Ja, das war "Ein Gott der Frechheit". "Die Entdeckung der Langsamkeit" ist sein bekanntestes Werk, auch sein bestes.
Antworten
Ergebnis 51 bis 60 von 177
-
17.10.2010, 15:19Inaktiver User
AW: Lieber allein sein, Pralinen essen und Champagner trinken
-
17.10.2010, 15:20
AW: Lieber allein sein, Pralinen essen und Champagner trinken
-
17.10.2010, 15:22Inaktiver User
-
17.10.2010, 15:30
AW: Lieber allein sein, Pralinen essen und Champagner trinken
Es gibt anscheinend mehr Leute, die so ähnlich ticken, als man selber vermutet.
Ich habe auch immer gedacht, ich muss komisch sein, dass ich mir in Punkto Gesellschaft selbst genüge.
Mir reichen die 4 -5 Treffen im Jahr, wo sich der Freundeskreis meines Mannes zu Festen trifft. Ich freue mich zwar auf die Treffen, aber ich bin danach nochmal mindestens so erfreut, dass es wieder vorbei ist."Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
(John D. Rockefeller)
-
17.10.2010, 15:53
AW: Lieber allein sein, Pralinen essen und Champagner trinken
Ich kann auch ganze Tage mit Zeitung- und Bücherlesen verbringen, allerdings nicht im Bett. Kriegst Du da keine Schlafstörungen? Ich meine, der Körper verlernt dann zwischen Tag (wach sein) und Nacht (schlafen) zu unterscheiden. Schlafmediziner raten deshalb, das Bett (außer Sex) nur zum Schlafen zu nutzen.
Was ich auch gerne mache: ich lese direkt in den Buchhandlungen, manchmal sogar ganze Bücher (wenn ich sie mir nicht kaufen will). Es gibt Buchhandlungen mit Leseecken, wo man auch Getränke kaufen kann. Und da sitzt man dann gemütlich und trifft auch mal nen Bekannten.
Zum Thema Bücher versus Freunde: ich finde, Bücher sind manchmal sogar die besseren Freunde. In beiden Fällen wird eine Art Zwiesprache gehalten und das Buch hat den Vorteil, dass wir uns nie verstellen müssen. Dazu ein Zitat von Proust:
"Beim Lesen wird die Freundschaft plötzlich wieder zu ihrer ursprünglichen Reinheit zurückgeführt. Mit Büchern gibt es keine Liebenswürdigkeiten. Wenn wir den Abend mit diesen Freunden verbringen, so deshalb, weil wir wirklich Lust dazu haben.
Zum Beispiel lachen wir über das, was Moliere sagt, nur in dem Maße, in dem wir es komisch finden; wenn er uns langweilt, haben wir keine Bedenken, ein gelangweiltes Gesicht zu machen, und wenn wir von seiner Gesellschaft genug haben, stellen wir ihn so brüsk an seinen Platz zurück, als ob er weder eine Berühmtheit, noch ein Genie wäre."
Natürlich bin ich nicht der Meinung, dass Bücher Freunde ganz ersetzen können, das ist klar.
-
17.10.2010, 16:03
AW: Lieber allein sein, Pralinen essen und Champagner trinken
Genial, vorallem das mit dem "gelangweilten Gesicht"

Schlafstörungen kenne ich gar nicht. Ich kann teilweise einen Nachmittag verschlafen und schlafe abends trotzem um 22.00 Uhr ein. Alte Schlafmütze.
Bei uns in der Buchhandlung ist auch ein Cafe drin, in das man die Bücher mitnehmen kann, sitze ich oft nach der Arbeit Stunden drin und lese einen Stapel Bücher an und nehme aber dann schon meistens eins mit. Es gibt im Internet eine Seite auf der man auch Neuerscheinungen "anlesen" kann. Die Seite heißt "Vorablesen.de"
-
17.10.2010, 16:22
AW: Lieber allein sein, Pralinen essen und Champagner trinken
Stevia, hast Du einen Job, bei dem Du viel mit Menschen zusammen sein musst? So geht es mir nämlich, dass ich nach einem Tag in meinem Großraumbüro und am Bürotelefon abends am liebsten nur noch mich zu ertragen hätte. Ich brauche diesen selektiven Autismus unbedingt zum Leben und kann Deine Sicht und Deinen Lebensrhythmus gut nachvollziehen. Vielleicht hast Du aber auch noch keine wirklich interessanten Menschen kennen gelernt, die Dir als Gesprächspartner gewachsen sind.
