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  1. Inaktiver User

    AW: immer noch nicht erwachsen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Wo findet ihr Leute, die keine Kinder haben (wollen)?
    Naja, eine Adresse gibt es dafür natürlich nicht. Aber die sind überall zu finden bei Aktivitäten und Veranstaltungen, die nicht explizit auf Familien und Kinder ausgerichtet sind.

    Die Aufenthaltswahrscheinlichkeit in familienfreundlichen Urlaubshotels, beim Kinderfasching, im Erlebnisbad für die ganze Familie, im Zoo oder Zirkus, oder im Wildpark am Sonntag nachmittag ist naturgemäß prozentual gesehen sehr gering.

    Sport, abends ausgehen, alles mögliche. Schau mal genauer hin. Wende deinen Fokus ab von den Familien und Du wirst uns entdecken. Wir sind überall

  2. Inaktiver User

    AW: immer noch nicht erwachsen?

    Aaaaaaaaaaaaaaaaaalso, Mavie, ...
    1. Du musst Du schon ein sehr ungewöhnliches Umfeld haben, denn es ist ja nun mittlerweile in Deutschland eher normal, wenn Frauen Deines Alters kinderlos sind und bleiben. Die Zeitungen sind voll davon, die Statistiken sprechen eine ganz klare Sprache.

    2. Ich halte es für kein Zeichen von Erwachsensein, Kinder zu kriegen, Häusle zu bauen, etc., weil alle es so machen.
    Erwachsen ist wohl am ehesten der, der das Leben lebt, was ihm möglich ist und gut gefällt.
    Wenn Du also keinen dringenden Kinderwunsch verspürst und Dein Mann nachvollziehbarer Weise* auch nicht, sehe ich keine Veranlassung, Kinder zu kriegen.
    * Dein Mann hat zwei erwachsene Kinder und wenn er jetzt noch mal Vater würde, wäre er 71 Jahre alt, wenn dieses Kind Abitur macht bzw. volljährig würde ... nicht ganz das, was _ich_ mir wünschen würde.)

    3. Ich finde nicht, dass man für den nichtexistenten Kinderwunsch oder die Lust auf die Leichtigkeit des Lebens zwingend irgendwelche "Traumata" aus Vorbeziehungen, Kindheit etc. bemühen muss.
    Die Lebensoptionen haben sich in den letzten 40 Jahren so verändert, dass Kinder und Familie eben nur eine Option unter vielen sind.
    Niemand muss sich dafür schämen oder rechtfertigen, anderen Optionen den Vorzug zu geben.

    4. Ich finde dies hier höchstproblematisch:
    "... Dieses Baby der angehenden Schwiegertochter macht mich regelrecht fertig, ich entwickel schon eine latente Antipathie gegen das Mädchen, dabei kann sie doch nichts dafür, dass ich nicht damit klarkomme, dass mein Mann Opa wird und eventuell kein Vater mehr, und dass sie die ganze Aufmerksamkeit bekommt und ganz, ganz wichtig ist. Es kommt mir überspitzt gesagt manchmal vor, als würde die gesamte Weltbühne von Schwangeren und Müttern dominiert, und ich stehe am Rand und gucke nur zu und das bleibt dann auch die nächsten 30-40 Jahre so. Diese ganze Entwicklung ist schlecht für mein Ego! :-( ..."
    Du empfindest oder befürchtest einen Aufmerksamkeits- oder bedeutungsverlust, vermutlich in erster Linie seitens Deines Mannes.
    Darüber würde ich mit ihm sprechen.
    Ich würde sogar empfehlen, dieser Regung mit professioneller Hilfe nachzugehen.
    Es ist sicherlich keine gute Idee, nur deshalb ein Kind zu kriegen, um Aufmerksamkeit zu bekommen und sich bedeutend zu fühlen.

    Mal böse schwarzgesehen: Dann kriegste ein Kind, und das ist für Deinen Mann dann nach den beiden eigenen Kindern und dem ersten Enkelkind eben Nummer 4.
    Und vielleicht nicht mehr so rasend spannend.
    Vielleicht sogar etwas lästig, weil er nun schon 20 Jahre seines Lebens die Priorität woanders als bei sich und seinen Ideen vom Leben hatte - bedenke, der ist ja nun einiges älter als Du, und wenn ich mir die Kombination pubertierender Teenager und Mittsechziger-Papa auf der Zunge zergehen lasse ... naja, meins wäre es nicht.

