Schön, dass sich die Situation erstmal etwas entschärft hat.
Allerdings würde ich an deiner Stelle trotzdem das Gespräch mit dem BR und/oder mit jemandem suchen, der Ahnung von Arbeitsrecht hat. Einfach so kündigen (ohne begründete Abmahnung) kann dich die Firma ja eigentlich nicht, van daher finde ich es etwas seltsam, dass dir auf diese Weise gedroht wird.
Was die Verbesserungen im kommunikativen Bereich angeht: du solltest darauf bestehen, dass konkrete Ziele vereinbart werden. Die Ansage ist ja erstmal recht schwammig - kommunikative Fähigkeiten können auch heißen, dass du mit der Kollegin einen täglichen Kaffeetratsch hältst. Aber darum geht es hier vermutlich nicht, es scheint ja konkrete Defizite in der Projektarbeit gegeben zu haben.
Und wenn du in drei Monaten an deinen Fortschritten gemessen wirst, sollte es dafür eine Grundlage geben.
Antworten
Ergebnis 41 bis 50 von 50
-
22.10.2010, 19:18Inaktiver User
AW: 5 vor 12, aber wie ändert man sich?
-
22.10.2010, 19:23Inaktiver User
AW: 5 vor 12, aber wie ändert man sich?
Ja, ich denke auch, dass es eine gute Idee ist, sich anderweitig umzuschauen, zumindest wenn sich das Gefühl erhärtet, dass die Firma mit der Kündigung ernst machen will.
indenwolken, Vielleicht gibt es ja einen Bereich, der dir mehr liegt, wo der Fokus nicht so auf dem Bereich Kommunikation?
-
22.10.2010, 19:56
AW: 5 vor 12, aber wie ändert man sich?
Wenn Du Dir das leisten kannst, geh zu einem Anwalt, der sich da auskennt.
Er kann Dir raten, wie ggf. zB eine schriftliche Stellungnahme von Dir auszusehen hat.
Oder was Du sonst am besten tun kannst.

Wenn es noch in der Probezeit ist...Einfach so kündigen (ohne begründete Abmahnung) kann dich die Firma ja eigentlich nicht, van daher finde ich es etwas seltsam, dass dir auf diese Weise gedroht wird.
?
Das halte ich auch für das WichtigsteWas die Verbesserungen im kommunikativen Bereich angeht: du solltest darauf bestehen, dass konkrete Ziele vereinbart werden. Die Ansage ist ja erstmal recht schwammig - kommunikative Fähigkeiten können auch heißen, dass du mit der Kollegin einen täglichen Kaffeetratsch hältst.
-
22.10.2010, 19:58
-
22.10.2010, 20:01
AW: 5 vor 12, aber wie ändert man sich?
Puh, das hört sich für mich ganz schön krass an.
Als könnte man jemandem abmahnen mit dem Abmahngrund:
lächelt nicht häufig genug.
Und dann bekommt man die Auflage, häufiger zu lächeln, sonst bekommt man die Kündigung.
Solche diffusen, dubiosen Dinge sind doch arbeitsrechtlich niemals
haltbar für eine Abmahnung geschweige denn eine Kündigung.
Nachvollziehbar wäre dagegen: Dieses und jenes ist völlig schief gegangen,
weil der Mitarbeiter in einem entscheidenden Moment etwas Bestimmtes nicht kommuniziert hat
oder in einer bestimmten Sache die Kommunikation nicht gesucht hat, obwohl er hätte erkennen können und müssen, dass er das hätte tun müssen.
-
22.10.2010, 20:06
-
22.10.2010, 20:44Inaktiver User
AW: 5 vor 12, aber wie ändert man sich?
Was ich jetzt schreibe ist eine Vermutung aber ich habe sie oft genug auch in meiner Firma erlebt.
Es gibt Mitarbeiter, die muss man nicht grossartig führen. Die arbeiten selbständig sind "pflegeleicht" im Umgang, melden sich von sich aus wenn die Problemlösungen nicht mehr ausreichen und das rechtzeitig.
Als Führungskraft kann man sich bequem zurücklehnen es läuft ja wie von selbst.
Dann gibt es diejenigen, die still ihre Arbeit machen und die machen sie so still, dass sie auffallen. Sie melden sich nicht von sich aus, sie kümmern sich anscheinend auch nicht um auftretende Probleme. Sie sind anstrengend - vermeintlich.