Allerdings frage ich mich, wie Du Deinen Freund kennen gelernt hast.... in der Buchhandlung??
Ich denke, es ist ein Geschenk, wenn man seine eigene Gesellschaft so genießen kann.
-
17.10.2010, 16:35
AW: Lieber allein sein, Pralinen essen und Champagner trinken
So was ist so frustrierend.
Alle Freunde und Freundinnen, die sich über die Jahre/Jahrzehnte bei mir "gehalten" haben sind Leseratten. Andere gemeinsame Hobbies (Musik, gutes Essen, Reisen) optional. Wir reden hauptsächlich über Bücher, vielleicht noch über Musik und gutes Essen. Macht viel mehr Spaß als der Alltagstratsch, finde ich.
Ich finde Freunde wichtig, weil wir uns eben neue Ideen und Bücher zuwerfen, und weil es mir Spaß macht, über Dinge zu reden, die ich mag. Ich habe mehr von Büchern, wenn ich jemandem erzählen kann, warum gerade das Buch so toll ist. Als ich allerdings ein halbes Jahr im Ausland war und keinen Hund kannte, habe ich stattdessen ein Bücherblog geschrieben.
Leute, die einem immer erzählen, daß man mehr wie sie sein müßte, um glücklich, normal, oder ein vollwertiges menschliches Wesen zu sein, gehen mir extrem auf den Wecker. Gerade online begegnet man denen relativ oft, vielleicht, weil man gerade als etwas zurückgezogene Person im "realen Leben" gar nicht mit ihnen in Kontakt kommt.
Lesen: Ich lese am liebsten abgefahrene Science Fiction/Fantasy/Phantastik. Mein momentaner Lieblingsautor ist Charles Stross. Außerdem lese ich gerade die Temeraire-Büchere von Naomi Novik. Krimis mag ich auch, aber ich habe lange nichts mehr gefunden, wo ich wirklich fand, daß es gut geschrieben und gut konstruiert und nicht voll von den derzeit modernen Klischees war. "Bernie und Chet" mochte ich, weil der Erzähler, ein Hund, wirklich gut *als Hund* getroffen ist. Ansonsten lese ich krimimäßig derzeit vor allem die Klassiker.
Nur im Bett lesen kann ich nicht. Meine Bandscheiben erzählen mir dann ganz schnell, was sie davon halten, nämlich gar nichts. Aber ich habe ein ganz tolles Sofa
.
Geändert von wildwusel (17.10.2010 um 16:36 Uhr) Grund: Formatierungsfehler
-
17.10.2010, 16:56
AW: Lieber allein sein, Pralinen essen und Champagner trinken
Stevia, Du hast mir mit Deinem Thread, meine Gedanken aus dem Gehirn gezogen und "zu Papier" gebracht.
Danke dafuer.
-
17.10.2010, 17:56Inaktiver User
AW: Lieber allein sein, Pralinen essen und Champagner trinken
Das sind die Aspekte, die ich auch an Freundschaften schätze, die aber nicht unbedingt leicht zu finden sind. Zum Teil decke ich dieses Bedürfnis auch durch Kollegen oder Bekannte ab. Einfach nur mit Freundinnen zusammensitzen und Beziehungsgespräche führen, wie Stevia das beschrieben hat, gibt mir nicht besonders viel.
So ganz ohne eigene private Kontakte zu sein könnte ich mir zwar zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorstellen, aber ich merke, dass ich mit den Jahren zunehmend anspruchsvoller werde und mich nicht mehr verbiegen möchte.
Und bevor ich Freundschaften schließe, nur um einer gesellschaftlichen Norm zu genügen bleibe ich dann auch lieber bei meinen Büchern. Pralinen und Champagner sind allerdings nicht so mein Ding, ich nehme lieber Käsenachos und Bier
.


Zitieren