    Was die Entscheiderei angeht, richtig:
    Du entscheidest immer, auch wenn Du es nicht aktiv oder bewusst machst.

    Also: Krieg ein Kind oder krieg keins, aber der Grund sollte immer nur der sein, dass Du Dir ein eigenes Kind wünschst oder eben nicht.

    All das, was Du so schön beschrieben hast, was man mit Kindern Feines machen kann, kannst Du auch als Junior-Oma oder Patentante ausleben.
    Vorteil: Man macht es, weil und wenn man es mag - und wenn man es mal nicht mag, muss man es nicht machen.

    Alles Gute,

    NM

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    AW: immer noch nicht erwachsen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    All das, was Du so schön beschrieben hast, was man mit Kindern Feines machen kann, kannst Du auch als Junior-Oma oder Patentante ausleben.
    Vorteil: Man macht es, weil und wenn man es mag - und wenn man es mal nicht mag, muss man es nicht machen.
    Sehr richtig. Und in diesem Status habe ich dann z.B. entdeckt, dass ich überhaupt keinen Draht zu Kindern habe.
    Niemand ist unter einem schlechten Stern geboren.
    Aber es gibt Menschen, die den Himmel nicht richtig deuten können.
    Dalai Lama

  4. Inaktiver User

    AW: immer noch nicht erwachsen?

    Guten Abend!


    1. Du musst Du schon ein sehr ungewöhnliches Umfeld haben, denn es ist ja nun mittlerweile in Deutschland eher normal, wenn Frauen Deines Alters kinderlos sind und bleiben. Die Zeitungen sind voll davon, die Statistiken sprechen eine ganz klare Sprache.
    Ich schrieb hier schon irgendwo, dass wir nicht in Deutschland leben. Wir wohnen in den Niederlanden, wo die Situation anders aussieht. Man ist hier sehr familienorientiert, Kinder sind beinahe eine Selbstverständlichkeit, da man früher mit der Ausbildung fertig ist und die Betreuungslage/das Sozialsystem von jeher besser ist, bekommt man früh Kinder und meist auch mehr als eins. Die Masse von nicht gebärenden Akademikerfrauen gibt´s hier nicht. Wir haben hier ganz, ganz wenige soziale Kontakte, die keine Kinder haben. In der Familie meines Mannes und im hiesigen Freundeskreis betrachtet man mich ein wenig als die etwas exotische Karrierefrau. Da ich momentan sowieso so empfindlich bin, meine ich, dass man das nicht besonders respektvoll, sondern bedauernd meint.... ;-)


    Schön übrigens, noch eine männliche Sichtweise zu lesen, danke dafür. Dies z.B.

    * Dein Mann hat zwei erwachsene Kinder und wenn er jetzt noch mal Vater würde, wäre er 71 Jahre alt, wenn dieses Kind Abitur macht bzw. volljährig würde ... nicht ganz das, was _ich_ mir wünschen würde.)
    [...]
    Mal böse schwarzgesehen: Dann kriegste ein Kind, und das ist für Deinen Mann dann nach den beiden eigenen Kindern und dem ersten Enkelkind eben Nummer 4.
    Und vielleicht nicht mehr so rasend spannend.
    Vielleicht sogar etwas lästig, weil er nun schon 20 Jahre seines Lebens die Priorität woanders als bei sich und seinen Ideen vom Leben hatte - bedenke, der ist ja nun einiges älter als Du, und wenn ich mir die Kombination pubertierender Teenager und Mittsechziger-Papa auf der Zunge zergehen lasse ... naja, meins wäre es nicht.
    ist sicherlich etwas, was meinem Mann mitunter durch den Kopf geht, das weiß ich auch von ihm, und daher erfahre ich von ihm eben zwar keine Ablehnung meiner Überlegungen, aber auch nicht die Unterstützung, die ich bräuchte um der ganzen Angelegenheit Schub zu verleihen/selbst mit voller Überzeugung an die Sache ranzugehen.


