichnen, ich habe Erfolg in meinem Job und bin als Selbständige auch schon lange etabliert. Nur eben diese Seite passt so gar nicht zu mir und ich wünschte mir, ich könnte auf die Ratschläge hören, die da heißen" Hake die Sache ab und weiter gehts". Gut, irgendwann geht das auch, aber wie gesagt, meine Phasen des Leidens sind unendlich lang und auch unangemessen, das ist mir bewußt. Ich habe im übrigen keine schlechte Kindheit gehabt, habe keine Mißbrauchserfahrungen und bewege mich sonst recht selbstbewußt durchs Leben. Habe einen lieben Freundeskreis, schöne Wohnung und bin auch mit meinem Äußeren total zufrieden.
Also das drum herum ist schon so, dass man meinen sollte, als erwachsene Frau sollte ich doch solche Herzensangelegenheiten nach einiger Zeit in den Griff bekommen. Tue ich aber nicht. Wem geht es evtl. ähnlich, bzw. wer hat solche Erfahrungen auch und was habt ihr dagegen getan? Ich würde mich sehr freuen, Antworten zu erhalten. Liebe Grüße, Waterwoman
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26.10.2010, 12:53
Bei Liebeskummer hebelt sich mein Leben aus - was dagegen tun?
Geändert von Lizzie64 (26.10.2010 um 13:44 Uhr) Grund: Absätze eingebaut, besser lesbar.
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26.10.2010, 13:34
AW: Bei Liebeskummer hebelt sich mein Leben aus - was dagegen tun?
Liebe Waterwoman,
ich kann das total nachvollziehen, ich reagiere (bzw. reagierte) auch immer genau so auf Trennungen!
Total durch den Wind, völlig handlungsunfähig, extrem verunsichert, Gedankenkarusselle - das ganze Programm!
Bevor ich zum Trennungserleben etwas sage, möchte ich noch mal nachfragen: Hast du diese Spirale schon vor der eigentlichen Trennung, also solange nichts geklärt ist? Oder nach der endgültigen Aussprache? Oder beides?
Und wie lange halten diese Trennungsschmerzen nach einer endgültigen Aussprache an?
Grundsätzlich gibt es bei Trennung ja diese 4 Phasen: Nicht-Wahrhaben-Wollen, Wut, Verzweiflung//Depression, langsamer Neuanfang/Abnabelung. Um diese Erfahrungen wird man nicht ganz herumkommen, das geht leider wohl jedem so. Von der Dauer her ist das bei jedem unterschiedlich und hängt letztlich auch davon ab, an welche Signale man sich beim anderen noch klammert - generell dauern bei mir diese Trennungsschmerzen ungefähr ein halbes bis ein Jahr an. Ich glaube, damit liege ich nicht schlecht im "Rennen" - es gibt Menschen, die verarbeiten das sehr viel langsamer.
Dafür kenn ich diese totale Verzweiflung - manchmal glaube ich, dass ich stärker leiden muss, damit ich es dann aber auch besser verarbeite und vor allem schneller als andere. Sprich: durch das GANZ TIEFE Loch, um dann relativ schnell richtig wieder aufzustehen. Könnte das bei dir auch so sein? Ich mache mir zumindest nichts vor, um nach aussen hin weniger zu leiden, stelle mich dafür aber eben dem Ganzen auf recht brutale Art und Weise!
Wie ist das bei dir? Bist du dafür, dass du so extrem leidest, dann eventuell auch irgendwann ganz "extrem" darüber hinweg?
Möglicherweise hilft dir auch das ständige Reden und du musst einfach extrovertiert darüber sprechen. Scheinbar brauchst du das genauso wie ich es von mir selbst kenne. Habe ich keinen Gegenpart, der mir die Gedanken sortiert, dann kommen eben auch diese Gedankenspiralen, die nur schlecht auszuhalten sind. Mir hilft eventuell noch aufschreiben oder darüber lesen, was das Zeug hält. Ich kann das auch leider nicht anders und irgendwie nicht mit mir selbst ausmachen, aber leider strapaziert es meine Freundinnen nach einer Weile dann berechtigterweise schon sehr. Daher denke ich, dass die Gesprächstherapie für dich eine gute Sache ist. Da darfst du das kurbeln und aussprechen, bis es irgendwann eben sitzt.
Soviel erstmal dazu! Und lass dich mal drücken!
