Was war mit Deiner Jugendliebe? Warum ist das auseinandergegangen und warum suchtest Du das Gegenteil von ihm?
Was hat Dein "nicht erwachsensein" für Vorteile für Dich?
Antworten
Ergebnis 21 bis 30 von 50
Thema: immer noch nicht erwachsen?
-
13.09.2010, 22:01Inaktiver User
AW: immer noch nicht erwachsen?
-
13.09.2010, 22:02Inaktiver User
AW: immer noch nicht erwachsen?
Das Gefühl, nicht "erwachsen" zu sein kenne ich auch.
Irgendwie entsprechen viele der Lebensentwürfe, die ich in meinem Umfeld sehe, nicht meinen Vorstellungen. Und trotzdem fühle ich mich unter Druck, diesen Entwürfen entsprechen zu müssen.
Dabei denke ich nicht, dass es besonders erwachsen ist, sich mit Zwang in einen Lebensenwturf zu pressen. Zumal ich in meiner Umgebung gerade ein paar schöne Beispiele dafür sehe, dass so etwas total nach hinten losgehen kann (und dann zu absolut unerwachsenem Verhalten führt).
Ich finde den Hinweis mit der professionellen Beratung von Leonie nicht schlecht.
Mir hat eine Gesprächstherapie sehr dabei geholfen, mit mir selbst mehr ins Reine zu kommen. Ich denke, wenn man eigentlich ständig damit beschäftigt ist, sich zu vergleichen ist die Gefahr, eine Fehlentscheidung zu treffen sehr groß.
-
13.09.2010, 22:30
AW: immer noch nicht erwachsen?
Hallo Mavie, zu dem hier:
- und all diese ausgemalten, befürchteten Folgen wären "nur traurig", wenn ein Kind einfach so entsteht? Aber "schuldhaft", wenn Du gewollt hast?
Zeigt da irgendein schwarzer Finger auf Dich, "da ist sie, die wollte!"?
Hat es damit was zu tun?
(Ich könnts verstehen und bin älter als Du ... )
T.
"Eine Treppe: Sprechen - Schreiben - Schweigen"mmmmmmmmmmKurt Tucholsky
-
13.09.2010, 23:51
AW: immer noch nicht erwachsen?
Ich frage mich die ganze Zeit: "Was heißt erwachsen sein?"
Sich zu entscheiden?
Für Konsequenzen einzustehen, die aus dem eigenen Tun und Handeln und auch Denken entstehen?
Sich einem "vermeintlichem" Mainstream anzupassen?
Ist Kinder bekommen ein Zeichen von "Erwachsensein"?
Erwachsen hat ja auch was mit "Wachsen" zu tun. Das ist meiner Meinung nach eine Lebensaufgabe, die hört so und so erst mit dem Tod auf.
Ein Kind ist sicherlich eine Sache an der man wächst, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen, aber bin ich dadurch "erwachsen" geworden?
Das fand´ich sehr süß. Hey, es wird ein Nerd werden, völlig ungelassen durch die Gegend rennen, in der Schule total unehrgeizig sein, Astrid Lindgren hassen und sich die Ohren zu halten, wenn Du das Klavier nur anschaust. Weil ..."Wir würden je nach Bedarf/Geschlecht Lego-Burgen bauen, Barbies anziehen und ausziehen, Puppen füttern, Frisierköpfe kahlschneiden, Janosch und Astrid Lindgren lesen, oder Roald Dahl und TKKG, Hörspiele hören, wir könnten in den Zoo gehen, Schneemänner bauen, einen Gartenteich mit Goldfischen haben, zusammen Klavier spielen, Radfahren, Schwimmen und Sandburgen an der Ostsee bauen, Disney-filme und Sandmann gucken, Fußball oder sonstwas spielen - kann ich mir alles supergut vorstellen, auch mit meinem Mann.
Wenn ich ein Kind hätte, würde ich es gern zu einem gelassenen, ehrlichen und selbstbewussten Menschen erziehen, bisschen Ehrgeiz wäre auch nicht verkehrt ;-)
Ach Gott, ja... :-)"
Erstens kommt es anders und zweitens als du denkst.
lg
HKS
-
14.09.2010, 09:59Inaktiver User
AW: immer noch nicht erwachsen?
