Hallo,
stelle das Thema bewusst nicht in die Job-Rubrik; denn ich denke es geht um mehr als das reine Job-Thema.
Ich würde gerne wissen, ob es anderen auch so geht oder ob ihr Hinweise habt, woher folgendes Problem kommen könnte ...
Seit Jahren lande ich immer wieder in Arbeitsstellen, die mir meist schon nach relativ kurzer Zeit nicht gefallen. Jedesmal denke ich, das ist jetzt DIE Stelle - doch dann: irgend etwas ist immer. Entweder ist der Chef psychopathisch oder das Aufgabenfeld fast schon diskiriminierend unterqualifiziert oder es ist viel zu stressig oder - wie jetzt gerade - es gibt einfach fast nichts zu tun, man muss die Stunden absitzen.
Sehe ich vielleicht das Glas immer halb leer oder will mir da das Leben noch was anderes sagen, zum Beispiel: vielleicht gehst du da mal ganz aus dieser Schiene und versuchst was anders.
Das Problem ist, ich habe sehr viele Interessen, doch ich weiß nicht, wie ich diese in einem anderen Job unterbringen könnte, bzw. habe vielleicht auch nicht den Mut, einfach umzusatteln.
Ich bin übrigens alleinerziehend.
vielleicht habt ihr ein paar Gedankenanregungen ... Danke im voraus!![]()
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 38
Thema: Immer wieder "falscher" Job
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23.09.2010, 10:02
Immer wieder "falscher" Job
Es gibt keine Pflicht, die so sehr unterschaetzt wird als die, gluecklich zu sein.
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23.09.2010, 22:48
AW: Immer wieder "falscher" Job
oh je - habe ich das vielleicht etwas übertrieben dargestellt oder wieso gibt es so überhaupt gar keine Reaktion auf meinen Beitrag?
Ich habe den Sachverhalt stark überspitzt dargestellt, ja, aber kann denn niemand mit so einer Situation, die sich über längere Zeit schon hinzieht, etwas anfangen?
Oder bin ich doch ganz falsch hier??Es gibt keine Pflicht, die so sehr unterschaetzt wird als die, gluecklich zu sein.
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23.09.2010, 22:52Inaktiver User
AW: Immer wieder "falscher" Job
Woran machst du es fest, dass es nun "die Stelle" ist, die du haben willst?
Bist du im normalen Leben auch schnell begeistert, um dann enttäuscht zu sein, es wird dir langweilig oder dir fehlt der "Kick"?
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23.09.2010, 22:54Inaktiver User
AW: Immer wieder "falscher" Job
Tach auch

Ich kann das ein wenig nachempfinden.
Mir geht, bzw. ging es auch oft so, daß ich mich irgendwann in meinen Jobs gelangweilt habe.
Und zwar immer dann wenn die Routine einsetzt.
Als ich mich dann mal selbst darauf hin analysiert habe, stellte ich dann fest, daß ich es liebe neue Projekte anzustoßen, neues aufzubauen und zu optimieren.
Nur das Tagesgeschäft empfand ich dann immer als, na ja sagen wir mal wenig erquicklich.
Als ich das dann erkannt hatte, wechselte ich dann auf eine andere Schiene.
Ich ging in die Beratung. Immer neue Projekte, immer Abwechslung.
Überlege mal wo deine Stärken liegen und denke mal darüber nach ob du da etwas verändern kannst.
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24.09.2010, 00:56
AW: Immer wieder "falscher" Job
Die Reaktion war so schwach, weil Du den Eindruck machst, als ob Du nicht wüsstest, was Arbeit ist.
Arbeit dient nicht zur Unterhaltung, sondern hat den Zweck, Deine Fähigkeiten dort einzusetzen, wo sie gebraucht werden.
