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  1. User Info Menu

    AW: immer noch nicht erwachsen?

    hallo mavi,

    sind das denn deine ureigensten ziele? also familie, eigentum etc. - was du oben so aufführst? oder versuchst du da halbherzig etwas zu leben, was gar nix mit dir zu tun hat- sprich: du glaubst, du solltest - weil alle anderen das auch tun, weil du insgeheim das gefühl hast, dein umfeld erwartet das von dir, weil du diese erwartungen vor dir selbst als deine deklarierst, obwohl sie es gar nicht sind...?

    zum anderen noch die frage: wie hast du denn bis jetzt dein privatleben gestaltet - hast du dich aktiv für das leben entschieden, das du jetzt lebst, oder "ist dir das einfach so passiert"? denn (und dann, aber auhc nur dann!) wenn das keine aktiven entscheidungen waren, sondern eben ein dahindümpeln, dann ist so ein bisschen die frage, ob du nicht damit beginnen willst, verantwortung für dich selbst zu übernehmen. klingt immer so doof hochtrabend, aber was ich damit meine ist eher so eine art bewusstwerdung: ich sehe z.b. kein problem darin, weiter in sachen kinder so rumzudümpeln, wenn dir klar ist, dass das deine bewusste entscheidung ist (auch eine nicht-entscheidung ist in diesem falle eine entscheidung); du dich also bewusst für diese variante entschieden hast - anstatt kinder aktiv zu vermeiden, bzw. zu befördern. diese andere sicht macht einen unterschied und hilft, auch andere dinge anders zu betrachten, sie sich zu eigen zu machen. zum beispiel entscheidest du dich ja auch jedes mal bewusst dafür, deine kohle nicht zu sparen, sondern legst sie eben in klamotten an. das hat für mich nur dann was mit "unerwachsen" zu tun, wenn du hinterher schreist, dass nix mehr für die rente, den urlaub oder was auch immer da ist...

    aber unabhängig davon: finde deine eigenen ziele, dann isses nämlich völlig wurscht, was andere für dich wollen.

    gedankenanstöße von
    der ratte

  2. Inaktiver User

    AW: immer noch nicht erwachsen?

    Zitat Zitat von Nocturna Beitrag anzeigen
    Das denke ich allerdings auch. Was wäre, wenn es diese Menschen nicht gäbe oder du mehr Menschen kennen würdest, die wie du mehr in den Tag hineinleben? Würdest du dir dann immer noch diese Gedanken machen?

    Du bist nicht ganz Mainstream und du machst den Fehler dich mit anderen zu vergleichen, deren Ideale für dich eigentlich gar nicht erstrebenswert sind.

    Ich habe in meinem Umfeld leider nicht mehr soviele Menschen, die keine Kinder haben. Wenn sie noch keine Kinder haben, dann basteln sie gerade an solchen. Leute, die bewusst keine Kinder haben oder planen, kenne ich leider gar nicht, täte mir vermutlich gut!

    Ich denke schon, dass diese Ideale einst (bis 30) für mich sehr erstrebenswert waren, dass ich exakt das wollte.
    Dass sich aber aufgrund der langjährigen Singlezeit, der sich anschließend ergebenden Konstellation mit meinem älteren Mann (dem das nicht mehr so wichtig ist, er ist 15 Jahre älter als ich und hat ja eben schon zwei große Kinder), der familiären Situation (mein Mann als Großvater bevor er wieder Vater wird?), meines zunehmenden Alters, die damaligen Ausgangsvoraussetzungen verschoben haben und ich nun gucke, was ich noch draus machen kann/will/sollte....
    Ich finde diese Ideale immer noch schön, so ist es nicht, ich hätte sie auch so gelebt, wäre da gern automatisch, typisch, zwangsläufig - wie immer man´s nennen will - "reingewachsen".
    Jetzt habe ich das Gefühl, ich muss da so´n bisschen mit der Brechstange ran um noch an so lang verflossene Ideale zu kommen. Und weiß eben nicht, ob ich da nur alten Träumen nachhänge oder ob das wirklich so elementar ist für mich.

  3. Inaktiver User

    AW: immer noch nicht erwachsen?

