[QUOTE=annapaulemax;7484214]"Die Kunst des Liebens" hat mich als Jugendlich nachhaltig beeindruckt und die Vision der "wahren" und selbstlosen Liebe habe ich viele Jahre gehabt. Aber heute genügt sie mir nicht mehr.
Mir ist das zu abgehoben, zu rein kopfgesteuert. Mir fehlt das "erdige", kleine, welches ich auch als sehr menschlich, ach so menschlich, empfinde.
Meine Erkrankung im letzten Jahr hat mir eine ganz grosse Achtung vor dem Alltag, den kleinen Dingen, dem Zubereiten einer Speise oder dem Wischen eines Bodens gegeben und auch der Ärger über eine geplatzte Verabredung gehört für mich dazu.Das kann ich gut nachvollziehen. Das Gefühl nicht einmal mehr einen Kuchen für meinen Sohn zum Geburtstag backen zu können hat mich unter anderem vor drei Jahren dazu getrieben einen Selbstmordversuch zu unternehmen - schäm....
Ich wünsche mir eine Definition von Liebe, die auch das Kleinliche, Eifersüchtige und Kindische, das Menschen manchmal in sich haben, beinhalten kann.
Lieben mit allen Fehlern und Maken
Damit meine ich nicht, dass diese Dinge die Basis oder Bedingung für Liebe sein soll, gar nicht, da halte ich es mit Erich Fried: Es ist, was es ist, sagt die Liebe. Damit meine ich auch nicht, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Gefühl von Liebe und diesen Dingen gibt, "wenn du mich liebst, dann machst du xy..." hat in meinen Augen sehr wenig mit Liebe zu tun.
Aber für mich gehört auch (nicht nur!) der Kleinkrieg über das angezogene Unterhemd beim Kind wie der Streit über die ANDAUERND rumstehenden Kaffeetassen zur Liebe dazu.
Hillary, ich habe die Frage, ob die von dir beschriebene selbstlose Liebe nicht vielleicht ein Versuch von Selbstschutz ist? Wenn ich nichts erwarte und nichts wünsche, wenn ich lieben kann, ohne etwas zu wollen - dann kann mich niemand mehr verletzen. Denn dann ist die Liebe völlig unabhängig davon, ob derjenige mich gut oder schlecht behandelt...
schließe mich der Frage an
Kroko
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Thema: "wahre" Liebe
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23.09.2010, 05:14
AW: "wahre" Liebe
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23.09.2010, 05:53
AW: "wahre" Liebe
Guten Morgen, Krokodilo und alle anderen!
@ Krokodilo Schön, das du noch bei uns bist. Ich habe auch meine Kämpfe mit mir gehabt, aber so weit wäre ich nie gegangen. Davor hatte ich noch mehr Angst gehabt als vor allem anderen. Schön, das du noch nicht aufgegeben hast, und mit uns weiter dabei bist, dazuzulernen, auch wenn das manchmal wirklich nicht einfach ist.
"einewiekeine" Ich möchte auch noch mal auf den Punkt des "Hellsehens" und darauf eingehen, das man so einfach sagt: "Es hat eben nicht gepaßt", denn dafür gibt es einen Grund!
@ "hillary" Mir hat auf meine Frage hin mal jemand geantwortet, das man den "Schlüssel zum Herzen des Partners" finden muß. Das ist meiner Meinung nach extrem schwierig, genau aus dem Grund, weil ich eben nicht Gedankenlesen bzw. Hellsehen kann. Mein Partner kann mir da einfach enorm helfen, wenn er sich bewußt ist, was er braucht und was z.B. seine Liebessprache ist. Erst wenn er mit mir darüber redet, dann habe ich überhaupt erst die Chance bekommen, der passende Partner für den anderen werden zu können. Der Autor schreibt in diesem Buch, das es nun mal nicht nur den einen Seelengefährten gibt, es gibt sehr viele Menschen, mit denen wir eine tolle Partnerschaft führen können. Was könnte deine Liebessprache, dein Schlüssel zu deinem Herzen sein, Hillary? Könnte das evtl. auch Lob und Anerkennung sein?
