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    AW: Ich kann nicht kommunizieren - gibt's Abhilfe?

    Bienchen,

    auch ich habe seit Februar eine Psychotherpeutin und lese viel.. Aber so weit wie Du bin ich leider noch nicht!!! Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf... Die Einsicht und die Erkenntnisse sind da.. aber danach zu leben, fällt mir noch schwer!!

    Wirklich Hut ab
    LG
    Von nem schönen Teller wird man auch nicht satter!!!!

    Liebe ist nix für Feiglinge!!!

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    AW: Ich kann nicht kommunizieren - gibt's Abhilfe?

    Naja, ich falle auch ab und an wieder in alte Muster zurück! So schnell geht das nun auch nicht... Aber meine Psychologin meinte auch, dass das Erkennen in diesem Moment, dass man wieder in ein altes Muster zurück verfallen ist, auch schon ein guter Schritt sei... Die Umsetzung benötige halt Zeit! Im Augenblick läuft bei mir alles rund, aber wie ich reagiere oder wie es mir geht, wenn mal wieder etwas schief läuft oder auch nicht nach dem Muster meines Seminars läuft oder sonstwas nicht wie geplant verläuft, das weiß ich ja auch noch nicht... Ich bezweifele, dass ich innerlich schon so gefestigt bin, dass ich automatisch anders reagieren werde und mich damit auch besser fühlen werde als vorher. Das wird sich halt auch noch zeigen müssen...

    Aber im Moment geht's mir wirklich superklasse!

    Was ich sehr interessant fand war, dass ich gestern Abend unangekündigten Besuch bekam (was ich hasse wie die Pest!!), ich schon im Pyjama und mit nassen Haaren auf der Couch vor dem Fernseher lag (es war halb neun!!!) und mein Bekannter dreimal gefragt hat, ob's mir auch gut geht. Offensichtlich war für ihn unvorstellbar, dass man mit sich selbst glücklich und zufrieden sein kann, dass eine zweite Person wirklich stören kann (zumindest anfangs konnte ich meinen Unmut über seinen unangekündigten Besuch nur schwer verbergen) und dass es einen zufrieden stellen kann, einfach mal nichts zu tun und abzuschalten und im Pyjama herumzugammeln...

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    AW: Ich kann nicht kommunizieren - gibt's Abhilfe?

    Zitat Zitat von Bienchen71 Beitrag anzeigen
    Ataraxas, das passt aber schon alles zusammen. Er hat ständig an mir herumkritisiert, nicht nur was das nicht-reden-können angeht, sondern generell. Ich war zu groß, zu blond, zu dick, hab für eine Frau zuviel gegessen, Sportlerinnen sind sowieso total unweiblich, irgendwann hatte ich auch zu große Füße... (nur mal zur Verdeutlichung: ich bin 1,75 m groß, wiege um die 66 kg, laufe Marathon und mache Triathlon, habe blonde lange Haare und Schuhgröße 40 und esse dreimal am Tag normale Portionen - also in meinen Augen völlig normal!). Meine Vorstellungen vom Leben waren unmöglich, die meisten Verhaltensweisen auch... Es war ja nicht nur das Nicht-Reden... Und ich habe mich anfangs versucht zu verbiegen. Mein Wunsch nach Veränderung kam daher, dass ich so werden wollte, wie er sich eine Frau wünschte. Ich kam mir wertlos und seiner nicht würdig vor, weil an mir ja alles schlecht ist. Mein Selbstbewusstsein war total im Keller dadurch.
    Das erinnert mich stellenweise ein wenig an meine eigene letzte Kurz-Beziehung.

    Trotzdem oder deswegen ist mir da einiges noch unklar:
    Hat er denn von Anfang an ständig an dir herumkritisiert? Wenn nicht, wann fing das an? Also nach wieviel Zeit der Beziehung? Und wie lange ging das dann noch bis zur Trennung? Wie war das mit anderen Männern? Warum wolltest du so werden, wie er sich eine Frau wünschte? Gab es (damals, während der Beziehung) Dinge, die dir an ihm nicht gefallen haben und die du hättest kritisieren wollen?
    Desire is in men a hunger, in women only an appetite. — Mignon McLaughlin, The Neurotic’s Notebook

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    AW: Ich kann nicht kommunizieren - gibt's Abhilfe?

