Daaani, ich bin leider auch oft in dieser Situation gewesen, das ich sehr viel Verständnis für andere hatte. Nur, irgendwann habe ich bemerkt, das zu viel Verständnis zu haben auch schlecht sein kann. (V.a. bei häusl.Gewalt) Das war für mich auch ein Lernprozeß, da raus zu kommen. Ich kann ja durchaus Verständnis für die andere Sichtweise haben, trotzdem brauche ich deswegen meine eigene Meinung nicht aufzugeben.
Man kann leider nicht immer helfen. Mehr als einen guten Rat geben, ist bei manchen eben nicht drin. Und wenn sie den dann nicht annehmen wollen, dann müssen sie eben alleine weiter probieren. Ich habe gelernt, das man eben nicht jeden retten kann, jedem helfen kann und jeden überzeugen kann. Trotzdem habe ich gelernt, auch mal bei meiner Meinung zu bleiben.
Was spricht dagegen, jedem seine Meinung zu lassen. Eine Medaille hat auch immer 2 Seiten. Es gibt nun mal verschiedene Meinungen, verschiedene Sichtweisen. Gerade gestern meinte eine, als ich etwas von dem Verhältnis meiner (Ex-) Schwiegereltern zu uns erzählt habe, das sei ja schon irgendwie lustig, was sich manche Leute so herausnehmen. Nur, wenn man selbst von solchen Situationen betroffen ist, ist das nicht mehr so lustig! Beides stimmt!
Es ist wirklich lustig, wenn man sich als Außenstehender solche Sachen durchliest, nur wenn man mit solchen Situationen konfrontiert wird, ist das weit weniger lustig, also wenn z.b. die Schwiegermutter darüber entscheidet, das ihr mittlerweile 40-Jähriger Sohn bei jedem Besuch früher getrennt von seiner Frau schlafen sollte, weil er doch Ruhe braucht und der Sohn akzeptiert das auch noch widerspruchslos! Leider hatte ich dafür kein Verständnis, und meine Meinung hat mir da auch nicht weitergeholfen. Ich behalte meine Meinung trotzdem, das es einer SM definitiv nicht zusteht, darüber zu entscheiden, ob man getrennt oder zusammen schläft!
Aber was deine Arbeit angeht. Man kann durchaus Verständnis für etwas haben, und trotzdem die Notwendigkeit sehen, das es nun mal nur anders geht. Das ist doch nichts dabei.
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Thema: Zu empathisch? Profillos?
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17.09.2010, 10:34
AW: Zu empathisch? Profillos?
Geändert von sternschnuppe2 (17.09.2010 um 10:50 Uhr)
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17.09.2010, 10:58Inaktiver User
AW: Zu empathisch? Profillos?
Hallo daaani,
ich glaube gut zu verstehen, was Du meinst. Wenn es das ist, was ich von mir kenne. Ich will verstehen, lasse dem Gegenüber sehr viel Spielraum, werte auch gaaaanz lange nicht, sondern höre zu. Über das Zuhören kann es aber soweit kommen, daß ich selbst "stumm" werde. Also, die Argumentation des anderen nimmt einfach zuviel Platz ein und ich komme gar nicht mehr dazu, meine differenzierte Sichtweise dazu auszubreiten. Die ich ja trotzdem habe.
Trifft es das in etwa?
Dieses Gefühl, profillos zu erscheinen kenne ich im Ansatz. Wobei ich im Gegensatz ein sehr kantiger Mensch bin. Nur trage ich das nicht vor mir her. Es sind mir viele Themen auch müßig, denen dann so eine Wichtigkeit zu geben. Ich sag mal so, ein Freund ist ein Mensch, vor dem man laut denken kann. Sowas hilft, den eigenen Weg zu finden. Am Beispiel deiner Freundin: Ich hätte in deiner Lage dann einfach auch keine Lust, sie ÜBERZEUGEN zu wollen. Oder anders, ich will sie nicht überzeugen. Durch das Gespräch sind andere Handlungsmöglichkeiten benannt worden. Sie nimmt sie nicht an? Gut. Ihre Sache. Ihre Entscheidung. Sie wird ihre Gründe haben.. Es liegt nicht in meiner Verantwortung, jemandem zu dem, was ich für sein Glück halte, zu tragen. Ich respektiere den anderen auch in seinen Entscheidungen, die ich nicht gut heiße, wenn sie nicht komplett gegen meine Wertesystem verstossen.
