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  1. Inaktiver User

    AW: immer noch nicht erwachsen?

    @ Nochmaler Mann und Nachschlag

    Vorab danke für die weitere Auseinandersetzung mit meinem Luxus-Problem.

    Vielleicht noch bis zu 10 Jahre lang, bis die Biologie die Fragen endgültig zu den Akten legt?
    Wie kommst du auf den Zeitraum? Bin ich Gianna Nanini oder wohne ich in Hollywood? Mir scheint mein persönliches und realistisches Zeitfenster bei maximal 2 Jahren zu liegen.

    Ich mag mich irren, aber ich empfinde Dich ehrlich gesagt so, als hättest Du Dich schon gegen eigene Kinder entschieden, und würdest an den von Dir vermuteten sozialen Konsequenzen knabbern. Daran würde ich an Deiner Stelle arbeiten.
    Ich kann da nicht wirklich widersprechen, vermutlich ist´s so.
    Was ich nun lebe, hat viele Vorzüge, unterscheidet sich jedoch wohl von einem Lebensentwurf, den ich für mich früher als "die" Option gesehen habe, den ich für mich eigentlich "ganz automatisch" angenommen habe. Nun stehe ich vor der Wahl, ein ganz ursprüngliches Konzept wieder aufzugreifen oder es eben loszulassen.

    Mal 'ne Frage: Du schreibst, Du hast negative Erfahrungen mit Gesprächstherapie gemacht. Warst Du wegen etwas in Therapie, was sich unter anderem in viel Grübelei (also konzentrierter, um einen Punkt kreisender, nicht zielgerichteter und/oder methodisch inadäquater Denkarbeit) manifestiert?
    Bist du beruflich in dem Bereich tätig? Es scheint mir fast so
    Ich war vor Jahren wegen der Trennung von meinem Ex in einer sogenannten Gesprächsttherapie. Weil ich schlecht loslassen konnte. Es ging mir schlicht nicht in den Kopf, dass man/-n mich nicht heiraten will, dazu noch betrügt und mich so subtil zu einer Trennung nötigt. In der Therapie hat die Therapeutin u.a. eine Familienaufstellung unternommen, die mir durchaus vielerlei bzgl. meiner Person/meines Handelns/meines Hintergrunds erklärt hat. Ferner hat sie mir versucht beizubringen, dass man bestimmten Dingen im Leben schlicht seinen Lauf lassen und sie akzeptieren muss.
    Ich hab das verstandesmäßig/analytisch auch alles begriffen.
    Umsetzen bzw. gewinnbringend nutzen konnte ich weniges von all diesen Erkenntnissen: Ich akzeptiere auch heute noch nicht gerne Dinge, die mir nicht passen bzw. neige tatsächlich zum Hadern mit Umständen.

    Aber ein wirkliches "Ja, ich will ein Kind." ganz aus Herz und Bauch heraus lese ich nirgendwo.
    Nee. So klar und deutlich und bedingungslos habe ich/empfinde ich das nicht, das stimmt.

    Kann es sein, dass Du tatsächlich schon dagegen entschieden hast - und es Dir einfach nicht eingestehen magst?
    Das auch nicht. Ich bin damit noch nicht durch.
    Grüße,
    Mavie

  2. Moderation

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    AW: immer noch nicht erwachsen?

    Hallo Mavie,

    ich habe jetzt nicht alle Antworten gründlich gelesen, sorry, falls das schon mal jemand gesagt hat...

    Aber mir kommt es so vor als würdest du ein Kind als Mittel zum Zweck beschreiben. Etwas, womit du dich erwachsener fühlst (was immer das für dich heißen mag). Du schreibst von "gesündere Lebenweise, anders mit Geld umgehen, im Privatleben entscheidungsfreudiger sein", und das Kind fungiert da irgendwie als Symbol für all das.

    Das ist ein bißchen viel, um es einem Kind aufzuhängen.

    Ich schließe mich allen an die schon gesagt haben, du klingst nicht, als wolltest du ein Kind, sondern als fühltest du, du solltest jemand sein, der eins will.

