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  1. Inaktiver User

    AW: Zu empathisch? Profillos?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    In benanntem Beispiel ist es so, dass ich (und nicht nur ich...) permanent das Gefühl habe, dass die Mitarbeiterin alle und alles abwertet, was nicht ihrer Meinung entspricht.
    Das ist destruktiv.
    Und ich meine, da braucht es von dir:

    Ich kenne durchaus auch klare Ansagen von mir, die ich auch dann vertrete, wenn meine MitarbeiterInnen nicht dieselbe Meinung haben wie ich.
    Schwierige persönliche Situationen haben letztlich alle Menschen, auch du, auch andere Kollegen. Das kann niemals ein Grund dafür sein, jemanden nicht in seiner Konstruktivität zu fordern.

    Offen angesprochen, weicht sie dem Thema völlig aus.
    Dann gib ihr genau das als Feedback zurück.
    Und bleib am Ball mit der offenen Ansage.

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    AW: Zu empathisch? Profillos?

    [QUOTE=Inaktiver User;7480503]@lunalimette,



    Ich habs woanders schon mal geschrieben, ich würde jeden meiner Männer, noch heute aus dem Rinnstein ziehen und ein Stück des Weges tragen. Aber nur solange, bis sie wieder bei Kräften sind.

    Hillary für Dich: YouTube - Rainhard Fendrich - Weu'sd a Herz hast wia a Bergwerk

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    AW: Zu empathisch? Profillos?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Liebe BriCom,

    ich ärgere mich manchmal über mich selbst. Eigentlich ist es nicht so, dass ich keine eigene Meinung habe und die auch gegenüber anderen darstellen und begründen kann. Aber manchmal passiert es mir, dass ich den Eindruck habe, mich zu sehr von mir selbst zu entfernen, wenn andere Menschen ihre Argumentationen vortragen, ich fühle mich fast ein wenig "hineingezogen".
    hallo daaani,

    manchmal sind auch die besten freunde nur welche, die insgeheim einfach nach publikum suchen. hier kann etwas symbiotisches stattfinden, bei der der eine den anderen zwangsläufig aussaugt. nach dem motto: ich habe ein problem, ich brauche deinen rat. in wirklichkeit will die person nur, dass sich jemand mit ihr beschäftigt.

    wenn du dich von dir selbst entfernt fühlst, muss das nicht heissen, dass du dich entfernt hast von dir. du wirst im wahrsten sinne des wortes von dir selbst "abgezogen", weil die absicht des gegenübers nicht die ist, die er vorgibt zu haben, um dich in ein gespräch zu ziehen. ich entnehme das der schilderung der speziellen situation. das muss keine böse absicht sein. viele menschen handeln so, ohne sich viel dabei zu denken. sie gehen davon aus, dass das gegenüber die unbewusste motivation gefälligst nicht zu unterstellen hat. dies läuft auch nach dem motto: "was nicht bemerkt wird, hat auch nicht stattgefunden."

    Ein Beispiel: Eine Freundin von mir, geht auf Mitte vierzig zu, ist seit zehn Jahren Single und hat viele Jahre ihrem Ex hinterher getrauert (ich glaube, so ganz abgeschlossen hat sie immer noch nicht). Hohe Ansprüche an Männer und gleichzeitig ein negatives Selbstbild haben dazu geführt, dass außer Affären und einigen Flirts nichts lief.
    hier triffst du ein ziemlich hartes urteil über sie. kennst du sie so gut? ich möchte dir jetzt nicht unterstellen,dass du zu hart mit ihr ins gerich gehst. das kann ich nicht beurteilen. wenn sie eine gute freundin von dir ist, kann das durchaus ein zutreffendes bild sein.

    Vor einigen Jahren ist sie in die Kleinstadt gezogen, in der sie auch arbeitet, und versauert dort, weil dort eher das klassisch-traditionelle Modell gelebt wird: Heiraten, Haus bauen, Kinder kriegen. Sie als eigentlich fröhlicher und ausgehfreudiger Mensch hat in ihrem Alter kaum Möglichkeiten, gleichaltrige "Mit-Party-Gänger" zu finden und fühlt sich dementsprechend einsam.
    I live in a small town and here it is also a big problem for sometimes people to meet other happy people.

    aber selbst in einem kleinen ort am rande des odenwalds ticken nicht alle einwohner exakt identisch. vielleicht sollte sich deine freundin folgenden sketch überlegen: sagt doch ein freund zu daisaku ikeda über eine dritte person: er kommt immer wieder und ...ehrlich gesagt..... ich finde ihn langweilig." antwortet daisaku ikeda: "nein, er ist nicht langweilig, dein blickwinkel ist es."

