Diese Einstellung macht dir jeden Job, bei dem du nicht der Entscheider bist, zur Hölle.
Du hast ein paar Semester Linguistik oder Philologie studiert, darauf kann man prima aufbauen.
Beruflich bringt dich das Diplom vielleicht nicht mehr weiter, aber ich würd's für mich selber tun.
Medien und Verlage, wenn du da bis 30 keinen Fuss drin hast, isses als Produktmanager, Lektor, Projektmanager, die ganze Entscheideretage - vorbei.
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Thema: Immer wieder "falscher" Job
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25.09.2010, 19:28Inaktiver User
AW: Immer wieder "falscher" Job
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25.09.2010, 19:48
AW: Immer wieder "falscher" Job
Diese Einstellung macht dir jeden Job, bei dem du nicht der Entscheider bist, zur Hölle.
Du hast geschrieben, Du bist Assistentin/Sektretärin, ja?
Dann ganz besonders.
Ich mache das Gleiche, hatte in meinem Berufsleben bereits mehrere Chefs.
Es ist so, in dieser Position musst Du oft die Arbeit machen, die der Chef nicht macht. Ihm zuarbeiten eben.
Da sind durchaus schon mal richtig blöde Sachen bei, es ist mal langweilig, mal hektisch.
Und die Lorbeeren für Deine Arbeit heimst oft der Chef ein.
Tja, ist so.
Aber nicht nur, es gibt doch auch die andere Seite. Du bist auch Schaltstelle, hörst alles, weisst alles, machst die unterschiedlichsten Dinge und geht mit den unterschiedlichsten Menschen um. Bist unentbehrlich - und manchmal zeigt das der Chef Dir doch vermutlich auch. Wenn nicht: Du weisst, dass es so ist!
Ich finde meinen Job wunderbar - und das bedeutet nicht, dass ich das Aschenputtel-Gefühl nicht kenne. Aber das ist ein Gefühl , d.h. es ist in Dir. Dieses Gefühl kann gehätschelt werden, wenn es hochkommt, oder Du siehst Deinen Job mal mit etwas anderen Augen.
Du hast es in der Hand, wie Du Dich dort fühlst.
Alles Gute!Geändert von Tabea57 (25.09.2010 um 19:53 Uhr)
Gestaltet doch euer Leben, hofft weniger, macht was ihr wollt.
Aber macht!
ausgeborgt von Uli_F-2009
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25.09.2010, 19:59Inaktiver User
AW: Immer wieder "falscher" Job
@tabea,
ich war fast 10 Jahre Büroleiterin einer kleinen feinen Medienfirma.
Vom Abwasch bis zum Zahnarzttermine für den Chef buchen, machst alles, siehst alles und weißt alles, von früh bis spät.
Honorarverträge, Personalplanung, Kollegen einarbeiten, Praktikanten betreuen, Informantenpflege, Kundenbindung, Honorarverträge, Wochenpläne, Materialbestellung, Geburtstaggeschenke besorgen,Telefonhotline, Webseitentuning, mit den Putzfrauen meckern, Rechnungswesen, Postverkehr -
und wo bleibt das Erbsenzählen für Aschenputtel?
Ich war übrigens alleinerziehend, jetzt sind die Kinder volljährig.
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25.09.2010, 20:08
AW: Immer wieder "falscher" Job
Genau! Honorarverträge und Webseitentuning und Hotline kann ich bei mir steichen, dafür einige andere Dinge dazuschreiben.
Ich habe Kollegen, die rausfahren und was Soziales machen, ich halte die Stellung im Büro und ertrage
den (ganz netten) Chef.
Ich war schon superwütend, habe geweint (am Anfang mal), geflucht... und liebe es.
Aber ich war nicht alleinerziehend (es sei denn, man glaubt, dass man 17 - 22jährige noch erziehen kann
).
Von daher: Hochachtung vor Deiner Leistung
- und auch vor Deiner @ ebbeundflut
!
Ach ja, und das Erbsenzählen kenne ich von mir manchmal auch - wenn ich besonders genervt bin oder mich schon schlecht fühle, neige ich dazu.
Aber dann gibt´s abends Erbsensuppe!!
Geändert von Tabea57 (25.09.2010 um 20:13 Uhr)
Gestaltet doch euer Leben, hofft weniger, macht was ihr wollt.
Aber macht!
ausgeborgt von Uli_F-2009
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26.09.2010, 09:58
AW: Immer wieder "falscher" Job
Ja, ich weiß, was du meinst. Aber das ist es nicht. Ich habe immer wieder meine Einstellung zu diesem Job gebessert, wenn ich merkt, jetzt werde ich mal wieder zu negativ. Aber mich verfolgen Situationen, die mir eben zu degradierend sind. Ich scheine das anzuziehen. Das ist mein Problem. Und mir alles nur schön reden, das will ich eben auch nicht.