    Du empfindest oder befürchtest einen Aufmerksamkeits- oder bedeutungsverlust, vermutlich in erster Linie seitens Deines Mannes. Darüber würde ich mit ihm sprechen.
    Ich würde sogar empfehlen, dieser Regung mit professioneller Hilfe nachzugehen.Es ist sicherlich keine gute Idee, nur deshalb ein Kind zu kriegen, um Aufmerksamkeit zu bekommen und sich bedeutend zu fühlen.
    Ich weiß sehr gut, wie kindisch diese Regung ist - vergleiche Strangtitel. ich weiß dementsprechend ebenso, dass ich das für mich in den Griff bekommen muss, wenn ich mit mir und meinem Leben zukünftig im Reinen sein will. Mir setzt jedoch die schwindende Zeit zu, ich bin regelrecht unter Druck, weil ich das jetzt bald entscheiden oder eben, wie erwähnt, nicht entscheiden muss und damit auch entschieden habe.
    ich habe keine guten Erfahrungen mit Gesprachstherapie gemacht, aber vermutlich sollte ich das doch angehen um mir von jemand Professionellem helfen zu lassen, zumindest dahingehend, dass ich mich sortiere und Klarheit gewinnen.

    Mavie.

  5. Inaktiver User

    AW: immer noch nicht erwachsen?

    Auf dieses Posting wollte ich noch Bezug nehmen, das ist mir gestern dadurch gegangen:

    Hallo Mavie, zu dem hier:

    Zitat:
    Zitat von Mavie72 Beitrag anzeigen
    Sondern eher, dass die Umstände vermeintlich nicht optimal sind, dass ich Angst vor künstlicher Nachhilfe und dem damit verbundenen Nervenstress, Angst vor damit einhergehenden möglichen Fehlgeburten habe, und auch Angst davor, dass ein Kind mit "so" alten Eltern evtl. nicht gesund ist (womit ich/wir nicht klarkäme/n, d.h. ich insbesondere nicht mit einer evtl. daraus folgenden Abtreibung), die Geburt an sich, ferner die Belastung, die ein Kind für eine Beziehung bedeutet, mögliche Entfremdung, Überreizung wegen schlafloser Nächte, die Reaktion seiner erwachsenen Kinder - lauter Ängste... ich hab viel Phantasie und kann mir sowas alles en detail ausmalen...
    - und all diese ausgemalten, befürchteten Folgen wären "nur traurig", wenn ein Kind einfach so entsteht? Aber "schuldhaft", wenn Du gewollt hast?
    Zeigt da irgendein schwarzer Finger auf Dich, "da ist sie, die wollte!"?
    Hat es damit was zu tun?

    (Ich könnts verstehen und bin älter als Du ... ) T.

    Ja, das trifft´s gut.
    Wenn ich in eine solche worst-case-Situation mit behindertem Kind käme, nachdem ich meinen Partner quasi in das Babyprojekt "reingelabert" hätte, nachdem ich die ganze Kinderwunschzentrum- Himmel und Hölle hinter mich/uns gebracht hätte (auf die es ja evtl. hinauslaufen könnte, auch wenn bei uns grundsätzlich alles in Ordnung ist, ist die prozentuale Chance aufgrund unseres Alters doch geringer) und es dann schiefgeht, würde ich mich verdammt schuldig fühlen.
    So ein bisschen so, als hätte ich - vermessen wie ich bin - das Schicksal herausgefordert und würde nun auch ganz allein dafür bestraft...
    Natürlich muss es so nicht kommen, im Gegenteil, es kann ja auch ohne Weiteres gut gehen. Aber das spielt gedanklich, emotional bei mir auch schon mit rein.

