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    AW: Ist Ausmisten eine Sucht?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    @klammeraff,
    ich nehme den "fake" zurück -sorry.
    gut.


  2. Inaktiver User

    AW: Ist Ausmisten eine Sucht?

    Ich bin denke ich nicht ganz unvoreingenommen, vom Thema Ausmisten - habe ich doch in meinem Umfeld viele Menschen die eher Horten und auch ganz klassische Messis kenne ich. Mir fällt nur ein Bekannter ein, bei dem ich Ausmisten als Sucht bezeichnen würde, der war wie Latona erwähnte, ein Mann (merkwürdiger weise sind es häufiger Männer die entweder jahrelang spartanisch leben können oder auch sammeln, kommt euch das auch so vor?) der die Freiheit haben wollte, jeder Zeit sein Auto mit seinen 3 Sachen vollpacken zu können und dann auf und davon zu fahren. Das fand ich merkwürdig, so waren auch seine zwischenmenschlichen Beziehungen.

    Ich habe nach meinem Studium auch ausgemistet, nicht nur die Unisachen sondern auch alte Tagebücher (dabei wurde mir immer eingeimpft solche Sachen schmeißt man nicht weg) die mir beim wieder reinblättern ein schlechtes Gefühl gegeben hatten, Postkarten, Briefe, ungeliebte Bücher, also sehr persönliche Gegenstände. Und es hat sich gut angefühlt. Allerdings habe ich von allem auch noch schöne Sachen, schön in hübschen Kisten aufgehoben, wenn dann möchte ich solche lieben Gegenstände nicht im Keller vor sich hinschimmeln wissen.

    Ich will nur soviel in der Wohnung haben, damit ich noch ohne großen Aufwand putzen kann und ich will mich in den Räumen frei bewegen können (ohne Schlupfgänge zwischen den Dingen) - aber ansonsten fühle ich mich wohler in gemütlichen Zimmern mit schönen Gegenständen. Mich befremdeln Wohnungen in denen fast nichts rumsteht (vor allem fehlende Bücher irriteren mich sehr) und außer ner Couch und der Fernseher sowie ein Esstisch nichts im Wohnzimmer ist. Aber ich mag da auch eher Räume a la Ikeakatalog als japanischer Zen - Minimalismus.

    Aber von Ausmisten als Sucht würde ich auch nicht sprechen, Extreme gibt es zwar in allen Verhaltensweisen, aber kommt das so oft vor? Und müssten dann Menschen die ständig ausmisten nicht auch ständig nachkaufen damit sie Dinge zum Ausmisten haben? Wenn es ihnen in ihrem Zwang ansonsten nicht gut geht?

    fragende Grüße
    marimekko

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    AW: Ist Ausmisten eine Sucht?

    Zitat Zitat von maryquitecontrary Beitrag anzeigen
    So wie ich den Artikel lese, bezieht er sich nicht auf das normale Ausmisten, sondern auf den Versuch (Trend?) einiger Leute, möglichst wenig zu besitzen. Indem sie sich dann so intensiv mit dem Nicht-Besitzen beschäftigem bleiben sie, laut Autor, dem Besitzen genau so verhaftet wie die, die viel konsumieren.
    ich kannte so ein ehepaar. er ging sogar winters barfuss, weil er es nicht nötig fand schuhe zu besitzen. bei uns gibt es auch eine gruppe von software spezialisten, alle bestverdiener, die sich nur von dem weggeworfenen aus den mistkübeln der supermärkte ernähren. weil besitz schlecht ist,
    lg
    legrain

  4. Inaktiver User

    AW: Ist Ausmisten eine Sucht?

    Zitat Zitat von legrain Beitrag anzeigen
    ich kannte so ein ehepaar. er ging sogar winters barfuss, weil er es nicht nötig fand schuhe zu besitzen. bei uns gibt es auch eine gruppe von software spezialisten, alle bestverdiener, die sich nur von dem weggeworfenen aus den mistkübeln der supermärkte ernähren. weil besitz schlecht ist,
    na ja, da würde ich schon von einem zwangsverhalten sprechen......

