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  1. Moderation

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    AW: Denken an das Ende

    Woran hast du wirklich Spaß und Vergnügen ?

    Irgendwie lesen sich deine Beiträge hier so getrieben, rastlos, ständig in Aktion, aber nie zufrieden.

    Woher kommt das ?


    Vielleicht hilft es dir, deinen Tod mittels Patientenverfügung, Testament, Planung der Beerdigung etc. zu planen und dann als vorerst erledigt abzulegen und dich dann wieder auf da Leben zu konzentrieren.

    Oder hast du schonmal versucht deine eigene Grabrede zu schreiben ? Das klingt makaber, aber was gäbe es über dich zu sagen ? Was bleibt anderen in Erinnerung ?

    Ich habe letztes Jahr die Grabreden für meine drei Großeltern gehalten und es hat mich getröstet, dass ich wusste, dass sie mit ihrem Leben wie es war zufrieden waren. Wird das mal jemand über dich sagen können ? So sollte man sein Leben meiner Meinung nach führen können - egal was man erreicht und schafft oder auch nicht.

    Du könntest auch überlegen, was dir am meisten leid täte, dass du es nicht getan hast, wenn du morgen sterben würdest. Und dann tue es .... also das was dir leid täte, nicht sterben. ;-)

    Liebe Grüße

    promethea


    p.s. Ich bin 39 und beschäftige ich so gut wie gar nicht mit meinem eigenen Sterben - nur insoweit, dass ich versuche mein Leben und die kleinen schönen Momente zu genießen und "gut" zu leben.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

    .... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/


    Profilbild © edwardbgordon
    Moderation:
    "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"

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    AW: Denken an das Ende

    mich überkommt das gefühl, dir fehle es an dankbarkeit. die man dir gab und die du dir selbst gönnst.

    du weisst nicht, wann es genug ist, es ist nie genug, es kann nie reichen, es muss immer noch etwas gelernt, noch etwas erreicht werden...das ist eine spirale, sie dreht sich immer enger und enger, enger, enger-wie eine würgschlange.
    deine angst spricht zu dir, dass dein lebensweg an die substanz gehen könnte, weil sie dir einen weg aufzeigen möchte.
    es gibt die möglichkeit, zurück zum ursprung des gefühles zu gehen, dahin wo dir vermittelt wurde, du müssest etwas besonderes leisten, um akzeptiert zu werden, da wo es nie reichte.

    ich würde dir zusätzlich wünschen, dass du mit menschen(diesmal nicht mit tieren!) vom rande des lebens zeit verbringen wollest, um blinden oder sehbehinderten vorzulesen oder mit ihnen tandem am rad zu fahren, alte zum einkauf zu begleiten, ins altersheim zwei stunden regelmässig zum schach spielen zu gehen, irgend so etwas halt.
    man bekommt dadurch die gelegenheit,.... dankbarkeit für das eigene schicksal zu spüren.
    Geändert von legrain (15.09.2010 um 00:55 Uhr)
    lg
    legrain

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    AW: Denken an das Ende

    Hallo schoenbuerzel,

    für mich liest sich das, was Du über Dein Leben schreibst, sehr äußerlich, ohne viel Tiefe. Da wird Wissen angehäuft und noch mehr Wissen, und doch reicht die Zeit nicht. Was aber machst Du mit all dem Wissen? Welchen Nutzen bringt es Dir oder anderen Menschen?

    Für mich klingt das nach Gier, nach Wissbe-Gier, und die kann m.E. genauso fatal sein wie jede andere Gier. Mich erinnert das an Kaufsüchtige, die ihre innere Leere mit Einkäufen füllen, die sie danach in der hintersten Ecke des Schrankes verbergen. Wenn die Gier kurzfristig gestillt ist, ist das Erworbene nicht mehr interessant.

    Vielleicht kannst Du das, was Du suchst, gar nicht da finden, wo Du suchst. Echte innere Zufriedenheit erwächst meiner Erfahrung nach weniger in der Breite des Lebens als in der Tiefe. Also nicht indem man immer mehr von was auch immer anhäuft (Wissen, Besitz, Erlebnisse, etc.), sondern indem man die Tiefe der Dinge auslotet. Ich finde es wichtig, den Dingen Raum zu geben, damit sie auch mal ihre ganze Wirkung entfalten können. Ich mag in mich hineinhören und die Facetten meines Selbst entkennen und entfalten. Und da kommen im Laufe des Lebens immer neue hinzu. Gerade ein Leben ohne Kinder ermöglicht einem doch den Luxus, sich sehr viel stärker auf sich selbst zu fokussieren.

