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Thema: Zu empathisch? Profillos?
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20.09.2010, 15:01Inaktiver User
AW: Zu empathisch? Profillos?
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20.09.2010, 16:27Inaktiver User
AW: Zu empathisch? Profillos?
@Uli_F-2009,
ich fürchte wir reden völlig aneinander vorbei.
Und OT geraten wir auch, aber so ist das halt.
Für den einen ist Liebe nur die zwischen Menschen, die einander begehren und für jemanden wie mich ist Liebe viel viel mehr, als nur die zwischen der geschlechtlichen Anziehung.
Definitions und somit Grundsatzfrage.
Das kann und will ich nicht lösen.
Ich persönlich zähle mich zu den Menschen, die tief und innig lieben.
Ich erwarte oder begehre nichts von meinen Kindern, meinen Eltern, meiner leider verschwundenen Katze.
Begehren ist Eros, das ist eine Seite von Liebe, enorm wichtig beim Verlieben zweier Menschen
aber Liebe ist in meinen Augen nicht einseitig.
Mein Ex hat um die Trennung herum, mal versucht seine Gefühle für mich zu beschreiben, er nannte die Anfangszeit die Gier nach mir - also das Begehren. Das war damals nicht zu toppen.
Er sprach nicht mehr von Liebe, eher war der Tenor - er hätte mich nie geliebt.
Er äußerte sich, keine verbindliche Beziehung mehr eingehen zu wollen, nur weil er seinem Sexualtrieb, dem Begehren nachgeben müsse. Wo ist da die Liebe?
Ich weiß nicht, ob es was bringt einen Extra-Strang dazu zu eröffnen, gab's wahrscheinlich auch schon mal, aber gerade die vielfältigen Erwartungen und Vorstellungen an Liebe machen es so schwer, sie auch in ihrer kleinen Alltagsform zu erkennen.
Nun gut, das sind meine Ansichten, aber vielleicht konnte ich mich damit etwas verständlicher machen.
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20.09.2010, 17:18Inaktiver User
AW: Zu empathisch? Profillos?
Du mußt das auch nicht erklären.
Das wurde schon von den alten Griechen gut gemacht,
siehe Agape, Eros und Philia.
Der Eros-Link in Wikipedia taugt leider nicht viel, deshalb habe ich ihn weggelassen.
Ich habe auch nicht gemeint, daß Liebe nur das Begehren ist, aber im Vorgang ging es eben um Eros. Und im Kontext belassen stimmt das, was ich gesagt habe.Geändert von Inaktiver User (20.09.2010 um 17:26 Uhr)
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20.09.2010, 18:09Inaktiver User
AW: Zu empathisch? Profillos?
yepp,
vielen Dank. Und nochmal OT.
Als ich damals die ersten professionellen Schritte im web machte, gab es die These, dass das Netz die Menschen vereinsamen lasse.
Ich persönlich empfinde das Gegenteil.
Und wenn man sich wie ich, jahrelang in einem Forum austauschen und darüber hinaus die Leute gezielt real kennenlernen kann, dann ist auch das für mich das blanke Gegenteil von Einsamkeit.
Ich denke, das es zum größten Teil an uns selbst liegt und daran, wie wir uns wahrnehmen.
Sehe ich mich immer durch die Brille anderer, fehlt mir die Selbstliebe.
Co-Abhängige in destruktiven Beziehungen entwickeln meist sehr schnell ein Helfersyndrom, das wiederum durchaus etwas mit Kontrolle behalten zu tun hat.
Woraus sich das gründet ist vielfältig.
Und wenn ich einige von Daaanis Beiträgen lese, habe ich schon einen Verdacht, wo das herkommt.
Aber das hat nix mit Eros zu tun, sondern ist einfach die Sehnsucht als Mensch im gesamten angenommen zu sein.
Und schon sind wir wieder beieinander.
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21.09.2010, 09:54Inaktiver User
AW: Zu empathisch? Profillos?
Nämlich?


Schöne Diskussion, die hier nebenbei entstanden ist! Ein Thema, zu dem ich aber noch keine abschließende Meinung habe, denn zwischen Wunsch und Wirklichkeit, Ideal und Ist sind durchaus gravierende Unterschiede. Ich denke, die Sehnsucht steckt in jedem Menschen, bedingungslos geliebt zu werden. Ich bin mir noch nicht mal sicher, ob die Mutter-Kind-Liebe bedingungslos ist, wenn ich mir anschaue, wie viele Eltern nicht gerade geringe Erwartungen an ihre Kinder haben (und nicht selten mit Liebesentzug strafen). Ja, bei mir war elterliche Liebe ganz klar an die Erfüllung von Erwartungen gekoppelt und ja, es ist verteufelt schwer, sich aus dieser Verstrickung zu lösen. Aus "Sei perfekt" ein "Du musst nicht immer perfekt sein" zu machen ist für mich auch mit der Angst verbunden, quasi ins Gegenteil zu fallen, nicht nur nicht perfekt zu sein, sondern nicht gut zu sein...
Meine Ehe erlebe ich als sehr, sehr liebevoll, würde aber lügen, wenn unsere Beziehung und unsere Liebe zueinander komplett frei wäre von Bedingungen. Und seien es "Minimal-Bedingungen" wie: sich mit Achtung und Respekt begegnen (dahinter verbirgt sich natürlich ein Berg an Schlußfolgerungen), gemeinsam an der Beziehungsgestaltung arbeiten (damit meine ich auch ganz praktische Dinge wie die gerechte Aufteilung von Pflichten) etc.pp. .