    [QUOTE]
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Ich glaube, ich bin an sich meistens zufrieden mit meinem Leben, "glücklich" scheint mir so´n großes Wort, bin ich sicherlich auch ab und an, z.B. beim Sport oder in schönen Momenten mit meinem Mann oder meiner Familie/meinen Freunden ;-)
    Macht nix, dann lass das "glücklich" weg.

    Ich fühle jedoch, dass ich zufriedener oder eben auch glücklicher wäre, wenn ich aufhören könnte mich selbst mit anderen meiner +/- Altersgruppe zu vergleichen, also mit jenen, die sich vermeintlich richtig "angestellt" haben und eben all das erreicht haben, von dem ich mitunter meine es auch haben zu wollen.... die aber eben auch entsprechendes dafür getan haben es zu bekommen, was ich nicht wirklich zu tun bereit bin. Weil mir der Antrieb fehlt, die Unterstützung/Motivation, ja und auch der Glaube daran, dass das was ich dann angehen würde, durchweg "gut" und richtig für mich ist...

    Ich finde die Formulierung: "ich fühle, dass ..." sehr schön in dem Zusammenhang. Das hilft weiter - und ist als Gefühl ein ziemlich guter Wegweiser.


    Welches sind die Momente, in denen Du meinst, auch all das haben zu wollen .. äh .. wollen haben zu müssen ... den Willen zum Wolllen zum Habenmüssen ...

    Du verstehst, worauf ich hinaus will?
    Welche Situationen sind das?

    Und Deinen letzten Satz finde ich sensationell:

    der Glaube daran, dass das was ich dann angehen würde, durchweg "gut" und richtig für mich ist...
    Die Befürchtung verstehe ich zutiefst - allein, auch nach allem Denken und Nachfühlen kann ich nicht in die Zukunft schauen (und wohl auch kein anderer).
    Und manchmal ist selbst mein eigener Bauch ganz fiese ambivalent.
    Da hilft nur der Mut zum Risiko, definitive Antworten gibt es keine.

  4. User Info Menu

    AW: immer noch nicht erwachsen?

    hey mavie,

    weißt du, ich hab eine Freundin, die schlimmes in ihrer kindheit erlebt hat und aus diesem grund sagt: ich will keine kinder. never ever. dafür bewundere ich sie, für diese klarheit.

    eine andere freundin sagt klar: ich will kinder und mann und haus. sie findet aber seit jahren nicht den richtigen partner dafür...

    dann hab ich jetzt aus dem bekanntenkreis erfahren, dass ein mann sich ärgert, weil seine frau ein mädchen bekommt.

    und dann gibt all die traurigen geschichten der trennungen/scheidungen...

    ich glaub, man muss wirklich den für sich richtigen weg finden, unabhängig von meinungen anderer.

    Ja, berufliche Sicherheit und beruflicher Erfolg sind viel leichter zu etablieren - für mich jedenfalls auch - als private Stabilität und Zufriedenheit, das empfinde ich exakt so wie du! Insbesondere seit ich mit damaliger Trennung von langjährigem Partner auch viel an sowas wie Urvertrauen, dass mit mir alles gut gehen wird, komplett verloren habe. Diese Leichtigkeit/Unbeschwertheit, die damals noch echter Teil meiner Persönlichkeit war, lebe ich nun bloß noch "nach", indem ich private Entscheidungen mit Bedeutung vermeide, dann gibt´s auch keine großen Herausforderungen und somit auch keine Konflikt/Pleiten - das ist irgendwie so schön bequem...
    die leichtgkeit/unbeschwertheit versuche ich gerade wieder neu zu entdecken und die wunder des lebens... und die freude am leben... ich möchte LEBENDIG sein...
    „Hoffnung ist die Fähigkeit, die Musik der Zukunft zu hören.
    Glaube ist der Mut, in der Gegenwart danach zu tanzen.“


    (Peter Kuznic, kroatischer Theologe)

  5. Inaktiver User

    AW: immer noch nicht erwachsen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und weiß eben nicht, ob ich da nur alten Träumen nachhänge oder ob das wirklich so elementar ist für mich.
    Ist "elementarer Wunsch" die Grundvoraussetzung fürs Kinderkriegen? Für Dich?

    Es klingt erstmal nicht nach einem überbordenden Mutterschaftswunsch. Oder dem Wunsch nach einem Leben als Mutter.