    Eine andere Sache: Du schreibst, daß du Probleme hast, dir privat klare Ziele zu setzen und sie diszipliniert zu verfolgen, ungern Entscheidungen triffst und "ins Blaue hinein" lebst -- das Gegenteil von dem, was dein Beruf von dir fordert. Das ist völlig normal. Wenn du jeden Tag acht oder zehn Stunden Holz hacken würdest, hättest du wahrscheinlich auch abends genug davon. Nach einem Tag voller Pläne und Entscheidungen will das Hirn baumeln.

    Disziplin und Planung sind praktische Fertigkeiten, keine Tugenden oder Werte an sich. Wenn du ohne sie gut auskommst, hat das keine moralische Dimension.

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    AW: immer noch nicht erwachsen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Dass ich Mitte 40 bin und so vieles von dem, was man so zwangsläufig hat, nicht haben werde.... und bereue.
    Hab nur kurz reingelesen und bin echt gleich darüber gestolpert!

    Was hat man denn so zwangsläufig?

    Ich kann nur sagen, dass in meiner Umgebung bei weitem keiner alles zwangsläufig hat! So etwas gibt es gar nicht!

    Du bist da vermutlich geprägt durch deine Umgebung und viele Leute, die ihre Situation oder ihre Masstäbe schönreden oder für das "Richtige" halten. Nur weil die anders leben, heisst dass nicht, dass das für dich das "Richtige" ist!

    Ich kenne Leute, die in ihrer Familie trotz vieler Kinder nicht glücklicher sind als ich ohne. Andere lassen sich trotz Kinder so um die Mitte 30 bis Mitte 40 scheiden. Es gibt ne Menge Frauen, die keinen Partner und keine Kinder haben und alleine zurechtkommen müssen. Viele Leute haben nicht den Beruf, den sie haben wollten. Viele haben Geld, andere keins - glücklicher sind sie alle nicht! Sie leben einfach ihr Leben mit allen Zweifeln und Sorgen, nur dass diese Sorgen andere sind als meine.

    Sicher, es gilt, Entscheidungen zu treffen, was man sich vom Leben erwartet, wenn nicht mehr "alles" geht. Aber ich glaube, man muss sich als erwachsener Mensch auch davon verabschieden, alles zu wollen oder zu können.

    Vergleiche mit anderen werden, je älter man wird, immer überflüssiger. Erstens verändern die sich auch, zweitens kann keiner alles planen oder überblicken. Da wirds noch oft Veränderungen oder Überraschungen geben, bei jedem!


  4. Inaktiver User

    AW: immer noch nicht erwachsen?

    Aber mir kommt es so vor als würdest du ein Kind als Mittel zum Zweck beschreiben. Etwas, womit du dich erwachsener fühlst (was immer das für dich heißen mag). Du schreibst von "gesündere Lebenweise, anders mit Geld umgehen, im Privatleben entscheidungsfreudiger sein", und das Kind fungiert da irgendwie als Symbol für all das.
    Das ist ein bißchen viel, um es einem Kind aufzuhängen.
    Nun, meiner Erfahrung nach bekommen ziemlich viele Leute/Frauen/Paare maßgeblich Kinder aus einem losen Bauchgefühl heraus...d.h. denken gar nicht viel drüber nach, sondern WOLLEN lediglich ein Kind.
    Dass ich jemand bin, der sich mal rundherum auch pragmatisch-analytische Gedanken um die Chose macht, d.h. auch um die ursprüngliche Frage, warum will ich ein Kind, wie gestalte ich ein Leben mit einem Kind, und wie realisiere ich meinen Kinderwunsch angesichts meiner Lebenssituation, finde ich so verfehlt daher nicht.

    Mir scheint es ja manchmal, als fänden in ihrem Kinderwunsch nur jene Frauen die größte Akzeptanz, die das größte diffuse Bauchgefühl empfinden (Stichwort: ich will jetzt einfach "hibbeln", mein Mann macht mit, und hurray, here we are!) und dann auch einfach mal loslegen.

    Ob diese Frauen aufgrund ihrer unbeschwerten Einstellung eine größere Berechtigung bzgl. ihres Kinderwunsches haben, oder am Ende gar die besseren Mütter sind, möchte ich hiermit einfach mal klar in Frage stellen.

