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Thema: Ist Ausmisten eine Sucht?
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13.10.2010, 14:04Inaktiver User
AW: Ist Ausmisten eine Sucht?
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13.10.2010, 15:14
AW: Ist Ausmisten eine Sucht?
Wenn ich so recht überlege, dann bin ich wohl ein Mittelding.

Ich hab durchaus einiges an Kram gehortet, aber es steht nicht im Raum rum, weil ich lieber leere Räume mag, sondern ist gut verpackt im Keller.
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13.10.2010, 16:45
AW: Ist Ausmisten eine Sucht?
Nach meiner irrelevanten Ansicht ist es eine Sucht, wenn ein Leidensdruck besteht (man möchte nicht ausmisten, aber man muß, sonst fühlt man sich schlecht, man lügt über seine Ausmistgewohnheiten, und so weiter) und es keine Zwangshandlung ist (man muß ausmisten obwohl man sich dabei schlecht fühlt).
Ich miste gerne aus, wenn ich unglücklich bin. Das Herstellen von Ordnung und Freiraum in der gegenständlichen Welt hilft, Ordnung und Freiraum in den Gedanken zu gewinnen, und gibt das Gefühl, Kontrolle zu haben. Wenn's mir gut geht, ist Ausmisten etwas, das eben gemacht werden muß, weil der Platz für die Menschen da ist, nicht für die Dinge. (Außerdem sind ein paar meiner Freunde prüllophil, und ich kriege *Ausschlag* davon wenn man nicht den Kopf wenden kann ohne von dem Lego-Projekt, daß der Besitzer mit 13 mal gemacht hat und seit 30 Jahren mit sich rumschleppt, erschlagen zu werden, ehe es auf Nimmerwiedersehen in den Eingeweiden von 16 auseinandergebauten Computern verschwindet.)
Den mit-wenig-auskommen-Trend würde ich eher als Sport betrachten, wo man mal gemütlich mit seinen Erfolgen prahlen kann, und das Gleichsetzen von X mit !X, das Feuilletonisten gerne betreiben, als eine ziemlich lahmen Griff in die Trickkiste ihres Berufes.
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13.10.2010, 17:16
AW: Ist Ausmisten eine Sucht?
Sehe ich nicht so (das mit dem nicht-besseren-Menschen schon, aber nicht das "Raum einnehmen").
Jemand, der sich leicht trennen kann, zerschmeißt versehentlich eine Schüssel, denkt sich "Mist", kehrt die Scherben auf und kauft eine neue.
Jemand, der sich nicht leicht trennen kann, klagt noch Jahre später über die verlorene Schüssel und wird nie wieder eine finden, die so gut ist.
Das ist nicht das gleiche Maß an Raum in den Gedanken, und nicht die gleiche Wertung eines Gegenstandes.
Kann ich auch nicht nachvollziehen. Inwiefern ist es ein Zeichen von Verlustangst oder Bindungsproblemen wenn jemand für Dinge nicht die gleiche emotionale Energie aufwendet wie für Lebewesen (oder Ideen)? Es erscheint mir als eine Überpersonifizierung von Objekten, Bindungsprobleme zu diagnostizieren wenn jemand seine Katze lieber mag als seine Tapeten. Erst wenn du jemand hast, der an beidem gleichermaßen hängt, beginnt das große Verlustangstdrama.
Ich muß reden -- ich überpersonifiziere total. Deswegen bevorzuge ich Minimalismus. Jeder Gegenstand hat ein Recht darauf, bestimmungsgemäß benutzt und angemessen gepflegt zu werden. Das heißt, jeder Gegenstand verursacht eine gewisse Erhaltensarbeit. Wenn ich die nicht mehr aufbringen kann, weil ich zu viele Dinge habe, wird die Wohnung zur Halde.
Kann ich durch Beobachtung nicht bestätigen. Nach dem, was ich sehe, sind Leute, bei denen kein Chaos herrscht, fokussierter -- das ist einer der Gründe, weswegen kein Chaos herrscht. Wobei Chaoten manchmal sehr fokussiert in spezifischen Tätigkeiten sind, bei denen sich die Interaktion mit der Umgebung in engen Grenzen hält.