Wenn es für sie so eine Mühsal ist, sich bei gmx oder ähnlichem ne Email-Adresse anzulegen und lieber 3mal solange drüber quatscht, warum das nicht in die Tüte kommt.... Dann will sie nicht. Aber sie muß die Triebfeder in sich tragen und sich nicht auf den Anschub anderer verlassen. Und ggf. Dinge, die sie davon abhalten beiseite räumen. Ist so. Ich helfe gerne denken, aber dann ist gut. Und ich möchte nie in diese Anschub-Rolle bei einem Freund/in kommen.
Sowas machte ich bei meinem Patenkind, solange er noch nicht alleine auf eigenen Füssen stehen konnte, aber immer mit dem Ziel, daß er an seinen Aufgaben wächst und selbständig wird.
Naja, und von aussen betrachtet sieht das bei mir sicher nicht nach Profil aus ...Geändert von Inaktiver User (17.09.2010 um 11:02 Uhr)
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17.09.2010, 11:08Inaktiver User
AW: Zu empathisch? Profillos?
Hi sternschnuppe, DIE Abkürzung ist ja nett gewählt, wird aber sicher häufig erstmal als Sado-Maso verstanden....
Aber vielleicht stimmt's ja
Ich glaube, die Kunst ist, den richtigen Punkt zu erwischen, jetzt auch einmal Position zu beziehen und kund zu tun.
Also irgendwann sich selber sagen, jetzt habe ich genug gehört, das hat seine Berechtigung, aber es gibt noch die andere Seite und ich lege den Schwerpunkt da hin. Und das auch mitteilen. Der Schritt geht bei mir manchmal unter. Kaum zu glauben, gell????
Und zu oben würde das heißen:
Emaileinrichtung ist ein Aufwand, aber geringer einzustufen, als die Chancen, die sich daraus ergeben können. Oder anders:
Ohne Fleiß kein Preis. zur Freundin sagenGeändert von Inaktiver User (17.09.2010 um 11:15 Uhr)
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17.09.2010, 11:09Inaktiver User
AW: Zu empathisch? Profillos?
Bis hierhin wollte ich gerade folgendermaßen antworten: Ja, aber... Ist es denn nicht auch Sinn udn Zweck einer Freundschaft, mal zu sagen: Hallo,du BIST in einer Opferrolle? Und nicht nur zuzuhören und es hinzunehmen, dass da jemand eine andere Meinung hat? Kann das nicht auch ganz schnell eine "Ausrede" für eine eher oberflächliche Freundschaftspflege werden?
Dann habe ich Dein Posting gelesen, Uli_F, und bin hier hängen geblieben:
Hmmm, kann man auch schnell in die "Besserwisser"-, in die Erzieher-Rolle hineinschlüpfen? Und damit das Gegenüber auch ein Stück weit entmündigen? Wo sind da die Grenzen?
Im übrigen hast Du gut erfasst, was ich meine, Uli_F. Ich komme manchmal nicht nur nicht mehr dazu, meine Sichtweise darzulegen, ich "verliere" sie manchmal regelrecht, als ob sie ins Meer plumpst und untergeht. Später fällt sie mir wieder ein. Manchmal hat mich dann das Gegenüber vom Gegenteil überzeugt, manchmal finde ich nach wie vor meine Sichtweise (für mich) besser. Aber in dem Moment ist es weg und ich schwimme ganz auf der Welle meines Gegenübers...
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17.09.2010, 11:17
AW: Zu empathisch? Profillos?
Hallo Dani,
Mir fällt auf, dass mir das immer mal wieder passiert. Nicht dauernd, aber es kommt vor. Gerade dann, wenn ich mich persönlich nicht ganz sicher fühle, weil der Gesprächspartner sehr selbstbewusst auftritt oder ich in der Begründung meiner Meinung nicht 100%ig sicher bin, bin ich ganz schnell drin in der Argumentation des Anderen und ganz schnell weg von meinen eigenen Ansichten.
Das Problem mit dem mangelnden Selbstbewußtsein habe ich auch. Zu mir sagte mal eine Freundin sie ist stark und ich bin schwach. Peng das saß!
Das wird von vielen als empathisch wahrgenommen ("du verstehst mich"), aber ich finde es profillos, weil es ja auch nicht das ist, was ich eigentlich denke und meine.
Mir wurde auch schon einmal vorgeworfen ich wäre einfach zu tolerant........
aber eigentlich ist Toleranz doch positiv, genauso wie empathisch....
profillos ist das nicht. Das bist einfach DU!
Sehe es als Gabe nicht als Fluch
LG Kroko
Habt ihr Ideen? Freue mich auf Gedankenanstösse![/QUOTE]
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17.09.2010, 11:18
AW: Zu empathisch? Profillos?
"Uli F-2009", also Sado-Maso trifft es nicht, das sie die anderen mehr oder wenig tyrannisiert und deswegen jeder kuscht, das schon eher!