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26.10.2010, 14:19
AW: Bei Liebeskummer hebelt sich mein Leben aus - was dagegen tun?
Oh wie gut kenne ich das Waterwoman, daher danke, dass du es hier hereinstellst, ich bin sehr gespannt, wie andere das bewerkstelligen.
Ich habe genau das gleiche Problem, dass ich mich so in etwas hineindenke, dass mir eine gewissen Zeit, die Lust zu allem anderen fehlt. Rauche ich sonst sehr selten, schaffe ich es in dieser Zeit auch fast "kette" zu rauchen, nur weil ich mich in dieser Gedankenwelt dann echt verrenne.
Genau wie du, stehe ich sonst echt fest im Leben, aber sobald es an eine Herzensangelegenheit geht, dann setzt mein Gehirn auf Dauerschmerz... und nur grübeln grübeln.
Aber ich habe das auch grundsätzlich bei größeren Problemen.
Ich rede da aber nicht viel drüber - ich mache grundsätzlich viel selbst mit mir aus, bzw. versuche ich es.
Jobtechnisch kann ich mir meine Arbeit dann auch schieben, weil ich an manchen Tagen nichts auf die Reihe kriege. Wobei, bei wirklich wichtigen Dingen kann ich mich dann auch schon ein paar Stunden zusammenreißen, aber wehe ich schließe nach Feierabend die Tür hinter mir zu.
Ich weiß nicht, ob das vielleicht eine Begleiterschung des Alleinseins ist?
Bin wirklich gespannt....
lg Shani
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26.10.2010, 14:45
AW: Bei Liebeskummer hebelt sich mein Leben aus - was dagegen tun?
Hallo!
Danke für eure Antworten.
Also eigentlich ist der extremste Schmerz/Liebeskummer bei mir am wirken, wenn ich - z. B. in einer Kennenlernphase, wie gerade erst - merke, es erfolgt ein Rückzug und ich weiß nicht, was los ist. Da gerate ich dann völlig durch den Wind, grübele, grübele und grübele und mache (leider) auch unüberlegte Dinge (angetrunken ihn anrufen usw.). In dieser Zeit bekomme ich im Alltagund Beruf nichts, aber auch gar nichts auf die Reihe. Bekomme ich dann irgendwie ein Statement, dass es nicht passt, bzw. dass MANN sich nichts näheres mit mir vorstellen kann, dann ist der Schmerz zwar auch groß, aber ich kann langsam (seeeehr langsam) wieder meinen Alltag bewältigen.
Bei der letzten Trennung, als es ihm einfiel nach einem halben Jahr, dass der Funke nicht übergesprungen ist, ich jedoch dachte, dass ist jetzt DER Partner fürs Leben, war ich richtig in Schockstarre. Faktisch habe ich die darauf folgenden 8 Monate nicht wirklich erlebt, an manchen Tagen mußte ich mich sogar zwingen, unter die Dusche zu gehen und nicht im Bett liegen zu bleiben.
Die verschiedenen Phasen nach einer Trennung kenne ich, auch die Bücher darüber habe ich aufgesogen. Was aber eben das absolut unnormale ist, ist dass ich halt auch in so Kennenlern-Phasen/Schwebezuständen, wo ich nur minimal merke, es ist mal wieder NICHT auf Gegenseitigkeit, so tief ins Loch falle. Es gibt ja Leute, ich bewundere das, die sich dann sagen: okay, wer nicht will der hat. Ich aber grübele und überlege, was nun diesmal wieder der Grund war, schmiede Pläne, wie ich was arrangieren kann, um ihn zu sehen, mit ihm zu sprechen usw., usf. Klappt fast nie und wenn, dann habe ich mir bisher immer noch mal die absolute Klatsche im Gespräch abgeholt. Das tut dann auch immer noch mal sehr weh, aber die Klarheit hilft, wieder in den Alltag zu kommen. Meine Angst ist, dass ich das nie so abstellen kann. Was ist, wenn der nächste kommt, ich verliebe mich, evtl. ist es auch wieder nicht auf Gegenseitigkeit und diese immense Leidensphase beginnt erneut? Man kann ja davon ausgehen, dass es im Leben sicher mal noch öfter solche Situationen gibt. Wie kann ich mich evtl. davor schützen, immer gleich in so einen Leidensweg zu fallen? Das würde mir echt helfen, zu wissen. Therapie?! Hm. Na ja, ich sage ja: sobald ich aus der Praxis raus war, hat oft mein Gedankenkarussell schon wieder eingesetzt. Und ja, die Freundinnen sind geduldig, aber irgendwann können sie es auch nicht mehr hören, gerade dann, wenn - wie jetzt in meiner letzten Situation - jeder Außenstehende sieht, was ich nicht wahrhaben und dennoch immer drüber reden will....Ein Wahnsinn!!!!!!!!!!!!!!!