Das zweite ist, das du geschrieben hast, das es oft nicht gepaßt hat, das du entweder zu wenig, zu viel oder evtl. das falsche gegeben hast. Warum hat es aber nicht gepaßt? Zum 1. lag es wahrscheinlich daran, wie oben beschreiben, das der andere uns nicht gesagt hat, was der Schlüssel zu seinem Herzen ist und uns damit eine Chance genommen hat.
Bei meinem LG ist es so, das er die Liebessprache Lob und Anerkennung hat. In seiner 1.Ehe gab es aber so viel Kritik, das er am Ende mit Depressionen zu kämpfen hatte und deswegen gegangen ist. Hätte seine Frau auf diese Liebessprache ein Stück weit Rücksicht genommen, nicht nur evtl. berechtigte Kritik angebracht, sondern auch ihr Augenmerk mit Lob und Anerkennung auf all das Positive, das er ja auch getan hat, gelenkt, wäre diese Ehe unter Umständen nicht so kaputt gegangen. Dabei war eben auch das Problem, das dies der wunde Punkt seiner Kindkeit war, es da auch schon viel Kritik gab. Er konnte es seinem Vater auch nie recht machen, obwohl der Vater ja nur das Beste für seinen Sohn wollte. Selbst heute kommen noch Sprüche, weil er eben nur diesen und keinen anderen Beruf ausübt, dieses oder jenes so und nicht anders macht.
Meine Liebessprachen sind Berührungen und gemeinsame Zeit. Beides habe ich in meiner 1.Ehe nicht bekommen. Das nicht zu bekommen, war schon schwer genug, das Gegenteil davon zu bekommen durch Gewalt war schon eher traumatisch! Erst als dieser Selbstschutz weggefallen ist, das ich ja vom anderen nichts erwarten kann oder darf, das ich mir eben nicht mehr meine Bedürfnisse selbst erfüllen muß, war ich in der Lage, diese destruktive Beziehung zu verlassen. Ich hätte wahrscheinlich auch durch Kommunikation nicht die Rücksicht auf meine Liebessprachen erwirken können, nicht in meiner 1.Ehe. Aber in meiner jetzigen Beziehung wird, soweit es eben zeitlich geht, darauf Rücksicht genommen! Und dadurch fühle ich mich geliebt in dieser Beziehung. Ich denke mittlerweile, das wir ein Stück weit die passenden Partner füreinander werden können. Dazu brauche ich mich auch nicht so verbiegen. Es ist doch schön, wenn man bedenkt, das es am Ende in so einer Beziehung 2 Gewinner geben kann, 2 Menschen, denen es gut geht.
Wenn es Eltern doch auch schaffen, trotz allem, auf die Bedürfnisse ihrer Kinder Rücksicht zu nehmen, warum sollten wir als Erwachsene nicht in der Lage sein, auch auf die Bedürfnisse und die Liebessprache unseres Partners/unserer Partnerin Rücksicht zu nehmen. In einer Partnerschaft besteht eben eine gegenseitige Abhängigkeit wegen dieser Bedürfniserfüllung! Das ganze eben innerhalb normaler Grenzen, denn ich kann nicht erwarten, das mir mein Partner/ meine Partnerin alles erfüllt. Aber ein Stück weit darauf Rücksicht zu nehmen, das denke ich, darf man doch erwarten!
sternschnuppe
PS: Das Buch ist von Gary Chapman "Die 5 Sprachen der Liebe"Geändert von sternschnuppe2 (23.09.2010 um 07:45 Uhr)
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23.09.2010, 06:00
AW: "wahre" Liebe
[QUOTE=Klecksfisch;7484747]I
Das Kämpfen um Liebe, wie weit geht das bei dir? Es ist egal was du bekommst, es wird nie genug sein. Das Ende einer Beziehung nennst du austauschen, aber vielleicht hat der andere gemerkt, dass du den Hals nicht vollbekommst
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ganz schön hart!
Das kann für den andere ziemlich nervig sein. Das kann heißen, dass du nicht in der Lage bist, zu erkennen, wann du Liebe erhälst und du dich immer weiter anstrengst, welche zu erhalten, bist du leer bist und dich zurückziehst. Der andere weiß nicht warum.