Ja, das ist mir ja auch klar. Deshalb habe/hatte ich ja auch nicht mehr so furchtbar viel Motivation.Es gibt keine Pflicht, die so sehr unterschaetzt wird als die, gluecklich zu sein.
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26.09.2010, 10:11
AW: Immer wieder "falscher" Job
Nochmal danke für eure Beiträge!

- Allerdings glaube ich, habe ich nicht ganz klar gemacht, was mein wirkliches Problem ist.
Es ist nicht so, dass ich nicht weiß, was die Aufgaben in meinem Beruf sind - dazu bin ich schon zu lange drin. Aber mir wurden immer wieder die Jobs so wundervoll angepriesen und schließlich war es vor allem Kaffee und Kopien machen.
Und das lag nicht daran, dass ich wenig Kompetenz oder Einsatz zeigte, sondern einfach daran, dass es die Aufgaben, mit denen man mich mehr oder weniger "gelockt" hatte, so gar nicht gab bzw. nicht im mindesten in dem Umfang.
Und - studieren nur um des Studierens Willen, das ist ein anderes Thema. Vielleicht werde ich das wirklich eines Tages tun, wenn meine Kinder noch ein bisschen älter sind. Wenn ich mich JETZT neben dem Beruf weiter-/ bzw. umbilde, dann nur wenn ich weiß, ich kann damit endlich einen anderen Berufsalltag haben.
Aber noch fehlt mir eben die Erleuchtung, wie ich das anstelle.
Es gibt keine Pflicht, die so sehr unterschaetzt wird als die, gluecklich zu sein.
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26.09.2010, 11:05Inaktiver User
AW: Immer wieder "falscher" Job
@ebbeundflut,
na da kommen wir der Sache doch schon mal näher.
Nennen wir mal das Kind beim Namen, du fühlst dich unterfordert. Es ist also nicht die Tätigkeit als Assistentin, sondern das was man dir zutraut.
Ich hab vor gefühlten hundert Jahren etwas studiert, das sich heute Kommunikationswirtschaft nennt. Ein Beruf in dem du alles und nichts machen kannst.
Während des Studiums habe ich mich sehr stark auf die kreative Seite konzentriert, Text und Design, die BWL-Geschichten eher am Rande, aber sie fielen mir gottseidank leicht.
Nach dem Studium in den kreativen Bereich des Binnenhandels gerutscht, dann kam die Wende und die meisten Posten wurden von gescheiteren Leuten aus den alten Ländern besetzt. Ich hab mich dann auf den Ladenbau spezialisiert. Da fehlte mir aber zum Kommandos geben der Innenarchitektenabschluß. Wie du war ich in der Zeit mit kleinen Kindern alleinerziehend.
Ich habe keine Zeit zum nebenbeistudieren gefunden, ich habe gearbeitet. Handwerklich - kreativ, viel auf Reisen.
Kinder 350 km weg bei Oma.
Das ging dann nicht mehr als die Kinder in die Schule kamen.
Umgezogen, umgeschult.
Online-Redaktion, Multimediaentwickler - hochtrabende Bezeichnungen. Ich habe nie in diesen Berufen speziell gearbeitet, aber diese Kenntniss später anwenden können.
Was mich für lange Zeit in Lohn und Brot gebracht hat, war die eigentlich ungeliebte BWL-Schiene. Heute kann ich mit Lexware, Datev und SAP im Rechnungswesen/ der Logistik umgehen, ich verfüge über einen Abschluß an der Londoner Kammer in Englisch, weiß in groben Zügen etwas über Personalführung und Arbeitsrecht, Lohn und Gehalt und die Liste könnte lange fortgesetzt werden...
Nach langer Krankheit und daran anschließender langer Arbeitslosigkeit arbeite ich seit dem Sommer über eine ZA als Produktionshelfer. Nix mit Büro.
3 -Schichtsystem rollierend.
Für alleinerziehende Mütter nicht machbar. Und mir gefällt der Job.
Was wollte ich eigentlich sagen:
1.
Versuch mit deinem Wissen nicht stehen zu bleiben, erwirb Qualis und weise beim Arbeitgeber drauf hin. Kaffee gibts in der Kantine und Kopien machen, das ist Azubi- oder Praktikantentätigkeit, abtippen von langen Texten gehört aber nun mal ins Sekretariat.
Was steht eigentlich in deinen jeweiligen Tätigkeitsbeschreibungen zur Stelle?
Warum wucherst du nicht mit den Sprachkenntnissen?
2. Leben verläuft selten nach Plan
Es kann dich an Stellen verschlagen, die du nie in Betracht gezogen hättest. Entweder es ist dort so ätzend, das du dir was anderes suchst, oder du findest die Arbeit und das Klima dort doch interessant und arbeitest dich ein.