  5. Moderation

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    AW: Ist Ausmisten eine Sucht?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    na ja, da würde ich schon von einem zwangsverhalten sprechen......
    Zwangsverhalten ist es nur wenn sie wissen, daß es Mist ist, und sie wollen es wirklich nicht und fühlen sich mies dabei, aber wenn sie es nicht tun, können sie an gar nichts anderes mehr denken.

    Ich denke, die gefallen sich nur in der Pose des Exzentrikers.

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    AW: Ist Ausmisten eine Sucht?

    @ sempre
    wenig zu haben oder haben zu müssen heisst ja nicht automatisch, dass man selbst die dinge, die einem emtional etwas bedeuten wegwirft - weil es ein zwang wäre.
    Das finde ich wichtig. Niemand sollte sich bemüßigt fühlen, aus welchen Gründen auch immer, Sachen wegzuschmeißen oder herzuschenken, mit denen er emotional viel verbindet.

    Die Horter (wie ich) müssen ab & an mal überlegen, ob wirklich jedes gehortete Teil voller wichtiger emotionaler Bezüge für sie selbst ist – oder ob man nicht wirklich drauf verzichten könnte, ohne dass einem viel fehlt. Daher ist das Ausmisten für sie durchaus ab & an sinnvoll.

    Ich hab mal gelesen, Horter hätten eine gewisse Angst, Dinge loszulassen, sie hätten Angst, Dinge, die ihnen wichtig seien, zu verlieren – und hätten in ihrem Leben schon früh Liebesverlust erfahren, den sie über Horten kompensieren.

    Auf der anderen Seite finde ich es durchaus stimmig, Menschen, die so gar nichts aufbewahren wollen, was einen emotionalen Wert für sie hat bzw. haben könnte, zu unterstellen, sie wollten sich nicht auf Bindungen einlassen. Jedenfalls wollen sie offenbar nicht durch Dinge in ihrem Umfeld an Bindungen erinnert werden.

    Ich persönlich finde eine Wohnung kalt, in der keine persönlichen Gegenstände zu sehen sind, die etwas über die Neigungen und Gefühle eines Menschen aussagen, eine Wohnung, die von reinen Gebrauchsgegenständen dominiert ist. Fotos, Bilder, individueller Wandschmuck, Nippes gehören für mich zu einem gewissen Maß an Gemütlichkeit und Lebendigkeit, was einen bewohnten Raum von einem Hotelzimmer oder einem Bild aus dem Möbelkatalog unterscheidet.

    Auf der anderen Seite kann ich es nachvollziehen, dass man sich in Räumen, die von oben bis unten mit Erinnerungsstücken vollgestopft sind, wie man das bei manchen alten Menschen sieht, bedrängt fühlt. Hier ist kein leerer Raum mehr, wo das Auge sich ausruhen kann. Leerer Raum ist durchaus ein wesentliches Mittel der Gestaltung, er ermöglicht die Konzentration auf wesentliche Elemente. Das hat man im Buddhismus richtig erkannt.
    Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!

  7. Inaktiver User

    AW: Ist Ausmisten eine Sucht?


  8. Inaktiver User

    AW: Ist Ausmisten eine Sucht?

    was war mit fake? habe ich was verpasst?

    ein paar persönliche gegenständen sind sehr sinnvoll. aber meist ist es doch so, dass jedes leere plätzchen mit etwas ausgefüllt ist. die menschen haben oft angst davor, einen leeren platz in der wohnung zu haben.

    leere zieht automatisch fülle an. das wäre doch gut möglich. also es geschieht ja beinahe von selbst, dass irgendwann an jedem freien platz in der wohnung irgendein gegenstand sich breit gemacht hat. oft hat man dann angst, den platz wieder leer zu räumen. angst vor der leere. auch angst vor der inneren leere - das gibt es sicherlich. und so stopft man alles voll. und hat angst vor der zukunft. denn solange der platz besetzt ist, kann nichts neues ins leben hereinkommen.