"Daaani", es geht nicht darum, deine Meinung nicht zu sagen! Im Gegenteil, du kannst deine Meinung äußern, nur darfst du eben nicht erwarten, das der andere sich jedesmal davon überzeugen läßt.
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17.09.2010, 11:21Inaktiver User
AW: Zu empathisch? Profillos?
Ich stimme zu. Und selbst wenn, nicht zu jeder Zeit. Ich habe eine laaaangjährige Freundin, die seit Jahrzehnten (ungelogen) jammert. Früher habe ich zugehört, ihre Beweggründe angehört, andere Handlungsmöglichkeiten besprochen, aber das geht ja alles nicht, weil .... Jammer, jammer. Ich habe lange aufgehört, das immer widerzukäuen. Gestern habe ich ihr wieder gesagt: Seh es nicht so negativ. Es kotzt mich mittlerweile an, wie sie krampfhaft an ihrem "Elend", was so elendig gar nicht ist, sondern eine normale Belastung im Arbeitsalltag eines erwachsenen Menschen, festhält. Das ist ne Haltung, echt. Keine Situation. Und sie bewegt sich darin keinen Millimeter.
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17.09.2010, 11:27Inaktiver User
AW: Zu empathisch? Profillos?
Da sagst Du was, Daaani, ich habe gerade das Problem an anderer Stelle, wo ich, als es um mich ging, nicht mehr einsichtig und verständnisvoll war, sondern Profil zeigte. Und die vermeintliche Freundschaft stellt sich allmählich als falsch verstandenes Sozialprojekt heraus. So meine Einschätzung. Wo sind die Grenzen? Eine SEHR gute Frage... Ich weiß auch keine allgemeingültige Antwort.
Ich weiß nur von mir, daß ich es als Respekt dem Menschen, den ich mag, gegenüber sehe, ihre Entscheidungen ihr zu belassen und mich nicht als Regulativ einzusetzen, wenn es nicht von Nöten ist. Von Nöten hieße bei einem Erwachsenen durch ein Ereignis momentan hilfslos. Ist das Profillos?
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17.09.2010, 11:27
AW: Zu empathisch? Profillos?
Hallo Dani
Oder um ein anderes Beispiel zu nennen: Ich leite ein kleines Team. Da ist dann auch die ein oder andere Perle mit dabei, die gute Gründe hat, nicht das zu tun, was gerade zu tun ist. Nun kann ich durchaus durchsetzen, dass das getan wird, was ich sage, aber es kommt vor, dass ich die "guten Gründe" der Mitarbeitenden gut nachvollziehen kann und im Gespräch der Eindruck aufkommen könnte (ich weiß es ja nicht genau), dass ich "umschwenke". DAS nervt mich!
Hast Du Kinder? Den Vorwurf habe ich auch schon gehört: Ich wäre nicht konsequent, wenn ich meinen Kids im Abi streß das eine oder andere abnehme.
Elli, die Erfahrung kenne ich.
Ich kann aber eigentlich dazu stehen und finde Streiten auch interessant. Aber Du hast es mit "Überfahren werden" gut umschrieben - ja, WIE kann ich denn daran arbeiten?[/QUOTE]
Ich denke mal, indem Du Dich nicht kleiner machst als Du bist! Bzw. Dich nicht klein machen läßt...nur ein Vorschlag.....
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17.09.2010, 12:00Inaktiver User
AW: Zu empathisch? Profillos?
Nein, ich finde das ziemlich gut, "wenn es nicht von nöten ist/ wenn das Gegenüber vorübergehend hilflos ist". Die Freundin ist schon seit Jahren in dieser Jammer-Haltung, v.a. was Männer betrifft. Ich habe mich aber meinerseits als "vorübergehend hilflos" erlebt
, als sie zu dem Schluß kam, dass sie ja nicht liebenswert sein könne, und ich ihr gesagt habe, dass ich das anders sehe - aber keine Argumente für meine Meinung ins Feld führen konnte.
Irgendwie ist da gerade echt ein Punkt getroffen, es gärt noch in mir.
Krokodilo, nein, ich habe keine Kinder. Das, was Du beschreibst, kann ich aber nachvollziehen.
Ja, nicht klein machen - aber wenn die "argumentative Welle" ein Tsunami ist, bleibt vom Strand nicht viel übrig...
Und als die Vorgesetzte meines kleinen Teams muss ich die Mitarbeiter schon auch auf Kurs halten. Da finde ich allerdings das vorgeschlagene "Ich verstehe das, aber wir machen es jetzt so." sehr hilfreich.
Sternschnuppe, ja, Du hast recht. Damit schließt sich der Kreis zu den obrigen Überlegungen...


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