    ich habe eine nette bekannte, die wie ich aus einer grossstadt hierhergezogen ist und sie ist auch kein kind von traurigkeit. sie hat sich gleich überall angemeldet, so auch im gesangsverein. dort hat man sie schnell ins herz geschlossen, obwohl kaum einer so tickt wie sie (entweder ältere leutchen oder familien, kaum unternehmenslustige singles). sie freut sich, aber natürlich reicht ihr das nicht. irgendwie lernt sie aber immer wieder neue männer kennen, weiss nicht, wie und wo sie das anstellt. zufrieden ist sie aber mit keinem. sie ist inzwischen ende vierzig und geniesst es, immernoch umschwärmt zu werden. der ausdruck "freundin" wäre allerdings zwischen uns zuviel gesagt. ich werde, wie du, durch sie ständig von mir "abgezogen". wir kennen uns auch noch nicht sehr lange. sie erzählt mir bereitwillig dinge aus ihrem partnerbereich und versucht dabei, das dialektische der jeweiligen problematik herauszustellen. meine reaktion darauf ist ein versuch, auf sie einzugehen, aber zu anfang hatte ich das gefühl, das war nicht das, was sie wirklich von mir wollte. sie brauchte publikum und wollte möglicherweise einfach für mich von interesse sein. (und das kann ich schreiben, ohne sie deswegen zu verunglimpfen, denn ich habe das eben schon bei sehr vielen menschen, vielleicht auch bei mir selbst erlebt)

    Jetzt hatte sie die Idee, über soziale Netzwerke Menschen in der nahe gelegenen Großstadt kennen zu lernen. Ich habe sie unterstützt und die Idee für gut befunden. Unser Gespräch lief dann in etwa so ab:

    sie: "Wenn ich mich in so einem Netzwerk anmelde, müsste ich ja meine private email-Adresse angeben. Ich habe Angst, dass dann auch Kunden von mir auf mich aufmerksam werden."

    ich: "Du kannst dir doch eine neue email-Adresse zulegen. Dann überlegst du dir eine neutrale, so etwas wie sonnenblume @ domain.de und gut is."

    sie: "Nein, das ist aber zu aufwendig. Das war schon beim Einrichten meiner jetzigen email-Adresse schwierig."

    ich: "Das ist nicht schwierig. Ich habe meine email-Adresse in fünf Minuten angelegt."

    sie: "Nein, meine Erfahrungen sind da ganz anders."
    als frau aus der informatik möchte ich dir hierzu einen tip geben. über ein gespräch dieser art solltest du dich nicht ärgern. nimm dir die geschichte mit der e-mail-adresse nicht zu herzen. die it-welt ist eine geduldsache und manchen menschen liegt das nicht. mir geht das so mit meiner siebzigjährigen mutter. sie hat ewig gebraucht, bis sie begriff, wie man eine e-mail versendet aber sie ist ehrgeizig und will noch in ihrem alter alles mögliche. nur wie viele menschen, bringt sie der it nicht die nötige geduld entgegen und denkt, dass alles im handumdrehen zu funktionieren hat. kriegt sie schwierigkeiten, dreht sie durch und hält das alles für ein riesiges problem. meist sitzt der fehler aber nicht im pc sondern davor. zu dieser einsicht ist nicht jeder it-unbeschlagene fähig, mancher freak aber ebensowenig.
    deine freundin hat, wie es aussieht, schlicht und einfach angst vor der materie. genauso reagieren menschen, wenn sie in irgendeiner weise mit mathematik in berührung kommen...

    Das Gespräch verlief dann so, dass über die Unmöglichkeit, eine neue email-Adresse anzulegen, die Sinnhaftigkeit dieser Idee, soziale Netzwerke auszuprobieren im Ganzen in Frage gestellt wurde
    womöglich war sie schon vorher dem ganzen gegenüber skeptisch....

    bis dahin, dass sie mir darlegte, dass es ja an ihr liegen müsse, dass sie nicht gemocht wird und deshalb keine neuen Freunde kennen lernt.
    kann sein, dass sie in diesem moment erkannt hat, dass es einen geradlienigeren weg geben könnte, als den, den du ihr gerade vorschlugst und sei es nur, dass sie sich durch die mit der e-mail-adresse verbundene "anstrengung", abgelenkt oder überfordert fühlt, was nicht stimmen muss, aber sie fühlt sich halt allergisch gegen alles technische, wenn es um ihre gefühle geht.

    Ich war sehr bedrückt derweil, denn das stimmt einfach nicht. Ich habe aber in diesem Gespräch nicht mehr den Abstand gefunden, gegenzuhalten. Später nach dem Telefonat habe ich mich geärgert. Eigentlich hätte ich nach der Diskussion um die email-Adressen einfach sagen können: "Wenn du nichts veränderst, wird sich nichts ändern." Darauf bin ich aber erst später gekommen.
    vielleicht kannst du aufgrund dieser situation eine andere strategie entwickeln. Kommunikation erfordert sehr viel Flexibilität und ich vermute, dass du ein sehr kommunikativer mensch bist, deswegen über deinen mangel an flexibilität verärgert, der auch kein echter mangel ist. nur hat du mal wieder begriffen, dass du 'reingefallen bist. kannst du dir vorstellen, dass du mit solchen situationen auch experimentieren kannst?

