@elwyn
Vielen Dank für Deine Gedanken und Anregungen.
Du wolltest wissen, welche Verbundenheit fehlt. Ich würde sagen, es ist das Vertrauen, dass ich nicht aufbauen kann. Ich wurde zwei mal im Leben bitter enttäuscht (Ex-Mann und Ex- „beste Freundin“). Seitdem fällt es mir besonders schwer persönliche Dinge zu erzählen. Ich fürchte, dass die Informationen, die ich gebe, missbraucht, weiter erzählt etc. werden, deshalb erzähle ich Vieles einfach nicht. Ich erlebe oft, dass mir Freunde/Bekannte intime Dinge erzählen, die ihnen ihre Freunde anvertraut haben. Umgekehrt möchte ich das nicht, deshalb schweige ich oft.
Freundschaft würde ich auch gar nicht unbedingt an gemeinsamen Interessen festmachen. Es ist eher eine gemeinsame „Ebene“ =“Wellenlänge“. Da gibt es schon verschiedene Leute, bei denen ich das spüre, dennoch ist nicht automatisch auch Vertrauen da.
Das mit dem Plaudern fällt mir oft schwer. Manchmal habe ich das Gefühl, dass mir spontan nur „Unsinn“ in den Kopf kommt oder sogar Dinge, die beleidigend sein können. Manchmal grüble ich nach einem kurzen Gespräch noch stundenlang, was ich da wieder gesagt habe. Ich versuche, die Dinge, die ich sage, zu kontrollieren und es wird meist ein Krampf daraus. Insbesondere gegenüber Menschen, die ich nicht gut kenne, wo ich mich unsicher fühle....
Mein Umfeld ist „normal“. Ja, von außen betrachtet bin ich nicht einsam. Da es mir an Vertrauen fehlt, bin ich aber schon einsam, auch wenn ich von Menschen umgeben bin, die ich mag und schätze. Ich hoffe, dass meine Therapie mir etwas von diesem Vertrauen zurück geben wird.
Thema "rationale Entscheidungen": rationale Entscheidungen lassen mich derzeit nicht loslassen von Dingen, die mir schaden. Z.B. der Job. Ich bin dort sehr unglücklich. Obwohl ich seit langem suche, finde ich keinen neuen Job, da ich nur Teilzeit arbeiten will/kann. Ich schleppe mich jeden Tag hin nach dem Motto, besser einen Sch...Job als arbeitslos, aber innerlich zerfrisst mich diese Arbeit (Mobbing spielt auch eine Rolle). Die Bauchentscheidung wäre sicher: raus aus dem Umfeld und da es in Teilzeit keine Job-Chance gibt evtl. aber was Neues starten. „Mein Bauch“ schweigt beharrlich zu diesem Thema. Und wie soll man etwas Neues starten ohne Idee und echte Leidenschaft dafür?
Ich bin also auch auf der Suche nach meinem „Bauchgefühl“, das mir abhanden gekommen ist.....(oder der Kontakt zum "inneren Kind", wenn man es so nennen will...)
@Prinzessin Lisi
Es wird sicher auch nicht jeder das Gleiche über Dich denken. Würde es Dir denn helfen, wenn Du greifbare „Adjektive“ hättest? Mir ist es mittlerweile nicht mehr soooo wichtig wie mich andere sehen seitdem ich weiß, wie ich mich selbst sehe. Ich versuche also erst mal mein Bild von mir gerade zu rücken, vielleicht wird es Einfluss auf meine Außenwirkung haben ????? Wenn nicht, dann finde ich zumindest einen treuen Freund dabei – MICH. Nur mit Lächeln ist nichts getan. Ich denke, das Lächeln kommt automatisch, wenn es einen Grund dafürgibt Dann ist nicht mehr unecht. Unechtes Lächeln wirkt eben nicht...
Ja, das mit den wenigen Personen aus den Lebensphasen kenne ich auch. Interessen und Wege gehen auseinander. Ich frage mich auch immer, wie man mit einer Vielzahl an Personen immer in Kontakt bleiben kann. Denn meistens bin auch ich diejenige, die ich immer meldet....