  6. Inaktiver User

    AW: immer noch nicht erwachsen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich schrieb hier schon irgendwo, dass wir nicht in Deutschland leben. Wir wohnen in den Niederlanden, wo die Situation anders aussieht. ...
    Dass ihr in NL lebt, hatte ich dann wohl überlesen.
    Das ändert aber nichts daran, dass es mir wenig erwachsen erscheint, irgendwas zu tun, weil es alle so machen.

    ist sicherlich etwas, was meinem Mann mitunter durch den Kopf geht, das weiß ich auch von ihm, und daher erfahre ich von ihm eben zwar keine Ablehnung meiner Überlegungen, aber auch nicht die Unterstützung, die ich bräuchte um der ganzen Angelegenheit Schub zu verleihen/selbst mit voller Überzeugung an die Sache ranzugehen.
    Naja, er ist nicht scharf drauf, weitere Kinder zu kriegen, Du selbst stehst nicht mit voller Überzeugung hinter der Idee, Kinder zu kriegen, hast konkrete Ängste und Zweifel - da frage ich mich, was Du noch groß zu überlegen oder zu entscheiden müssen meinst.

    Ich weiß sehr gut, wie kindisch diese Regung ist - vergleiche Strangtitel.
    Ich halte das nicht für kindisch, sondern bei einem erwachsenen Menschen für höchstwahrscheinlch therapiebedürftig.

    ich weiß dementsprechend ebenso, dass ich das für mich in den Griff bekommen muss, wenn ich mit mir und meinem Leben zukünftig im Reinen sein will. Mir setzt jedoch die schwindende Zeit zu, ich bin regelrecht unter Druck, weil ich das jetzt bald entscheiden oder eben, wie erwähnt, nicht entscheiden muss und damit auch entschieden habe.
    So, wie Du es beschrieben hast, genießt Du Dein kinderloses Leben.
    Aktuell scheint Dich mehr der soziale Konformitätsdruck bzw, der befürchtete oder empfundene Verlust an Respekt und Aufmerksamkeit zu quälen, als die Frage: "Will ich ein Kind?".

    Ich verstehe offen gestanden nicht, warum Du befürchtest, mit der Entscheidung, kinderlos zu bleiben, ein zukünftiges Problem zu haben oder zu bekommen.
    Das kann passieren, muss aber nicht, und es gibt wie gesagt genug andere Möglichkeiten, Zeit mit Kindern zu verbringen, wenn man das möchte.

    ich habe keine guten Erfahrungen mit Gesprachstherapie gemacht, aber vermutlich sollte ich das doch angehen um mir von jemand Professionellem helfen zu lassen, zumindest dahingehend, dass ich mich sortiere und Klarheit gewinnen.
    Ich denke, es würde schon mal viel helfen, wenn Du mit Deinem Mann Klartext reden würdest, sprich, ihm Deine Gedanken udn Gefühle klar darlegst und ihn zu seinen Gedanken und Gefühlen befragen würdest.
    Er steckt ja auch in einer ungünstigen Situation:
    Einerseits ist er für sich selbst nicht scharf auf weitere Kinder.

    Andererseits will er sich später sicherlich nicht den Vorwurf anhören müssen, er wäre (mit-)verantwortlich dafür, das Du kinderlos geblieben bist.

    Aus dem Grunde würde ich beispielsweise keine Beziehung zu einer Frau eingehen, die das Thema Kinderwunsch nicht klar für sich abgeschlossen hat - also entweder bereits Kinder hat und/oder keine (mehr) will (nach menschlichem Ermessen natürlich, denn niemand kann in die Zukunft sehen oder fühlen).

    Ich habe drei Kinder und will keine weiteren großziehen. Und weil ich das nicht will, habe ich mich vor Jahren sterilisieren lassen.
    So kommuniziere ich das gleich zu Anfang, da weiss dann jede, woran sie ist. Entsprechend würde ich auch Beziehungsanbahnungen abbrechen, wo dieser Punkt nicht geklärt ist.
    Ich finde den Kinderwunsch, wenn frau ihn denn hat, nämlich zu schön und zu wichtig, als dass sie "meinetwegen" auf seine Verwirklichung verzichten sollte. Gibt ja genug andere gute Männer, die mit denen frau solche Pläne verwirklichen kann.

  7. Inaktiver User

    AW: immer noch nicht erwachsen?

    @NochmalerMann et al.