    Ich habe durchaus einen Kinderwunsch. Auch wenn der sich sich nicht (mehr) in einem bloßen "Ich will jetzt, also los geht´s" artikuliert, habe ich dennoch viele sehr konkrete Bilder von mir, meinem Mann und gemeinsamem Kind im Kopf, die der Realität hundertpro standhalten. Dieser Kinderwunsch begründet sich in jedem Fall auch darin, dass ich was spüre, was´Nochmaler Mann´als ein elementares Gefühl, das durchaus "von unten" kommt, bezeichnen würde - der Wunsch nach einem Baby stellt sich durchaus als eine Sehnsucht dar, die irgendwo tief in mir hochkommt und die nicht ultimativ meiner ratio erwächst.

    Bloß weil ich gleichzeitig in der Lage bin, das auch verstandesmäßig durchzudenken , zu hinterfragen und auch so zu benennen, wird es vom reinen Empfinden nicht weniger (wert) - die meisten Normaldenker kommen offenbar jedoch nicht damit klar, dass jemand in diesen Kontexten auch Befürchtungen, Vorbehalte, Ängste und mögliche Konsequenzen erkennt und gleichermaßen in Worte fassen kann. Weil das so´n ureigenes Frauen-Thema ist, an das man besser nicht rührt, weil Frau sich darüber klar sein MUSS... Kinderwunsch muss augenscheinlich echt immer noch ´ne rein emotionale Kiste sein, und die Frau, die in der Lage ist, auch nur ein wenig abstrakter und abgeklärter drüber zu denken, lässt es besser, oder wie? Weil ihr Kinderwunsch dann ja so elementar nicht sein kann...?
    Ist das nicht irgendwie lächerlich?
    Guckt euch doch mal um in eurem Umfeld. Welche Leute da Kinder haben? Und warum? Und wieviel die vorab konkret drüber nachgedacht haben....
    Grüße,
    Mavie.
    Geändert von Inaktiver User (20.09.2010 um 22:59 Uhr)

  5. User Info Menu

    AW: immer noch nicht erwachsen?

    Kinderwunsch muss augenscheinlich echt immer noch ´ne rein emotionale Kiste sein, und die Frau, die in der Lage ist, auch nur ein wenig abstrakter und abgeklärter drüber zu denken, lässt es besser, oder wie? Weil ihr Kinderwunsch dann ja so elementar nicht sein kann...?
    @Mavie

    Ich kann deine Überlegungen zum Kinderwunsch sehr gut nachvollziehen, denn ich habe selbst im Alter von 38 bis ca. 45 genauso darüber nachgegrübelt wie du. Sämtliche Vor- und Nachteile abgewägt und es sogar eine Zeitlang darauf ankommen lassen.

    Je konkreter es wurde, desto mehr kam ein Bauchgefühl zum Tragen, das dann mehr oder weniger NEIN gesagt hat.

    Ich glaube, dass JEDE Entscheidung im Grunde eine Bauchentscheidung ist, vorher nachzudenken ist kein Fehler, aber der Bauch entscheidet am Ende doch irgendwie.

    Daher will dir hier keiner etwas vorschreiben, es wird hier auch keine Norm kreiert. Die Frauen, die Kinder bekommen haben, tun es ganz einfach im Endeffekt aus einem Bauchgefühl heraus. Manche denken vorher mehr, manche weniger nach.

    So, oder so, diese Bauchentscheidungen haben überhaupt nichts damit zu tun, ob man später diese Entscheidung, ob dafür oder dagegen, nicht doch bereut oder ob man später gar eine "gute Mutter" ist.

    Wenn ein Kind da ist, stellt sich die Frage nach dem Bereuen auch nicht mehr, dann ist es da und wenn mans ernstnimmt, stellt man sein Leben selbstverständlich entsprechend um.

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    AW: immer noch nicht erwachsen?

    Ich halte es übrigens auch für einen Fehler, den Kinderwunsch an irgendwelchen Zwecküberlegungen festzumachen.

    Solche Zwecküberlegungen sind für mich "Im Alter nicht alleine sein", "endlich erwachsen werden", "die Ehe retten", "nochmal was ganz Neues für mich machen", "den Job endlich los sein", "weil ein Kind einfach dazugehört", "weil mein Mann eins möchte" usw.

    Solche Überlegungen spielen immer hinein, aber die Realität kann einem dann meiner Meinung nach einen gewaltigen Strich durch die Rechnung machen. Ein Kind ist nicht die Lösung für diese Probleme oder Selbstfindungsfragen.