Ich habe ein Kind, das stimmt. Und ich beobachte es auch wie es mit Freunden umgeht (wobei es erst im Kiga ist). Bislang konnte ich noch nicht feststellen, dass da Kontaktprobleme bestehen. Ich versuche das auch zu fördern und ihm viel Kontakt zu Kindern zu ermöglichen (Einzelkind. Deine Tochter auch???). Meine Eltern haben nie Kontakte gefördert, ich war immer unter Erwachsenen, da spielt sicher heute auch noch eine Rolle. Ich muss allerdings sagen, dass meine Problem mit dem Kontakt in der Kindheit nicht so ausgeprägt waren. Es gab bei mir auch nie den großen Dunstkreis, aber auch immerhin einen kleinenWie kommt Deine Tochter denn klar?
Antworten
Ergebnis 61 bis 70 von 73
-
14.10.2010, 13:40
AW: Nicht alleine – aber trotzdem einsam
-
14.10.2010, 14:40Inaktiver User
AW: Nicht alleine – aber trotzdem einsam
Das kenne ich leider auch. Ich habe oft das Gefühl, dass wenn ich dann mal loslege und tatsächlich ohne Kontrolle ein Gespräch führe die Leute ganz erstaunt (nicht positiv) sind
. Ich neige halt zu Gedankensprüngen und irgendwie arbeitet mein Gehirn anscheinend anders als andere.
Und ich mache mir dann Gedanken, wie bestimmte Dinge vielleicht aufgefasst wurden, obwohl sie doch ganz anders gemeint waren...
-
14.10.2010, 14:51
AW: Nicht alleine – aber trotzdem einsam
Hallo Ihr mitleidenten :-)
ich bin 30 Jahre alt und in einer langjährigen guten Beziehung und auch oft einsahm. Obwohl ich eigendlich gar nicht einsahm bin.
Mein Freund liebt mich über alles und ich habe eine gute Beziehung zu meiner Familie.
In Gruppen zu finden ist auch mein problem und eine engere Beziehung aufzubauen auch. Ich komme eigendlich relativ schnell mit Leuten ins Gespräch aber es ist oft so das der Gesprächspartner nach dem Gespräch nichts mehr von mit wissen will, nicht offendsichtlich aber ich habe das Gefühl.
Es passiert selten das mich jemand von sich aus anspricht oder sich bei mir meldet. Auch bei Freunden fällt mir das auf.
Gerade heute war wieder so ein beispiel: Ich habe einer Freundin vor ner Woche angerufen und sie gefragt ob sie auf ne Herbstmesse die gerade stattfindet kommen möchte.
Ja alles klar. Das treffen war abgemacht.....und gerade schreibt sie ne SMS sie könne nicht da sie ne Wohnungsabgabe habe!?
Klar kann ich verstehen aber hätte sie das nicht früher sagen können?!
Sie sagt oft kurz vorher ab oder es kam sogar schon vor das sie das treffen ganz vergessen hatt!
Finde ich unmöglich!
Ich bin zur Zeit eh etwas durch den Wind da ich gerade dabei bin mich Selbständig zu machen. Da könnte ich etwas moralische unterstützung brauchen.
Ich denke ich bin auch selber schuld. Ich bin nach aussen hin eine sehr starke Frau und versuche viele Dinge alleine zu schaffen.
Mir fällt es schwer nach Hilfe zu fragen weil ich denke ich bekomme sie nicht und dann bin ich enttäuscht.
Bei mir ist es auch so das ich aus einem sehr nüchternem Familienumfeld komme.
In meiner Familie wurde früher nicht oft gekuschelt oder über probleme gesprochen.
Ist heut auch noch nicht so berauschend aber besser als früher.
Ich beneide Menschen die offen und herzlich auf fremde Leute zugehen können und einfach locker vom Hocker erzählen können.
Ich bin leider nicht so begabt ;-)
LG Chila1
-
14.10.2010, 15:19
AW: Nicht alleine – aber trotzdem einsam
Das kann ich nun aber echt nachvollziehen. Wenn du enttäuscht wurdest, dann ist es wirklich normal, dass du dir genauer überlegst, wem du was erzählst.