    Wenn ich morgen sterben müsste, dann wüsste ich zumindest, dass in meinem Leben genug Zeit und Raum war, für alles, was mir wichtig war. Ich habe mein Leben in Breite und Tiefe durchlebt und empfinde es als stimmig und auch zum jetzigen Zeitpunkt als vollständig. Wenn noch neue Facetten und Dimensionen hinzukommen, von denen ich jetzt noch nichts ahne, freue ich mich darauf und bin gespannt. Wenn nicht, dann war das halt alles, und es war reichlich bemessen.

    Viele Grüße,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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    AW: Denken an das Ende

    Ich denke schon, dass ich Dinge sehr genießen kann.

    Ich freue mich maßlos an meinen Katzen (beide schon alt und ein wenig behindert) und an meinem Pferd, das nach einem arbeitsreichen Leben nun einfach mit anderen auf der Weide stehen kann.

    Und an meiner Tomatenzucht auf dem Balkon.

    An meinem Sport, den ich schon sehr lange nicht mehr leistungsmäßig, sondern zum Spass betreibe.

    An unserem Vogelkundeverein. In Tirol habe ich wahrhaftig einen Auerhahn bei der Balz gesehen. Dieses Glück haben heute nur wenige Menschen. Es ist atemberaubend mit Mikrofon und Kamera auf Vogel"jagd" zu gehen.

    Ich bin überhaupt nicht leistungsbezogen groß gezogen worden. Im Gegenteil wurde mir vermittelt, das zu tun, was ich möchte, unabhängig von Status und Einkommen. Mir wurden immer alle Freiheiten gelassen.

    Auch bin ich nicht ehrgeizig, war ich nie. In der Schule war ich nur leicht über dem Jahrgangsdurchschnitt, im Studium auch nicht auffallend gut.

    Mein Probem schon in der Schule war, dass ich keine herausragenden Talente hatte. Ich war in allem gleich gut, bzw. eben etwas über dem Durchschnitt, egal ob Mathe, Sprachen, Musik oder Geschichte.
    Und weil ich alles gleich gut, oder eben gleich mittelmäßig konnte, hatte ich keine Idee, was ich beruflich machen sollte.

    Also machte ich erst mal die Ausbildung, die fast jeder macht, der in Mathe und Deutsch ganz gut abgeschnitten hat. Danach wusste ich nur eins: in einer Bank will ich nicht arbeiten. Überhaupt nicht angestellt sein.

    Ich wollte studieren. Aber vor lauter mittelmäßigem Interesse an irgendwie allem konnte ich mich nicht festlegen und wählte das, war mir die meisten Möglichkeiten offen zu halten schien: BWL.

    Für Medizin, Jura, Bio und Psychologie fehlte mir der damals nötige Notendurchschnitt.

    In einer mündlichen Prüfung wurde mir dann die Promotion vorgeschlagen und während der kam mir die Idee des MBA.

    So ging das eben immer weiter. Nun habe ich gerade einen Postgraduiertenstudiengang drauf gesetzt.

    Im 8. Jahr bin ich nun selbständig mit eigenen kleinen Büro.

    Vom Gefühl her, habe ich mich aber nach wie vor nicht "entschieden", warte immer noch darauf herauszufinden, was ich wirklich machen will

    Und das lässt mich so unstet sein und macht mir Angst vor der ablaufenden Zeit.

    Und mittlerweile beschäftige ich mich eben auch damit, was mir früher (viel zu lange?) völlig bedeutungslos war: mit dem Thema fester Partnerschaft und vielleicht einem Kind. Mein Partner möchte weder heiraten noch ein Kind und ist völlig überrascht, dass ich das Thema anschneide. Ich war immer DIE Verfechterin von freier Liebe und keinen Kindern. Über das Wort "Torschlusspanik" habe ich früher gelacht, das fand ich albern.

