hallo hilly
ja hier bin ich
hab ja letztens schon mal geschrieben, das ich echt erstaunt bin wenn ich dich les, wieviel ich davon in mir selbst finde
Naja einen Sinn, sehe ich in vielen Dingen - auch in der jetzigen Trennung seh ich durchaus auch einen "sinn" - ich hatte ja schon gesagt, daß ich mir sicher bin, daß er mir geschickt wurde um was zu lernen, ich brauch aber noch ne Weile um das genau zu erfassen was es war/ist
Alles andere was du sagst stimmt auch. Haben wir ja schon mal drüber gehabt.
Was ich eben jetzt aber aktuell bearbeiten will ist dieses nicht alleine bleiben können. Ich möchte die Chance die diese erneute Trennung ist, ja auch nutzen und nicht einfach nur wieder was drüberkleistern.
Ich weiss nur einfach nicht wie ich es anstellen soll, das ich es mit mir selbst auch a) aushalte und b) dann auch irgendwann geniesse
ich hab ja noch mehr Baustellen, die ich irgendwann mal angehen möchte/muss und da sehe ich die Nowendigkeit mit mir im reinen zu sein und mich mit mir wohl zu fühlen.
Liebe Grüße
Jasmintee
Antworten
Ergebnis 11 bis 20 von 79
Thema: Allein sein aushalten
-
04.10.2010, 15:37
AW: Allein sein aushalten
-
04.10.2010, 17:08Inaktiver User
AW: Allein sein aushalten
@yaz,
warum kannst du es nicht allein mit dir aushalten?
was daran ist so schlimm, dass du diesen Zustand nicht erträgst?
Womit verbindest du allein sein?
Überleg einfach mal. Aber erwarte nicht, dass dir die Antwort gleich einfällt.
Manchmal muss man da sehr tief graben.
Ich zB. kann sehr gut allein sein, aber nicht ewig.
Für mich käme Einzelhaft der Todesstrafe gleich.
Um mich herum quirrlt aber immer irgendeiner, ich bin also nie wirklich allein.
Daraus ergibt sich aber für mich das zweite Problem, ich habe nie gelernt eigene Grenzen zu setzen. Aus Angst, das dann keiner mehr über den Zaun guckt.
Dadurch habe ich manchmal das Gefühl, nicht mein Leben zu leben, sondern das, was andere gern von mir hätten. Ganz bittere Erkenntnis für mich, achso "taffe und kluge" Frau.
Mittlerweile versuche ich mich nicht mehr so stark anzupassen. Meine Klappe aufzureissen, wenn es um mich geht und nicht die Wünsche der anderen vors Loch zu schieben.
Ein NEIN bleibt ein NEIN.
Mein Wunsch ist mein Wunsch und ich werde versuchen ihn mir zu erfüllen, allein, denn es ist mein Wunsch und mag der Weg noch so steinig sein. Wenn es mein innigster Wunsch ist, wird er mir eh immer wieder unterkommen. Es gibt viele kluge Ratgeber, viele kluge erfahrene Menschen auch hier, aber sie können uns unseren Weg nicht abnehmen. Sie können uns aber die Hand hinstrecken, wenn wir zögern über eine Brücke zu gehen oder sie helfen uns aus einem Loch heraus.
Nur sie können uns nicht unser Lebensziel erklären, das ist unser Ding.
Auch ein Therapeut oder Coach bietet keine Lösung. Sie haben den Vorteil von draußen draufzuschauen, wir sind da schon etwas betriebsblind. Ein guter Coach, aber wird dich ein Stück begleiten, manchmal auch führen.
Frühere Generationen kämpften ums Überleben, Krankheiten, Armut, Not. Das kennen wir nicht, wir sind die Generation, die mit voller Wucht auf uns selbst zurückgeworfen wird.
Also packen wir es an.
-
04.10.2010, 20:45
AW: Allein sein aushalten
hilly ganz spontan fällt mir folgende Geschichte ein:
ich war ca. 6 oder 7 Jahre alt, damals schlief ich noch bei meiner Mutter im Schlafzimmer im Ehebett, meine Eltern sind geschieden seit ich auf der Welt bin, ich lieg also da in dem großen dunklen kalten Schlafzimmer und hatte wohl schlecht geträumt, denn ich sah kleine schwarze Männchen an der Wand die mir böse vorkamen, ich wollte also ins Wohnzimmer und meine Mutter holen, daß sie die schwarzen Männchen vertreibt, ich konnte aber meine Hausschuhe nicht finden, ich völlig in Panik in dem dunklem Zimmer die Schuhe gesucht und nicht gefunden, die schwarzen Männchen wurden immer böser .... irgendwann bin ich dann völlig heulend aufgelöst ohne Schuhe zu meiner Mutter ins Wohnzimmer und wollte Trost usw. - alles was ich bekam war eine Predigt über kalte Füsse und ein stell dich nicht so an es gibt keine schwarzen Männchen - und kehrtwendend lag ich wieder alleine in dem scheissdunklen kalten Schlafzimmer mit den hämisch lachenden schwarzen Männchen ....