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13.10.2010, 18:43Inaktiver User
AW: Ist Ausmisten eine Sucht?
wenig zu haben oder haben zu müssen heisst ja nicht automatisch, dass man selbst die dinge, die einem emtional etwas bedeuten wegwirft - weil es ein zwang wäre.
ich stelle einfach für mich selbst fest, dass ich früher so viel "zeug" in schubladen etc. hatte, die ich immer mal wieder geordnet habe - aber eingentlich nie benutzte.
das sind die dinge von denen ich mich sofort trennen konnte - hab nicht ein einziges mal reue verspürt - ich mache das jetzt schon seit ca. 15 jahren.
meine arbeitskollegin und deren mann haben sich jetzt noch einen schrank ins schlafzimmer gekauft, weil der klamottenberg und wäsche zu viel war- statt mal auszumisten. sie selbst sehe ich immer in den gleichen klamotten. sie hebt wirklich kleidung von vor zehn jahren auf, in der hoffnung, die noch mal zu tragen und vor allem weil diese kleidung viel geld gekostet hat
alle postkarten von verwandten und freunden werden aufgehoben - ich frage mich da, schaut man die sich wirklich noch mal an??
meine freunde und verwandten habe ich auf andere weise bei mir, da brauchst keine andenken in form von karten usw. - wozu???
aber wie sagt der kölner so schön "jeder jeck ist anders" jeder soll nach seiner fasson leben.
es ist wie mit allem, jeder tickt halt anders. ich würde das nicht als sucht werten, sondern als eine eigene form des geschmacks - hier gibts doch eigentlich keine richtschnur (die messiesfür mich mal ausgenommen - aber auch nur, weil evtl. gesundheitsschädlich
)
was ich persönlich allerdings ganz schlimm finde, dass sind vollgepfropfte wohnungen die zu allem übel auch noch schmutzig sind - und da drängt sich mir immer der gedanke auf "klar, ist einfach zu viel zeug - da hat jemand völlig den überblick verloren" ist aber nur meine meinung.
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13.10.2010, 18:49Inaktiver User
AW: Ist Ausmisten eine Sucht?
hallo!
ich habe bloß den ersten satz gelesen und muss sofort dampf ablassen
muss ich mich nun auch noch als konsum-bulimiker abstempeln lassen? ich denke, es ist lediglich festzustellen, dass vielen menschen das mittlerweile zu doof ist, sich dinge aufschwatzen zu lassen, die sie angeblich brauchen und die einem nur das ganze leben verstopfen... ich sehe einfach nicht ein, mir dinge zu kaufen, für die ich kein geld habe, die mich nur unnötig belasten, nur damit ein anderer dann im sinnlosen luxus lebt, seine angestellten allerdings malträtiert und für einen hungerlohn arbeiten lässt... und ich find's oberaffentittenteil, an etwas vorbeizugehen und nicht zu kaufen!!!
nun, irgendwas müssen die journalisten ja schließelich schreiben. und sooo lesen es eben mehr, weil man es so schön auf die spitze treibt...
grummlige grüße
klammeraff
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13.10.2010, 19:27Inaktiver User
AW: Ist Ausmisten eine Sucht?
Da bin ich etwas zwiegespalten. Ich weiß zwar, dass ich eigentlich nicht zu Nostalgie neige und mir z.B. relativ beliebige Postkarten ("Sonne scheint, Essen ist gut") in einigen Monaten nichts mehr sagen werden. Aber manchmal überfällt mich dann das schlechte Gewissen.
Generell fällt es mir, obwohl ich sonst radikale Ausmisterin bin, schwer, Sachen zu entsorgen, die ich von lieben Menschen geschenkt bekommen habe. Egal wie häßlich oder unnütz die Sachen sind.
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13.10.2010, 19:28Inaktiver User
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13.10.2010, 19:32Inaktiver User
AW: Ist Ausmisten eine Sucht?
Bei Büchern greift meine minimalistische Ader irgendwie garnicht. Doofe Bücher werden zwar entsorgt, aber alle anderen dürfen bleiben und vermehren sich sogar ständig
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Wenn es nach mir ginge wären Bücher auch die einzig erlaubte Deko in meinem Haus. Außer vielleicht ein paar Pflanzen.
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13.10.2010, 19:39Inaktiver User


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