Wenn Du also an einer Stelle sitzt, die Dir "nicht passend" erscheint, solltest Du mal in Dir selber nachforschen, warum Du so leicht unzufrieden bist: hast Du noch nicht herausgefunden, welcher Job zu deinen Qualifikationen passt und gehst deshalb mit falschen Vorstellungen auf die Jobsuche? Oder bist Du der Auffassung, daß der "ideale Job" für Dich existiert, Du ihn nur noch nicht gefunden hast?The very purpose of creation and of evolution is expansion of happiness
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24.09.2010, 01:41
AW: Immer wieder "falscher" Job
aha. das hört sich an als ob du schon eine idee hast. was hindert dich diese umzusetzen?Das Problem ist, ich habe sehr viele Interessen, doch ich weiß nicht, wie ich diese in einem anderen Job unterbringen könnte, bzw. habe vielleicht auch nicht den Mut, einfach umzusatteln.
du klingst so, als ob du für dich noch nicht klar hast, was du kannst und unter welchen bedingungen du optimal arbeiten kannst.
oder aber du weisst es schon, gestehst es dir nicht zu und traust dich nicht in diesen anderen bereich zu wechseln. und weil du dir den entscheidenen schritt nuicht zutraust, verbleibst du in diesem bereich und fühlst dich dann nach kurzer vzeit dort falsch."Das höchste Glück ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit." Erasmus von Rotterdam...
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24.09.2010, 09:47
AW: Immer wieder "falscher" Job
Hallo ebbeundflut!
Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Ich arbeite seit 30 Jahren in den verschiedensten Berufen/Branchen. Was ich endlich begriffen habe: Den idealen Job gibt es nicht. Irgendwas ist immer. Mich kotzt es auch nach einiger Zeit an, auch wenn am Anfang noch alles toll war.
Ich bewundere die Leute, die es schaffen aus ihrer Leidenschaft einen Beruf zu machen. Die sozusagen in sich eine tiefere "Berufung" spüren und es dann schaffen, diese auch umzusetzen. Ich z. B. wäre gerne Schriftstellerin geworden, habe es aber leider nie geschafft.
Was arbeitest Du denn so zur Zeit?
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24.09.2010, 11:32Inaktiver User
AW: Immer wieder "falscher" Job
"Love it, change it or leave it." - Diesen Spruch finde ich sehr passend für Deine Situation.
Hier wurde es schon angesprochen: Es kann sein, dass Dein Job nicht Deinen Fähigkeiten entspricht. Dann kannst Du Dir überlegen, ob Du weitermachst und den Job "nur" (es ist schon soooo viel) als Existenzsicherung ansiehst und Dich im Privatleben "auslebst". Oder Du überlegst, was Deinen Fähigkeiten entsprichst und richtest Dich danach aus. Das ist das "Leave it.".
Was kannst Du an Deiner aktuellen Situation ändern? Kannst Du Dir, wenn Du Dich langweilst, zusätzliche interessante Aufgaben suchen? Ist Dein Chef bereit, Dir möglicherweise mehr Verantwortung zu übertragen? Das ist das "Change it."
GutDing hats bereits aufgegriffen: Es wird auch bei dem passensten Job immer Dinge geben, die nicht angenehm sind. Tätigkeiten, die langweilig sind oder einfach dazu gehören. Doofe Kollegen oder Chef. Manches kann man nicht ändern. Aber man kann seine Haltung dazu ändern. Arbeit ist eben nicht (nur) Eigenbelustigung. Wenn Du das akzeptieren kannst, kannst Du besser damit umgehen. "Love it."
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24.09.2010, 11:55
AW: Immer wieder "falscher" Job
Hi ebbeundflut!
Das Thema: "feindliches Arbeitsumfeld" kenne ich. Zum Berufsstart war mein Lieblingsspruch "Wo ich bin, ist Chaos!" Da war ich aber selbst chaotisch veranlagt und habe dieses Umfeld unbewußt "magisch angezogen" mit meiner Art. Seit einigen Jahren habe ich nur noch harmonische Kollegen um mich (fast schon zu harmonisch!), die auf ein liebevolles, harmonisches Miteinander Wert legen… meine Erfahrung: das hängt von Dir selbst ab, mit was für Menschen Du zu tun hast!