ich verbinde also allein sein, mit ungeliebt, im Stich gelassen, keinen Trost findend und nicht angenommen
jedenfalls ist das was mir spontan dazu einfällt
momentan in Verbindung mit dem verlassen worden sein ist das Gefühl ungeliebt zu sein das Hauptproblem beim allein sein
es gibt einige solcher Beispiele/Geschichten wie die oben, ich hatte leider ausser meiner Mutter niemanden sonst bzw. niemanden sonst im Alltag, der das hätte ausgleichen können
ob und inwieweit ich das ganze von da ab an aufrollen muss weiss ich nicht - ich glaub auch nicht, das ich das alleine schaffen würde
also muss ich die Sache vom JETZT angehen
-
05.10.2010, 09:32
AW: Allein sein aushalten
Hallo Jasmintee,
ich hab ja in deinen anderen Strängen immer wieder mitgelesen. Es tut mir Leid, dass es dir momentan nicht so toll geht
Allein zu sein ist schwierig. Weil man dann mit den eigenen Gedanken allein ist.
Ich denke, für Dich stehen jetzt 2 Dinge auf dem Plan:
1. Lern dich zu mögen! Denn nur, weenn Du mit Dir selbst leben kannst, wird es möglich auch mit einem anderen Menschen zu leben. Die Unsicherheit, die du momentan empfindest - die überträgt sich.
2. Vielleicht solltest Du mal mit nem "Profi" über deine Ängste sprechen. Das ist ein großer Schritt - aber ich denke, es würde Dir helfen.
Hast Du denn Freundinnen, mit denen du ab und an was machen kannst? Auch ohne Kind?
Lass Dich mal drücken
FrancaIch hab meine Ernährung umgestellt.
Die Chips stehen jetzt links von der Tastatur.
-
05.10.2010, 09:55
AW: Allein sein aushalten
Wow, Jasmin, gruselige Geschichte. Aber so erging es uns in der heutigen Generation wohl fast allen... Verständnis für die Seele von Kindern hat diese Elterngeneration leider nicht gehabt (und hat sie auch heute noch nicht, wenn ich meine Eltern heute noch so betrachte). Meine Psychologin hat mir mal gesagt, dass unsere Generation die erste ist, die anerzogene Muster nicht einfach ohne sie zu hinterfragen übernimmt, sondern einen Wandel vollzieht. Und deshalb nimmt das Inanspruchnehmen von professioneller Hilfe auch in unserer Generation sprunghaft zu. Und das ist auch gut so! Es ist zwar wichtig, das JETZT aufzuarbeiten und zu verändern, aber oft ist das nicht möglich, ohne sich mit dem DAMALS auseinander zu setzen und wenn möglich auszusöhnen.
Aber alles Stück für Stück...
-
05.10.2010, 11:08
AW: Allein sein aushalten
ja franca, ich hätte es mir vom ganz alten strang ausgehend auch anders für mich gewünscht
- glaube aber es muss genauso sein wie es grad ist - ich fühle das das grad irgendwie der richtige Weg ist und ich bin sehr dankbar, das ich dieses Gefühl habe weil ich irgendwie dadurch denke wieder mit mir selbst in Kontakt zu sein
kannst du dir vorstellen, daß mein NM jetzt eine Schulter anbietet um sich auszuweinen ? verrückt oder? jetzt kommt er mit all den Sachen und kann es mir erklären - damals konnte er es nicht - naja aber es hilft, keiner kennt mich so gut wie er
- als Freund ist er grad echt gut zu gebrauchen
@ bienchen: ja vermutlich wird das eine nicht ohne das andere gehen, Stück für Stück genauso - gramm für gramm *kicher*
ich hab gestern gemerkt, das es mir unheimlich gut tut mich über das Thema allein sein auszutauschen, mir ging es gestern abend schon besser
was ich paradox finde, ich bin allein und habe allen Platz der Welt und alles steht mir offen, ich kann im Prinzip dadurch tun und lassen was ich will und trotzdem fühle ich mich durch dieses allein sein wie eingeengt und eingesperrt ... ??
-
05.10.2010, 11:30
AW: Allein sein aushalten
Jasmintee, eigentlich ist das doch ein schöner Schritt - du kannst Dich mit Deinem Nochmann aussöhnen - das macht auch die Kommunikation wegen der Organisation mit deinem Kind leichter.
Und es ist ein großer Schritt für Deine Trennungsbewältigung!
Warum fühlst Du Dich denn durch dieses allein sein so eingeengt - du hast doch so tolle Freiheiten! Du kannst Dinge tun, die sonst nicht möglich sind! Mal in Ruhe ne Ausstellung besuchen, stundenlang nen Schaufensterbummel machen - das geht alles ohne Mann viel besser.
Ist das "allein sein" für dich als "allein ohne Mann" oder "allein allein" - also auch ohne Freunde definiert?Ich hab meine Ernährung umgestellt.
Die Chips stehen jetzt links von der Tastatur.