Wenn man aber als verantwortliche Führungskraft hergeht uns sich mal um die bemüht, die eigentlich geführt werden sollten dann kann man einige Dinge an diesen Menschen entdecken, die man vorher nie gesehen hatte.
Der "Nachteil" für eine Führungskraft ist, sie muss aus ihrem tollen Büro raustreten und muss sich wirklich kümmern. Da helfen keine Exceltabellen und Powerpointpräsentationen mehr, da muss man persönliches Engagement zeigen und oft habe ich erlebt, dass das viele nicht können oder wollen. Die wollen ihre Ruhe haben, ist ja auch klar sie werden mit persönlichem konfrontiert und viele der pseudopsychologischen Tricks der Managementseminare funktionieren nicht mehr.
Wenn das wirklich so eine grosse Firma ist, dann frage ich mich haben die Führungskräfte verstanden was Führung überhaupt wirklich bedeutet? Oder ist das eine Firma wo selbst der Hausmeister ein Manager ist?
Abmahnungen auszusprechen erinnert mich etwas an hilfloses Gebaren wenn man sonst keine Mittel mehr hat oder einen Mitarbeiter loswerden möchte. Das dies aber nötig ist habe ich bei uns nur einmal erlebt und das war wegen eines groben Diskriminierungsverstosses.
Ansonsten waren es meist persönliche Inkompatibilitäten, die zu Spannungen geführt haben und manch Mitarbeiter ist unter einer anderen Führungskraft zu einem wahren Kommunikationswunder mutiert.
Ich würde mich bei aller Selbstreflektion irgendwann die Frage stellen ist das überhaupt die richtige Firma für mich?
-
23.10.2010, 18:49
AW: 5 vor 12, aber wie ändert man sich?
Ich weiß nicht ob das schon angesprochen wurde, aber wenn ich das richtig verstehe arbeitest du jetzt, auf Grund deiner Projektarbeiten jetzt bereits in der 3ten Abteilung? Du arbeitest alle 7 Monate mit neuen Leuten zusammen, oder? Ich stelle mir das für dich schwierig vor ständig mit anderen Leuten zusammen zu arbeiten. Vor allem wem man schwer vertrauen fassen kann.
Zudem hast du erst 18 Monate Berufserfahrung. Da kann noch gar nicht alles klappen. Dann über oder unterschätzt man sich auch mal. Das ist ganz normal. Wichtig ist das du selbst mit dem Ergebnis deiner Arbeit zufrieden bist. Ich finde es gut das du erst selbst versuchst die Problem zulösen, aber ist keine Schande um Hilfe zu bitten. Oder reißt dir dein Abteilungsleiter dann den Kopf ab? Dann würde ich die Firma wechseln.
Das eigentliche Problem ist dein mangelndes Selbstvertrauen. Ich kenne das von mir auch. Man schotten sich von den anderen ab weil die sowieso nichts mit einem zutun haben wollen. Weil man sich selbst für nichts Besonderes hält. Oder liege ich jetzt ganz falsch?
Mein Tipp: Wenn ich neu in eine Abteilung bin geselle ich mich in den Pausen zu den Kollegen und höre einfach zu. Da musst du gar keinen Smalltalk halten. Dabei sein ist erstmal alles. Der Rest kommt dann ganz von alleine. Gummibärchen oder Weingummi für die Kollegen mitbringen kommt auch immer gut an. Fördert auch die Kommunikation. Dann wird es dir auch irgendwann leichter fallen mit den Kollegen über das Projekt zusprechen.
LG Rosaalie
-
23.10.2010, 19:18Inaktiver User
AW: 5 vor 12, aber wie ändert man sich?
Nicht für eine "normale" Kraft. Für eine Führungskraft unter Umständen durchaus. Im vorliegenden Fall scheint mir, dass da viel gemauschelt wird, aber: es gibt ein Arbeitsrecht, und an dessen Regelungen sind Arbeitgeber in Deutschland gebunden.
Zunächst würde ich klären, wie diese "Mahnung" zu verstehen ist - glaubt der Arbeitgeber, Dir eine Abmahnung erteilt zu haben, oder nicht? Ist sie schriftlich erfolgt? Wurde ihr Empfang bestätigt, und ist sie in der Personalakte hinterlegt?
Wurde eine verbindliche Frist fest gelegt, bis zu der das "Fehlverhalten" ausgebügelt sein soll?
Anhand welcher KLAR DEFINIERTEN Kriterien wird das gemessen?