    Nein, anfangs war das alles in Ordnung. Aber nur die ersten vier Wochen... Dann meinte er, dass es ein paar Punkte gäbe, die ihn massiv stören und die er mir mal darlegen möchte. Und dann ging's los... Dass ich zuhause schon mal in Badelatschen herumlaufe statt in Schläppchen mit Absatz... Dass ich abends dusche statt morgens (wobei man dazu sagen muss, dass ich im Sommer auch morgens dusche, aber generell selbst in der Sauna sehr wenig schwitze, also auch nachts nicht. Und ich habe sehr viele dicke lange Haare, die ich abends waschen möchte, weil es morgens einfach lange dauert und ich gerade im Winter nicht mit feuchten Haaren raus will, weil ich die kaum trocken kriege.)... Ich kriege das gar nicht mehr zusammen, was da alles kam. Und ich habe mir neue Schlappen mit Absatz gekauft für zuhause und habe angefangen, jeden Morgen unter die Dusche zu steigen und auch meine Haare morgens zu waschen und die übrigen Punkte zu ändern, ich weiß nicht mehr, was es war...

    Damit war's dann aber nicht getan. Es kamen immer neue Sachen hinzu. Er hat sich Sätze gemerkt, die ich mal am Rande habe fallen lassen und von denen er dann gemeint hat, dass MAN sowas doch nicht sagen kann (sagt sein Freund auch, den hat er natürlich gefragt!). Verhaltensweisen, z.B. wie ich mit anderen Menschen umgehe, das sei zu offen. Dann hatte ich mal eine Verabredung mit einem Kollegen zum Mittagessen in unserer Kantine, das war ja auch absolut unmöglich, sowas macht MAN ja nicht und das wäre seiner Ex nie eingefallen, sowas zu machen... Und irgendwann kamen diese Punkte, dass er auch an meiner Optik herumgemäkelt hat. Dass er ja schon immer eigentlich auf kleine dunkelhaarige sehr dünne Mädels gestanden hat und ich sei für seinen Geschmack zu groß, zu blond, zu dick... Ich habe große Füße... Eine Sportlerin wollte er sowieso nie haben, er mag lieber Frauen, die ins Fingernagelstudio laufen statt in Laufschuhen über die Waldwege... Mit mir kann man nicht reden (wie auch, wenn man sowas ständig hört?!)...

    Ich hatte auch meine Punkte, die mich an ihm gestört haben. Das habe ich auch manchmal gesagt. Z.B. wenn er an meiner Kleidung in der Freizeit herumgemäkelt hat, dann habe ich ihm seine zerrissene Jeans oder seine schlabbrigen Shorts und seine Opa-Lederpantoffeln dagegen gehalten. Aber die Pantoffeln trägt er seit seiner Kindheit, das sind gute Rieker-Pantoffeln... Und die Schlabberhosen sind teuer... Seine Art, mit mir umzugehen, wurde abgebügelt, dass ich humorlos sei und total unlocker und keinen Scherz verstehe. Und dass sich darüber noch nie jemand beschwert habe. Und sowieso war das immer ein Standard-Argument, wenn mich etwas gestört hat:" Das hat mir noch nie jemand gesagt, das hat noch nie jemanden gestört!" Und damit war der schwarze Peter wieder bei mir, weil ich die Einzige war, die sich daran gestört hat und folglich muss das Problem bei mir liegen...

    Wir waren insgesamt 4 Monate zusammen. In denen ich gekämpft habe wie verrückt, weil ich der Meinung bin, dass man zueinander passen kann, wenn beide das wollen und sich drum bemühen. Dieses Bemühen habe ich bei ihm aber immer vermisst und ich kam mir immer vor wie Don Quijote, der gegen Windmühlen kämpft... Ich habe mich bemüht, so zu werden, wie er sich eine Frau wünscht, weil ich ihn geliebt habe und mit ihm zusammen sein wollte. Die Liebe zu mir selbst habe ich dabei verloren, das ist mir heute klar...