Hallo Mavie,
anders sein muss man auch aushalten können. Das ist ganz normal. Ich sehe hier, daß deine Welt für dich doch so in Ordnung wäre, also ohne wirklich von dir entspringenden Kinderwunsch, wenn dein Umfeld besser passen würde.
Ich finde es sehr erwachsen, keine Kinder in die Welt zu setzen, die man nur wollte, weil man das eben so macht. Und nicht um ihrer selbst willen.
Erwachsen sein heißt nicht, Kinder wollen müssen. Erwachsen sein heißt Verantwortung für sein Handeln (und das kann auch eine Unterlassung sein) zu übernehmen. Nicht mehr, nicht weniger.
Ich finde, wenn Du es lernst, Dich nicht so sehr am Vergleich zu orientieren, sondern deinen Weg zu gehen, d.h. ehrlich zu dir zu sein, dich mit deinem Nichtkinderwunsch zu akzeptieren, das Anderssein zu deinem bisherigen Umfeld auszuhalten und Dir Menschen zu suchen, die Dir gut tun, also so leben wie Du, dann ist doch alles bestens.
Gute Reise...
Geändert von Inaktiver User (14.09.2010 um 10:02 Uhr)
-
14.09.2010, 12:49
AW: immer noch nicht erwachsen?
So richtig.

Liebe Mavie,
wie gut kann ich Dich verstehen, Dein Hin- und Hergerissensein, Deine Wünsche und Deine Ängste, Deine Zweifel und Dein Abwarten.
Mir ging es viele Jahre genauso. Kinder gehörten für mich immer dazu. Ich wollte Mutter werden, unbedingt. Als ich mit Anfang 30 das Thema für mich aufmachte, war ich voller Hoffnung. Aber es klappte nicht. Mit Ende 30 wurde ich langsam unruhig, gleichzeitig konnte ich es mir immer weniger vorstellen, mein Leben doch noch von Grund auf zu ändern.
Ich habe viele Jahre nicht verhütet und immer geglaubt, wenn es soll, dann wird es auch. Wurde es aber nicht. Ich war manchmal ein bisschen traurig, oft aber mit den Gedanken einfach nur bei meinem Leben. Und als ich mit 42 von meinem Mann verlassen wurde, hat sich das Thema von selbst erledigt. Ich fühle mich mit mittlerweile 45 einfach viel zu alt für Kinder.
Nach einer 3-monatigen stationären Therapie (aus sehr persönlichen Gründen) habe ich endlich verstanden, was es heißt, selbstbestimmt zu leben: Der Anfang davon ist, sich selber ernst zu nehmen. Mit allem, was dazu gehört. Es ist völlig egal, was andere tun oder lassen. Wichtig ist, dass Du das lebst, was Du willst und kannst.
Insofern bin ich, glaube ich, auch erst jetzt wirklich erwachsen geworden. Was auch immer das heißen mag.
Hör auf Dein Herz. Es wird immer rationale Gründe für oder wider irgendwas geben - aber nur Dein Herz weiß, was richtig ist für Dich.
Alles Liebe,
Niemand ist unter einem schlechten Stern geboren.
Aber es gibt Menschen, die den Himmel nicht richtig deuten können.
Dalai Lama
-
14.09.2010, 14:10Inaktiver User
AW: immer noch nicht erwachsen?
Mein Jugendliebe wollte nach 11 Jahren Partnerschaft nicht heiraten, d.h. nicht verbindlich werden (jedenfalls mit mir nicht). Da habe ich ihm ein halbjähriges Ultimatum gesetzt, das er nicht eingehalten hat. Um mich auf die Plätze zu verweisen, hat er mich gleichzeitig betrogen. Daraufhin habe ich Schluss gemacht. Faktisch fühlte ich mich aber dazu von ihm gezwungen. Es ging viel um Machtspielchen, rückblickend war es eine kindische Beziehung, eine regelrechte Jugendliebe, die sich nicht weiter entwickelt hat.