Ich orkelt mal: Bei deinen Eltern musste du schon um Liebe kämpfen und machst es vielleicht heute noch. Dein Gefühl sagt dir, du bist nicht gut genug für diese Liebe und träumst von der wahren Liebe. Wer hat dir erzählt, dass du nicht gut genug bist?
l i e b e n s w e r t
Durch Sex findet ein Austausch statt, ein geben und nehmen. Wir haben immer Erwartungen und es wird immer etwas geben, was einem an dem anderen nicht gefällt. An uns selber gefällt uns ja auch nicht alles.
Deshalb finde ich es problematisch, wenn der Sex einfach einschläft. Das ist für mich gestörte Kommunikation
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23.09.2010, 06:08
AW: "wahre" Liebe
[QUOTE=Inaktiver User;7484834]Liebe ist Leben und Leben hat tausend Facetten.
Ist das Leben von jemandem, der keinen Sex und keine Kinder hat sinnlos?
nein, aber es ist nunmal die schönste Nebensache der Welt
Ich will hier nicht Elternliebe mit partnerschaftlicher Liebe vergleichen, sondern mir geht es darum, das ich persönlich Liebe in vielen Bereichen des Lebens leben kann.
Ich war verheiratet, ich habe Kinder und ich hatte 'ne Menge guten Sex im Leben. Ich bin geschieden, meine Kinder sind erwachsen, Sex - lass mich nachdenken, nee war lange nicht, aber er fehlt mir auch nicht. Bin da anders als andere.
komischerweise - ich bin in meiner Ehe in der Hinsicht am Schluss zu kurz gekommen - trotzdem hielt sich der Nachholbedarf in Grenzen
Ich habe also auch diese Seiten der Liebe kennenlernen dürfen.
Das ich bei meinen Eltern, besonders meiner Mutter, immer um Liebe gekämpft habe und bis vor wenigen Monaten noch tat, macht mir vieles verständlicher. Aber diese Einsicht nimmt mir die Verantwortung für mein eigenes Leben und meine Ansichten nicht ab.
Und ich werde mich hüten irgendjemanden zu bekehren.
Auch wenn ich der Meinung bin, ich liebe den Menschen immer um seiner selbstwillen, nicht um meinetwillen. Aber vielleicht verwechsle ich ja auch was.
würdest Du ihn um deinet willen lieben wärst du ein Münchhausen. Nur so ein Gedanke
Wer ist frei von Irrtümern?
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23.09.2010, 07:44Inaktiver User
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23.09.2010, 08:45
AW: "wahre" Liebe
@sternschnuppe
Mein Vater hat uns unendlich geliebt. Das habe ich schon so gespürt. Aber wir Kinder haben seine und die Liebe unserer Mutter immer so unterschieden, wenn uns die Worte fehlten:
Meine Mutter würde sich ohne zu Zögern für uns umbringen lassen, mein Vater würde einen Moment überlegen, ob es nicht doch eine Möglichkeit gibt, uns und sich zu retten.
So würde ich die Liebe meiner Eltern zu uns unterscheiden und die Liebe meines Vaters zu unserer Mutter. Aber wir wurden geliebt! Und das von zwei warmherzigen Charaktermenschen. Das Leben hat mich von der Seite her so reich beschenkt.
Mir kommt jetzt der Gedanke, dass ich vielleicht in der Partnersuche nicht so das Glück habe: Letztendlich suche ich das Gefühl von Vertrauen und Rückhalt in der Form wie ich das aus meiner Familie kenne. Und wenn das enttäuscht wird, (vielleicht ist das ja auch wahnsinnig anstrengend mit so einem Menschen wie mir zu leben, der so hohe Anforderungen in diesem Bereich hat) bin ich weg, oder wir beide fangen an zu leiden.
Mir ist zum Beispiel völlig Wurscht, ob ein Mann viel oder wenig verdient. Mir ist aber nicht wurscht, welchen moralischen Maßstab er hat und nach welchen Werten er lebt. Da muss er perfekt sein. Charakter, Anstand, Moral.
Wenn ich das so lese, dann denke ich auch, kann ein Mensch/Mann das überhaupt je erfüllen?
Na ja, nur so ein spontaner Gedankengang...
"Die Kunst des Liebens" von Fromm habe ich mal gelesen als ich ziemlich jung war. Ich habe nur behalten, dass mich da nichts so recht angesprochen hat.