Ein tolles Betriebsklima, kann wenig Geld, bescheuerte Arbeitszeiten und eine Routinetätigkeit erträglich machen.
Brauchst aber die Motivation dazu.
Schon mal dran gedacht, dich irgendwo mal coachen oder dir einen Profilpass machen zu lassen?
Noch einen Literaturtipp,
Monika Hoffmann "überqualifiziert".
Falls du das Buch nicht mehr im Handel bekommst, Bibliothek nachfragen oder ne PN an mich, ich schicke es dir gern zu.
So,
wünsche geholfen zu haben.
Schönen Sonntag noch.
PS: wie alt sind die Kinder?Geändert von Inaktiver User (26.09.2010 um 11:16 Uhr) Grund: Tippfehler
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26.09.2010, 11:07
AW: Immer wieder "falscher" Job
Hi ebbeundflut,
ich kann das gut nachvollziehen. Mir geht es genauso. Hinzu kommt, dass ich seit vier Jahren wieder über Zeitarbeit arbeite und da lernt man einige Firmen kennen. Momentan sitze ich wieder auf einer total langweiligen Stelle. Es gibt nichts zu tun! Es würde reichen, wenn ich 1 x die Woche käme. Aber mit wem man auch spricht in der Firma, die haben alle ein lockeres Leben. Ich bin so froh, wenn ich da in vier Monaten weg bin. Ich sterbe vor Langeweile, ich hasse mittlerweile jeden Tag!!
Dann kenne ich auch das andere extrem, wenn man zu viel zu tun hat, aber ehrlich gesagt ist mir das tausend mal lieber als den ganzen Tag Konfettis zu zählen.
Hinzu kommt halt momentan auch, dass ich im falschen Bereich arbeite, sprich als Sekretärin. Ich mag das net, dem Chef zuarbeiten. Ich arbeite lieber im Team mit ein, zwei, drei Kollegen.... Ich mag die Sachbearbeitung lieber als Assistenzaufgaben. Aber es ist fast unmöglich geworden, so einen Job wieder zu finden. Man kommt nur noch über Beziehungen wo rein.
Ich habe auch schon viel darüber nachgedacht, was anderes zu machen. Habe mir schon Weiterbildungsunterlagen schicken lassen und hier und da überlegt und geguckt....aber es ist nicht immer so leicht, wenn man eh nicht genug verdient, zwei Jobs machen muss, um über die Runden zu kommen und dazu noch alleine wohnt. Momentan habe ich keine Zeit und Kraft mich darauf zu konzentrieren, welcher Job wirklich zu mir passt. Ich bin fast schon an dem Punkt, an dem ich mir sage, er dient nur noch zum Geld verdienen - mehr nicht.
Ich kenne einige, die gehen wirklich mit Freude an ihren Job. Ich beneide diese Leute.Geändert von rockzee (26.09.2010 um 11:10 Uhr)
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26.09.2010, 11:19Inaktiver User
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26.09.2010, 21:19
AW: Immer wieder "falscher" Job
@hillary
Danke für dein nochmaliges Mail und deine Mühe! Und Hut ab, was du schon alles gemacht hast.
Ja, genau, das ist es, ich fühle mich unterfordert und dadurch eben auch manchmal fast sowas wie gedemütigt. Klingt vielleicht übertrieben, ist aber so.
Genau, diese Auffassung habe ich auch, dass Kaffee holen und Kopien machen Praktikantenaufgaben sind. Aber wie sage ich das, wenn ich gerade mal zwei Monate bei der Stelle bin? Soll ich sagen: "Sorry, können Sie sich den Kaffe, die Kopien gerade selber machen, das gehört nicht in mein Ressort!" - Glaub mir, das in ähnlicher Weise liegt mir manchmal auf der Zunge, aber dann schlucke ich halt.
Sicher, ich bewerbe mich immer im Hinblick auf meine Sprachen, da ich die auch wirklich sehr gut beherrsche. Aber ich habe manchmal das Gefühl, die sind mehr so ein nettes Beiwerk, dabei sollte es ja umgekehrt sein: das Kaffee machen als Nettigkeit von mir ...
Ich sollte vielleicht wirklich mal ein Coaching machen, ja. Ich weiß eben nicht so genau, wo ich mich da hinwenden kann. Ist ja wohl auch nicht ganz billig. Aber an dem Punkt an dem ich jetzt gerade bin, sollte ich wohl keine Kosten etc. scheuen!
Nach dem Buch werde ich auch schauen, Danke nochmals für alles!
Es gibt keine Pflicht, die so sehr unterschaetzt wird als die, gluecklich zu sein.




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