    Und das ist völlig okay. So viel Freiheit darf sein.


    Für die andere Seite der Ambivalenz:

    Was wären Kinder für Dich?
    Wie sähe Dein Leben mit ihnen aus? Hast Du da Bilder in Deinem Kopf?

    Was würde ein Leben mit Kindern Dir an Farben in deinem eigenen Leben geben?
    Was würdest du ihnen geben wollen?



  6. Inaktiver User

    AW: immer noch nicht erwachsen?

    Zitat Zitat von Bisamratte Beitrag anzeigen
    hallo mavi,

    zum anderen noch die frage: wie hast du denn bis jetzt dein privatleben gestaltet - hast du dich aktiv für das leben entschieden, das du jetzt lebst, oder "ist dir das einfach so passiert"?
    Eventuell ist es ja doch schon ein bisschen so, dass einem nichts einfach so "passiert".... glaube ich jedenfalls...

    Nach meiner langjährigen Beziehung mit einer Jugendliebe habe ich jahrelang vor allem nach einem Mann Ausschau gehalten, der einen charakterlichen Gegensatz zu eben dieser Jugendliebe darstellte. Diesen habe ich in meinem Mann gefunden, der "Preis" ist wohl, dass er eben soviel älter ist, was mich aber außerhalb der Kinderfrage nicht tangiert, ich/wir merke/n den Altersunterschied im täglichen Leben gar nicht.

    Wenn du hinterfragst, ob ich nach meiner Jugendliebe bewusst nach einem potenziellen Vater für gemeinsame Kinder Ausschau gehalten habe: Nein, das nicht, da waren andere Aspekte vorrangiger (Humor, Kommunikation, Wellenlänge, Gefühl emotionaler Sicherheit). Da ich ihn aber im Umgang mit seinen großen Kindern gesehen habe (er ist ihnen ein guter vater), war mir schon klar, dass das jemand ist, mit dem man "theoretisch" auch Kinder haben könnte...
    Bis vor 2 Jahren hatten wir Fernbeziehung und waren danach mit Zusammenziehen (wir wohnen im westeurop. Ausland, mein Mann stammt daher), Jobwechsel, Heiraten, Akklimatisieren (ich jedenfalls) befasst.... nun stellt sich die Frage akuter, tja eben bevor mir die Fruchtbarkeit und meinem Mann die besten Jahre ausgehen ...

  7. Inaktiver User

    AW: immer noch nicht erwachsen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich kann mich einfach nicht gut entscheiden und wenn ich mich zu irgendwas entschieden habe, hadere ich wieder damit, mache es rückgängig, weil es mir doch nicht ganz behagt oder unbequem ist oder weiß der Kuckuck.

    Ich habe mich in privaten Entscheidungen/Dingen immer schon ungern festgelegt, ich war immer sehr freiheitsliebend ...
    ich denke Du spürst, dass "Nicht-Entscheiden" nicht geht - damit entscheidest Du auch. Wenn Du Dich nicht entscheidest, wirst Du keine Kind haben - dann hast Du auch entschieden.

    bei den anderen Dingen mag es nicht so offensichtlich sein - aber schließlich ist es genauso - wer sich nicht auch mal festlegt, um alles offen zu lassen und nicht die Gefahr zu laufen, etwas zu verpassen, verpasst damit viel mehr.


    Hast Du mal überlegt, Dir ein paar Stunden Lebensberatung, Gespräche mit jemand Professionellen, der Dir die richtigen Fragen stellt und Dir hilft, die Gedanken zu sortieren, zu gönnen?

    Ich sehe wie Du die große Gefahr, dass Du bereuen wirst, weil Du Dich zu Deinem jetzigen Leben nicht wirklich entschieden hast - sondern Entscheidungen durch Nicht-Entscheiden fällst.

    Wer nicht weiß, wohin er will, darf sich nicht wundern, wenn er da ankommt, wo er nie hinwollte.

  8. Inaktiver User

    AW: immer noch nicht erwachsen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen


    Für die andere Seite der Ambivalenz:

    Was wären Kinder für Dich?
    Wie sähe Dein Leben mit ihnen aus? Hast Du da Bilder in Deinem Kopf?
    Was würde ein Leben mit Kindern Dir an Farben in deinem eigenen Leben geben?
    Was würdest du ihnen geben wollen?