    Insofern sind Bauchentscheidungen Pro Kind nicht die schlechtesten, denn der Hauptgrund für ein Kind dürfte sein, dass man gerne mit Kindern lebt, für diese gerne Verantwortung trägt und für Kinder grundsätzlich da sein möchte, egal wie die Umstände später einmal finanziell, beruflich oder sozial aussehen. Dabei setze ich voraus, dass die sozialen Verhältnisse einigermassen gesichert sind und man sich nach Möglichkeit auch sinnvoll absichert.

    Völlig unüberlegte Bauchentscheidungen Pro Kind finde ich natürlich auch unverantwortllich.
    Geändert von Elwyn (21.09.2010 um 09:32 Uhr)

  7. Inaktiver User

    AW: immer noch nicht erwachsen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Bloß weil ich gleichzeitig in der Lage bin, das auch verstandesmäßig durchzudenken , zu hinterfragen und auch so zu benennen, wird es vom reinen Empfinden nicht weniger (wert) - die meisten Normaldenker kommen offenbar jedoch nicht damit klar, dass jemand in diesen Kontexten auch Befürchtungen, Vorbehalte, Ängste und mögliche Konsequenzen erkennt und gleichermaßen in Worte fassen kann. Weil das so´n ureigenes Frauen-Thema ist, an das man besser nicht rührt, weil Frau sich darüber klar sein MUSS... Kinderwunsch muss augenscheinlich echt immer noch ´ne rein emotionale Kiste sein, und die Frau, die in der Lage ist, auch nur ein wenig abstrakter und abgeklärter drüber zu denken, lässt es besser, oder wie? Weil ihr Kinderwunsch dann ja so elementar nicht sein kann...?
    Ist das nicht irgendwie lächerlich?
    Guckt euch doch mal um in eurem Umfeld. Welche Leute da Kinder haben? Und warum? Und wieviel die vorab konkret drüber nachgedacht haben....
    Ich kann deine Überlegungen verstehen, da ich mich auch schon seit einiger Zeit mit dem Thema Kinderwunsch auseinandersetze, aber keinen emotional geprägten Kinderwunsch habe.
    Allerdings habe ich für mich die Entscheidung getroffen, dass ich im Moment noch zu viele Zweifel habe und dass mein Bauchgefühl ziemlich deutlich ein „Nein“ signalisiert. Dabei finde ich es auch relativ unerheblich, wie andere Leute die Entscheidung für ein Kind getroffen haben – das sagt ja nicht unbedingt etwas darüber aus, ob sie später gute und glückliche Eltern sind.
    Allerdings bin ich mit Anfang Dreißig noch in der Position die endgültige Entscheidung ein bisschen vertagen zu können.

    Hast du eventuell die Möglichkeit, erst mal Abstand zu dem Thema zu gewinnen, es vielleicht ein halbes Jahr ruhen zu lassen?

  8. Inaktiver User

    AW: immer noch nicht erwachsen?

    Ich halte es übrigens auch für einen Fehler, den Kinderwunsch an irgendwelchen Zwecküberlegungen festzumachen.
    Solche Zwecküberlegungen sind für mich "Im Alter nicht alleine sein", "endlich erwachsen werden", "die Ehe retten", "nochmal was ganz Neues für mich machen", "den Job endlich los sein", "weil ein Kind einfach dazugehört", "weil mein Mann eins möchte" usw.
    Solche Überlegungen spielen immer hinein, aber die Realität kann einem dann meiner Meinung nach einen gewaltigen Strich durch die Rechnung machen. Ein Kind ist nicht die Lösung für diese Probleme oder Selbstfindungsfragen.

    Das ist ein sehr idealistischer Anspruch.
    Meiner Einschaetzung nach ist ein Kinderwunsch nie voellig zweckentfremdet.... einzelne oder mehrere von dir obig benannte Aspekte spielen bei den meisten subtil mit rein - das haengt immer ein bisschen davon ab, wieviel "Leben" (Inhalte, d.h. Job, Hobbys, Ziele etc....) diejenigen, die Kinder moechten, ausserhalb von diesem Wunsch noch so haben...