Ich bin zwar offenherziger, aber auch etwas zurückhaltender geworden als früher. Früher hab ich wirklich zuviel erzählt. Das sollte man niemals gleich tun, das überfordert manche Menschen sowieso und so etwas muss sich ohnehin entwickeln.
Vertrauen in allen Ehren, sicher kann man das wieder ein wenig aufbauen, aber ein gesunder Schutz ist nicht das Schlechteste.
Vielleicht solltest du dir als kleine Hilfe klarmachen, dass viele persönliche Details aus dem eigenen Leben (solange es keine ganz heiklen Dinge sind) letztlich nicht so interessant und wichtig sind, dass es unbedingt weitererzählt wird. Selbst wenn, das wird auch schnell wieder vergessen und im Normalfall auch nicht nachgetragen. Das nehmen Leute mal zur Kenntnis und gut ist. Die meisten Leute kreisen eh um sich selbst und ihr eigenes Ego.
Von Leuten, die richtig hetzen oder sowas ausnutzen, sollte man sich eh fernhalten. Da ist Misstrauen angebracht.
Die gemeinsame Wellenlänge ist schwer zu finden. Daher ist das schon ein sehr hoher Anspruch. Auch, wenn gemeinsame Interessen sozusagen für eine hehre Freundschaft unwichtig sind, so ist das doch der Regelfall, woraus sich nun einmal erst Bekanntschaft und dann vielleicht mehr und eine "Wellenlänge" entwickelt.Freundschaft würde ich auch gar nicht unbedingt an gemeinsamen Interessen festmachen.
So ganz ohne gemeinsame Interessen und Themen ist für mich eigentlich nicht mal eine Bekanntschaft denkbar.
Das gemeinsame Interesse zu verfolgen und dies dann auch (erstmal) in den Vordergrund zu rücken, hilft übrigens auch dabei, nicht jede Konstellation gleich zu genau zu betrachten oder zu werten. Dann freut man sich daran und ist zumindest in netter Gesellschaft.
Kenn ich. Ich bin insbesondere bei Diskussionen oft jemand, der die Dinge analytisch und tiefer betrachtet, wo eigentlich nur eine Stammtischdiskussion erwünscht ist. Damit ecke ich bei bestimmten Gruppen eindeutig an. Manchmal bin ich auch schlicht anderer Meinung. Wenn ich diese dann nicht recht und ohne Anecken vortragen kann, lasse ich es. Früher hab ich mich schon fast unbewusst - bewusst unbeliebt gemacht, weil ich nicht die Klappe halten konnte/wollte (so mein Therapeut). Es gehört aber auch zu einer gesunden Gruppendynamik, nicht immer alles einbringen zu wollen und Harmonie zu wahren. Das musste ich lernen und fahre damit besser. Man muss ja auch nicht immer durch irgendetwas interessant wirken oder Aufmerksamkeit erregen.Das mit dem Plaudern fällt mir oft schwer. Manchmal habe ich das Gefühl, dass mir spontan nur „Unsinn“ in den Kopf kommt oder sogar Dinge, die beleidigend sein können.
Es gibt in jeder Gruppe auch diejenigen, die eigentlich nicht viel sagen und trotzdem integriert sind. Mehr als freundliches Miteinander erwartet niemand.
Wenn ich mich bei Leuten oder in einer Gruppe so fühle und verhalte, erwarte ich allerdings auch nix Tiefergehendes mehr. Dann sind das keine zu mir direkt und enger passenden Leute.
Übrigens: Wenn man sozusagen wirklich "gut ankommen" möchte, dann gehört dazu nicht unbedingt viel: Auf Leute und deren Themen eingehen und zuhören, sie bestärken. Das ist, falls und natürlich hoffentlich ernstgemeint, immer etwas, was jeden, auch mich selbst, freut!
Geschickte Schmeichler
(und solche wollen wir gewiss nicht sein)
wissen DAS aber ganz genau!