    Ja, ich kann mir mich mit einem Kind gut vorstellen.
    Ich glaube auch, dass ich es nicht besser oder schlechter machen würde als andere. Vor der Mutterrolle habe ich komischerweise wenig Angst, eher vor dem, was davor liegt.
    Ich würde wohl keine 30 Erziehungsratgeber lesen, sondern mich eher auf mein Gefühl verlassen. Ich denke schon, dass ich liebevoll, zärtlich, sorgsam wäre. Ich glaub nicht, dass ich zu Überbetüddeln , Vewöhnen und Hysterie neigen würde - ich hätte bezüglich eines Säuglings, Kleinkinds einen eher pragmatischen Zugang.
    Ja, klar habe ich Bilder im Kopf!
    Wir würden je nach Bedarf/Geschlecht Lego-Burgen bauen, Barbies anziehen und ausziehen, Puppen füttern, Frisierköpfe kahlschneiden, Janosch und Astrid Lindgren lesen, oder Roald Dahl und TKKG, Hörspiele hören, wir könnten in den Zoo gehen, Schneemänner bauen, einen Gartenteich mit Goldfischen haben, zusammen Klavier spielen, Radfahren, Schwimmen und Sandburgen an der Ostsee bauen, Disney-filme und Sandmann gucken, Fußball oder sonstwas spielen - kann ich mir alles supergut vorstellen, auch mit meinem Mann.
    Wenn ich ein Kind hätte, würde ich es gern zu einem gelassenen, ehrlichen und selbstbewussten Menschen erziehen, bisschen Ehrgeiz wäre auch nicht verkehrt ;-)
    Ach Gott, ja... :-)

  9. Inaktiver User

    AW: immer noch nicht erwachsen?

    Wundervoll.

    Und nun kommen wir zum:

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ach Gott, ja... :-)
    Wassn da los?

    Was hindert Dich?


    Oder was möchte Dich woanders hinziehen? ... Isses da auch schön?


    (Und nu mal die innere Moral beiseite ... dies ist ein anonymes Forum)

  10. Inaktiver User

    AW: immer noch nicht erwachsen?

    Lieben Dank für alle weiteren Rückmeldungen, ich freue mich darüber!

    Leonie,
    dein Eintrag hat mich echt sehr berührt, hatte direkt Tränen in den Augen, insbesondere diese Aussage schafft mich wirklich:

    Ich sehe wie Du die große Gefahr, dass Du bereuen wirst, weil Du Dich zu Deinem jetzigen Leben nicht wirklich entschieden hast - sondern Entscheidungen durch Nicht-Entscheiden fällst.

    Ich weiß nicht exakt, was mich eigentlich bewegt oder was mich hindert.
    Ich vermute, dass es viele unterschwellige Ängste sind, wie erwähnt weniger dahingehend, dass ich einer Mutterrolle als solcher nicht gerecht würde, also ich selbst mit dem Kind selbst nicht gut wäre.

    Sondern eher, dass die Umstände vermeintlich nicht optimal sind, dass ich Angst vor künstlicher Nachhilfe und dem damit verbundenen Nervenstress, Angst vor damit einhergehenden möglichen Fehlgeburten habe, und auch Angst davor, dass ein Kind mit "so" alten Eltern evtl. nicht gesund ist (womit ich/wir nicht klarkäme/n, d.h. ich insbesondere nicht mit einer evtl. daraus folgenden Abtreibung), die Geburt an sich, ferner die Belastung, die ein Kind für eine Beziehung bedeutet, mögliche Entfremdung, Überreizung wegen schlafloser Nächte, die Reaktion seiner erwachsenen Kinder - lauter Ängste... ich hab viel Phantasie und kann mir sowas alles en detail ausmalen...

    Aber vermutlich ist es schon so... wer immer auf der sicheren Seite sein will, Risiko scheut um den persönlichen Status-Quo aufrechtzuerhalten, der verpasst evtl. auch was, was ihn wirklich mal glücklich - und eben nicht nur zufrieden - machen könnte.

    Nochmals lieben Dank für alle Antworten, soviele Anregungen, ich werd da jetzt erstmal drüber nachdenken....

    Gute Nacht,
    Mavie

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