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26.10.2010, 15:20
AW: Bei Liebeskummer hebelt sich mein Leben aus - was dagegen tun?
Seh ich mich völlig drin wieder! Übrigens auch bei grösseren Problemen oder emotional "adoptierten" Freundschaften...Bekomme ich dann irgendwie ein Statement, dass es nicht passt, bzw. dass MANN sich nichts näheres mit mir vorstellen kann, dann ist der Schmerz zwar auch groß, aber ich kann langsam (seeeehr langsam) wieder meinen Alltag bewältigen.
Ich würde die beiden Phasen erstmal grundsätzlich voneinander unterscheiden!
Phase 1 ist diese extreme Ambivalenz in einer Kennenlernphase. Ambivalente Signale sind auch schwer zu verstehen, häufig sind sie ja in der Form, wie du sie beschreibst, noch nicht eindeutig zu deuten.
Kleinste Anzeichen von Rückzug lösen bei mir genau dasselbe aus: Verlustangst.
Diese Anzeichen reichen aber dann offenbar nicht aus, um bereits selbst auf Abstand zu gehen bzw. ich hab mich zu dem Zeitpunkt dann in aller Regel auch schon zu stark daran gebunden. Im Gegenteil, dann gehts erst richtig los mit Grübeln, Schuldgefühlen, Rettenwollen, Festhalten - und eben dieser Angst, das ist zu grossen Teilen Handlungsunfähigkeit und Ohnmacht, weil man der Entscheidung des anderen bereits ausgeliefert ist. Um diese Ohnmacht nicht zu ertragen, fange ich auch mit diesem Aktionismus an (Telefonieren, Nachhaken...).
Phase 2 ist die echte Trennung.
Bedeutet: Klarheit aber auch endgültige Abfuhr, was dann in dieser Form, in der du sie dir (ich auch) abholst, erstmal ein gewaltiger Schlag gegen das Selbstwertgefühl ist.
Dann ist das Selbstwertgefühl natürlich am Boden, aber im Kopf herrscht wenigstens Klarheit. Führt dazu, dass du vermutlich immerhin die Reste deines Selbst aufsammelst und von Grund auf wieder neu hochpeppelst. Und es scheint dir dann der Abstand einfacher zu gelingen, immerhin.
Ich hab zu dem Thema de facto Therapie gemacht.
In Phase 1 geht es mit ziemlicher Sicherheit darum, kleinere Anzeichen von Rückzug anders zu bewerten, darauf selbst schützenden Abstand zu nehmen und diesen (von uns als erzwungen empfundenen) Abstand und die Ängste auszuhalten.
Daran hindert mich eine Verlustangst aus der Kindheit (wie das bei dir ist, müsstest du rausfinden).
Was nichts bringt: Dann Aktionismus und versuchen, das zurechtzubiegen. Meist empfindete das Gegenüber das als zu eng und mauert noch mehr.
Was aber der Abstand mit sich bringt: Später vielleicht ein Einlenken. Auf jeden Fall leider Ohnmachtsgefühle und Stillstand ohne offene Fragen klären zu können.
In Phase 2 gehts darum, gar nicht erst soweit zu runter zu kommen, dass man sich wie Münchhausen am eigenen Schopf aus dem Nichts wieder hochziehen muss. Das ist aber letztlich eine Folge aus Phase 1, nämlich der, die Grenzen des anderen nicht rechtzeitig akzeptieren und damit auf die endgültige Abfuhr freiwillig verzichten zu können. So wichtig diese Abfuhr ist, sie ist vielleicht vermeidbar, es wäre jedenfalls schön, denn in der Härte verletzt das immer...
Bei mir geht das manchmal nur über Streit, Schuldzuweisung und Konflikt, sowas würde ich mir gerne ersparen. Also muss ich lernen, mich früher zu schützen.
Freundinnen von mir können das: Wenn sie Rückzug verspüren, gehen sie sofort selbst auf Abstand, auch wenn sie dann kurbeln. Da springt bei denen sofort der Selbstschutz an!