Na, da ist eine rationale Entscheidung aber sehr angebracht! Du musst schliesslich abwägen zwischen finanziellen Notwendigkeiten und einer möglichen gesundheitlichen Gefährdung. Dafür musst du dir Zeit lassen - und dein Bauch sagt vermutlich (noch) Nein, auch aus nachvollziehbaren Gründen.Z.B. der Job. Ich bin dort sehr unglücklich.
Ich wünsche dir aber so schnell wie möglich neue Perspektiven, damit dein Bauch sich auch rational traut, etwas Neues anzugehen.
Zum Thema Einzelkind: Obwohl ich die üblichen Vorurteile nicht mag, da ich selbst damit zu kämpfen habe, habe ich bei meiner Therapie folgendes gelernt:Einzelkind
Einzelkinder neigen in der Regel dazu, sich von vornherein nicht so gut in Gruppen integrieren zu können. Die Gründe liegen auf der Hand.
Geschwister dagegen haben in der Regel Probleme mit Rivalitäten und Rollenfindung in der Gruppe, auch sie wiederholen ihre Muster, können sich aber oft erstmal besser intergrieren - auch aus nachvollziehbaren Gründen.
Jeder, ob nun Einzelkind oder mit Geschwistern aufgewachsen, hat spezifische Probleme, die weder gut noch schlecht, sondern einfach da sind.
Hat mir sehr die Augen geöffnet!
-
18.10.2010, 17:00
AW: Nicht alleine – aber trotzdem einsam
@tamta
Stunden später fallen mir nach meinen Gesprächen oft gute Konter ein. Leider zu spät
.
@Chila
Du sprichst da einen ganzen Komplex an Themen an, die wohl irgendwie zusammen gehören.
1. Man wirkt nicht "einladenend" auf andere. Das führt zu Selbstzweifeln und man beobachtet genau, wie sich andere verhalten.
2. Man nimmt sehr persönlich wie sich Andere verhalten (kurzfristige Absage)
3. Man spricht nicht aus, wenn man gekränkt ist und fragt auch nicht nach Hilfe. Angst vor Ablehnung/Zurückweisung.
Das kann ich genau so für mich unterschreiben. Es steckt wohl in der Regel dahinter, dass man sich selbst keine Wertschätzung entgegenbringt ("ich frage erst gar nicht nach Hilfe, weil ich annehme, dass mich keiner wertschätzt und mir deshalb auch keiner hilft").
Ein Teufelskreis, denn man strahlt diese Haltung aus und die Mitmenschen meiden einen. Das führt wiederum dazu, dass man sich darin bestätigt sieht, dass man nicht liebenswert ist.
Fazit: Erst mal sich selbst lieben.
Problem: Gar nicht so einfach so das zu lernen.
@elwyn
Ich denke der Vertrauensbruch, den ich erlebt habe, wiegt deshalb so schwer, weil auch schon vorher wenig Urvertrauen da war. Das war dann eben noch eins oben drauf.
Vielleicht ist eine gemeinsam Wellenlänge ein hoher Anspruch, aber ich finde es wichtig, um mich wohl zu fühlen. Es gibt in meiner Umgebung durchaus Leute mit gleichen Interessen und doch kommt nie ein echtes Gespräch zustande, weil eben diese Wellenlänge nicht da ist. Wenn man zusätzlich noch gemeinsame Interessen hat, dann ist es natürlich richtig super!
Ich glaube bei mir bringt "einfaches" Einbringen in die Gruppe nichts. Es ist nicht so, dass ich umherstehe und schweige. Ich sage durchaus auch etwas und bin aufgrund meiner Unsicherheit auch eher handzahm als provokativ. Trotzdem klappt es selten, dass ich Teil der Gruppe werde. Ich spüre schnell diesen unsichtbaren Kreis, der sich schließt und mich außen vor lässt...