    Ich verstehe offen gestanden nicht, warum Du befürchtest, mit der Entscheidung, kinderlos zu bleiben, ein zukünftiges Problem zu haben oder zu bekommen. Das kann passieren, muss aber nicht, und es gibt wie gesagt genug andere Möglichkeiten, Zeit mit Kindern zu verbringen, wenn man das möchte.
    Nun, es könnte ja durchaus sein, dass ich es dann, wenn´s zu spät ist, bereue es nicht getan zu haben.... Mir die nächsten 30 Jahre mit Gedanken wie "Sch..., ach hätte ich doch..." zu vermiesen, darauf will ich´s auch nicht ankommen lassen.

    Wie sieht es denn aus, wenn du dir versuchst vorzustellen, dass du deine 3 Kinder nicht hättest...? Dass du GAR KEIN Kind hättest? Würde dir dann was fehlen? Mal so als männliche Perspektive...
    Mein Mann ist auf meine Nachfrage nicht recht in der Lage sich diese Situation vorzustellen übrigens, deshalb frage ich.

    Im übrigen ist es meiner Einschätzung nach nicht dasselbe, ob man besagte Zeit mit Paten- /anderen Kinder oder mit eigenen verbringt? Ich denke, dass das vom Empfinden her doch einen Unterschied macht.

    Ich bin über diese Sache im Austausch mit meinem Mann. Er hat nach wie vor grundsätzlich nichts dagegen, mit mir noch ein Kind zu bekommen. "Nachhelfen" würde er jedoch nicht, so wichtig ist es ihm nicht, die Tour durch die Kiwu-Kliniken wäre mit ihm also nicht zu machen, das steht fest, das ist mit ihm auch nicht weiter zu diskutieren. Ganz klare Ansage. Ich verstehe ihn und seine Beweggründe durchaus. Mir ist seine Ansicht diesbezüglich nicht neu, ich wusste das von ihm von Anfang an, d.h. seit ca. 5 Jahren, mache ihm darum auch keinen Vorwurf. Den könnte ich ihm wohl auch nur machen, wenn ich vor Jahren unmissverständlich vermittelt hätte, dass ich ein Kind will. Da ich darüber in den letzten Jahren stets selbst vage war, kann ich ihm keinen Strick draus drehen nun evtl. kinderlos weiterzumachen, das ist mir absolut bewusst.

    Gut, könnte man sagen, dann macht doch einfach so weiter und wenn´s passiert, passiert´s, wenn nich, ist auch gut.... Stimmt eigentlich. Wenn nicht "siehe oben" wär....


    Danke für die soweitige Hilfe,
    Grüße,
    Mavie
    Geändert von Inaktiver User (19.09.2010 um 18:21 Uhr)

  8. Inaktiver User

    AW: immer noch nicht erwachsen?

    Nun, es könnte ja durchaus sein, dass ich es dann, wenn´s zu spät ist, bereue es nicht getan zu haben.... Mir die nächsten 30 Jahre mit Gedanken wie "Sch..., ach hätte ich doch..." zu vermiesen, darauf will ich´s auch nicht ankommen lassen.
    Ja, es könnte sein, aber Du wirst vorher nicht wissen können, wie es dann sein wird.
    Und nebenbei, aktuell hast Du nichts dagegen, Dir Dein an sich schönes Leben mit der Quälerei um die Kinderfrage zu vermiesen? Vielleicht noch bis zu 10 Jahre lang, bis die Biologie die Fragen endgültig zu den Akten legt?


    Ich mag mich irren, aber ich empfinde Dich ehrlich gesagt so, als hättest Du Dich schon gegen eigene Kinder entschieden, und würdest an den von Dir vermuteten sozialen Konsequenzen knabbern. Daran würde ich an Deiner Stelle arbeiten.

    Ich empfinde Dich so, als würdest Du gerade Abschied nehmen von eigenen Kindern. Ich lese bei Dir kein "Hallo! Schön, dass Du da bist. Ich habe Schiss, aber ich will mein Bestes versuchen ..." zu Deinem Kinderwunsch.
    Das ist kein Vorwurf, ich gehöre nicht zu denen, die meinen, es sei die Krone menschlicher Existenz, sich zu reproduzieren.