Hillary, es kam hier auch das Thema auf die Fragestellung, inwieweit Menschen sich von der Anerkennung anderer abhängig machen bzw. autonom auf sich selbst vertrauen. Ich glaube, dass beide Richtungen in ihrer Extremform Irrwege sind. Und zwar, weil der Mensch nun mal ein soziales Wesen ist und Feedback durch andere benötigt. Es ist ein Teil des Mensch-Seins. In seiner Überspitzung, nämlich der kompletten Abhängigkeit von der Meinung anderer, verliert man jedoch sich selbst. Und mal wieder eine Grauzone gefunden...
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21.09.2010, 10:10Inaktiver User
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21.09.2010, 10:28
AW: Zu empathisch? Profillos?
Liebe "Daaani", bei einem ähnlichem Thema bin ich auch gerade. Zum ersten wäre das Ideal, das Kinder bedingungslose Liebe geschenkt bekommen, die Realität sieht oft anders aus. Zum anderen baucht die Liebe zwischen Mann und Frau eben nicht bedigungslos sein. Es sollte ein gegenseitiges liebevolles Geben und Nehmen bestehen.
Und gerade diese Arbeit an der Beziehunggestaltung ist ein ganz wichtiger Punkt. Wir konnten früher von unseren Eltern nicht lernen, welche Beziehungsfähigkeiten man braucht, um die Liebe dauerhaft zu erhalten. Die Beziehungen früher waren mehr auf Sicherheit, als auf Liebe ausgerichtet. Liebe entsteht nicht durch Automatismus, sondern wir müssen aktiv Gelegenheiten schaffen, das die Liebe wachsen kann, denn sonst kann und wird sie nicht wachsen.
Das Interssante daran ist, das wir verschiedene Liebesspeicher haben. Der 1. wurde durch die Liebe und Unterstützung der Eltern gefüllt. Manche jedoch bekamen kaum bedingunslose Liebe, sondern viel eher Überzeugungen mit auf den Weg, die zu Minderwertigkeitsgefühlen oder Selbstzweifeln geführt haben. Daher ist es für manche hilfreich, diesen Liebesspeicher noch mal durch einen Therapeuten auffüllen zu lassen. Aber wir haben als Erwachsene auch selbst die Möglichkeit, unsere Liebesspeicher aufzufüllen. Der 2. Liebesspeicher wird durch Familie, Freunde und Freude gefüllt.
Der 3. Liebesspeicher durch gemeinsame Aktivitäten mit Gleichgesinnten oder Gleichaltrigen in einem Verein oder einer Gruppe.
Der 4. Liebesspeicher ist unsere Selbstliebe, das wir also mit unserm "Fühlen und Wollen" in Kontakt bleiben. Das wir in uns selbst wahrnehmen, was wir möchten und brauchen und das verwirklichen. Der 5. Liebesspeicher wird durch Beziehungen und Partnerschaften mit romantischer Liebe gefüllt. Wenn wir unsere Bedürfnisse ernst nehmen, haben wir damit eine große Kraftquelle für uns gefunden. Wie gesagt, entsteht Liebe nicht durch einen Automatismus, sondern vor allem dadurch, das man aktiv etwas dafür tut. Daher fand ich es so interessant, von den 5 Liebessprachen zu erfahren.
Das sich also die einen durch "Lob und Anerkennung" geliebt fühlen, andere wiederum durch "Berührungen", "Gemeinsame Zeit und Gespräche", "paktische Hilfe" oder "Geschenke". Es ist manchmal so, das wir sozusagen eine Fremdsprache für unseren Partner sprechen, weil wir ihm meist das geben, was wir uns eigentlich wünschen, damit wir uns geliebt fühlen.
Falls es dich interessiert, ausführlicher habe ich das ganze unter "Treue und Lügen in der Liebe" bei "Klammeraff" unter dem Thema "Wie finde ich eine passende Frau für meinen Mann" geschrieben. Dachte, das es ihr auch helfen könnte.
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21.09.2010, 11:10
AW: Zu empathisch? Profillos?
Hui, hier wirds ja richtig philosophisch und ein bisschen OT. Aber der TE gefällts, also...
Starke Aussage, möchte ich auch so vorläufig nicht in Frage stellen, wenngleich ich nicht an völlige Bedingungslosigkeit glaube.
Aber die Aussage bezieht sich leider nicht auf geschlechtliche Liebe. Insofern sei die Frage erlaubt, ob oder was du von deinem Partner/Mann erwartest oder begehrst?
"Geschlechtliche Liebe" ist für mich am besten beschrieben in dem Buch von Precht: Liebe: ein unordentliches Gefühl.
Fazit in diesem Buch, so kurz wie möglich gesagt: Liebe ist im Unterschied zu sexuellem Begehren und Verliebtheit (beides wird unterschieden) ein Ausdruck von Bindungswillen und Spiegelung des eigenen Selbst.Geändert von Elwyn (21.09.2010 um 11:14 Uhr)
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21.09.2010, 11:13
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21.09.2010, 11:25Inaktiver User



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