    Ein weiterer, auch zweckentfremdeter Grund, den ich noch ergaenzen moechte, da ich ihn woertlich schon von einer Mutter gehoert habe, ist der Wunsch nach "Reduplikation meiner selbst, dass was, was so ist wie ich, von mir selbst in dieser Welt bleibt". Ist in jenem Fall auch gelungen, das Kleine sieht exakt aus wie sie ;-)
    Wie kommt es denn auch, dass sich so viele Eltern schier totfreuen, wenn sie irgendwelche Merkmale ihres Kindes in/an sich selbst wiederfinden. Wie kommt es in der Gentechnologie zu Bestrebungen im Rahmen der Klon-Moeglichkeiten, dass Menschen andenken, dies ernsthaft zu nutzen, wie kommt es dazu, dass sich ueber 50-jaehrige Muetter mittels modernster Fertilitaetsmittel noch an Nachwuchs rantrauen - da geht es doch um nichts anderes als um eine Art narzisstischer Reduplikation der eigenen Person, dass was von einem selbst "bleibt"...

    Ich kenne auch umgekehrt ehrlich gesagt keine Mutter, die von sich behauptet, sie moechte massgeblich ein Kind, weil sie es als pure Lebensbereicherung empfindet, Windeln zu wechseln, schlaflose Naechte wegen Masern, Windpocken, Erkaeltungskrankheiten, Brech-Durchfall usw. durchzustehen, sich mit pubertierenden Teenies ueber umaufgeraeumte Zimmer und sonstige Nicht-Einhaltung irgendwelcher vereinbarter Regeln rumzuzanken, Schulprobleme und Drogenproblematiken anzugehen und, nachdem all das erfolgreich durchgestanden ist, am Ende - worst case scenario- von ihr entfremdeten Kindern im Altersheim hocken gelassen zu werden.
    Hinzu kommen die altbekannten Fakten, die eine Entscheidung fuer Kinder schlicht mit sich bringt, wie (zumeist, insofern man nicht gerade eine reiche Erbin ist oder eine wirklich gute Partie gemacht hat): im Beruf zurueckstehen, generell weniger Freizeit haben, finanzielle Einbussen, whatever...

    Ich unterstelle, dass eben deshalb in Europa auch insgesamt stets weniger Kinder geboren werden. Weil Eltern sich dieser Tage genauer ueberlegen, was sie "(auf)geben" um ihren Kinderwunsch zu realisieren, aber eben auch genauso, was sie glauben, dafuer (vom Kind) "zurueckzubekommen". Und das, was sie hinsichtlich letztgenanntem vermuten/ hoffen, ist nie wirklich zweckentfremdet - da geht es immer auch um Hoffnungen, Ansprueche, Erwartungen an besagtes Kind/besagte Kinder....

    Man/n und Frau bzw. Vater und Mutter wollen beide gleichermassen (und meiner Ansicht nach Muetter noch in hoeherem Masse) auch in irgendeiner Weise von dieser Option etwas abgewinnen... Naemlich z.B. ein ganzes Kinderleben entscheidend mitzuerleben und mitzugestalten, ein Kind im Leben zu begleiten und auf ein Leben vorzubereiten, so gut man es kann. Jeden Schritt von der ersten Reaktion ueber den ersten Schritt, das erste gesprochene Wort, den ersten Satz, das erste Radfahren, den ersten Schultag etc. ppp. miterleben - das ist sicher fantastisch, das stelle ich mir auch schoen vor. Aber der entscheidende Grund fuer ein Leben mit Kindern sind meiner Einschaetzung nie nur die Aussichten auf beglueckende Erfahrungen/Erlebnisse dieser Art.....


    Allerdings habe ich für mich die Entscheidung getroffen, dass ich im Moment noch zu viele Zweifel habe und dass mein Bauchgefühl ziemlich deutlich ein „Nein“ signalisiert. Dabei finde ich es auch relativ unerheblich, wie andere Leute die Entscheidung für ein Kind getroffen haben – das sagt ja nicht unbedingt etwas darüber aus, ob sie später gute und glückliche Eltern sind.
    Allerdings bin ich mit Anfang Dreißig noch in der Position die endgültige Entscheidung ein bisschen vertagen zu können.
    Bist du in einer Partnerschaft oder hast du einen unterschwelligen, davon losgeloesten Kinderwunsch? Wie auch immer, worin begruenden sich deine Zweifel?