    Und obwohl es so lief, wie es lief und mir sogar meine Psychologin sagt, dass nicht ICH ein psychisches Problem habe, sondern ER, das er mit seinem Verhalten an mir ausgelassen hat und dass es mir ohne diesen Kampf um ihn sicherlich besser gehen wird (was ja auch heute der Fall ist), habe ich sehr getrauert und habe das auch heute noch nicht völlig überwunden. Ich frage mich nur manchmal, was ich da noch nicht überwunden habe... Die seelischen Verletzungen durch sein respektloses Verhalten mir gegenüber? Meine Liebe zu ihm, die vielleicht noch nicht erloschen ist? Die Erinnerung an die schönen Momente, die wir auch hatten? Oder das Gefühl, mal wieder weggeworfen worden zu sein und jemandem nicht genügt zu haben? Darüber bin ich mir noch nicht ganz im klaren...

    Aber ich würde ihn heute um nichts in der Welt mehr zurücknehmen, egal woher die oben geschilderten Gefühle herrühren... Ich liebe mich wieder selbst und lasse mir das von ihm bestimmt nicht mehr kaputtmachen!

    Ach ja, bei anderen Männern habe ich das nie gemacht. Die haben aber auch nicht so an mir herumkritisiert. Klar hatten die auch mal Punkte, die ihnen nicht so gefallen haben, das wurde auch besprochen. Aber das war Kleinkram, z.B. dass ich einen Termin ausgemacht habe, ohne das vorher mit dem Mann abzustimmen... Aber letztlich haben die mich immer alle genau für das geliebt, was mich ausmacht bzw. so, wie ich bin. Und so sollte es ja auch sein...

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    AW: Ich kann nicht kommunizieren - gibt's Abhilfe?

    Hallo Bienchen,

    danke für deine lange, detaillierte Antwort.

    Ja, das klingt in der Tat danach, dass er massive psychische Probleme hat. -- Narzissmus?

    Und wie er so mit dir umgegangen ist, scheint das in Richtung psychische Gewalt zu gehen: Entwertung, Manipulation, Schuldzuweisung. Er hat dich mit Worten geschlagen.

    Eine Frage ist: Warum hast du dir sein Verhalten (seine Gewalt) 'gefallen lassen'? Du hattest ja auch den Vergleich mit den anderen Männern. 'Wusstest' also eigentlich, dass es nicht an dir liegt, dass es auch anders geht.

    Warum hast du diesen Mann geliebt? Was hat dich an ihm gereizt? Was hat dir an ihm gefallen?
    Abgesehen davon finde ich es gut, dass du dazu stehst, ihn geliebt zu haben bzw. ihn auf eine Art vielleicht immer noch zu lieben. Dass du das also trennst. Die Liebe und die Trennung.

    Du schreibst einerseits, dass die anderen Männer dich so geliebt haben, wie du bist, andererseits, dass du das Gefühl hast (hattest), mal wieder weggeworfen worden zu sein. -- Wie kommt das?

    Liebe Grüße
    ataraxas
    Desire is in men a hunger, in women only an appetite. — Mignon McLaughlin, The Neurotic’s Notebook

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    AW: Ich kann nicht kommunizieren - gibt's Abhilfe?

    Hallo ataraxas,

    Narzissmus? Soweit hatte ich noch nicht gedacht... Ich habe immer gesagt, dass er zu wenig Selbstwertgefühl bzw. Selbstbewusstsein hat und sich selbst an mir aufwertet, indem er mich abwertet. Aber das stimmte natürlich auch nie. Im Gegenteil, ihm sei schon oft gesagt worden, dass er zuviel Selbstbewusstsein habe - und schon war das Problem wieder erledigt und den "schwarzen Peter" hatte wieder ich...