    Mir fällt auf, dass mir das immer mal wieder passiert. Nicht dauernd, aber es kommt vor. Gerade dann, wenn ich mich persönlich nicht ganz sicher fühle, weil der Gesprächspartner sehr selbstbewusst auftritt oder ich in der Begründung meiner Meinung nicht 100%ig sicher bin, bin ich ganz schnell drin in der Argumentation des Anderen und ganz schnell weg von meinen eigenen Ansichten. Das wird von vielen als empathisch wahrgenommen ("du verstehst mich"), aber ich finde es profillos, weil es ja auch nicht das ist, was ich eigentlich denke und meine.

    Habt ihr Ideen? Freue mich auf Gedankenanstösse!
    siehe oben....

    gruss
    nichira
    Geändert von Nichira (26.09.2010 um 12:29 Uhr)
    Niemand ist eine Insel.
    John Donne

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    AW: Zu empathisch? Profillos?

    Ich habe sie unterstützt und die Idee für gut befunden. Unser Gespräch lief dann in etwa so ab:

    sie: "Wenn ich mich in so einem Netzwerk anmelde, müsste ich ja meine private email-Adresse angeben. Ich habe Angst, dass dann auch Kunden von mir auf mich aufmerksam werden."

    ich: "Du kannst dir doch eine neue email-Adresse zulegen. Dann überlegst du dir eine neutrale, so etwas wie sonnenblume @ domain.de und gut is."

    sie: "Nein, das ist aber zu aufwendig. Das war schon beim Einrichten meiner jetzigen email-Adresse schwierig."

    ich: "Das ist nicht schwierig. Ich habe meine email-Adresse in fünf Minuten angelegt."

    sie: "Nein, meine Erfahrungen sind da ganz anders."

    Das Gespräch verlief dann so, dass über die Unmöglichkeit, eine neue email-Adresse anzulegen, die Sinnhaftigkeit dieser Idee, soziale Netzwerke auszuprobieren im Ganzen in Frage gestellt wurde bis dahin, dass sie mir darlegte, dass es ja an ihr liegen müsse, dass sie nicht gemocht wird und deshalb keine neuen Freunde kennen lernt. Ich war sehr bedrückt derweil, denn das stimmt einfach nicht. Ich habe aber in diesem Gespräch nicht mehr den Abstand gefunden, gegenzuhalten. Später nach dem Telefonat habe ich mich geärgert. Eigentlich hätte ich nach der Diskussion um die email-Adressen einfach sagen können: "Wenn du nichts veränderst, wird sich nichts ändern." Darauf bin ich aber erst später gekommen.

    Mir fällt auf, dass mir das immer mal wieder passiert. Nicht dauernd, aber es kommt vor. Gerade dann, wenn ich mich persönlich nicht ganz sicher fühle, weil der Gesprächspartner sehr selbstbewusst auftritt oder ich in der Begründung meiner Meinung nicht 100%ig sicher bin, bin ich ganz schnell drin in der Argumentation des Anderen und ganz schnell weg von meinen eigenen Ansichten
    - ich habe nicht den ganzen Strang gelesen und beziehe mich deshalb nur auf das erste posting:

    Hm, manchmal frage ich mich wirklich, ob ich irgendwie zu simpel denke, aber wäre es, wenn du deine Freundin unterstützen wolltest, nicht am einfachsten gewesen, ihr anzubieten, dass ihr die e-mail- Adresse zusammen anlegt und du ihr das noch mal erklärst? Offensichtlich hatte sie ja Berührungsängste oder schlechte Erfahrungen, und wenn es für dich ein Kinderspiel ist.....

    Es ist doch andauernd so, dass für einen eine Sache ein Angang ist und für den anderen ein Klacks.....
    und das Sachen daran scheitern, weil man nicht den kleinen ersten Schritt wagt.

    Mal ein simples Beispiel: Mein Fahrrad steht seit Urzeiten im Keller, weil die Luft aus dem Reifen draußen ist. Nun bin ich kein Fahrradfahrer, und das Aufpumpen ist tatsächlich ein Hindernis für mich, weil mich schon das Ventil irritiert und ich befürchte, dass ich bestenfalls die restliche Luft auch noch rauslasse. Für jeden Fahrradfahrer vermutlich vollkommen unverständlich und ziemlich absurd.

    Wenn mir jetzt meine Freundin sagen würde, "Fahrradreifenaufpumpen ist nicht schwierig. Ich habe mein Fahrrad in fünf Minuten aufgepumpt" würde mir das weder weiterhelfen noch meine (Berührungs-)Ängste auflösen.
    Stattdessen werden wir uns jetzt das Fahrrad gemeinsam ankucken, aufpumpen und damit kann´s dann weitergehen....

    Ich finde eigentlich auch, dass jeder bei seiner Sichtweise geblieben ist: "Alles kein Problem " (für mich....) und "Alles ganz schwierig" (für mich...)

    Gruß, Suki
    "Wenn du hervorbringst, was in dir ist, wird das, was du hervorbringst, dich retten. Wenn du nicht hervorbringst, was in dir ist, wird das, was in dir ist, dich zerstören"

    Mit einem Brunnenfrosch kann man nicht über den Ozean sprechen. Chuang Tzu

    Aber du weißt, wie ich im Anschauen lebe, es sind mir tausend Lichter aufgegangen. Goethe

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