Ich habe danach nach einem Mann gesucht, für den Verbindlichkeiten eine Selbstverständlichkeit sind, mit dem ich nicht in Konkurrenz trete, sondern tatsächlich eine Partnerschaft auf Augenhöhe führe, und den auch gefunden.
Mein "nicht erwachsensein" hat glaub ich den Vorteil, dass ich zwar keine Entscheidung treffe, dabei aber annehme, dass "keine Entscheidung" zumindest "keine falsche Entscheidung" bedeutet. Vermutlich sitze ich dabei aber einem Trugschluss auf.
-
14.09.2010, 14:23Inaktiver User
AW: immer noch nicht erwachsen?
Nein, das ist es nicht.
Aber ich bin, außer an meiner Arbeitsstelle, wahrscheinlich gehe ich deshalb derzeit auch wirklich gern arbeiten! ;-) , fast nur noch von werdenden oder bereits existenten Müttern umgeben. Die mir suggerieren, dass es das Schönste und Beste ist, was man machen kann.
Ich finde, wenn Du es lernst, Dich nicht so sehr am Vergleich zu orientieren, sondern deinen Weg zu gehen, d.h. ehrlich zu dir zu sein, dich mit deinem Nichtkinderwunsch zu akzeptieren, das Anderssein zu deinem bisherigen Umfeld auszuhalten und Dir Menschen zu suchen, die Dir gut tun, also so leben wie Du, dann ist doch alles bestens.
Wo findet ihr Leute, die keine Kinder haben (wollen)?
-
14.09.2010, 14:33Inaktiver User
AW: immer noch nicht erwachsen?
Nach einer 3-monatigen stationären Therapie (aus sehr persönlichen Gründen) habe ich endlich verstanden, was es heißt, selbstbestimmt zu leben: Der Anfang davon ist, sich selber ernst zu nehmen. Mit allem, was dazu gehört. Es ist völlig egal, was andere tun oder lassen. Wichtig ist, dass Du das lebst, was Du willst und kannst.
Ich nehme mich ja ernst! Ehrlich gesagt habe ich das Gefühl, dass ich mich permanent sogar enorm ernst nehme, nämlich nur Nabelschau betreibe, in mich hineinhorche, was mir mein Bauch denn jetzt mal so eingibt. Aber das wechselt jeden Tag. Am besten wäre es wohl für mich, wenn ich mal eine ganze Weile mit niemandem zu tun hätte, der Kinder hat. Aber das geht nicht komplett, auch wenn ich schon versuche mir Distanz zu jenen zu schaffen.
Dieses Baby der angehenden Schwiegertochter macht mich regelrecht fertig, ich entwickel schon eine latente Antipathie gegen das Mädchen, dabei kann sie doch nichts dafür, dass ich nicht damit klarkomme, dass mein Mann Opa wird und eventuell kein Vater mehr, und dass sie die ganze Aufmerksamkeit bekommt und ganz, ganz wichtig ist. Es kommt mir überspitzt gesagt manchmal vor, als würde die gesamte Weltbühne von Schwangeren und Müttern dominiert, und ich stehe am Rand und gucke nur zu und das bleibt dann auch die nächsten 30-40 Jahre so. Diese ganze Entwicklung ist schlecht für mein Ego! :-(
-
14.09.2010, 14:36Inaktiver User
AW: immer noch nicht erwachsen?
Ja ist ein Trugschluss weil:
Eine "Nicht-Entscheidung" gibt es nicht!
Man entscheidet immer und selbst wenn man sich nicht entscheidet (scheinbar) dann entscheidet man dass man den Status Quo aufrechterhält, man empfindet das aber meist nicht als Entscheidung.
Angenommen Du bist zu Hause und Du wirst angerufen auf eine Party zu gehen, Du kannst Dich aber nicht entscheiden.
Die Party beginnt und Du hast immer noch nicht entschieden, denkst Du Dir, aber im Endeffekt hast Du entschieden zu Hause zu bleiben.


Zitieren