Wann finden Gespräche statt, um fest zu stellen, ob der eingeschlagene Kurs richtig ist?
Wer entscheidet darüber?
Auch eine Kündigung kann nicht einfach so ausgesprochen werden, das gilt auch für Kleinbetriebe. Es muss schon einen Grund für die Kündigung geben, der im Verhalten, in der Sache oder im Betrieb liegt. Ich möchte dezent bezweifeln, dass schlichte Kommunikationsschwächen ausreichen, wenn die Arbeitsleistung in der Sache ordentlich ist.
Ich würde die o.a. Fragen klären, und mir schriftlich geben lassen, warum besagte "Mahnung" erfolgt, und wie sie begründet wird. Mit dem Arbeitsvertrag und dieser Mahnung würde ich dann einen Arbeitsrechtler aufsuchen, und mich konkret beraten lassen.
Keinesfalls würde ich die Sache so, wie sie geschildert wurde, hinnehmen - das Ganze ist viel zu schwammig und wenig greifbar - wenn es Probleme gibt, sollten diese klar benannt, schriftlich fixiert und Wege besprochen und niedergelegt werden, wie das Verhalten zu verbessern ist, welche Massnahmen dazu ergriffen werden (Fortbildungen beispielsweise), wann es Standortbestimmungen in Form von Gesprächen gibt, um die Entwicklung zu dokumentieren, und wann man sich gegen Ende der "Frist" zusammen setzt, um alles weitere zu besprechen.
-
15.02.2011, 12:44Inaktiver User
AW: 5 vor 12, aber wie ändert man sich?
Hallo!
Würde mich mal interessieren wie es der TE ergangen ist mittlerweile...
Ich habe zur Zeit ein ähnlich gelagertes Problem. Ich komme beruflich nicht klar und gelange immer wieder an den Punkt, dass ich nicht tragbar bin für die Firma. Auch jetzt ist es nur noch eine Frage der Zeit.
Leider liegt es an den mangelnden sozialen Fähigkeiten und auch an der Leistung, die ich im Betrieb erbringe, die eben nicht ausreicht. Ich mache zu viele Fehler - und ich gebe sie dann auch noch zu, wenn man mich drauf anspricht. Wenn sie dann irgendwann die Nase voll haben von einem, wird man quasi zum Sündenbock befördert und die anderen können ihre Aggressionen und ihren Frust alle bei mir abladen. Noch ist es gut ertragbar, aber es wird sich wohl bald nach oben schaukeln. Denn wenn alle wissen, dass in den nächsten Wochen oder Monaten wieder jemand gehen muss, hat natürlich jeder Angst, dass er der nächste ist.
Mir wirft man vor allem vor, dass ich zu langsam bin. Abgesehen davon gibt es in dern oberen Reihen welche, die sich mal die ein oder andere Pause mehr gönnen und sich dann wundern, dass unten die sich nicht so ins Zeug legen, wie sie's gerne hätten. Logisch: was die unten nicht schaffen, müssen oben die arbeiten.
Hat man überhaupt noch eine Chance, sich zu rehabilitieren, wenn sie einen loswerden wollen oder einen für die meisten Fehler im Betrieb verantwortlich machen?
Über Asperger denke ich auch schon länger nach. Aber ist es wirklich so "einfach"? Und kann sich so ein Verhalten auch ergeben, wenn man zu Hause jahrelang kontaktarm gelebt hat, so dass man quasi keine Gelegenheit hatte, das soziale Miteinander zu lernen? Ich habe erhebliche Probleme, anderen zu vertrauen - und ich schätze auch, dass ich dadurch, dass ich viel zu Hause in meinem Zimmer war und mich mit unwichtigen Dingen selbst beschäftigt habe, auch kaum was für die Schule gelernt hatte, irgendwie auch in meiner Leistungsfähigkeit vollkommen verkümmert bin und somit natürlich auch keinen Blumentopf irgendwo gewinnen kann. Keine Ahnung...
Ich weiß nicht, ob das so toll ist, irgendwelche Abweichungen von der Norm mit einer Diagnose zu belegen. Eben nur weil man nicht dazu passt, einen Stempel "ausgemustert" zu kriegen. Ich finde das ziemlich schlimm. Aber es gibt sie eben, die, die im wohl in freier Wildbahn nicht überleben könnten. Ich bin traurig, dass ich dazu gehöre...
LG
Knuddelwuddel



Zitieren