    Mal 'ne Frage: Du schreibst, Du hast negative Erfahrungen mit Gesprächstherapie gemacht. Warst Du wegen etwas in Therapie, was sich unter anderem in viel Grübelei (also konzentrierter, um einen Punkt kreisender, nicht zielgerichteter und/oder methodisch inadäquater Denkarbeit) manifestiert?

    So kommt es mir nämlich vor:
    Du versuchst, die Frage "eigenes Kind ja oder nein" auf intellektuelle Weise und per Orientierung im Deinem sozialen Bezug zu lösen.
    Sicherlich ist es gut, sich intellektuell mit den Veränderungen zu befassen, die ein eigenes Kind (vermutlich oder höchstwahrscheinlich) mit sich bringt und sich dabei "sozial bezogen" zu orientieren.

    Aber die eigentliche Entscheidung für ein eigenes Kind ist m.E. immer eine emotionale. Wäre es anders, würden wohl weit weniger Kinder zur Welt kommen, denn es gibt immer eine Reihe "gute und handfeste Gründe" dagegen.

    Wie sieht es denn aus, wenn du dir versuchst vorzustellen, dass du deine 3 Kinder nicht hättest...? Dass du GAR KEIN Kind hättest? Würde dir dann was fehlen? Mal so als männliche Perspektive...
    Mein Mann ist auf meine Nachfrage nicht recht in der Lage sich diese Situation vorzustellen übrigens, deshalb frage ich.
    Zu Thema männliche Perspektive:
    Der Unterschied zwischen Mann und Frau besteht m.E. nur darin, dass der Kinderwunsch einer Frau anders funktioniert. Er ist, wenn er ist, unabdingbarer, absoluter, kommt von viel weiter unten, ist nichts Rationales.

    Ich kann mir ebenfalls nicht vorstellen, wie mein Leben wäre, wenn ich keine Kinder hätte. Weil ein Leben mit Kindern meines Erachtens grundlegend anders ist, anders funktioniert, sich anders anfühlt als ein Leben ohne Kinder.
    Obwohl meine Kinder (22, 14, 11 Jahre) schon aus dem Gröbsten raus sind, beeinflussen sie mein Leben täglich, teilweise tiefgreifend.
    Das werden sie weiterhin tun.
    Meine Freundin bespöttelt mein Verhältnis zum meinen Töchtern liebevoll als "lebenslange Abhängigkeit".
    Ich sehe es so: es gibt genau vier Menschen, mit denen ich aus meinem innersten heraus aus mein Leben lang verbunden sein werde, mit denen ich mein ganzes Leben leben muss und leben wollen werde: mich selbst natürlich an erster Stelle (ohne mich selbst stellt sich die Frage ja nicht) und meine drei Kinder. That's it.

    Wenn ich Leute treffe, die "gerade schwanger geworden sind", und wenn die offen für ein echtes Gespräch sind, sage ich denen:
    "Regelt eure offenen Angelegenheiten, ordnet euch, nehmt Abschied, denn vom Moment der Geburt an ist nichts mehr so, wie es vorher war."
    Klingt wie ein Rat an einen Sterbenden - stimmt, so ähnlich sehe ich es:
    Nicht nur jedem Ende wohnt ein Anfang inne, sondern auch jedem Anfang ein Ende. Wo es um Wesentliches geht, ist das Eine ohne das Andere nicht zu haben.

    Was ich von mir weiss, ist, dass ich alles an und in mir habe, was auch ein kinderloses Leben zu einem guten Leben für mich gemacht hätte.
    Ich wäre dann halt heute ein anderer Mensch mit einem anderen Leben - nicht zwingend ein besserer, schlechterer, glücklicherer unglücklicherer, aber defintiv ein anderer.

    Ok, kleiner Exkurs:
    Was ich ebenfalls weiss, ist, dass ich vieles in meinem Leben gemacht habe, das zu tun sich hinterher als ungünsig herausgestellt hat.
    Und vieles nicht gemacht habe, was nicht zu tun sich dann als ungünstig herausgestellt hat.
    Entschieden habe ich jeweils aus der Lebenssituation heraus, eher mehr emotional oder intutiv, wenn Du so willst.
    Etwas erschien mir als gute Idee, also habe ich es auf diese Weise entschieden.
    So war es auch mit den Kindern, ich habe nie den abstrakten Wunsch danach gehabt, Kinder zu haben.
    Ich hatte nie einen Masterplan, keine großen Ziele, habe ich heute nicht und werde ihn in 20 Jahren nicht haben.
    Lebenssituationen ändern sich, Prioritäten ändern sich, Leben verläuft anders als geplant etc.