Ich war auch zu unruhig und ließ mich leicht verunsichern oder vertreiben. Jugendsünden halt. ich brauchte die Auseinandersetzungen. Und immer jede Menge Arbeit auf meinem Schreibtisch, da Langeweile der größte Feind war für mich. Jetzt nenne ich Dir mal die Lösung meines damaligen Problems: a) "Psychopathen": sofort jede Form von Unhöflichkeit und Ironie höflich ansprechen und klarstellen, daß Du Wert auf gute, respektvolle Umgangsformen legst b) "Mobbing": auch sofort ansprechen und um Aufklärung bitten, dabei Verbündete suchen... denn Mobbing-Kollegen sind nur stark, wenn sie Rückenwind verspüren. Du machst einen Menschen erst stark, denn Macht bekommt man verliehen! c) "Langeweile": umso besser! Die erfolgreichsten Kollegen, die ich früher verachtet habe, halten ständig irgendwo ein Schwätzchen ("Bürohopper" hießen die intern, weil sie tagsüber ihre Runde machten durch alle Büros)… Du kennst jeden und wächst immer mehr in die Unternehmenskultur hinein! Resultat: Du bekommst neue Aufgaben, weil Kommunikation eine gesuchte Eigenschaft ist! Falls der Chef sagt, Du solltest mehr am Arbeitsplatz sitzen, ist das ein weiteres Argument, Dir neue Aufgaben zuzuteilen.
Soweit mal meine Erfahrungen. Vielleicht helfe ich damit ein bißchen weiter?
LG vom KDGeändert von KoelnerDom2010 (24.09.2010 um 11:59 Uhr)
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24.09.2010, 22:14
AW: Immer wieder "falscher" Job
Hallo!
Oh, jetzt gleich so viele Antworten, vielen Dank.
Weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.
Wie ich weiß, dass es der richtige Job ist? Gute Frage - möglicherweise bin ich einfach zu naiv, auch Jobs werden ja sozusagen verkauft, fast immer war es bisher so, dass viel versprochen wurde, das heißt, die Arbeit erschien qualifiziert und meinen Fähigkeiten entsprechend, und früher oder später stellte sich heraus, dass dem eben nicht so ist. Oder wenn es denn mal anspruchsvoller war, dann war er das vor allem durch einen (von anderen Seiten bestätigt!) völlig irren Vorgesetzten ... Die Kunst bestand dann darin, diesem eben doch irgendwie alles recht zu machen.
@KoelnerDom2010
Mit Mobbing hatte ich nie Probleme, bzw. wenn ich Probleme hatte, dann höchstens mit dem Vorgesetzten, nicht mit den Kollegen!
@Nancissima
Dass Arbeit nicht Eigenbelustigung ist, das ist mir klar. Ich arbeite schon relativ lang und immer im gleichen Beruf. Vielleicht ist es einfach die Vorhersagbarkeit, die mich fragen lässt, ob meine regelmäßig wiederkehrenden unguten Gefühle noch normal sind.
Was ich selbst erkannt habe, ich fühle mich immer wieder degradiert.
Das nagt an meinem Selbstwertgefühl. Zunächst denke ich, dieses Mal wird alles besser, denn die Vorgesetzten sind ja anfangs auch noch besonders "nett", später rutscht es dann wieder in die Schiene, die ich einfach mittlerweile hasse:
Ich soll Dinge erledigen, die eigentlich weit unter meinem Niveau sind.
Das klingt hochmütig vielleicht; aber es ist eben mein Gefühl und das schon ziemlich lange.
Ich habe studiert, leider nicht zu Ende und arbeite eben daher auch unter dem Titel "nicht studiert" -
@.joanna.
Ja, ziemlich wahrscheinlich liegt da der Hase im Pfeffer - ich bin einfach im falschen Beruf, aber ich weiß einfach nicht, wie ich da raus komme. Wie gesagt, dachte ich dieses Mal tatsächlich , es sei jetzt anders, doch es zeichnet sich schon wieder ab, dass dem nicht so ist.
Muss ich nochmal ganz von vorne anfangen?Es gibt keine Pflicht, die so sehr unterschaetzt wird als die, gluecklich zu sein.



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