    Nun muss ich schnellstens herausfinden, was mir wichtig ist.
    Wobei dies der erste Mann in meinem Leben ist, mit dem ich mir ein Kind vorstellen könnte. Ich kann mich sehr genau an den Moment erinnern, als ich ihn einmal ansah und dachte: "Mit DEM Mann hättest du gern ein Kind." Der Gedanke war einfach da.

    Aber er schließt dies definitiv für sich aus, fühlt sich auch bereits zu alt dafür - was ich einsehe, da er einige Jahre älter ist als ich.

    Wir reden über das Zusammenziehen, aber da gibt es ein großes Problem mit seiner Vogelzucht. Ich kann definitiv nicht mit so vielen Vögeln in einer Wohnung lebe, bekomme von dem Feinstaub Asthma, also von der Mischung aus Einstreu, Fäkalien und Hautschuppen der Tiere. Er selbst hat auch bereits Atemproblemen. Ich habe eine Hausstauballergie und kann wirklich nicht mit so viel Federvieh in einer Wohnung leben. Es handelt sich um mehr als zwei Dutzend Papageien. Das ist wie im Tierpark.
    Geändert von schoenbuerzel (14.09.2010 um 20:31 Uhr)

  5. Inaktiver User

    AW: Denken an das Ende

    Zitat Zitat von schoenbuerzel Beitrag anzeigen
    Und mittlerweile beschäftige ich mich eben auch damit, was mir früher (viel zu lange?) völlig bedeutungslos war: mit dem Thema fester Partnerschaft und vielleicht einem Kind. Mein Partner möchte weder heiraten noch ein Kind und ist völlig überrascht, dass ich das Thema anschneide. Ich war immer DIE Verfechterin von freier Liebe und keinen Kindern. Über das Wort "Torschlusspanik" habe ich früher gelacht, das fand ich albern.

    Nun muss ich schnellstens herausfinden, was mir wichtig ist.

    "Mit DEM Mann hättest du gern ein Kind." Der Gedanke war einfach da.
    Aber er schließt dies definitiv für sich aus, fühlt sich auch bereits zu alt dafür - was ich einsehe, da er einige Jahre älter ist als ich.

    Wir reden über das Zusammenziehen, aber da gibt es ein großes Problem mit seiner Vogelzucht. Ich kann definitiv nicht mit so vielen Vögeln in einer Wohnung lebe, bekomme von dem Feinstaub Asthma, also von der Mischung aus Einstreu, Fäkalien und Hautschuppen der Tiere. Er selbst hat auch bereits Atemproblemen. Ich habe eine Hausstauballergie und kann wirklich nicht mit so viel Federvieh in einer Wohnung leben. Es handelt sich um mehr als zwei Dutzend Papageien. Das ist wie im Tierpark.
    Da klopft schon länger was an und so wie es sich liesst hast es mit emsiger Tätigkeit sehr lange unterdrückt.

    Eigentlich verständlich, dass so gewichtige Ängste in Dir sind. Um das Leben unterdrücken zu können muss man schon ein sehr grosses Gegengewicht auffahren und das grösste Gewicht ist der Tod!

    Ist das vertändlich?

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    AW: Denken an das Ende

    Hier herrscht ja arg der Tenor, Schönbuerzel müsse mit sich ein Problem haben oder einiges in ihrem Leben falsch machen, wenn sie so mit der Endlichkeit des Lebens hadert.

    Das finde ich recht strange.

    Das Hadern mit der Endlichkeit des Lebens, erst recht bei jemandem, der sich als ungläubig bezeichnet, ist für mich etwas, was im Leben der meisten halbwegs reflektierten Menschen immer wieder auftaucht. Mal stärker, mal weniger intensiv, mal in längeren, mal in kürzeren Phasen.

    Und diejenigen, die hier so tun, als hätten sie das "Problem" für sich ein für allemal geklärt oder sagen, wenn ich morgen sterben müsste, wäre alles okay - sorry, denen kaufe ich das nicht ganz ab.

    Die meisten Menschen leben mit der unbewussten Überzeugung von Unsterblichkeit. Und zwischen mal salopp drüber sprechen und dann den Fernseher einschalten oder sich mit allen seinen Sinnen der Vorstellung hinzugeben, in Kürze im Sterben zu legen und tot zu sein, ist wohl doch noch eine gewaltige Schwelle.