    Tja, warum habe ich ihn geliebt? Wie das bei solchen Männern halt so ist, hatte er auch seine guten Seiten. Er war sehr verschmust und auch immer sehr fürsorglich. Ich musste nur mal in einem Nebensatz fallenlassen, was ich gerne mal hätte/essen würde etc., und er hat das wahrgenommen und umgesetzt. Es gab viele solcher Momente, in denen ich mich dann doch geliebt gefühlt habe. Und ehrlich gesagt habe ich oft gedacht, dass er mit der Zeit anders würde, wenn er merkt, dass er mir nichts beweisen muss, dass er mir gegenüber nicht den starken Mann spielen muss... Ein bisschen "Mutter-Teresa-Syndrom". Inzwischen weiß ich, dass das Blödsinn ist. Der Sinn einer Beziehung ist es nicht, jemand anderen von seinen Problemen zu "heilen", damit halst man sich selbst nur Probleme auf.

    In mir steckt der tiefe Wunsch, irgendwo hinzugehören, von jemandem aufgefangen zu werden und geliebt zu werden. Wenn sich dann jemand von mir trennt und ich wieder allein bin, stürzt meine Welt ein und ich fühle mich, als ginge es nicht weiter. Das Leben des anderen geht glücklich weiter, während ich wie ein abgestellter Müllsack zuhause sitze. Ich fühle mich dann weggeworfen und entsorgt.

    Bisher war das jedenfalls so... Nach der letzten "Beziehung" (ich weigere mich ein bisschen, diesen Krampf als Beziehung zu betrachten!) bin ich mit mir selbst erstmal wunschlos glücklich. Im Gegenteil - am Wochenende werde ich einem Bekannten wieder absagen, weil mir wegen einiger Verpflichtungen zu wenig Zeit für mich alleine bleibt, wenn ich auch noch was mit ihm unternehme. Einen neuen Partner würde ich zur Zeit als "Zeitfresser" ansehen, ich mag meine Zeit mit mir selbst verbringen und nicht allzu viel davon mit anderen teilen.

    Ja, Du hast Recht - ich hätte wissen müssen, dass es nicht an mir liegt, dass nicht ICH diejenige bin, die ein großes psychisches Problem hat, dass ICH so wie ich bin völlig in Ordnung bin. Ich hatte es leider vergessen und mich selbst verloren.

    Ich habe heute frei und habe nebenbei den Fernseher laufen. Hier läuft "Mitten im Leben" und ein junges Mädchen macht eine Anti-Aggressionstherapie. Sie muss auf eine Art Sandsack einschlagen und alles rausschreien, was an Verletzungen in ihr steckt. Ich habe jetzt, wo ich das gesehen habe, das Bedürfnis, auf meinen Dachboden zu gehen und dasselbe mit meinem Sandsack und den Boxhandschuhen dort oben zu machen!

    Ataraxas, Du stellst viele Fragen, aber das gefällt mir gerade. Mir war auch alleine schon einiges klar und ich arbeite ja auch mit einer Psychotherapeutin. Aber Du hilfst mir mit Deinen Fragen nochmal ein Stück weiter. Frag ruhig weiter, wenn Dir nochwas einfällt...

    Ich gehe jetzt boxen und meinen "Ex" anschreien...

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    AW: Ich kann nicht kommunizieren - gibt's Abhilfe?

    Liebes Bienchen,

    viel Spaß dabei! Ich hoffe, es hilft dir ............
    Eine erfolgreiche Beziehung besteht nicht darin, den richtigen Partner zu finden, sondern darin, füreinander die richtigen Partner zu sein!

    Beziehung bedeutet Entwicklung zu zweit, denn was beide angeht, können auch nur beide lösen!

    Der Verstand kann uns sagen, was wir unterlassen sollten und das Herz kann uns sagen, was wir tun müssen.

    Wenn wir anderen mit einer Fackel den Weg erleuchten, bleibt es nicht aus, das wir dabei unseren eigenen Weg auch erleuchten.

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