-
18.10.2010, 23:38
AW: Nicht alleine – aber trotzdem einsam
Liebe Echo,
das kenne ich. Übrigens auch anders herum - man selbst sucht doch auch die Nähe und Zugehörigkeit von Leuten, die in sich ruhen und sich selbst wertvoll fühlen. Wie schon gesagt wurde, man "merkt es" und schon ist man aussen vor. Eigentlich habe ich für mich beschlossen, dass für mich diese Gruppengeschichte abgehakt ist. Jedermans Freund möchte ich auch nicht sein und oft sind es nur wenige Leute, die ich wirklich gerne näher kennenlernen möchte (das merkt man wohl auch). Wie du dich beschreibst, bist du auch ein wenig anders als der mainstream, nachdenktlich und nicht so hopplahopp. ok, dann ist das eben so. Wichtiger finde ich, Verbundenheit überhaupt zu spüren. Wäre es für dich eine Option, dieses Gruppending (das ich so gut nachvollziehen kann) mal beiseite zu lassen? Und dich um dich und deine Beziehungen zu einzelnen Menschen zu kümmern. (So mache ich es gerade, wobei auch da Optimierungspotential *freundlich ausgedrückt* besteht).
Meine Tochter ist schon etwas älter, aber so ab Kiga-Alter merkte ich, dass ich sehr beobachtete, wie es ihr in Beziehung zu anderen ging (sie ist mir auch sehr ähnlich). Sie ist ein Kind, das nie Teil der In-Crowd war, aber sie hatte immer gute Freundinnen und das liegt nicht zuletzt daran, das ich ihr oft Hilfestellung gab, aufgezeigt hab, so gut ich es kann, wie Freundschaft geht, immer ein offenes Haus habe usw. All das gab es für mich in meiner Kindheit nicht (Eltern waren oberflächlich ok, haben mich in dieser Besonderheit aber einfach nicht gesehen und öfter mal verbal draufgehaun von wegen du hast aber nicht soooviele Freunde...) Wichtig finde ich, dass man den Kindern zwar zeigt, wie es geht, nicht aber zu sehr eigene Erfahrungen überträgt... das geht ja im Kiga los, bei den Dreier-Konstellationen usw...
Unsortierte Gedanken,, aber trotzdem herzliche Grüße
LiSi
-
19.10.2010, 11:48
AW: Nicht alleine – aber trotzdem einsam
@Lisi
Ich gehe freiwillig nicht mehr in Gruppen
. Meine Erfahrungen sind also meist ein paar Jahre alt. Ich habe das Thema auch abgehakt. Ich finde es für mich aber schade, weil ich so eben keine neuen Kontakte knüpfen kann, die ich mir doch öfter mal wünsche.
Aber man kann Gruppensituationen nicht immer vermeiden (Job, Elternabend, Nachbarn...).
Mir ist eine 1:1 Situation viel lieber - wie auch bei Dir. Da habe ich auch nicht so große Probleme mit.
Ich beobachte auch ständig die Freundschaften bei meinem Kind. Ich bin da nicht so ganz glücklich. Er hat sich einer Gruppe Älterer angeschlossen, die ihn zwar dulden, aber nicht so richtig als gleichwertigen Freund. Sie laden ihn z.B. nicht nach Hause ein. Ich habe schon Versuche unternommen, ihn mit Gleichaltrigen zu "verkuppeln", hat aber nicht funktioniert. Er besteht auf "seine Freunde". Was ja auch gut ist - ich denke aber einfach, er könnte noch ein paar zusätzliche Freunde brauchen, die in seinem Alter sind. Vor Enttäuschungen kann ich ihn leider nicht bewahren.
Auf welche Weise hast die Freundschaften bei Deiner Tochter gefördert? Meine Eltern haben damals nichts dazu beigetragen bei mir Freundschaften zu forcieren. Lag evtl. auch daran, dass sie selsbt kaum Freunde hatten.
-
20.10.2010, 13:20
AW: Nicht alleine – aber trotzdem einsam
vielleicht fehlt etwas das tief im Inneren eine Leidenschaft befriedigt und das Fehlen desselben bewirkt eine innere Traurigkeit und Lethargie die den Wunsch verhindert dass man sich an andere wendet.
Buecher lesen (und Psychotherapie) sind wahrscheinlich nicht schlecht, aber nicht gerade eine Stimulanz des eigenen Erlebens, des Begeistertsein ueber sich selbst.
Ich faende da eher die sportliche Schiene weiterbringend. Mal eine Weile sich selbst erkunden bei einer Wanderung, Schwimmen usw., oder Tennis spielen mit jemand. Ich denke nach solchen "Aktionen" ist man viel umgaenglicher, weil ausgeglichener, weil man sich selbst spuert, auch in Interaktion mit jemand anders.