Sie suchen dann auch weniger die Schuld bei sich und versuchen auch gar nicht erst, über Aktionismus etwas zu retten, klären, vermeintlich wieder gut zu machen, sondern lassen das im Raum stehen.
Hmja...soweit erstmal...ist ja schon recht lang, mein Post!
Geändert von Elwyn (26.10.2010 um 15:27 Uhr)
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26.10.2010, 16:48Inaktiver User
AW: Bei Liebeskummer hebelt sich mein Leben aus - was dagegen tun?
Hallo waterwoman,

das, was du beschreibst liest sich für mich nach einer nicht erkannten Depression.
Du sagst, dass du eine gestandene Frau bist, erfolgreich, und die sich nicht "zu verstecken braucht".
Das aber sind Zeichen für Solidität und Erfolg im "Außen".
Wie sieht es aber in deinem "Innern" aus? Wie steht es um deine Seele? Wie fühlt es sich an, wenn du nach getaner Arbeit die Tür hinter dir zumachst und dich alleine mit dir selbst wiederfindest?
Hast du die Möglichkeit, tiefe Freude in deinem Leben zu empfinden, sei es z.B. durch ein Hobby, an das du dein Herz gehängt hast? Hast du eine gute Freundin/Freund/ Geschwister, der/denen du dich ganz öffnen kannst?
Wenn der Abschied von einem Mann jedes Mal wieder erneut eine solche emotionale Katastrophe bei dir auslöst, dann ist das ein Hinweis darauf, dass dein Leben im "Innern" im Ungleichgewicht ist.
Und zwar in Bezug auf dich selbst, auf DEIN alltäglich gelebtes Leben und nicht in Bezug auf einen Mann, der irgendwann in deinem Leben aufkreuzt und sich wieder verabschiedet.
Sicher ist jeder Verlust schmerzhaft, aber für mich liest es sich so, als ob du in jedem Mann, der Gefühle in dir hervorruft, einen möglichen Lebenspartner siehst, der dich aus deiner Leere und Dunkelheit herausholen soll, und wenn er das nicht tut, wenner nicht e´der erhoffte rettende Strohhalm ist, dann ist der Schmerz um so größer.
Dabei geht es gar nicht so sehr um den Mann als Person, sondern um DICH und DEINE enttäuschte Hoffnung.
Kann das so möglich sein?
Ich würde mir Hilfe holen. Ganz konsequent mit dem Ziel, eine Depression aufzuspüren und zu überwinden. Alkohol, Zigaretten und die Tatsache, dass du in solchen "Verabschiedungsphasen" auch am liebsten im Bett bleiben würdest, Mühe hast, aufzustehen und weiterzumachen, deuten m.E. auf eine Depression hin.
Und wenn dir der erste Anlauf in der Therapie dich nicht dahin gebracht hat, wo du gern wärst, dann versuche es mit einem 2ten Anlauf!
NIE NIE NIE aufgeben!!!
Bitte!!!!
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26.10.2010, 16:56
AW: Bei Liebeskummer hebelt sich mein Leben aus - was dagegen tun?
Da ist auch was dran.
Vielleicht ist das der Grund, warum du dich zu schnell an jemanden bindest und dann nur schwer und mit viel Verlustangst da wieder rausfindest. Grundsätzlich finde ich aber, dass dein Umfeld recht gut und stabil klingt - vielleicht vergisst du das in den Momenten, in denen ein potentieller Partner auftaucht.
Tiefergehende Wünsche überlagern vielleicht alles, was du eigentlich ja an Stabilität bereits hast.
Was suchst du bei einem Partner?
@Bruennette
Zu Trennungsphasen gehören Depressionen immer als kurzzeitige Reaktion dazu. Das muss ja noch keine gesamte Lebensdepression sein.
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26.10.2010, 17:07Inaktiver User
AW: Bei Liebeskummer hebelt sich mein Leben aus - was dagegen tun?
@ Elwyn
Stimmt!