-
05.10.2010, 11:58
AW: Allein sein aushalten
Hallo Jasmin,
das geht mir oft genauso. Weil man denkt, dass die Möglichkeiten eingeschränkter sind. Gerade am WE merke ich immer sehr, dass ich allein bin. In meinem Alter sind halt alle Freunde vergeben/verheiratet, teilweise sogar mit Kindern. Die haben andere Interessen und sind mit anderen Paaren unterwegs. Und ich weiß oft nicht, wo ich hin soll, weil ich mich da dann auch nicht anschließen mag. Und alleine auf Veranstaltungen gehen mag ich auch nicht. Also bin ich meistens zuhause und beschäftige mich. Was auch schön ist, ich kann mich Gott sei Dank sehr gut mit mir alleine beschäftigen und genieße das auch oft. Aber daher rührt bei mir dieses Gefühl des Eingeschränktseins.
Und man fühlt sich auch oft nicht als vollwertiger Mensch. Alle anderen haben jemanden, man selbst nicht. Also ist man minderwertiger, weil Single. Ungewollt. Abgelegt.
Aber genau das stimmt ja eigentlich gar nicht! Im Gegenteil! Wir Singles sollten uns ja eigentlich viel freier fühlen, weil wir absolut tun und lassen können, was wir wollen. Wir sind nicht "nur" ein Teil eines Paares, sondern wir sind ganz allein Jemand. Verstehst Du, was ich meine? Ich kann morgens aufstehen, wann ich will, ich kann im Bett frühstücken oder vor dem Fernseher, ich kann aufräumen oder es auch lassen, ich kann essen, wann und was ich will, ich kann im Fernseher anschauen, was ich will, ich kann spazierengehen oder baden, je nachdem, wonach mir ist... Ich muss nach niemandem fragen. Das ist schwierig, in den Kopf zu kriegen, weil das ja eigentlich nicht das ist, was wir wollen. Aber das ist eine Möglichkeit, das Beste draus zu machen und mit sich und der Situation klar zu kommen. Und so zu lernen, sich selbst zu lieben und sein Leben...
-
05.10.2010, 12:49
AW: Allein sein aushalten
franca - im Prinzip hat bienchen es schon ganz gut ausgedrückt wie ich das empfinde mit dem eingeengt sein
allein sein ist für mich ohne Partner - also nicht das es mir was ausmacht, allein meinen Alltag zu bestreiten - das hatte ich ja in meiner Ehe schon - nein dieses da ist niemand der zu mir gehört, mit dem ich Freude und Probleme teilen kann - alles eben was irgendwie eine Partnerschaft so ausmacht
im Moment bin ich ganz für mich allein - (mit den Kindern) - ich habe bei meinen Freunden eine "Auszeit" angekündigt, weil ich zur Ruhe kommen muss und wirklich komplett ohne Ablenkung dieses mit mir selbst auskommen lernen will - ich fühle sehr stark das ich genauso und nur genauso da jetzt durchmuss - ich will erreichen das ich für mich eben solche Sachen machen kann, Ausstellung, Bummeln usw. aber eben dann das ganze auch gern alleine mache und nicht so wie Bienchen es beschreibt - och alleine gehen mag ich nicht
das ist der Punkt des eingeengt seins -
Ziel: oh da ist eine Veranstaltung, da würd ich gern hingehen, ich fühle mich sehr wohl wenn ich da alleine hingehe und kann es geniessen, wenn jemand dazu noch dabei ist auch schön, aber eben nicht mehr ein muss - sondern ein obendrauf
ich denke, daß das auch für eine zukünftige Partnerschaft wichtig ist, einfach weil es dann keine "du bist mein Partner also kümmer dich um mich" Erwartung mehr gibt - diese zwar in den letzten Beziehungen nicht offen zutage traten, die aber doch unterschwellig irgendwo in verschiedenen stärken vorhanden waren
was ich in den letzten Beziehungen nie hatte war dieses, nach einer Trennung jetzt kann ich endlich machen was ich will - das konnte ich auch schon währenddessen, ich hatte keine Beziehungen in denen ich mit solchen Sachen wie er sucht das Fernsehprogramm aus, er bestimmt wann wir aufstehen, er bestimmt was wir essen usw. -eingeschränkt war - ich denke hier ist eine weitere Baustelle von mir - dieser Widerspruch zu dem wie ich mir Beziehung vorstelle und zu dem was ich mir für Männer bisher ausgesucht habe - also vorstellen mag ich mir eine Beziehung als "WIR" - ausgesucht hab ich mir Männer bei denen nur "ICH" und "DU" ging - übrigens auch ein Thema was mir erst durch die letzte Beziehung bewusst geworden ist
-
05.10.2010, 12:57
AW: Allein sein aushalten
achja bienchen - dieses schönreden des Singlelebens was einem ja aktuell in der Gesellschaft entgegenspringt, das ist mir zu oberflächlich - diese Singles können und dürfen immer und überall alles ohne "Einschränkung" durch einen Partner ist meines Erachtens nichts weiter als Vertuschung von Problemen innerhalb dieser schnelllebigen Gesellschaft
weil all das was da angeführt wird von sogenannten Vorteilen eines Singlelebens ist auch innerhalb einer funktionierenden auf gleicher Augenhöhe befindlichen, respektvollen Partnerschaft möglich
zumindest sehe ich das so


Zitieren