Wenn man kein Interesse hat bzw. nur zuhause sitzt und Buecher liest oder sich darueber analysieren laesst dass man nicht viel tut, der kann sicher keine Freude daraus ziehen bzw. nicht dauerhaft, koennte ich mir vorstellen.

-
20.10.2010, 14:19
AW: Nicht alleine – aber trotzdem einsam
Hallo, ja ich glaube das nicht zufriedensein hat ganz viel damit zu tun, seine Leidenschaften bzw. Passionen nicht gefunden zu haben bzw. zu leben. In meinen Seminaren stelle ich immer wieder fest, wie wichtig es ist die wirklich richtigen Dinge im Leben zu tun. Hier helfen sehr gut Seminare oder ein persönlicher Coach um dies zu entdecken und dann in den Alltag zu integrieren. Selbstannahme ist dabei immer auch ein wichtiger Punkt den jeder Coach mit in die Behandlung einbeziehen sollte. Hilfreich ist hier auch sich selbst zu vergeben und dann zu schauen was einen glücklich macht. Weitere Infos gibt es auch unter transformation24.de. Viel Erfolg weiterhin auf Deinem richtigen Weg :-)
-
20.10.2010, 15:16
AW: Nicht alleine – aber trotzdem einsam
@echo - ha, meine eltern haben auch nicht sehr viele freunde - umso grotesker, dass sie mich früher diesbezüglich angegangen sind (würden sie heute nie mehr machen, aber heute stehe ich ja "offiziell" besser da....) du hast einen jungen - ich habe manchmal den eindruck, das ist einfacher, oder? bei den mädels ist irgendwie mehr gruppendynamik im spiel. ich habe einfach ein offenes ohr für ihre freundschaftsproblemnchen, die ab kiga auftraten (oft für erwachsene banal, aber auch da kann man den einen oder anderen tipp geben), habe auch kinder, die meiner meinung nach zu ihr passten, eingeladen (anfangs mit müttern), daraus sind einige schöne freundschaften entstanden. mittlerweile regelt sie viele selbst, aber auch zu grundschulzeiten (neu in der klasse) habe ich halloweenfeiern und sonstigen initiiert und veranstaltet, so dass sie gegeneinladungen bekam und sich was entwickelte. man kann als eltern sowieso nur den anstoß geben, den rest müssen die kinder selbst tun. ganz wichtig ist mir aber, dass ich mich nicht zu tief reinziehen lasse in die kleinen beziehungsdramen der töchter, bei der großen war ich immer noch mit ihr geknickt, bei der jüngeren kann ich mich da schon mehr distanzieren.
du hast natürlich recht, gruppensituationen lassen sich nicht immer vermeiden. ich komme oft einigermaßen klar, am meisten missfällt mir, dass ich zuviel grübele, bevorzugt danach... war es richtig, sich so und so zu verhalten... furchtbar, dieses nachbearbeiten bestimmter situationen... aber gibt es nicht die möglichkeit, neue kontakte zu finden, auch außerhalb dieser gruppengeschichte? kleine kinder erleichtern dies ja eigentlich (andere mütter im kiga, spielplatz... - wobei ich - sobald diese in herden auftauchen - auch zur flucht neige...)
@HQking - an dem was du schreibst, ist schon wahres dran. leben muss man, nicht nur darüber lesen... so denke ich auch manchmal. was du beschreibst, und sport ist ein schönes beispiel, kann aber nur eine basis sein und hilft meiner meinung nach nicht wirklich bei echos problem. denn mir geht es ähnlich und ich habe jahrelang gelebt, habe einige leidenschaften verfolgt, mich viel im beruf engagiert, pflege das eine oder andere hobby... und trotzdem, für meine fähigkeit, beziehungen zu anderen aufzubauen, hat das nichts gebracht. (wobei dies auch in der letzten zeit eher mein thema geworden ist ... ich war so abgelenkt all die jahre, dass ich es gar nicht so gemerkt habe).


Zitieren