Allerdings empfinde ich Waterwomans Reaktion nicht als "kurzzeitig". Und auch die Heftigkeit der "Trauerphase" finde ich irritierend. :
Was mir selbst fast Angst macht: in solchen Situationen reagiere ich völlig über, kann kaum arbeiten und mich auf nichts konzentrieren. Voriges Jahr hatte ich bereits eine schwierige Trennung und habe fast 8 Monate nur durchgehangen, Kette geraucht und auch das eine oder andere Glas zuviel getrunken.Obwohl es beruflich besser nicht laufen könnte, bin ich dann nicht in der Lage, auch nur einen Handgriff zu machen, ich grübele rum, rauche Kette und der Tag vergeht. Sport, Aktivitäten - alles lege ich dann in der Zeit auf Eis.Da gerate ich dann völlig durch den Wind, grübele, grübele und grübele und mache (leider) auch unüberlegte Dinge (angetrunken ihn anrufen usw.). In dieser Zeit bekomme ich im Alltagund Beruf nichts, aber auch gar nichts auf die Reihe.Für mich liest sich das nicht nach einer "kurzen Depressionsphase".Bei der letzten Trennung, als es ihm einfiel nach einem halben Jahr, dass der Funke nicht übergesprungen ist, ich jedoch dachte, dass ist jetzt DER Partner fürs Leben, war ich richtig in Schockstarre. Faktisch habe ich die darauf folgenden 8 Monate nicht wirklich erlebt, an manchen Tagen mußte ich mich sogar zwingen, unter die Dusche zu gehen und nicht im Bett liegen zu bleiben.
Aber gut, ich kenne Waterwoman ja auch nur aus den Zeilen hier und bin ja keine Fachfrau...
Sie selbst wird sich schon noch auf die Spur kommen und spüren, was mit ihr los ist! Ich wünsche es ihr jedenfalls!

PS: Dass WW eine sehr starke Frau ist, bezweifle ich nicht! Im Gegenteil! Dadurch, dass sie TROTZ solcher Phasen, wo sie völlig lahmgelegt ist, dennoch beruflich "funktioniert", zeigt, dass da sehr viel Energie ist. Allerdings sagt das leider gar nix über eine mögliche Depression aus.
Und dass ihr Umfeld stabil ist, oder scheint??, sagt erst recht nix über ihren eignen Zustand aus.
WW, was meinst DU dazu?Geändert von Inaktiver User (26.10.2010 um 17:17 Uhr) Grund: PS hinzugefügt
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26.10.2010, 17:25
AW: Bei Liebeskummer hebelt sich mein Leben aus - was dagegen tun?
Vielleicht ist gerade das der Knackpunkt. Dass das Selbstwertgefühl in dem Moment so schwankt, in dem die Situation zu einem potentiellen Partner nicht mehr beeinflussbar ist.
Also in dem Moment, wo erste Rückzugs-Signale da sind, die dann eher ausgehalten werden müssen. Das ist ein Gefühl von Ohnmacht, bei dem energisches Kämpfen um den Partner eher kontraproduktiv ist.
@Bruennette
Es stimmt natürlich trotzdem, dass da tieferliegende Wünsche sitzen, die dann freigelegt werden.
Eine latente starke Verlustangst ist ja auch eine Sache, die sich in depressiven Grundängsten äussert.
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26.10.2010, 18:21
AW: Bei Liebeskummer hebelt sich mein Leben aus - was dagegen tun?
Komische Therapie, wo man direkt auf der Türschwelle beim rausgehen schon wieder dieselben miesen Gedanken hegt...
ich würde sagen, diese Therapie hat es wohl nicht gebracht.
Weiter suchen, Neustart mit anderem Therapeuten.
Depressive Züge sehe ich da auch, aber kräftig, und dagegen kann man sowohl mit Therapie als auch kurzzeitig medikamentös sehr gut etwas tun.
Verlustängste haben Gründe, und ob/was genau in der Kindheit belastend/traumatisierend war, das kann man oftmals erst mühevoll erforschen.
Nicht alles, was man als toll in Erinnerung hat, ist gut für ein Kind. Zum Beispiel habe ich viel mit meinem kleinen Bruder gemacht, das auch sehr genossen, aber wie sich in Therapie herausstellte, war da eine satte Überforderung durch die Eltern, die mir große Probleme gemacht hat.
Man kann sich schlecht selbst erkennen und möglichst gleich noch mit therapieren
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Waterwoman, du wirst sehen, wenn du dich dem Problem nochmal eingehend widmest zusammen mit Fachleuten, dann kann sich da Gutes entwickeln.
Lass dir helfen.
Wenn es mal ganz dicke kommt, ist auch ad hoc die Telefonseelsorge ein super guter Ansprechpartner!
LG Karla
The original Karla
est. 2006













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