    Was ich hatte und habe, sind bestimmte Grundsätze, Werte, Grundprioritäten.
    Das sind keine Dogmen, sondern Methoden, wie ich entscheide.
    Parameter, die eben Gewicht haben.
    Metriken, mit denen ich messen kann, was für mich wichtig ist.
    Die waren in der Rückschau betrachtet schon immer so ziemlich die Gleichen, und sie sind nicht das Ergebnis von rationaler Entscheidung, sondern "gefühlt". Heute kann ich meine Methoden, Metriken und Parameter zwar auch rational erklären und begründen, aber das ist für mich nicht das Entscheidende.
    Mich erklären, mich "begründen" zu können ist wichtig, damit Andere mich besser verstehen, mir näherkommen können.
    Können sie es, gut. Können sie es nicht, ändert es nichts in mir.

    Ende des Exkurses.

    Ich denke, man kann aus einem Leben nicht sinnvoll eine Entscheidung herausnehmen und sich dann überlegen kann, wie es einem wohl ginge, wenn "sonst alles gleich gewesen wäre" - und schon mal gar nicht eine Entscheidung von der Tragweite "Eigene Kinder ja oder nein?".

    Jede Tür, die sich schließt, öffnet eine andere.
    Manche Tür klemmt ein bisschen, die muss man dann beherzter öffnen.
    Aber endlos an den Schlössern verschlossener Türen herumzubasteln oder sie einzutreten versuchen, ist meines Erachtens Kraft- und Zeitverschwendung.
    Eben der schöne Unterschied zwischen "hinterher laufen" und "entgegen gehen".

    Verstehen kann man das Leben nur rückwärts, aber leben muss man es vorwärts. (so oder so ähnlich Sören Kierkegaard)

    Hoffe, angeregt zu haben.

    NM

  9. Inaktiver User

    AW: immer noch nicht erwachsen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ...
    Im übrigen ist es meiner Einschätzung nach nicht dasselbe, ob man besagte Zeit mit Paten- /anderen Kinder oder mit eigenen verbringt? Ich denke, dass das vom Empfinden her doch einen Unterschied macht. ...
    Ja, es ist ein Unterschied.
    Fragt sich, ob es einfach nur anders ist.
    Oder besser für Dich.
    Oder schlechter für Dich.

  10. Inaktiver User

    AW: immer noch nicht erwachsen?

    Mavie,

    ich lese hier eine Menge Dinge, die Dich in punkto Kinderfrage bewegen. Die meisten davon sind Befürchtungen, die Dir niemand - und auch Du Dir selbst nicht - beantworten oder gänzlich nehmen kann.
    Weil niemand, nicht einmal Du, jetzt wissen kannst, wie Dein äußeres und inneres Leben in so und so viel Jahren aussieht und sich anfühlen wird.
    Du kannst nicht wissen, was Du in der Zukunft eventuell bedauern wirst.

    Kinder sind immer eine Entscheidung im Jetzt.

    Vorausschauende Planungen scheitern bei Kindern (und generell mit Menschen)

    Was ich entscheidender finde: es geht eben hauptsächlich um Ängste und Befürchtungen. (Das ist völlig in Ordnung.)

    Aber ein wirkliches "Ja, ich will ein Kind." ganz aus Herz und Bauch heraus lese ich nirgendwo.

    Kann es sein, dass Du tatsächlich schon dagegen entschieden hast - und es Dir einfach nicht eingestehen magst?




    @NochmalerMann: Menno, nach Dir zu schreiben ist echt undankbar. Man kann sich da nur in schnöden Wiederholungen ergehen - denn Du hast meistens alles Wesentliche schon ausgedrückt.
    Geändert von Inaktiver User (17.09.2010 um 13:06 Uhr)

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