    Und wer keinen Glauben hat und sich seinen Tod dann tatsächlich nur als seine vollständige unwiederbringliche Vernichtung und Auslöschung vorstellen kann, der hat daran gewaltig zu knacken, wenn er kein Verdrängungskünstler ist.

    Dass man damit a la "das kaue ich einmal durch, dann habe ich meine Haltung dazu gefunden" bewältigen kann, das glaube ich nicht.

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    AW: Denken an das Ende

    schönbürzel, ich glaube auch, dass ein Kind haben helfen kann, die Endlichkeit des eigenen Seins zu relativieren.
    Oder platter: dem eigenen Leben Sinn geben.

    Wenn ein Mann Fürsorge für soviele Papageien aufbringen kann,
    sollte da doch eigentlich auch noch Raum für die Fürsorge für ein Kind sein können, scheint mir.
    Besonders liebevoll finde ich es jedenfalls nie, wenn ein Mann dem möglichen Kinderwunsch einer Frau
    von vornherein gar kein Gehör schenken will.

    Oder hat er bereits Kinder, dann könnte ich es besser verstehen.

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    AW: Denken an das Ende

    Hallo Abendstille,

    danke für Dein nettes Posting.

    Ich habe mich mit den großen Weltreligionen befasst und fühle mich in keiner zu Hause.

    Das Thema, Seele, Seelenleben, Leben nach dem Tod interessiert mich seit meiner Jugend.

    Damals habe ich einen großen, traumatischen Verlust erlitten. Das Thema Sterben und Tod hat mich seither nie mehr richtig los gelassen.

    Ich habe Unzähliges dazu gelesen, würde fast sagen, zumindest die Klassiker in dem Bereich habe ich alle durch und mich intensiv damit befasst. Ich bin dann sehr ergriffen, würde dies gerne für mich annehmen, aber dann kommt sehr bald wieder die Überzeugung durch, dass da nichts ist, nichts sein kann.

    Mein Freund hat ähnliches erlebt wie ich - und das ist ein Punkt, der uns stark verbindet. Im Gegensatz zu mir verdrängt er den Gedanken an den Tod völlig. Er ist auch nicht bereit, darüber zu sprechen.

    Angst vor dem Tod an sich habe ich nicht. Ich stelle ihn mir vor, wie die Zeit vor der Geburt - an die kann ich mich auch nicht erinnern.

    Vor dem Sterben habe ich Angst, wer hat das nicht?

    Aber am schlimmsten finde ich den Gedanken und das macht mir Angst, die wenige Zeit nicht sinnvoll zu nutzen.

    Dann sage ich mir wieder: Na und? Welche Bedeutung hat es vor der Unendlichkeit des Universums, was sich ein einzelnes Menschenkind ausdenkt, womit es hadert? Luxusprobleme.

    Die hörten sofort auf, müsste ich täglich dafür sorgen, was zu essen zu finden.

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    AW: Denken an das Ende

    Also mal davon ab.
    Ich habe auch ganz oft Panik vor dem Ende gehabt. Und meistens ist dann jemand in der Familie gestorben.

    Aber ich glaube das ich immer in den Momenten mehr daran gedacht habe, als ich vor Entscheidungen stand. Ich wollte auch immer so viel. Aber wusste, du wirst dies und das eh nicht schaffen und wenn, wofür? Wenn du das erreicht hast dann wirst du es kaum noch nutzen können.
    Egal. Ich lebe einfach nur noch mein Leben, ziehe meinen Stiefel durch und freue mich jeden Tag über Kleinigkeiten und mache einfach nur. Alles Grübeln hält mich nur noch mehr auf und davon ab weiterzukommen.
    Geändert von Hamster (14.09.2010 um 21:20 Uhr) Grund: Wer lesen kann ist klar im Vorteil, sorry
    Meine große Maus und mein kleiner Mann. Die wertvollsten Geschenke!

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    AW: Denken an das Ende

    Abendstille, nein, er hat keine Kinder. Er ist fast Mitte 40 und fühlt sich zu alt. Und ich denke, das ist auch richtig so.

    Wir haben uns zu spät kennen gelernt, bzw. unsere Beziehung wurde zu spät zu dem, was sie nun ist.

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