    die idee mit der angst, durch gegenstände an bestimmte personen oder orte gebunden zu sein ist interessant. hat viel mit entscheidungsschwierigkeiten zu tun. da muss ich mich leider dazuzählen. ich gehöre eher zu denen, die sich nicht soll auf etwas oder jemanden einlassen können, weil ich es sowieso niemals halten kann und ich früher oder später wieder alleine da stehe - ohne gegenstand und ohne bezugsperson. ich versuche mir oft viele türen offenzuhalten. aus angst, alles zu verlieren und einsam, verlassen und abgebrannt zurückzubleiben. ich weiß, dass mich das nirgendwohin führt - trotzdem fällt es unglaublich schwer, aus diesem kreislauf der angst hinauszufinden.

    ich mache mich immer besser im ausmisten und im befinden, ob ich die dinge noch weiter brauche, ob mir ein gegenstand kraft und freude bringt oder ob er mir einfach nur die energie abzieht. ich finde es sehr befreiend.

    kommt auch immer aufs platzangebot an. ich hatte mir mal, was nicht so oft vorkommt in meinem leben, etwas gekauft, was ich unbedingt haben wollte. so eine wassersäule, so mit farbwechsler und blubberndem wasser und plastikfischen. das teil steht jetzt schon seit jahren in irgendeiner ecke rum - das wasser verdunstet aber sonst?!... ich habe einfach keinen platz für das teil, wo es seine wirkung entfalten könnte. ich werde jetzt noch ein wenig ausmisten - und wenn sich dann kein platz für das teil ergibt und ich weiterhin nicht nutzen kann - dann werde ich mich davon trennen. jawoll...

    liebe grüße


    klammeraff

  9. Inaktiver User

    AW: Ist Ausmisten eine Sucht?

    Zitat Zitat von Latona Beitrag anzeigen

    Auf der anderen Seite finde ich es durchaus stimmig, Menschen, die so gar nichts aufbewahren wollen, was einen emotionalen Wert für sie hat bzw. haben könnte, zu unterstellen, sie wollten sich nicht auf Bindungen einlassen. Jedenfalls wollen sie offenbar nicht durch Dinge in ihrem Umfeld an Bindungen erinnert werden.
    Wobei ja nicht unbedingt bei allen Leuten ein emotionaler Bezug an Gegenstände geknüpft sein muss.

    Weiter oben habe ich geschrieben, dass ich Probleme damit habe, Karten und Geschenke zu entsorgen. Ich habe da nochmal drüber nachgedacht: das fällt mir eigentlich nur dann schwer, wenn meine Beziehung zu der Person in irgendeiner Weise „belastet“ ist. Ich bewahre zum Beispiel seit fast zwei Jahrzehnten ein Geschenk von meiner Mutter auf, für das ich keine Verwendung habe. Weil ich es aufgrund unser schwierigen Beziehung damals nicht übers Herz gebracht habe, ihr zu sagen, dass ihr sicherlich mit Liebe ausgesuchtes Geschenk mir nicht gefällt.
    Bei einem Geschenk von meinem Mann hätte ich dagegen keine Probleme, es wenn sich überlebt hat zu entsorgen. Ich weiß, dass er mir das nicht krumm nimmt und dass er ja trotzdem noch da ist.

  10. Moderation

    User Info Menu

    AW: Ist Ausmisten eine Sucht?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    die idee mit der angst, durch gegenstände an bestimmte personen oder orte gebunden zu sein ist interessant.
    An Orte gebunden insofern, als dass man irgendwann weiss, dass man mit all seinem Krempel nicht umziehen kann.

    Ich muss da mal ne dumme Frage stellen, dass kommt hier so rüber als sei es der Normalzustand, jedem Gegenstand eine persönliche Relevanz zuzuweisen, und dann wird alles im Sinne dieser persönlichen Relevanz bewertet. Macht ihr das alle? Oder interpretiere ich das falsch?

    Ich könnte die Gegenstände in meinem Haushalt (Bücher ausgenommen) die sich nicht durch andere Gegenstände gleicher Funktion ersetzen lassen würden, in einer Umzugskiste unterbringen.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    kommt auch immer aufs platzangebot an.
    Und auf Haustiere/Mitbewohner. In der WG-Zeit mit Katzen ist so ziemlich alles zu Bruch gegangen, was ich hatte das zu Bruch gehen konnte. Ich habe immer noch Katzen, und da ich nicht so gerne den ganzen Tag "ich schmeiss es runter und du hebst es auf" spiele, gehen meine Nippes gegen Null.

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