Ich bin für die selbstlose, nichts einfordernde Liebe zwischen Mann und Frau nicht geeignet
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23.09.2010, 09:17
AW: "wahre" Liebe
---------------------"hillary", ich kenne das erste auch! Nur, das ich dafür, das ich mich nicht richtig verhalten habe, auch noch Gewalt geerntet hab. Wobei mein Ex da ganz frei nach Belieben entschieden hat, was denn jetzt nicht richtig war und wofür ich bestraft werden mußte! Ich bekam dadurch manchmal gar nicht mehr die Chance, richtig zu sein!
@sternsschnuppe2: Also das schmeckt, riecht und fühlt sich an nach einem Psychopathen, einen Menschen der keine tiefen Emotionen und auch keine Gewissensbisse hat. Sie simulieren nur Gefühle.
Nicht primär weil da Gewalt im Spiel war, sondern wegen der Willkür. Überprüf das mal.
Wenn du in Zusammenhang mit einem Psychopathen über Liebe sprichts, dann ist das so sinnvoll, als wolltest du über die Abwasserentsorgung-Vorschriften von Aliens reflektieren.
Vergleiche nicht die Probleme normaler Beziehungen mit Beziehungen mit Leuten, die unter psychischen Störungen/Erkrankungen leiden.Männer sind wie Hunde. Sie erkennen, dass sie ausgeschimpft werden, verstehen aber nicht warum.
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23.09.2010, 09:19
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23.09.2010, 09:21
AW: "wahre" Liebe
@ Dani
Es freut mich für dich, das du diese bedingunslose Liebe in deiner Familie so erleben durftest. Das Problem daraus, das sich aber ergibt, das es nicht einfach ist, so etwas wieder zu finden!
Wir hatten gerade am Montag auf einen anderem Strang einen Aha-Effekt wegen dieser Liebessprachen. Da meinte sie dann, das ihr Partner "Lob und Anerkennung" wie die "Luft zum Atmen braucht"! Bei jedem "Ich liebe dich" , meinte sie, "da blüht er auf ............., je öfter, desto besser!" Das kann es bewirken, wenn eine Frau den "Schlüssel zum Herzen" ihres Partners findet. Meiner Meinung nach wäre es für uns einfacher, wenn uns der Partner helfen würde, diesen Schlüssel zu finden, und wenn wir ihm dabei behilflich sind, unseren Schlüssel zum Herzen zu finden.
Ich bin zu der Überzeugung gekommen, das es diese Liebessprachen sind, die der Schlüssel sind. Nur welche davon der richtige Schlüsel zum Herzen unseres Partners/ unserer Partnerin ist, müssen wir dann noch herausfinden. Aber bei 5 Möglichkeiten, ist das schon mal einfacher, das auszuprobieren!
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23.09.2010, 09:23Inaktiver User
AW: "wahre" Liebe
@dani,
ich glaube du würdest ihn jetzt anders lesen.
Mich berührt unwahrscheinlich stark wie du über deine Eltern schreibst...
und ich befinde mich gerade im Ablöseprozess.
Mir hat eine gute Freundin schon vor längerer Zeit mal gesagt, das ich meine Eltern, aber besonders meinen Vater idealisiere und deshalb kaum ein Mann lange Zeit mit und neben mir verbringen kann. Ich liebe meine Eltern sehr, leider meine Mutter nicht so wie meinen Vater.
Mein Mutter forderte vehementer, ist nicht weich, impulsiver...ob sie für mich durch's Feuer gehen würde?
Ganz sicher, aber nicht ohne mir vorher, dabei und hinterher die Leviten zu lesen, warum ich denn ins Feuer geriet. Mein Vater würde ebenfalls ohne Zögern gehen, er würde vorher und dabei nix sagen. Aber er würde hinter ganz große Augen machen und sagen, weißt du was für Angst wir um dich ausgestanden haben. Mach das nicht nochmal.
Ich würde einfach nur meine Kinder im Arm halten, nichts weiter. Ich bin froh, dass ich sie lebend da raushole.
Genauso meine Eltern, einfach nur halten.
Das ist mein Dilemma.
Und das habe ich erst nach meiner letzten Trennung geschnallt.
Ich habe mich immer für einen Menschen gehalten, der fest mit beiden Beinen im Leben steht.
Zeitweise schon.





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