    Hast du eventuell die Möglichkeit, erst mal Abstand zu dem Thema zu gewinnen, es vielleicht ein halbes Jahr ruhen zu lassen?
    Ach, durchaus.... ja, irgendwie schon....Ich kann mir nicht rund um die Uhr 'ne Entscheidung abfordern, auch wenn ich manchmal meine, ich muesste nun aber... unbedingt... jetzt gleich... und ueberhaupt... bevor es zu spaet ist.... man wird ganz irre, wenn man soviel darum kreist - sei froh, dass du erst 30 bist! :-)

    Sorry fuer fehlende Umlaute - mein dt. Pc tut es momentan nicht richtig, daher nl. Tastatur!
    Mavie
    Geändert von Inaktiver User (24.09.2010 um 19:48 Uhr)

  9. Inaktiver User

    AW: immer noch nicht erwachsen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Bist du in einer Partnerschaft oder hast du einen unterschwelligen, davon losgeloesten Kinderwunsch? Wie auch immer, worin begruenden sich deine Zweifel?
    Ich bin in einer langjährigens Partnerschaft, bei meinem Mann besteht auch ein Kinderwunsch. Also eigentlich ideale Voraussetzungen.

    Warum ich trotzdem zweifle, mal kurz zusammengefasst: ich habe keinen emotional begründeten Kinderwunsch, der Gedanke an die Baby- und Kleinkindzeit schreckt mich eher ab, zumindest in der Ausgestaltung, wie ich sie bei Freunden, die jetzt Eltern werden, erlebe.
    Zudem bin ich tendenziell Einzelgängerin, kein Familienmensch, und kriege selbst bei Menschen, die ich mag, einen Koller wenn ich nicht die Möglichkeit habe, mich regelmäßig zurückzuziehen.

    Zu deinen Argumenten bezüglich des "zweckgebundenen" Kinderwunsches. Im Prinzip stimme ich dir zu. Meiner Meinung nach entspringt der Kinderwunsch nie einem reinen Altruismus.
    Aber: wir sind heutzutage in der privilegierten Lage, unseren Kinderwunsch zu reflektieren und gegebenenfalls nicht umzusetzen. Und es gibt finde ich schon gute oder andererseits weniger gute Gründe, ein Kind in die Welt zu setzen.

    Vielleicht ist dieser Strang für dich interessant: http://bfriends.brigitte.de/foren/ge...eidung-39.html ?

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    AW: immer noch nicht erwachsen?

    Hi Ihr Lieben,

    ich bin zwar "erst" 28, aber das hier könnte ich unterschreiben:

    "Ich fühle jedoch, dass ich zufriedener oder eben auch glücklicher wäre, wenn ich aufhören könnte mich selbst mit anderen meiner +/- Altersgruppe zu vergleichen, also mit jenen, die sich vermeintlich richtig "angestellt" haben und eben all das erreicht haben, von dem ich mitunter meine es auch haben zu wollen.... die aber eben auch entsprechendes dafür getan haben es zu bekommen, was ich nicht wirklich zu tun bereit bin. Weil mir der Antrieb fehlt, die Unterstützung/Motivation, ja und auch der Glaube daran, dass das was ich dann angehen würde, durchweg "gut" und richtig für mich ist... " (- ich kann die Zitier-Funktion nicht).

    Mich treibt das seit ca. 1 Jahr sehr um, diese Entscheidungsunfähigkeit (im privaten, nicht im beruflichen!), vielleicht weil in einem Bekanntenkreis, in dem alle "um die 30" sind, viele Weichen gestellt werden (Eigentumswohnung, Heirat, Kinder und dergleichen).

    Ich habe das Gefühl, mir fehlt irgendwas, um mich festlzulegen, entscheiden zu können (also dass es halt nicht das ist, was ich will oder nicht mit dem Mann, mit dem ich zusammen bin...), aber vielleicht ist es auch nur die Entscheidungsfähigkeit an sich, die mir fehlt, also wäre ich das Problem. Und das ist irgendwie ein Teufelskreis und zurzeit genieße ich nichts so richtig, weil ich im Hinterkopf ständig o.g. habe...

    Liebe Grüße

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